AURELIUS Aktie. Sonderbare Botschaft aus München. Weniger Compliance? Vorteil?

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AURELIUS Equity Opportunities

AURELIUS Aktie bei einem Kurs von 20,60 EUR und einer MarketCap von somit 613 Mio EUR erscheint im Verhältnis zum NAV von aktuell rund 909 Mio EUR – Stand 30.09.2022 – scheint nicht gerade überbewertet. Für den Kurs bestimmt nicht förderlich war der verhaltene Ausblick den Aurelius im November 2022 gemeinsam mit den Q3-Zahlen lieferte. Seitdem grosse Stille in München – keine Übernahmen, keine Exits.Und die börsennotierte Beteiligung HanseYachts, die seit Jahren „im Schaufenster“ steht, konnte mit einer notwendigen Kapitalerhöhung im Dezember auch nicht wirklich begeistern – wobei der Ausblikc durchaus Hoffnungen nährte.Schwierige Zeiten also für die Aktionäre der Aurelius. ABER die gestern Abend veröffentlichte Entscheidung macht es bestimmt nicht besser:

Reduzierung des organisatorischen Aufwands bei der Erfüllung von kapitalmarktrechtlichen Compliance Anforderungen“ liefert Aurelius als Grund den m:access zu verlassen. Und auch Kosteneinsparungen wären so möglich.

Oder wie es nüchtern in der Meldung heisst: „Der Verwaltungsrat der persönlich haftenden Gesellschafterin der AURELIUS Equity Opportunities SE & Co. KGaA (ISIN DE000A0JK2A8) hat am heutigen Tag beschlossen, die Einstellung der Notiz der Aktien der AURELIUS Equity Opportunities SE & Co. KGaA in dem Segment m:access und den Widerruf der Einbeziehung in den Freiverkehr an der Börse München zu beantragen. Es ist beabsichtigt, den entsprechenden Antrag bei der Börse München kurzfristig zu stellen. Die Gesellschaft geht davon aus, dass die Aktie im Anschluss an die Einstellung der Notiz im qualifizierten Freiverkehr und dem Widerruf der Einbeziehung in den Freiverkehr an der Börse München weiterhin an einem Handelsplatz im einfachen Freiverkehr gehandelt wird. Sie geht daher in der Praxis von einem Segmentwechsel vom qualifizierten Freiverkehr in den einfachen Freiverkehr aus.

Der Zeitpunkt der Beendigung der Notiz der Aktien im Segment m:access und der Einbeziehung in den Freiverkehr hängt noch von der Entscheidung der Börse München hierzu ab. Die Gesellschaft geht davon aus, dass die Börse München in ihrer Entscheidung eine ausreichend lange Auslauffrist vorsehen wird.“ (Ad-hoc Aurelius, 16.01.2023, 19:12 Uhr)

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Früher hiess es bei Aurelius man wolle die Transparenz steigern – weshalb beispielsweise die Berechnung des NAV uE wesentlich transparenter gestaltet wurde,

… aber während beispielsweise Unternehmen mit ähnlichem Geschäftskonzept – Mutares AG – bereits im Oktober 2021 vom Freiverkehr/Scale-Segment in den Prime Standard wechselten, geht Aurelius sogar noch einen Schritt zurück. Zumindest irritierend. Wünschenswert wäre hier eine Erläuterungd e sUnternehemns über die konkreten Beweggründe und wieviel Geld durch dieses „Downgrade wirklich gespart wird. Interessant wäre die Frage, ob die Ersparniss wirklcih bilanzrelevante Grössenordnungen erreicht.

