Oracle gegen SAP: Ein grosser Unterschied – Was StockBuddy aus zwei Auftragsbeständen macht.

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KI-generiertes Bild. SAP und Oracle sprechen unterschiedliche Sprachen – Stockbuddy hilft.

SAP Oracle – Softwareaktien Auslaufmodell? In der Nacht zum Freitag, kurz nach dem Handelsschluss in New York, hat Oracle die Zahlen für das erste Quartal seines Geschäftsjahres 2027 vorgelegt. Für einen amerikanischen Softwarekonzern ist das ein gewöhnlicher Termin. Für deutsche Anleger war es einer der aufschlussreichsten des Monats — allerdings nicht nur wegen Oracle.

Wichtig für die Märkte: Oracle konnte die Erwartungen entspannt erfüllen, was möglicherweise den Blick auf die Perspektiven aller Softwarefirmen, sofern sie KI als integrativen Pluspunkt betrachten, aufhellen sollte. Das hat man seit Gestern Abend 22:00 Uhr bereits gelesen. Hier soll es in die Teife gehen – und gleichzeitig zeigen wovon Denn seit einem Jahr wird an der Börse eine Kennzahl gehandelt, die beide Unternehmen führen: der Auftragsbestand. Oracle weist ihn in einer Größenordnung aus, die SAP wie einen Regionalanbieter aussehen lässt. Wer beide Zahlen nebeneinanderstellt, zieht daraus fast zwangsläufig den falschen Schluss.

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Was Oracle vorgelegt hat. Erstmal die Essentials.

Das Quartal endete am 31. August 2026, und es fiel deutlich besser aus als erwartet. Der Umsatz stieg um 30 Prozent auf 19,3 Milliarden Dollar, das bereinigte Ergebnis je Aktie um 30 Prozent auf 1,92 Dollar — der Analystenkonsens hatte zwischen 1,72 und 1,76 Dollar gelegen.

Umsatz 19,3 Mrd. USD (+30 %) · Cloud 11,6 Mrd. USD (+62 %)
Cloud-Infrastruktur 7,4 Mrd. USD (+121 %) · Cloud-Anwendungen 4,2 Mrd. USD (+10 %)
Ergebnis je Aktie: GAAP 1,56 USD (+55 %) · bereinigt 1,92 USD (+30 %)
Auftragsbestand (RPO) 664 Mrd. USD — ein Zuwachs von 209 Mrd. USD binnen eines Jahres
Operativer Cashflow 23,1 Mrd. USD (+184 %) · Investitionen 28,5 Mrd. USD (Vorjahr 8,5 Mrd.)
Prognose GJ2027: mindestens 90 Mrd. USD Umsatz, bereinigtes Ergebnis je Aktie 8,10 USD

Getragen wird das alles vom Infrastrukturgeschäft. 850 Megawatt zusätzliche Rechenzentrumsleistung wurden im Quartal in Betrieb genommen, über 300.000 Grafikprozessoren ausgeliefert, mehr als 30 Milliarden Dollar an neuen KI-Cloud-Verträgen abgeschlossen. Das Anwendungsgeschäft, also das klassische Oracle, wuchs im selben Zeitraum um zehn Prozent.

Und was der Auftragsbestand kostet – was Oracle anders macht als SAP…

Die zweite Zahlengruppe wird deutlich seltener zitiert. Den 23,1 Milliarden Dollar operativem Cashflow standen 28,5 Milliarden Dollar an Investitionen gegenüber — mehr als das Dreifache des Vorjahreswerts von 8,5 Milliarden. Unter dem Strich blieb ein freier Cashflow von minus 5,4 Milliarden Dollar. Im gesamten vorangegangenen Geschäftsjahr waren es minus 23,7 Milliarden gewesen.

Hinzu kommt, dass ein erheblicher Teil des operativen Cashflows aus Kundenvorauszahlungen stammt, die wirtschaftlich Finanzierungscharakter haben. Die ausstehenden Verbindlichkeiten liegen bei rund 125 Milliarden Dollar; eine Aktienplatzierung über mehr als 20 Milliarden Dollar wurde im Quartal abgeschlossen. Der Investitionsrahmen für das laufende Geschäftsjahr bleibt bei netto rund 70 Milliarden Dollar.

