Exklusivinterview: NanoRepro treibt den Konzernumbau voran – Wimbledon-Siegerin Angelique Kerber wird Aktionärin

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Die NanoRepro AG (ISIN: DE0006577109) befindet sich mitten in einem grundlegenden Umbau. Aus dem früher vor allem für Schnelltests bekannten Unternehmen entsteht eine integrierte Consumer-Health-Plattform. Von rund 18 Mio. Euro im laufenden Jahr soll der Konzernumsatz organisch auf rund 28 Mio. Euro im Jahr 2028 und inklusive weiterer Akquisitionen auf rund 40 Mio. Euro im Jahr 2030 steigen.

Die NanoRepro AG (ISIN: DE0006577109) befindet sich mitten in einem grundlegenden Umbau. Aus dem früher vor allem für Schnelltests bekannten Unternehmen entsteht eine integrierte Consumer-Health-Plattform. Von rund 18 Mio. Euro im laufenden Jahr soll der Konzernumsatz organisch auf rund 28 Mio. Euro im Jahr 2028 und inklusive weiterer Akquisitionen auf rund 40 Mio. Euro im Jahr 2030 steigen.

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Und der Umbau nimmt Fahrt auf: Mit der Erhöhung des Stimmrechtsanteils an der Deutsche Kosmetikwerke AG (DKW/newkee) auf 50,24 Prozent kann künftig eine weitere wachstumsstarke Gesellschaft voll konsolidiert werden. Zugleich hat NanoRepro mit dem Tennisstar Angelique Kerber eine prominente Aktionärin neu an Bord. Seit dem 1. Oktober verstärkt zudem Mike Eckel den Vorstand und soll seine langjährige Erfahrung im Finanz- und Projektgeschäft in die nächste Wachstumsphase einbringen.

Grund genug für das Nebenwerte-Magazin bei CEO Lisa Jüngst und dem neuen Vorstandsmitglied Mike Eckel nachzufragen.

nwm: Frau Jüngst, als wir Sie 2021 zuletzt im Nebenwerte-Magazin interviewt haben, befand sich NanoRepro mitten im außergewöhnlichen Corona-Boom. Damals sagten Sie uns, dass Sie „keinerlei Zweifel“ hätten, auch ohne Corona erfolgreich weiterarbeiten zu können. Gut fünf Jahre später steht heute nicht mehr Corona, sondern der Aufbau einer Consumer-Health-Plattform im Mittelpunkt. Ist die NanoRepro, die wir heute sehen, das Unternehmen, das Ihnen schon damals für die Zeit nach Corona vorgeschwebt hat?

Lisa Jüngst: Die NanoRepro AG von heute kommt dem sehr nahe, was wir schon vor Corona vorhatten. Damals wollten wir uns mit Nahrungsergänzung und Schnelltests breiter aufstellen und verstärkt in bestehende Märkte gehen. Corona hat uns dafür die finanziellen Mittel an die Hand gegeben. Der Markt war kleinteilig und musste schnell bedient werden. Wir haben in dieser Zeit rund 150 Millionen Tests beschafft, verkauft und ausgeliefert und damit gezeigt, was unser Team leisten kann.

Dass das Geschäft mit Corona-Tests nach der Pandemie wieder zurückgehen würde, war keine Überraschung. Diesen Rückgang haben wir aufgefangen, indem wir uns auf unsere Beteiligungen und die jeweiligen Geschäftsfelder fokussiert haben. Der Weg dorthin war sicherlich länger und weniger geradlinig als wir es uns 2021 vorgestellt haben. Die größten Schritte waren die Mehrheitsbeteiligung an Paedi Protect im Herbst 2024, die wir vollständig aus eigenen Mitteln finanziert haben, und jetzt die Stimmrechtsmehrheit an der Deutschen Kosmetikwerke mit der Marke newkee. Zur Einordnung: Vor Corona lag unser Umsatz bei unter 2 Mio. Euro. Für 2026 erwarten wir rund 18 Mio. Euro, und zwar aus Hautpflege, Selbsttests und Nahrungsergänzung statt aus einem Sondereffekt.

nwm: Herr Eckel, Sie sind seit dem 1. Oktober neu im Vorstand und kommen aus dem Finanz- und Projektgeschäft. Gleichzeitig befindet sich NanoRepro in einer Phase, in der aus mehreren Beteiligungen ein operativ integrierter Konzern entstehen soll. Wo sehen Sie nach Ihren ersten Einblicken die größten finanziellen und organisatorischen Hebel?

