
Rheinmetall-Aktie zuerst Highflyer seit Beginn des Ukraine-Kriegs, dann in den letzten Monaten mit Konsolidierung/Schwächephase. Und am Freitag dann die Kehrtwende nicht nur bei Rheinmetall, sondern bei „den“ deutschen Defensewerten? Gestern gab’s dazu eine Einordnung – heute geht’s ans Eingemachte.
Gründe für die Kursschwäche gab’s in den Augen der Bären genug: Produktpalette der Düsseldorfer sei von Gestern, es fehlten die „modernen“ Komponenten, wie KI-gesteuerte Kampfsysteme, Drohnen oder oder… Die Aktie sei total überbewertet. Investitionen seien zu hoch, die Fähigkeit die grossen Auftragsbestände profitabel abzuarbeiten müsse erst noch bewiesen werden. Gut dagegen können die Düsseldorfer am besten mit Zahlen antreten – und mit einem schier unglaublichen Orderbook. Woher kommt’s? Ein Blick in das Sondervermögen lässt klarer sehen, woher die Düsseldorfer ihre Aufträge bekommen – und es geht defintiv um die klasssichen Produkte, wie Panzer und Munition, aber auch um „Modernes“.
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Kommt vom 100 Mrd Sondervermögen überhaupt etwas bei Rheinmetall an?
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- Regulärer Wehretat (Einzelplan 14): 82,69 Milliarden Euro
- Zuschuss aus dem Sondervermögen: 25,51 Milliarden Euro
- Gesamtbudget für 2026:108,20 Milliarden Euro (Quelle: BMVg)
Rheinmetall Hauptprofiteur?
Aus den Mitteln des Sondervermögens und den massiv aufgestockten regulären Verteidigungsbudgets werden historisch große militärische Großprojekte finanziert. Rheinmetall ist hierbei einer der absoluten Hauptprofiteure und kalkuliert allein mit Aufträgen im Gesamtwert von 30 bis 40 Milliarden Euro direkt aus dem Sondervermögen. Die Verteilung auf die militärischen Teilstreitkräfte und Kernbereiche zeigt die enorme Bandbreite, die Rheinmetall abdecken kann:
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Großprojekte der Luftwaffe (Anteil am Sondervermögen: ~41 Mrd. Euro):
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F-35A Blitz II Tarnkappenjets: Deutschland beschafft 35 Jets für die nukleare Teilhabe. Rheinmetall baut dafür in Weeze (NRW) eine neue Fabrik für Mittelrumpfteile im globalen F-35-Netzwerk – ausgelegt für 400 F-35.
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Schwere Transporthubschrauber (CH-47F Chinook): Das 7-Milliarden-Euro-Projekt wird von Boeing gestemmt; Rheinmetall übernimmt hierbei wichtige Wartungs-, Trainings- und Logistikleistungen.
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Munition & Elektronik: Lieferung von Bordkanonen-Munition (wie FAP-Munition) und wehrtechnischen Elektronikkomponenten für den Eurofighter.
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Digitalisierung & Weltraum (Anteil: ~21 Mrd. Euro):
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Militärische Satellitenkonstellation (SATCOM Stufe 4): Aufbau eines orbitalen Netzwerks aus über 100 Kleinsatelliten. Rheinmetall baut hier über ein Joint Venture mit Iceye ein eigenes militärisches Radar-Satellitennetzwerk auf (Volumen: 2 bis 3 Milliarden Euro).
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D-LBO (Digitalisierung landbasierter Operationen): Umfassende digitale Vernetzung der Truppe, bei der Rheinmetall unter anderem das Gefechtsübungszentrum des Heeres (GÜZ) mit moderner 5G- und Software-Struktur ausrüstet.
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Großprojekte des Heeres (Anteil: ~17 Mrd. €):
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Schützenpanzer Puma & Nachfolge: Kontinuierliche Modernisierung und Nachrüstung in Kooperation mit KNDS.
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Militär-LKW: Ein historischer Rekordauftrag über bis zu 6.500 Logistikfahrzeuge im Wert von bis zu 3,5 Milliarden Euro.
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Infanterist der Zukunft (IdZ-ES): Hochwertige High-Tech-Kampfausrüstung für zehntausende Soldaten (Volumen über 1 Milliarde Euro).
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Das größte Querschnittsprojekt – Die Munitionsoffensive (~20 Mrd. €): Da die Bestände der Bundeswehr durch Abgaben an die Ukraine stark dezimiert wurden, läuft ein beispielloses Beschaffungsprogramm. Als absoluter Marktführer deckt Rheinmetall den Großteil des Bedarfs an Artillerie-, Panzer- und Flugabwehrmunition ab und fährt die Kapazitäten an Standorten wie Unterlüß massiv nach oben.
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Aktuell.
Die Rheinmetall-Aktie bewegte sich in den letzten Monaten durchgehen in der Nähe der 1.000-Euro-Marke, häufiger unterhalb der Marke. Am Freitag könnte mit dem Schlusskurs von 1.090,00 Euro diese Zone verlassen worden sein. Vielleicht. Damit liegt der Kurs zwar weiterhin deutlich unter dem 52-Wochen-Hoch von etwa 2.008,00 Euro, aber erste charttechnische Parameter schalten wieder auf grün – 50-Tage-Linie. Charttechnisch sehen Analysten die nächste Widerstandszone bei etwa 1.250 Euro, dem Scheitelpunkt der vorangegangenen Erholungsbewegung, sowie darüber im Bereich von 1.450 bis 1.500 Euro.

Chart: Rheinmetall AG | Powered by GOYAX.de
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