Vorsicht in schwieriger werdendem wirtschaftlichen Umfeld ist eigentlich nicht falsch. Spricht eher für als gegen die Aurelius. Aber die Aurelius Aktie braucht…

Die Vorsicht im November, keine Unternehmenstransaktionen seitdem gemeldet und jetzt noch der Wechsel aus dem m:access in den „nackten“ Freiverkehr. Man darf gespannt sein, wie Anleger das eskomptieren. Nochmals zum Ausblick im November: Dass man seitens Aurelius von einem „gedämpften Transaktionsumfeld“ in den nächsten Monaten sprach, liess die Wahrscheinlichkeit grösserer Zukäufe, aber auch von Exits gering erscheinen – was sich bis heute auch bewahrheitet hat. Sein Pulver trocken zu halten, muss hier nicht unbedingt die falsche Strategie sein. Wachstum um jeden Preis macht keinen Sinn. Und insbesondere da Aurelius in den ersten neun Monaten überaus aktiv auf der Akquiseseite war – unter anderem im Rahmen der Co-Investmentstruktur mit dem grössten Zukauf der Firmengeschichte. ein Blick auf die Transaktionen, bevor es um die Zahlen geht:

AURELIUS Equity Opportunities meldete in diesem Jahr bisher sieben Add-on-Akquisitionen für bestehende Portfoliounternehmen, fünf Co-Investments sowie vier (Teil-) Exits. Bedeutend: Die European Imaging Group erwarb Mehrheitsbeteiligungen an CameraNu.nl im Februar sowie an Cyfrowe.pl im Mai. BMC Benelux führte im März die Akquisition des Baumaterial-Bereichs von De Rycke durch. Gemeinsam mit dem AURELIUS European Opportunities Fund IV wurde im April mit der Übernahme des britischen Geschäftsbereichs der McKesson Corporation (heute: Hallo Healthcare Group) die bisher größte Übernahme der Firmengeschichte vollzogen. Mit dem Verkauf von AKAD University konnte im Februar zudem ein besonders erfolgreicher Exit durchgeführt werden. Und nach dem Berichtszeitraum konnte immerhin derExit bei Briar Chemicals gemeldet werden.

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Umsatz. NAV, operatives EBITDA – Vorsicht wird zum Mantra…

Wichtig bei den folgenden Zahlen ist, dass man aufgrund sich ändernder Konsolidierungkreise die Kennziffern nicht unbedingt so vergleichen kann, wie bei einem normalen Unternehmen mit mehr oder weniger feststehenden Geschäftsfeldern und Beteiligungen: Der Konzern-Gesamtumsatz lag bei 2.351,7 Mio EUR und damit, vor dem Hintergrund der Marktsituation und aufgrund von Änderungen im Konsolidierungskreis, leicht unter dem Wert des Vergleichszeitraums (Q1-Q3 2021: 2.485,1 Mio EUR). Auch aufgrund der grossen Umsatz-Zukäufe dieses Jahr erreichte der annualisierte Konzernumsatz aus fortgeführten Geschäftsbereichen 3.092,4 Mio EUR (Q1-Q3 2021: 2.436,6 Mio EUR).

Operativer Gegenwind wird betont – wackeln vielleicht sogar ein, zwei Beteiligungen? Was heisst das für die Aurelius Aktie

Das operative EBITDA des Gesamtkonzerns beträgt für die ersten neun Monate des laufenden Jahres 163,8 Mio EUR (Q1-Q3 2021: 181,4 Mio EUR). Der Rückgang des operativen Ergebnisses sei insbesondere von den andauernden makroökonomischen Verwerfungen beeinflusst. Für Restrukturierungs- und Einmalaufwendungen fielen mit 45,7 Mio EUR weniger Aufwendungen an als noch im Vorjahr (Q1-Q3 2021: 56,5 Mio EUR). Das Ergebnis aus Unternehmensverkäufen belief sich auf 50,1 Mio EUR (Q1-Q3 2021: 37,6 Mio EUR), größtenteils zurückgehend auf den Verkaufserlös der AKAD University. Das EBITDA des Gesamtkonzerns stieg auf 182,3 Mio EUR gegenüber dem Vergleichszeitraum (Q1-Q3 2021: 175,6 Mio EUR).

NAV der Aurelius Aktie um 13% reduziert. Immer noch rund 50% über Kursniveau, aber Tendenz macht nachdenklich.