Mike Eckel: Was ich bei NanoRepro vorfinde, sind starke Marken, die über Jahre weitgehend eigenständig gewachsen sind. Genau darin liegt jetzt das größte Potenzial. Mit Paedi Protect und nun auch der Deutschen Kosmetikwerke führen wir mehrere vollkonsolidierte Gesellschaften und dafür braucht es eine gemeinsame finanzielle Grundlage. Meine erste Priorität ist deshalb ein gruppenweites Reporting- und Controlling-System. Damit können wir Umsatz, Margen, Bestände und Liquidität aller Gesellschaften nach einheitlichen Maßstäben steuern.

Organisatorisch liegen die größten Chancen dort, wo heute noch parallele Strukturen bestehen: im Einkauf, in der Produktentwicklung, im Lager- und Bestandsmanagement sowie in der Verwaltung. Mit der Bündelung von Produktion und Einkauf im Hautpflegebereich bei Paedi Protect ist ein wichtiger Anfang gemacht. Meine Aufgabe sehe ich darin, die finanzielle Integration der Beteiligungen voranzutreiben und dies mit klaren Kennzahlen zu belegen. So stellen wir sicher, dass unser Wachstum nicht nur im Umsatz, sondern auch im Ergebnis ankommt.

nwm: Frau Jüngst, erstmals hat NanoRepro eine längerfristige Umsatz-Guidance veröffentlicht: rund 18 Mio Euro 2026, organisch rund 28 Mio Euro 2028 und schließlich rund 40 Mio Euro 2030 einschließlich weiterer Akquisitionen. Können Sie diese Ziele für unsere Leser etwas aufschlüsseln: Welche bestehenden Gesellschaften und Marken sollen den größten Beitrag zum organischen Wachstum bis 2028 leisten?

Lisa Jüngst: Wir haben eine starke Ausgangsbasis. Im ersten Halbjahr 2026 lag der vorläufige Konzernumsatz bei knapp 13 Mio Euro, nach pro forma rund 10,3 Mio Euro im Vorjahreszeitraum. Das entspricht einem Plus von rund 26 Prozent. Die Selbsttests unter ZuhauseTEST bleiben ein stabiles Fundament. Nachdem der Umsatz in diesem Bereich im vergangenen Jahr leicht rückläufig war, erwarten wir dort für 2026 ein deutliches Wachstum von 10 bis 15 Prozent. Zudem erweitert alphabiol unser Portfolio im Bereich Nahrungsergänzung.

Das organische Wachstum auf 28 Mio. Euro ist aus den Planungen der einzelnen Gesellschaften und konkreten operativen Maßnahmen abgeleitet. Den größten Beitrag zum Wachstum bis 2028 erwarten wir dabei aus der Hautpflege. Paedi Protect ist mit 11,7 Mio. Euro Umsatz im Jahr 2025 unsere größte Umsatzsäule und baut ihre Position weiter aus. Die Deutsche Kosmetikwerke mit ihrer Marke newkee hat das große Potenzial, wichtige Wachstumsimpulse für unsere Gruppe zu setzen. Mit der Vollkonsolidierung fließen die DKW-Umsätze ab Oktober vollständig in unsere Zahlen ein.

nwm: Sie sprechen die Vollkonsolidierung der Deutschen Kosmetikwerke AG (DKW) nach der Erhöhung des Stimmrechtsanteils auf 50,24 Prozent an. Für die zusätzlichen Anteile werden überwiegend eigene NanoRepro-Aktien eingesetzt, eine Kapitalerhöhung und damit eine Verwässerung der bestehenden Aktionäre wird vermieden. Wie passt die Deutsche Kosmetikwerke in Ihre Strategie?

Lisa Jüngst: Die DKW ist für uns keine neue Beteiligung. Paedi Protect hat die Deutsche Kosmetikwerke mitgegründet. Über unsere direkte Beteiligung und die über Paedi Protect indirekt gehaltenen Anteile hatten wir bereits Zugriff auf 43,72 Prozent der DKW-Stimmrechte. Diese Position haben wir jetzt zur Mehrheit ausgebaut.

