Heidelberg Pharma AG hat im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2026 sowohl operativ als auch finanziell wichtige Fortschritte erzielt. Nach der Restrukturierung Ende 2025 konnte das Biotechnologieunternehmen seine Kosten deutlich senken, die Umsätze steigern und gleichzeitig die Liquiditätsreichweite bis Mitte 2027 verlängern. Parallel dazu erreicht das klinische Kernprogramm mit dem Antikörper-Wirkstoff-Konjugat (ADC) pamlectabart tismanitin (HDP-101) einen wichtigen Meilenstein.
Phase-IIa-Studie mit HDP-101 planmäßig gestartet
Im Mittelpunkt der Unternehmensentwicklung steht weiterhin der Wirkstoffkandidat pamlectabart tismanitin (HDP-101) zur Behandlung des rezidivierten oder refraktären Multiplen Myeloms.
Im ersten Halbjahr wurde die komplette Phase-I-Dosiseskalation mit insgesamt zehn Patientenkohorten erfolgreich abgeschlossen. Auf Basis der Sicherheits-, Verträglichkeits- und Pharmakinetikdaten legte Heidelberg Pharma die empfohlene Dosierung für den anschließenden Phase-IIa-Studienteil fest.
Der nächste Entwicklungsschritt läuft bereits: Bislang wurden 16 Patienten mit der empfohlenen Dosierung behandelt, weitere Patienten befinden sich im Screening. Das Unternehmen plant, die Rekrutierung für die Studie noch im Laufe des zweiten Halbjahres 2026 abzuschließen.
Partnerprogramme liefern Meilensteine und Einnahmen
Auch die Partnerprogramme entwickelten sich positiv. Der Pharmakonzern Takeda startete die klinische Entwicklung seines auf der Amanitin-Technologie von Heidelberg Pharma basierenden ADCs und löste damit eine vertraglich vereinbarte Meilensteinzahlung aus.
Ebenfalls erhielt Heidelberg Pharma eine weitere Meilensteinzahlung vom chinesischen Partner Huadong, nachdem dort der erste Patient in einer Phase-I-Brückenstudie mit HDP-101 behandelt wurde. Die Studie soll die klinischen Daten für den chinesischen Markt ergänzen und bildet die Grundlage für spätere Phase-II-Programme.
Zusätzlich präsentierte Heidelberg Pharma auf der AACR-Konferenz präklinische Daten zum Prostatakrebs-Kandidaten HDP-103, der in Modellen eine überzeugende Antitumoraktivität sowie ein günstiges Sicherheitsprofil zeigte.
Finanzierung bis Mitte 2027 gesichert
Ein wesentlicher Erfolg gelang auch auf der Finanzierungsseite. Durch eine Anpassung der bestehenden Vereinbarung mit HealthCare Royalty und dem Einstieg von Soleus Capital erhielt Heidelberg Pharma eine Vorauszahlung von 20 Mio. US-Dollar.
Dabei wurden zukünftige Lizenzzahlungen aus dem diagnostischen Bildgebungsmittel TLX250-Px (Zircaix) teilweise monetarisiert. Zusammen mit den erhaltenen Meilensteinzahlungen verbessert dies die finanzielle Stabilität des Unternehmens erheblich.
Nach Angaben des Managements reicht die aktuelle Finanzierung nun bis Mitte 2027.
Umsatz steigt deutlich – Kosten sinken spürbar
Auch die Halbjahreszahlen spiegeln die erfolgreiche Restrukturierung wider.
Die Umsatzerlöse und sonstigen Erträge erhöhten sich gegenüber dem Vorjahr um 84 Prozent auf 9,2 Mio. Euro. Wesentlicher Treiber waren Lizenz- und Meilensteinzahlungen sowie Materiallieferungen an Entwicklungspartner.
Gleichzeitig reduzierte Heidelberg Pharma die betrieblichen Aufwendungen infolge des Restrukturierungsprogramms um 32 Prozent auf 12,3 Mio. Euro. Besonders deutlich gingen die Forschungs- und Entwicklungskosten zurück, nachdem das Unternehmen seine Forschungsorganisation verschlankt hatte.
Der Nettoverlust verringerte sich dadurch erheblich von 12,6 Mio. Euro auf 3,4 Mio. Euro.
Liquidität verbessert sich deutlich
Zum Ende des Berichtszeitraums verfügte Heidelberg Pharma über liquide Mittel von 24,9 Mio. Euro, nach 15 Mio. Euro zum Ende des vergangenen Geschäftsjahres.
Der positive Mittelzufluss resultierte sowohl aus den Finanzierungstransaktionen als auch aus den erhaltenen Meilensteinzahlungen. Das Unternehmen weist zwar weiterhin ein negatives Eigenkapital aus, die finanzielle Planungssicherheit hat sich jedoch deutlich verbessert.
Fokus bleibt auf klinischer Entwicklung
Für den weiteren Jahresverlauf konzentriert sich Heidelberg Pharma auf den Abschluss der Patientenrekrutierung für den Phase-IIa-Teil von HDP-101. Parallel treiben die Partnerprogramme die klinische Entwicklung in China sowie weitere Anwendungen der ATAC-Technologie voran.
Zusätzlich arbeitet Telix Pharmaceuticals an der erneuten Einreichung des Zulassungsantrags für TLX250-Px sowie an der Weiterentwicklung therapeutischer Programme.
Mit den erreichten klinischen Fortschritten, einer deutlich verbesserten Kostenstruktur und der bis Mitte 2027 gesicherten Finanzierung sieht sich Heidelberg Pharma gut aufgestellt, um die nächsten Entwicklungsschritte seiner ADC-Pipeline umzusetzen.