Zum 30.09.2022 lag der Net Asset Value (netto) bei 909,0 Mio EUR und somit unterhalb des Niveaus zum Ende des ersten Halbjahres (30.06.2022: 1.004,2 Mio). Dieser Wert drücke sowohl einen konservativen Bewertungsansatz als auch eine verringerte operative Leistung des Portfolios aus. Das derzeitige makroökonomische Umfeld, also konkret schlechtere Umsatz- und Ertragszahlen der Beteiligungen, belaste den Net Asset Value (netto). Deutlich gestiegene Energiekosten träfen auf eine begrenzt durchführbare Weitergabe der Preise an die Kunden, eine von Experten erwartete Rezession führe bereits zu Kaufzurückhaltung. Ähnliche Gründe nannte beispielsweise die INDUS bei ihrer Beteiligung S.M.A. als man die Reissleine zog und eine Komplettabschreibung vornehmen musste.

Offensichtlich läuft es bei den grossen Zu-Käufen, wie McKeesson’s GB-Geschäft, besser: Während sich der NAV-Wert für das Bestandsportfolio um 13 %  verringerte, stieg der Net Asset Value (netto) für die als Co-Investment getätigten Vermögensgegenstände um rund 45 %. Hiebei ist natürlich interessant, dass also bei den mehr oder weniger notleidend erworbenen Beteiligungen im Bestandsportfolio grössere Probleme auftreten, als bei den Sondersituationen, die zwar Gewinne erwirtschafteten, aber starken verbesserungsbedarf nach Aurelius Ansicht hatten, wie die im Co-Investment erworbenen McKesson Tochter oder Footasylum beispielsweise. Immerhin in einem vernünftigen Rahmen liegen die liquiden Mittel auf Konzernebene  zum 30.09.2022 mit 284,6 Mio EUR (31.12.2021: 444,0 Mio EUR).

Ausblick für Aurelius ungewohnt vorsichtig – kein Wort mehr von anstehenden Exits…

Für die kommenden Monate rechnet AURELIUS Equity Opportunities mit einem fortwährend angespannten Markt und entsprechenden Hemmnissen, aber auch Chancen für viele Industrien. Vor dem Hintergrund der beschwerlichen geopolitischen sowie ökonomischen Welt- und Marktlage ist zu erwarten, dass Preissteigerungen für Energie sowie Rohstoffe ebenso anhalten, wie auch Zinserhöhungen, Störungen der Lieferketten und ein Anstieg der Inflationsrate. Das AURELIUS Equity Opportunities-Portfolio sei damit aktuell einem höheren Risiko für eine Hemmung des Wachstums ausgesetzt. Das Konzernergebnis der AURELIUS Equity Opportunities werde konkret durch den in Summe gefallenen Beitrag des Portfolios zum Ergebnis des AURELIUS Konzerns beeinflusst.

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Mehr denn je setzen wir auf Wachsamkeit. Die belastende makroökonomische Situation wird das Transaktionsumfeld in den kommenden Monaten verstärkt dämpfen. Für unsere Unternehmen sind wir mit unseren operativen Spezialisten daher intensiv im Einsatz. Einen Handlungsdruck für weitere Transaktionen spüren wir derzeit nicht. Mit dem Verkauf von Briar Chemicals ist uns im Oktober zuletzt ein sehr erfolgreicher Exit gelungen. Generell halten wir bei der weiterhin angespannten Wirtschaftslage sowie den geopolitischen Spannungsfeldern eine verlässliche Einschätzung zur weiteren Entwicklung für schwierig. In der jetzigen Phase zählt sorgsames Beobachten und schnelle Handlungsfähigkeit, sollten sich entscheidende Parameter ändern“, so Matthias Täubl.