Die Marke newkee passt in jeder Hinsicht zu unserem Ansatz: Sie ist in der Hautpflege und damit in einem großen, etablierten Markt unterwegs, hat eine starke Community aufgebaut und wächst dynamisch. Gleichzeitig profitiert sie unmittelbar von dem, was die Gruppe mitbringt: Produktion und Einkauf im Hautpflegebereich sind bei Paedi Protect gebündelt, dazu kommen gemeinsamer Vertrieb mit Zugang zum stationären Handel sowie Regulatorik und Qualitätsmanagement aus einer Hand. Für eine Marke dieser Größe wäre dies allein kaum darstellbar.

nwm: Warum haben Sie gerade jetzt auf eine Mehrheitsbeteiligung aufgestockt?

Lisa Jüngst: Der Zeitpunkt ergibt sich aus unserer Strategie. Wir wollen aus einzelnen Beteiligungen ein integriertes Unternehmen machen und das gelingt am besten, wenn wir auch die unternehmerische Verantwortung tragen. Mit Paedi Protect sind wir diesen Weg bereits 2024 gegangen, mit der Deutschen Kosmetikwerke folgt nun der nächste Schritt. Was wir in den vergangenen Jahren aufgebaut haben, wächst jetzt zusammen und nimmt weiter Form an. Dass wir dafür auf eigene Aktien aus einem früheren Rückkaufprogramm zurückgreifen konnten, war uns dabei wichtig. So bleibt unsere Liquidität für das operative Wachstum verfügbar.

nwm: Angelique Kerber hat sich für einen Umtausch ihrer DKW-Anteile in NanoRepro-Aktien entschieden. Wie wichtig war Ihnen dieser Schritt? Wird Ihnen der Tennisstar als Werbebotschafter erhalten bleiben?

Lisa Jüngst: Wir freuen uns, dass Angelique Kerber künftig als Aktionärin an der Entwicklung der NanoRepro-Gruppe beteiligt ist. Sie hat die Deutsche Kosmetikwerke AG mitgegründet und newkee von Anfang an begleitet. Diese Zusammenarbeit wird fortgesetzt: Bis einschließlich 2028 bleibt Angelique Kerber der Marke als Botschafterin erhalten; insbesondere über Social Media und Content-Formate.

Uns ist dabei wichtig, dass newkee von ihrer Bekanntheit profitiert, aber nicht von ihr abhängig ist. newkee gehört zu unseren stärksten Marken und ist jetzt an einem Punkt angekommen, an dem die Weichen für einen nachhaltigen Markenaufbau gestellt werden. Genau diese Phase begleitet Angelique Kerber und wird sie bis mindestens 2028 mitgestalten.

nwm: Der Tausch basiert auf einer Bewertung der DKW von rund 12 Mio. Euro. Wie sind Ihre Erwartungen an newkee, damit sich diese Transaktion aus Sicht der NanoRepro-Aktionäre auszahlen wird?

Mike Eckel: Die DKW hat ihren Umsatz von 1,9 Mio. Euro im Jahr 2024 auf 2,6 Mio. Euro im Jahr 2025 gesteigert, ein Plus von knapp 37 Prozent. Für 2026 erwarten wir ein weiteres dynamisches Wachstum. Die Bewertung von rund 12 Mio. Euro entspricht damit knapp dem Vierfachen des erwarteten Jahresumsatzes. Für eine Marke mit diesen Perspektiven innerhalb unserer Gruppe halte ich das für angemessen bis attraktiv.

Entscheidend für unsere Aktionärinnen und Aktionäre ist aber die Struktur. Wir haben rund 6,5 Prozent des Grundkapitals der DKW erworben und erhöhen damit unseren Stimmrechtsanteil von 43,72 Prozent auf 50,24 Prozent. Den überwiegenden Teil der Gegenleistung haben wir mit rund 263.000 eigenen Aktien aus einem früheren Rückkaufprogramm erbracht, lediglich ein kleinerer Teil erfolgte in bar. Unsere Liquidität wird also nur geringfügig belastet und es entsteht keine Verwässerung. Mit vergleichsweise geringem Einsatz erreichen wir so die Vollkonsolidierung einer unserer stärksten Marken. Auszahlen wird sich die Transaktion, wenn newkee den eingeschlagenen Wachstumskurs fortsetzt und die Synergien in Einkauf, Produktion und Vertrieb zunehmend in der Marge sichtbar werden. Genau das werden wir mit dem neuen Gruppen-Controlling eng verfolgen.

nwm: Kommen wir auf Ihre weitere M&A-Strategie zu sprechen: Wie viel der avisierten 40 Mio. Euro Umsatz für 2030 muss voraussichtlich durch Zukäufe hinzukommen? Welche Kriterien müssen neue Beteiligungen erfüllen?

