Mutares schliesst offene Flanke. Lapeyre-Teilexit. Hilft’s beim Turnaround?

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Mutares platziert 2,5 Mio. Terranor-Aktien bei Investoren, erhöht den Streubesitz und bleibt mit 57 % Großaktionär. Teil-Exit mit klarer Kapitalmarkt-Strategie.

Mutares verkauft seine Beteiligungen eigentlich nach erfolgreicher Sanierung – und dann mit einem hohen Multiple auf das investierte Kapital. Die heutige Meldung deutet bei der umsatzstarken Beteiligung Lapeyre auf einen früheren Teil-Verkauf hin. Vielleicht mit der Perspektive mit der Restbeteiligung einen höheren Profit zu erzielen –

nach weiteren Verbesserungen. Das Lapeyre noch nicht „fertig“ oder „rund“ ist findet sich an prominenter Stelle auf der Homepage der Münchener. Unter der Rubrik Beteiligungen findet sich aktuell folgender Satz zu Lapeyre „Lapeyre nutzt seine fundamentalen Stärken, um sein Produktangebot und sein Netzwerk profitabel weiterzuentwickeln. Dank strategischer Investitionen in seine industriellen Werkzeuge, sein Vertriebsnetz und seine Unterstützungssysteme wird das Unternehmen voraussichtlich innerhalb der nächsten drei Jahre zu Rentabilität und Wachstum zurückkehren.“ (https://mutares.com/beteiligung/lapeyre-group/). Dafür hat man einen der Papierform nach guten Partner gefunden.

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Mutares findet Käufer für Lapeyre: Hauptanteil geht an italienisches Konsortium.

Die Mutares SE & Co. KGaA hat heute bekannt gegeben, ein unwiderrufliches Angebot zum Erwerb einer Kontrollbeteiligung an ihrem Portfoliounternehmen Lapeyre Group erhalten zu haben. Käufer ist ein Investmentvehikel, hinter dem eine Gruppe italienischer Unternehmer mit umfassender Branchenerfahrung im Bereich Home Improvement, Möbel und Einzelhandel steht – darunter auch Mitglieder der Eigentümerfamilie von Bricofer und Conforama Italia.

Für Mutares markiert dieser Schritt einen wichtigen Meilenstein: Das Unternehmen gibt zwar die Kontrollverantwortung ab, bleibt aber über eine Minderheitsbeteiligung weiterhin investiert, um den laufenden Turnaround des französischen Home-Improvement-Spezialisten zu begleiten – mit nur noch anteiligen Investitionen und wahrscheinlich mit dem Ziel, durch den zukünftigen Verkauf der Restbeteiligung mehr als bisher zu profitieren. Das Closing der Transaktion wird im vierten Quartal 2026 erwartet; es steht noch unter dem üblichen Vorbehalt der Konsultation der Arbeitnehmervertreter.

Lapeyre? Mit 450 Mio EUR Umsatz Schwergewicht bei Mutares.

Lapeyre mit Hauptsitz im französischen Courbevoie gehört zu den bekanntesten Marken im heimischen Markt für Renovierung und Innenausbau. Das Portfolio umfasst Fenster, Innen- und Außentüren, Treppen sowie Küchen- und Badezimmermöbel. Mit neun Produktionsstätten und über 115 Fachmärkten in ganz Frankreich betreibt das Unternehmen ein vertikal integriertes Modell von der Fertigung bis zum Vertrieb. Rund 2.000 Mitarbeitende erwirtschaften dabei einen Umsatz von etwa 475 Millionen Euro.

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Seit der Übernahme von Saint-Gobain im Jahr 2021 (klasssicher Carve-Out) treibt Mutares die Neuausrichtung des Unternehmens voran – unter anderem durch gezielte Investitionen in die industriellen Kapazitäten, das Vertriebsnetz und die interne Infrastruktur. Dass nun die Kontrollmehrheit abgegeben wird, zeigt, dass der Restrukturierungsprozess komplex ist und eine tiefgreifende industrielle Verankerung erfordert, die der neue Eigentümer mit seiner Expertise im Bereich Home Improvement gezielt ergänzen kann.

Für Mutares passt’s trotz wohl noch nicht erzeileten üblichen Multiples.

So kann man die Worte von Johannes Laumann, CIO von Mutares, verstehen: „Wir sehen in dieser Partnerschaft eine echte industrielle Logik mit der Möglichkeit, die Erfahrung und die Branchenkontakte der Gesellschafter des Käufers in Italien zu nutzen – von der Beschaffung bis zur Produktentwicklung. Wir sind überzeugt, dass der Käufer gut aufgestellt ist, um Lapeyre in der nächsten Entwicklungsphase zu unterstützen. Indem wir gemeinsam mit unserem Partner investiert bleiben, unterstützen wir den Käufer bei der Transformation und der langfristigen Wertschaffung von Lapeyre, um eine ordnungsgemäße Übergabe des Geschäfts letztlich an den Käufer sicherzustellen. Darüber hinaus markiert die Transaktion einen weiteren Meilenstein in der Strategie von Mutares, den Portfoliofokus auf die Sektoren Chemicals, Energy, Infrastructure, Logistics und Services zu schärfen.“

Zusammengefasst: Eine nicht in die neue Strategie passende Beteiligung wird abgegeben, Kapazität wird frei und die „noch nciht rund laufende“ Lapeyre bekommt professionelle Unterstützung.

Was bedeutet die Transaktion für Mutares?

Auf der positiven Seite gelingt Mutares der Schritt, sich aus der alleinigen Kontrollverantwortung für ein anspruchsvolles Mandat zu lösen und gleichzeitig das Risiko zu streuen. Die beibehaltene Minderheitsbeteiligung bietet zudem die Chance, von einem erfolgreichen künftigen Verlauf zu profitieren. Durch den Einstieg des italienischen Konsortiums erhält Lapeyre zudem strategische Partner, die wertvolle Synergien in Beschaffung und Logistik einbringen können.

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Auf der anderen Seite bleibt ein Restrisiko bestehen, da Mutares über die Minderheitenposition weiterhin im Boot engagiert ist. Ob die Transaktion am Ende einen positiven Ergebnisbeitrag liefert oder ob im Zuge des Verkaufs Abschreibungen notwendig werden, hängt von den genauen Konditionen ab, die im Detail wohl erst mit dem finalen Closing transparent werden – oder viel später.

Mit dem Verkauf der Kontrollmehrheit an Lapeyre ordnet Mutares sein Portfolio weiter strategisch neu. Während der französische Spezialist durch das erfahrene italienische Konsortium frische Impulse für den laufenden Turnaround erhält, richtet Mutares den Blick verstärkt auf die Weiterentwicklung und Schärfung seines Gesamtportfolios. Für Aktionäre wird entscheidend sein, wie sich der Abschluss im vierten Quartal auf die Bilanz auswirkt und ob die verbleibende Minderheitsbeteiligung langfristig Wert heben kann. Ein Risiko weniger in der Bilanz, mehr Managementkapazität für die erklärten Zukunftsfelder – und eine „Besserunsgoption“ behalten. Sieht nach einem Plan aus.
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