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Das ist kein Widerspruch, sondern die Mechanik des Geschäfts: Rechenzentren müssen gebaut sein, bevor sie Umsatz erzeugen. Der Auftragsbestand von 664 Milliarden Dollar ist nicht gespart worden — er ist gekauft worden, auf Kredit. Der Markt liest beide Seiten: Im regulären Handel des 10. September verlor die Aktie 5,4 Prozent, nachbörslich drehte sie ins Plus und notierte gegen 16:30 Uhr New Yorker Zeit rund 6,3 Prozent höher bei 162,50 Dollar — also praktisch auf dem Schlusskurs des Vortags.

Und jetzt der Blick nach Walldorf.

SAP führt dieselbe Art von Kennzahl. Im zweiten Quartal 2026 meldete der Konzern einen Current Cloud Backlog von 22,9 Milliarden Euro, ein Plus von 27 Prozent beziehungsweise 26 Prozent währungsbereinigt. Der Cloud-Umsatz wuchs um 22 Prozent, währungsbereinigt um 24 Prozent; die Cloud-ERP-Suite als Kerngeschäft legte um 25 beziehungsweise 27 Prozent zu.

SAP Q2 2026 — Umsatz 9,878 Mrd. Euro (+9 %, währungsbereinigt +11 %)
Betriebsergebnis IFRS 2,643 Mrd. Euro (+8 %) · Non-IFRS 2,743 Mrd. Euro (+7 %)
Ergebnis je Aktie IFRS 1,89 Euro (+30 %) · Non-IFRS 1,59 Euro (+6 %)
Freier Cashflow 3,002 Mrd. Euro (+27 %)
Prognose 2026: Cloud-Umsatz 25,8–26,2 Mrd. Euro · freier Cashflow rund 10 Mrd. Euro

664 Milliarden gegen 22,9 Milliarden: Das Verhältnis beträgt rund 29 zu 1. Ein Anleger, der beide Zahlen als „Auftragsbestand“ liest, kommt zu dem Schluss, dass SAP im Cloud-Geschäft keine Rolle mehr spielt. Aber der Schluss ist falsch — und zwar nicht ein bisschen, sondern grundsätzlich.

Dieselbe Vokabel, zwei verschiedene Zahlen. SAP vs. Oracle.

Oracles RPO umfasst sämtliche vertraglich zugesagten Leistungen über die gesamte Vertragslaufzeit. Bei mehrjährigen Verträgen über KI-Rechenkapazität sind das Zusagen, die sich über viele Jahre erstrecken und auf eine überschaubare Zahl von Großkunden konzentrieren. Und SAPs Current Cloud Backlog ist ausdrücklich anders definiert: Er enthält nur die vertraglich gesicherten Cloud-Erlöse der kommenden zwölf Monate. Alles, was danach liegt, steht dort nicht drin — obwohl es vertraglich ebenso zugesagt ist. Das Wort „current“ im Namen der Kennzahl ist keine Verzierung, sondern ihre Definition.

Die 22,9 Milliarden Euro sind damit ein Jahreswert, die 664 Milliarden Dollar ein Mehrjahreswert. Beide Zahlen tragen im Deutschen dasselbe Etikett und messen nicht dasselbe. Das Verhältnis von 29 zu 1 ist kein Größenverhältnis, sondern zu einem erheblichen Teil ein Definitionsunterschied.

Der zweite Unterschied: Was das Wachstum kostet.

Aufschlussreicher als die absolute Höhe ist ohnehin, was daneben in der Kapitalflussrechnung steht. Oracle baute den Auftragsbestand weiter aus und verbrannte im selben Quartal 5,4 Milliarden Dollar an freiem Cashflow. SAP steigerte den Backlog um 27 Prozent und erwirtschaftete allein im zweiten Quartal 3,0 Milliarden Euro freien Cashflow, ein Plus von ebenfalls 27 Prozent; für das Gesamtjahr werden rund 10 Milliarden Euro erwartet.