Lisa Jüngst: Für den Schritt auf rund 40 Mio. Euro bis 2030 setzen wir auf zwei Hebel: Unsere Marken wachsen auch über 2028 hinaus weiter, und zusätzlich wollen wir die Gruppe durch gezielte Zukäufe ergänzen. Eine Aufteilung zwischen organischem Wachstum und Zukäufen legen wir bewusst nicht fest, denn wir wollen uns bei Akquisitionen nicht unter Zeitdruck setzen. Ein Zukauf muss zu uns passen, nicht zu einem Umsatzziel. Unsere Kriterien sind klar: Wir suchen Unternehmen und Marken im Consumer-Health-Bereich, die in etablierten Märkten aktiv sind und unmittelbar von der Gruppe profitieren, also von gemeinsamem Einkauf, Produktion, Regulatorik und Vertrieb. Sie sollten bereits nennenswerten Umsatz erzielen und eine klare Perspektive auf Profitabilität haben. Und das Management muss bereit sein, Teil einer integrierten Gruppe zu werden. Die Guidance ist dabei kein Wunschbild, sondern aus den Planungen der einzelnen Gesellschaften und konkreten operativen Maßnahmen abgeleitet.

nwm: Welche Renditeanforderungen stellen Sie an eine neue Beteiligung? Und würden Sie für eine größere Akquisition neben vorhandener Liquidität auch Fremdkapital oder neue Aktien einsetzen?

Mike Eckel: Bei der Rendite gilt ein einfacher Grundsatz: Eine Akquisition muss mittelfristig mehr Wert schaffen, als sie kostet, einschließlich der Aufwände für die Integration. Bei der Finanzierung schauen wir zuerst auf unsere vorhandenen Mittel. Mit der Kapitalerhöhung im Februar 2026 haben wir unsere Kapitalbasis gestärkt und zusätzliche finanzielle Flexibilität geschaffen. Hinzu kommen Strukturen, bei denen die bisherigen Eigentümer beteiligt bleiben und so am gemeinsamen Erfolg mitwirken. Das genehmigte Kapital, über das die Hauptversammlung im September entschieden hat, gibt uns einen Handlungsrahmen, ist aber kein Hinweis auf eine konkret geplante Maßnahme. Fremdkapital oder eine weitere Kapitalerhöhung kommen für uns nur infrage, wenn eine Transaktion für die bestehenden Aktionärinnen und Aktionäre klar wertsteigernd ist.

nwm: Anfang September haben Sie eine strategische Neuordnung der Beteiligung hyped about science GmbH gemeldet. Warum haben Sie sich vom Kaltplasma-Geschäft wieder getrennt?

Lisa Jüngst: Im Laufe der Zusammenarbeit haben sich unter den Gesellschaftern unterschiedliche Vorstellungen über die künftige Ausrichtung von hyped about science entwickelt. Wir haben uns deshalb auf eine klare Trennung verständigt: Die PHLAS-Aktivitäten führt unser ursprünglicher Technologiepartner terraplasma weiter und wir haben die Gesellschaft vollständig übernommen, einschließlich der Marke alphabiol.

Für NanoRepro ist das eine saubere Lösung. Rund 1 Mio. Euro verbleiben als Kapitalrücklage in der Gesellschaft, die jetzt zu 100 Prozent uns gehört. Einen Abschreibungsbedarf gibt es nicht. Zugleich entfällt die bisherige Kaufoption auf weitere Anteile, was uns zusätzlichen finanziellen Spielraum für unsere Kernmarken verschafft.

nwm: Wie geht es mit der Gesellschaft und der Marke alphabiol weiter?