Nicht um jeden Preis zu verkaufen spricht eher für als gegen den Carveout-Spezialisten. Auf jeden Fall ist derzeit der Marktplatz der Unternehmensbeteiligungen ein Käufermarkt, was AURELIUS bereits mehrfach dieses Jahr nutzte. aber im Moment aber aus Vorsichtsgründen wohl erstmal „ruhiger angehen lässt“. Und während zuletzt die Übernahmemaschine „brummte“ – Milliarde EUR Umsatz in der Papierindustrie, scheint man nun erstmal abzuwarten.

Für die Aktionäre interessant – Wie „realistisch“ ist der NAV

Seit der Umstellung vom Brutto- auf den Netto-NAV in der Berichterstattung – mit der Bilanzen 2021 erfolgt – ist die Ermittlung dieser Zielgrösse transparenter geworden. Und möglicherweise gibt der letzte grössere Verkauf aus dem Aurelius Portfolio einen Eindruck dafür, wie belastbar der NAV ist, den AURELIUS quartalsweise mitteilt. Beim Verkauf der AKAD, die 2014 von AURELIUS übernommen wurde, erzielten die Münchener einen Verkaufserlös, der 52% ÜBER dem zuletzt zugrundegelegten NAV lag.

Spannend wäre die Frage wieviele der zuletzt als verkaufsfähig eingestuften Beteiligungen von der operativen Eintrübung betroffen sind und somit „noch was brauchen werden“

Und die „gereiften“ Beteiligungen standen zum 30.06.2022 für ein NAV von insgesamt rund 372,8 Mio EUR, was auf die Grössenordnung möglicher Exits hinwies. Wobei Täubl in seiner Präsentation zuletzt im Equity Forum in Frnakfurt relativ vage blieb, aber seinerzeit noch 2-3 bis Ende des Jahres für möglich hielt. Neben dem AKAD-Exit gab es dieses Jahr bisher noch zwei – kleinere – Exits auf Beteiligungsebene und zuletzt – nach dem Berichtszeitraum – der Exit bei Briar Chemicals.

Perspektiven aus Co-Investment-Struktur für die AURELIUS Aktie kommen hinzu

Dazu kommen die Möglichkeiten der aus den grösseren Übernahmen – Coinvestments mit dem AURELIUS-Fonds – von denen dieses Jahr bereits 6 Stück erfolgten. Und mit McKESSON war ein bis jetzt wenig profitabler Carve-Out mit 5 Mrd EUR Umsatz in Grossbritannien für 60 Mio „dabei“ – grosser Hebel zu günstigem Preis. Dazu auch von den amerikanischen McKESSON-Aktionären mit einem 4% Aktienkursanstieg gefeiert. Für den einen, Ende mit Schrecken, für AURELIUS gleichzeitig Chance. Genauso bei einem anderen Co-Investment: Footasylum wurde von JD Sports übernommen, die von den britischen Wettbewerbsbehörden den Erwerb untersagt bekamen und deshalb sich trennen „mussten“. Oder Sondersituation: Schmieden eines geplanten Branchenführers im Dentalbereich durch direkt mehrere Übernahmen – auch aus der Insolvenzmasse.

Aurelius Aktie könnte heute unter Druck geraten – falls Aktionäre durch die einsame Entscheidung des Aurelius-Managements keine für sich überzeugende Argumentation sehen sollten. Es kommt einem fast vor, als ob man auf einen oder vielleicht sogar mehr „Beteiligungsnotfälle“ vorbereiten. Auf jeden Fall hängt man die Erwartungen seit November ein gutes Stück tiefer. Unruhigere Zeiten voraus? Ob das gestrige Signal der Aktie der aurlius hilft, mag bezweifelt werden können…
Chart: AURELIUS Aktie. | Powered by GOYAX.de.

Charftbild Aurelius Aktie

 

Siemens Energy – das wär’s. 100% Wasserstoff-Turbinen im Test. Beibehaltung der bestehenden Infrastruktur – grösstenteils – wäre Gamechanger.
ABO Wind – kombiniert Windenergie mit Wasserstoffproduktion. Pilotprojekt mit Chancen auf viel mehr.

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