
Mutares: Steinmüller als nächste Plattform – und warum der NEM-Exit die Messlatte setzt. Während der gestrige Zukauf kaum Interesse am Markt geweckt zu haben scheint. Und die Aktie seit Tagen/Wochen einen kurzfristigen Abwärtstrend herausbildet, sollte man zwischen den Zeilen lesen.
Wenn der CIO Johannes Laumann den gestrigen Zukauf richtig einschätzt und wirklich damit die Basis für einen zweiten Exit ala NEM Energy gelegt worden ist, dann müsste die Aktie eigentlich – die Zukunft handelnd – mehr Lebenszeichen zeigen. Aber derzeit scheint der Markt eher die immer noch bestehende Automotive-Lastigkeit, die Zweifel an der „Verdaulichkeit“ des SABIC-Deals zu sehen, als die weitere Rückführung der Anleihe um 25 Mio Euro, wie vor wenigen Tagen angekündigt, die Reduzierung des Automotive-Sektors im Portfolio und den heutigen Startpunkt für einen neuen Exit.
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Mit der Übernahme der Steinmüller Engineering GmbH von der IHI Group setzt Mutares seinen strategischen Kurs im Bereich Energiewende und industrielle Dekarbonisierung konsequent fort. Für Anleger besonders spannend: Der CIO des Unternehmens selbst zieht eine direkte Linie zu einem der erfolgreichsten Exits der jüngeren Unternehmensgeschichte – dem Verkauf der NEM Energy Group.
Zuerst einmal zur aktuellen Übernahme: Steinmüller als neues Plattforminvestment . Mutares hat eine Vereinbarung zum Erwerb der traditionsreichen Steinmüller Engineering GmbH von der japanischen IHI Corporation unterzeichnet. Das Unternehmen mit Wurzeln bis 1874 beschäftigt rund 170 Mitarbeitende am Hauptsitz Gummersbach und erzielte zuletzt einen Umsatz von knapp 100 Millionen Euro. Steinmüller entwickelt Lösungen der thermischen Verfahrenstechnik für Energie- und Industriesektoren und hat über 1.300 Projekte für mehr als 500 Kunden in 80 Ländern realisiert. Das Closing wird für das vierte Quartal 2026 erwartet . Die Akquisition ist als neues Plattforminvestment im Bereich Energiewende und industrielle Dekarbonisierung positioniert – ein Markt, der laut Mutares von „starkem, regulatorisch getriebenem Wachstum“ profitiert. Mit fundiertem Engineering-Know-how und einem Portfolio europäischer Patente verfüge Steinmüller über „deutliches Entwicklungs- und Wertsteigerungspotenzial“ .
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Die zentrale Aussage von CIO Laumann – und ihre Bedeutung.
Und jetzt wird’s spannend: Johannes Laumann, CIO von Mutares, kommentierte die Übernahme mit einem bemerkenswerten Satz: „Gemeinsam mit unserem Portfoliounternehmen Sofinter Group sehen wir erhebliche Synergien in diesem schnell wachsenden Markt für Dekarbonisierung. Zusammen haben die beiden Plattformen das Potenzial, eine führende Marktposition aufzubauen und einen ähnlichen Wertsteigerungspfad wie bei der NEM Energy Group einzuschlagen.“ Diese Formulierung ist von erheblicher Bedeutung. Laumann verweist damit auf einen konkreten, erfolgreich abgeschlossenen Exit-Prozess und stellt ihn als Referenzmaßstab für die Erwartungen an Steinmüller dar. Die Botschaft an den Markt: Was bei NEM Energy funktioniert hat, soll bei Steinmüller wiederholt werden.
Der NEM-Exit als Referenz: Laumanns damalige Aussage.