Lisa Jüngst: Die hyped about science GmbH wird ihren Sitz nach Marburg verlegen und künftig als alphabiol GmbH firmieren. Nahrungsergänzung ist ein großer, etablierter Markt und passt gut zu unseren Selbsttests und zur Hautpflege. Mit der vollen unternehmerischen Verantwortung können wir alphabiol jetzt gezielt weiterentwickeln, gerade über die gemeinsamen Vertriebswege der Gruppe.

nwm: Für Aktionäre ist Umsatzwachstum allein noch keine Wertsteigerung. Bislang nennt NanoRepro für 2028 und 2030 konkrete Umsatzziele, aber keine vergleichbaren Ziele für EBITDA, EBIT oder Cashflow. Herr Eckel, ab wann können Anleger damit rechnen, dass NanoRepro neben Umsatz- auch konkrete Ergebnisziele kommuniziert?

Mike Eckel: Die Frage ist absolut berechtigt. Dass wir zunächst den Umsatz in den Mittelpunkt stellen, hat einen einfachen Grund: Die Gruppe befindet sich mitten in der Integration. Mit der Vollkonsolidierung der Deutschen Kosmetikwerke verändert sich unser Konsolidierungskreis und gleichzeitig fallen Aufwände für die Zusammenführung der Strukturen an. Eine Ergebnisprognose wäre in dieser Phase weniger belastbar als die Umsatzplanung.

Die Richtung ist aber klar. Mit der gemeinsamen Produktion im Hautpflegebereich und einer integrierten Vertriebsstruktur haben wir die Grundlagen bereits geschaffen. Diese Effekte sollen sich mit wachsendem Volumen zunehmend in der Marge niederschlagen. Etablierte Unternehmen im Consumer-Health-Markt zeigen, welche Profitabilität möglich ist, wenn starke Marken auf eine schlanke gemeinsame Struktur treffen. Dort wollen wir hin. Sobald das gruppenweite Controlling steht und die Integration so weit fortgeschritten ist, dass wir belastbare Aussagen treffen können, werden wir auch zum Ergebnis konkreter.

nwm: Der strategische Review sollte Synergien unter anderem bei Einkauf, Produktentwicklung, Marketing, Vertrieb, Lager- und Bestandsmanagement sowie in Verwaltung und Personal identifizieren und quantifizieren. Was ist davon inzwischen bereits in der Umsetzung?

Lisa Jüngst: Die ersten wichtigen Schritte sind gemacht. Produktion und Einkauf im Hautpflegebereich haben wir bei Paedi Protect gebündelt und davon profitiert newkee schon heute. Als einen der nächsten Schritte beabsichtigen wir die Planung eines gemeinsamen Logistik-Hubs. Mit der engeren Anbindung der Deutschen Kosmetikwerke kommen nun gemeinsamer Vertrieb mit Zugang zum stationären Handel sowie Regulatorik und Qualitätsmanagement aus einer Hand hinzu.

nwm: Und wo sehen Sie mittelfristig die größten Ergebnistreiber?

Mike Eckel: Die größten Ergebnistreiber sehen wir mittelfristig im Einkauf, wo Volumen über mehrere Marken bessere Konditionen bringt und im digitalen Marketing. Unsere Marken haben eigene, sehr aktive Communities aufgebaut. Gemeinsam genutzt, können wir darüber neue Produkte gezielter platzieren und Kunden zu geringeren Kosten gewinnen.

nwm: Blicken wir abschließend noch einmal auf Ihre Vision für das Jahr 2030: Was muss passieren, dass aus den geplanten rund 40 Mio. Euro Umsatz auch ein nachhaltig steigender Unternehmenswert für die Aktionäre entsteht?

Lisa Jüngst: Aus meiner Sicht kommt es auf drei Dinge an. Erstens müssen unsere Marken weiter wachsen und zwar profitabel. Zweitens muss die Integration gelingen, sodass die Gruppe am Ende mehr ist als die Summe ihrer Teile. Und drittens müssen wir bei Zukäufen diszipliniert bleiben und nur das erwerben, was wirklich zu uns passt. Gelingt uns das, ist NanoRepro 2030 ein Consumer-Health-Unternehmen mit mehreren starken Marken, einer schlanken gemeinsamen Struktur und einer Größe, die für einen breiteren Kreis von Investoren interessant ist. Auf diesem Weg wollen wir transparent berichten und uns an unseren Zielen messen lassen. Viele unserer Aktionärinnen und Aktionäre begleiten NanoRepro schon seit vielen Jahren, auch durch schwierige Phasen. Für dieses Vertrauen sind wir dankbar und wir wollen es mit einer nachvollziehbaren Entwicklung rechtfertigen.