Wachstum, das Geld kostet, gegen Wachstum, das Geld abwirft. Beides sind legitime Strategien, und Oracles Wette kann aufgehen — der Bau von Rechenkapazität vor der Nachfrage hat in der Geschichte der Branche schon mehrfach funktioniert. Aber es sind zwei völlig verschiedene Risikoprofile, und der Anleger bezahlt in beiden Fällen ein anderes Risiko.

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Der Markt honoriert derzeit weder das eine noch das andere besonders. SAP notierte am 9. September bei 184,42 Euro, etwa 24 Prozent unter dem Oktoberhoch von 242 Euro und seit Jahresbeginn im Minus. Bei einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 26 und einer erwarteten Ergebnisentwicklung von 7,00 Euro je Aktie in diesem auf 8,05 Euro im kommenden Jahr ist das eine Bewertung, die Wachstum voraussetzt, aber keine Ausnahmeentwicklung mehr einpreist.

Warum keine Filtermaske diese Frage beantwortet.

Genau hier liegt die Grenze klassischer Aktienscreener. Ein Filter kennt beide Kennzahlen, findet für beide ein Feld und stellt sie nebeneinander. Was er nicht kennt, ist die Definitionsgrenze dazwischen. Wer die Frage „Welches Softwarehaus hat den größeren Auftragsbestand?“ in eine Filtermaske eingibt, bekommt eine Antwort — nur eben eine, die auf einem Kategorienfehler beruht. Die Frage, die tatsächlich weiterhilft, lautet anders: Wie verhält sich der Auftragsbestand jeweils zum Jahresumsatz, über welchen Zeitraum verteilt er sich, auf wie viele Kunden, und was hat er in der Kapitalflussrechnung gekostet? Das ist keine Filterabfrage. Das ist ein Gespräch.

Aus dieser Beobachtung ist StockBuddy entstanden. Hinter der Anwendung steht die CONEXIO GmbH in Kleve. Und die Redakteure des www.nebenwerte-magazin.com haben bei aktienspezifischen Fragen die Entwickler begleitet. Jetzt zum Thema zurück: An die Stelle von Listen und Formularen tritt ein Dialog: Frei formulierte Fragen zu Märkten, Branchen, Themen oder einzelnen Titeln werden im Gespräch beantwortet — mit Grafiken und Erläuterungen statt reiner Zahlenlisten. Die Anlageabsichten, also Risikobereitschaft, Anlagehorizont, Dividenden- oder Wachstumsorientierung und Branchenschwerpunkt, leitet das System aus dem Gesprächsverlauf ab oder übernimmt sie aus den Angaben des Nutzers. Bewertet wird jeder Titel dabei nicht absolut, sondern gemessen am jeweiligen Vergleichsuniversum — SAP also an Unternehmen mit vergleichbarem Geschäftsmodell, nicht an einem Konzern, der eine anders definierte Kennzahl meldet.

Die vier Punkte, nachgehalten. Oracle und SAP – Äpfel mit Birnen?

  • Der Auftragsbestand: Er stieg auf 664 Milliarden Dollar. Bemerkenswert ist weniger die Höhe als das Tempo — gegenüber dem Vorquartal mit 638 Milliarden sind es rund vier Prozent, gegenüber dem Vorjahr 46 Prozent nach zuvor 363 Prozent. Die Ausnahmedynamik des vergangenen Jahres hat sich normalisiert.
  • Umsatz und Ergebnis: Beide übertrafen die Erwartungen deutlich, 19,3 Milliarden Dollar und 1,92 Dollar je Aktie gegenüber einem Konsens von 1,72 bis 1,76 Dollar. Die Jahresprognose wurde auf mindestens 90 Milliarden Dollar Umsatz und 8,10 Dollar bereinigtes Ergebnis je Aktie angehoben.
  • Freier Cashflow und Investitionen: Der Ausgabenpfad wurde steiler, nicht flacher. 28,5 Milliarden Dollar Investitionen in einem einzigen Quartal stehen 8,5 Milliarden im Vorjahresquartal gegenüber; der freie Cashflow lag bei minus 5,4 Milliarden Dollar.
  • Kundenkonzentration: Sie hat sich erhöht. Ein einzelner mehrjähriger Vertrag im Umfeld des Stargate-Projekts soll ab dem Geschäftsjahr 2028 rund 30 Milliarden Dollar Jahresumsatz beisteuern. Ein Auftragsbestand ist nur so belastbar wie die Gegenpartei, die ihn erfüllen muss.