Um die Tragweite des CIO-Zitats zu verstehen, lohnt der Rückblick auf den NEM-Verkauf. Am 9. September 2026 schloss Mutares den Verkauf der NEM Energy Group an Hyundai Heavy Industries Power Systems ab. Laumann kommentierte damals: „NEM ist das perfekte Beispiel für unsere Stärke, Unternehmen mit Potenzial zu identifizieren und sie in leistungsstarke Stand-alone-Plattformen zu verwandeln. Mit HPS hat die NEM Energy Group den bestmöglichen Partner für ihr künftiges Wachstum gefunden.“ Die Parallelen zur heutigen Steinmüller-Kommunikation sind unübersehbar: Beide Unternehmen stammen aus dem Energiesektor, beide wurden von großen Industriekonzernen erworben (NEM von Siemens Energy, Steinmüller von IHI), und beide werden als „Plattformen“ mit Entwicklungspotenzial beschrieben. Der wesentliche Unterschied: NEM ist der bereits realisierte Beweis, dass dieses Modell funktioniert.
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Die spannende Frage: Wie hoch ist the NEM-Erlös wirklich?
In den offiziellen Pressemitteilungen betonen Mutares und HPS übereinstimmend, dass „über den Kaufpreis und weitere Vertragsdetails Stillschweigen vereinbart wurde“ . Diese offizielle Zurückhaltung hat in Finanzkreisen erwartungsgemäß eine lebhafte Spekulation ausgelöst. Die Quelle für die 100-Millionen-Euro-Größenordnung: Die Redaktion von Stock-World berichtete am 22. August 2026 – also vor dem offiziellen Closing im September –, dass der geplante NEM-Verkauf Mutares einen Ergebnisbeitrag von „mehr als 100 Millionen Euro“ bescheren soll.
Diese Zahl scheint aus mehreren Gründen plausibel: Mutares selbst bezeichnete den Exit als „bedeutenden Beitrag zur Guidance für das laufende Geschäftsjahr“ . Die Holding-Gewinnprognose für 2026 liegt bei 165 bis 200 Millionen Euro. Ein einzelner Exit, der einen erheblichen Teil dieser Spanne abdeckt, muss sich im dreistelligen Millionenbereich bewegen, um diese Formulierung zu rechtfertigen. Unsere Überlegungen dazu: Die Spekulation um die 100 Millionen Euro ist ausgesprochen spannend, weil sie Rückschlüsse auf die Rendite des Mutares-Modells zulässt.
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NEM wurde Ende 2022 von Siemens Energy übernommen – ein klassischer Carve-out in einer Umbruchsituation. In weniger als vier Jahren wurde das Unternehmen operativ saniert, als eigenständige Plattform positioniert und mit einem signifikanten Auftragsbestand an einen strategischen Käufer veräußert. Wenn der Nettoerlös tatsächlich in der Größenordnung von 100 Millionen Euro liegt, wäre dies eine eindrucksvolle Bestätigung der Wertschöpfungskompetenz – zumal es sich um einen Carve-out handelte, bei dem zunächst erhebliche Integrations- und Restrukturierungsarbeit zu leisten war.
Die Transaktion spiegelt das aktuelle, von Sondereffekten und Portfoliobereinigungen geprägte Marktumfeld wider. Große Industrie- und Energiekonzerne wie Siemens Energy oder IHI trennen sich im Zuge ihrer Fokussierung zunehmend von Randaktivitäten. Genau hier setzt Mutares an. Zusätzliches Gewicht erhält die Strategie durch die bereits 2023 übernommene Sofinter Group. Und wohl laut Laumann ein perfect-fit. Jedenfalls auch ein im Umwelt- und Energiesektor agierendes Portfoliounternehmen von Mutares. Und nun als starker Synergiepartner für Steinmüller positioniert – so der Plan.
Für Anleger, die auf die Wiederholbarkeit des Mutares-Modells setzen, liefert der Steinmüller-Takeover ein starkes Signal. Das Management traut Steinmüller zu, einen ähnlichen Weg wie NEM zu gehen. Ob die Spekulationen um den dreistelligen Millionenbeitrag letztlich aufgehen und sich die erwarteten Verbundeffekte mit Sofinter materialisieren, wird sich an den kommenden Bilanzzahlen zeigen. Und die Messlatte für künftige Exits liegt nach dem NEM-Verkauf jedenfalls hoch.