nwm: Frau Jüngst, Herr Eckel, besten Dank für das Interview.
Lisa Jüngst ist seit 2006 bei der NanoRepro AG tätig und verantwortet als CEO die strategische und operative Führung des Unternehmens. Die Diplom-Betriebswirtin wurde im April 2013 in den Vorstand berufen. Lisa Jüngst, Vorstandsvorsitzende (CEO)

Lisa Jüngst ist seit 2006 bei der NanoRepro AG tätig und verantwortet als CEO die strategische und operative Führung des Unternehmens. Die Diplom-Betriebswirtin wurde im April 2013 in den Vorstand berufen. Zuvor war sie Marketingleiterin des Unternehmens. Unter ihrer Führung hat NanoRepro eine tiefgreifende Transformation durchlaufen, von der Restrukturierung des Kerngeschäfts über die erfolgreiche Positionierung während der Corona-Pandemie bis hin zum konsequenten Aufbau einer integrierten Consumer-Health-Plattform. Lisa Jüngst ist Mitgründerin der Paedi Protect AG und treibt heute als Architektin der Gruppenstruktur die strategische Weiterentwicklung der NanoRepro-Gruppe aktiv voran.

Mike Eckel ist zum 1. Oktober 2026 als Finanzvorstand in die NanoRepro AG eingetreten. Er bringt umfassende Expertise in den Bereichen Finance, Controlling und Unternehmenssteuerung mit und wird die finanzielle Steuerung der wachsenden Unternehmensgruppe auf eine neue Grundlage stellen.Mike Eckel, Finanzvorstand (CFO)

Mike Eckel ist zum 1. Oktober 2026 als Finanzvorstand in die NanoRepro AG eingetreten. Er bringt umfassende Expertise in den Bereichen Finance, Controlling und Unternehmenssteuerung mit und wird die finanzielle Steuerung der wachsenden Unternehmensgruppe auf eine neue Grundlage stellen. Als erfahrener CFO wird Mike Eckel insbesondere den Aufbau eines gruppenweiten Reporting- und Controlling-Systems verantworten sowie die finanzielle Integration der Beteiligungen an der Paedi Protect AG, der Deutschen Kosmetikwerke AG (newkee) und der hyped about science GmbH begleiten.

Kurzinfo zum Unternehmen

Die NanoRepro AG mit Sitz in Marburg an der Lahn ist ein börsennotiertes Unternehmen mit Fokus auf gesundheitlicher Vorsorge, Schnelldiagnostik sowie dem strategischen Ausbau komplementärer Geschäftsfelder im Gesundheits- und Lifestyle-Bereich. Als Hersteller von medizinischen Schnelltests für Endverbraucher und Fachanwender zählt die NanoRepro AG zu den Innovationsführern der Branche. Das Unternehmen verfügt über ein breites Portfolio von mehr als 25 Selbsttests, darunter verschiedene Corona-Tests, Schwangerschaftstests, Tests zur Magengesundheit, Fruchtbarkeits- und Allergietests sowie Anwendungen zur Darmkrebsvorsorge.
Neben dem Kerngeschäft stärkt die NanoRepro AG ihre Marktposition durch gezielte Beteiligungen an wachstumsstarken Unternehmen.

Seit Herbst 2024 hält das Unternehmen eine Mehrheitsbeteiligung an der Paedi Protect AG, einem Spezialisten für hochwertige, dermatologisch geprüfte Hautpflegeprodukte für Babys und Kinder mit natürlichen, gesundheitlich verträglichen Inhaltsstoffen. Zur Unternehmensgruppe gehört zudem die Beteiligung an der Deutsche Kosmetikwerke AG, die unter der Marke newkee innovative Hautpflegeprodukte anbietet. An dem Unternehmen ist auch der Fußballprofi Manuel Neuer beteiligt.
Ergänzend führt die NanoRepro AG in der hyped about science GmbH (zukünftig Alphabiol GmbH) unter der Marke alphabiol Komplementärprodukte und Nahrungsergänzungsmittel im Portfolio. Darüber strebt die NanoRepro AG eine Beteiligung an der FiberSense AG, einem Baseler Medizintechnikunternehmen, das kontinuierliche Glukosesensoren für den Consumer-Health-Markt entwickelt und im Juni 2026 die CE-Kennzeichnung für seinen Sensor erhalten hat, an.

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