Damit ist die Ausgangsfrage dieses Beitrags nicht kleiner geworden, sondern größer. Ein Auftragsbestand, der langsamer wächst, während die Investitionen schneller wachsen, ist etwas anderes als ein Auftragsbestand, der aus laufenden Abonnements gespeist wird. Beide heißen gleich. Im zweiten Teil dieser Serie geht es darum, was passiert, wenn zwei Anleger dieselbe Aktie ansehen und zu gegensätzlichen, aber gleichermaßen richtigen Urteilen kommen.

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ÜBER STOCKBUDDY

StockBuddy ist eine KI-gestützte Finanzanalyse-App für private Anleger. An die Stelle von Listen und Formularen tritt ein Dialog: Frei formulierte Fragen zu Märkten, Branchen, Themen oder einzelnen Titeln werden im Gespräch beantwortet – mit Grafiken und Erläuterungen statt reiner Zahlenlisten. Die Anlageabsichten – Risikobereitschaft, Anlagehorizont, Dividenden- oder Wachstumsorientierung, Branchenschwerpunkt – leitet das System aus dem Gesprächsverlauf ab oder übernimmt sie aus den Angaben des Nutzers. Auf dieser Grundlage bewertet der eigens entwickelte StockBuddy-Score (SBS) jede relevante Aktie: Rund 40 Kennzahlen auf Basis von lizenzierten Kurs-, Fundamental- und Nachrichtendaten fließen gewichtet in eine vergleichbare Einschätzung ein, gemessen am jeweiligen Vergleichsuniversum. Titel lassen sich in einem persönlichen Musterdepot und auf einer Watchlist führen, ergänzt um Depotanalyse, Branchenverteilung und Performanceverlauf.

Anders als die Musterdepots vieler Online-Broker rechnet das StockBuddy-Musterdepot dabei auch Dividenden und Kapitalmaßnahmen mit: Aktiensplit, Aktiendividende, Übernahme gegen Barzahlung, Liquidation, Delisting und Squeeze-out. Daneben führt StockBuddy ein eigenes Musterdepot, das konsequent nach den Signalen der App bewegt wird und als Vergleichsmaßstab für das eigene Depot dient. Ändert sich die Einschätzung eines Titels oder gibt der Kursverlauf ein Signal – etwa ein deutliches Abrutschen unter den zuletzt erreichten Höchststand –, meldet sich die App aktiv: per E-Mail oder Push-Nachricht. Die Frequenz gibt der Nutzer selbst vor; regelmäßige Zusammenfassungen sind wahlweise täglich oder wöchentlich einstellbar. Hinzu kommen vollständige Stammdaten je Aktie sowie aktuelle und historische Nachrichten. Die Analyse liefert die App – die Anlageentscheidung trifft der Nutzer.

ÜBER DIE CONEXIO GMBH

Die CONEXIO GmbH mit Sitz in Kleve am Niederrhein entwickelt und betreibt digitale Anwendungen für private Kapitalanleger. Mit StockBuddy stellt das Unternehmen eine KI-gestützte Analyseanwendung bereit, die Anleger bei der Identifikation und Bewertung von Anlagemöglichkeiten unterstützt. Die Gesellschaft ist im Handelsregister des Amtsgerichts Kleve unter HRB 13131 eingetragen und wird von Geschäftsführer Peter Bröckerhoff geleitet. Die CONEXIO GmbH ist als vertraglich gebundener Vermittler der Revesta GmbH in der Anlagevermittlung von Finanzinstrumenten tätig.

PRESSEKONTAKT

CONEXIO GmbH · Daniel Ollmann, Pressesprecher
Hoffmannallee 55, 47533 Kleve
Telefon +49 (0) 2821 78694-0 · E-Mail info@conexio-gmbh.de · www.conexio-gmbh.de

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