
Smartbroker – Aktie mit chancenreicher Unterbewertung eines Neueinsteigers im Brokeragegeschäf? Der Gründer, Hauptaktionär und CEO der Smartbroker-Gruppe, Andre Kolbinger, versuchte den Stand der unternehmerischen Entwicklung des Smartbrokers als Konkurrenzprodukt zu den klassischen Onlinebanken, aber auch Neobrokern,
darzustellen. Nicht Thema war die derzeitige Cash-Cow der Gruppe, die 4 Finanzseiten. Spannend wurde es, als es um schwächelnde Neukundenzahlen, Payment-for-Orderflow, Altersvorsorgevermögen und Wachstumsaussichten des Smartbrokers ging. Sahne am Ende war ein Hinweis zum laufenden Prozess mit der DAB. Also Vorhang auf für
Smartbroker-CEO Kolbinger auf der Frankfurter Herbstkonferenz.
„Zwischen Wachstumsklimmzügen und der Option Altersvorsorge“ – Auf der Frankfurter Herbstkonferenz der Deutschen Börse AG zeigte sich heute André Kolbinger, CEO der Smartbroker Holding AG, gewohnt optimistisch. Gleichzeitig sparte er nicht mit realistischen Worten zum aktuellen Branchenumfeld: Das Wachstum der Alternative zum klassischen Online-Brokerage, dem „Neobroker“ mit skalierbaren Vollangebot verläuft angesichts verhaltener Börsenstimmung schleppender als ursprünglich avisiert. Und erhofft.
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Neukundenakquise im Gegenwind: Hohe Kosten, zurückhaltender Markt.
Nach einem starken Jahr 2025 mit 77.000 Neukunden muss Kolbinger für das laufende Geschäftsjahr 2026 eine Drosselung des Tempos einräumen. Von den für 2026 angestrebten 100.000 Neukunden konnten bisher erst rund 35.000 gewonnen werden. Wird schwer werden bis zum 31.12.2026 das Ziel zu erreichen – aber Kolbinger sieht noch einen Joker in diesem Rennen -dazu abe rspäter mehr.
Hauptursache für die niedrigeren Neukundenzahlen ist das spürbar verteuerte Marketingumfeld bei zeitgleich eingetrübter Privatanleger-Stimmung:
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Akquisekosten im Steigflug: Die Kundenakquisitionskosten (CAC) sind von rund 120 Euro im Jahr 2025 auf aktuell etwa 160 Euro pro Neukunde gestiegen. Asl beispiel führte Kolbinger die gestiegenen Kosten für Google-Ads auf, da aufgrund noch nicht werbetechnsich erschlossener KI-Suchergebnisse die Zahl der buchbaren Werbung im Brokerageumfeld geringer werde, bei gleicher Nahcfrage der Kundensuchenden Banken, Broker und Neobroker – logische Konsequenz höhere Kosten.
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Branchenweites Phänomen: Kolbinger betonte, dass dies kein spezifisches Smartbroker-Problem sei. Der gesamte Markt – darunter Wettbewerber wie beispielsweise flatexDEGIRO – leide unter dem verhaltenen Marktumfeld und geringeren Neukundenzahlen.
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Smartbroker kompensiert souverän PFOF-Wegfall.
Ein zentraler Meilenstein des Jahres war die regulatorisch vorgegebene Abschaffung des Payment for Order Flow (PFOF), die seit März 2026 kein Thema mehr für den Smartbroker sei. Trotz des Wegfalls dieser Rückvergütungen blieb das operative EBITDA vor Neukundenakquisitionskosten unbeeinträchtigt. Smartbroker gelang es, die wegfallenden Erträge durch deutlich günstigere Einkaufs- und Kostenstrukturen auf der Abwicklungs- und Partnerseite vollständig zu kompensieren.
Zukunfts-Joker für Smartbroker.
Den großen Wachstumstreiber für die kommenden Jahre sieht Kolbinger im geplanten staatlichen Altersvorsorgedepot, das ein Potenzial von bis zu 50 Millionen Kunden in Deutschland adressiere.
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Produktvorstellung vor der HV: Nach der jüngsten Ankündigung/Vorstellung eines gebührenfreien Modells durch den Konkurrenten Scalable Broker versicherte Kolbinger, dass das Smartbroker-Konzept absolut konkurrenzfähig sein werde. Das eigene Produkt soll definitiv noch vor der ordentlichen Hauptversammlung präsentiert werden. (Hinweis: Die Hauptversammlung findet laut Finanzkalender am 10. September 2026 statt – am 9. September wird zuvor der Halbjahresbericht veröffentlicht).
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Kostenfalle der Filialbanken als Steilvorlage: Kolbinger rechnet damit, dass etablierte Anbieter wie Sparkassen oder Volksbanken die gesetzlich maximal zulässigen Gebühren von etwa 1 Prozent ausschöpfen werden. Auf die lange Laufzeit einer Altersvorsorge hochgerechnet, kann diese Gebührendifferenz bei Sparern bis zu 100.000 Euro an Endvermögen kosten – ein schlagkräftiges Argument für Scalable oder halt Smartbroker..
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Stetige Ertragsströme: Auch wenn Altersvorsorge-Kunden keine hochfrequenten Trader sind, bringe der gewonnene Bestand langfristig verlässliche Erträge. Über Bestandsprovisionen sollen Smartbroker kontinuierliche Einnahmen zufleissen – bei ETFs im Bereich von ca. 5 Basispunkten (0,05 %), bei aktiven Fonds bis zu 50 Basispunkten (0,50 %) – und das über Jahrzehnte.
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Smartbroker setzt auf Reinvestition, nicht Dividende.
Bezüglich der Mittelverwendung bleibt das Management bei seiner klaren Linie:
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Reinvestition in Wachstum: Sämtliche Gewinne werden wie angekündigt weiterhin in die Gewinnung von Neukunden investiert, da die Erträge aus dem gewonnenen Kundenbestand eine attraktive Kapitalrendite aufweisen.
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Dividendenperspektive: Eine Dividendenzahlung komme erst dann in Betracht, wenn der Ertrag pro Neukunde die Akquisitionskosten nicht mehr innerhalb kalkulierbarer und sinnvoller Zeithorizonte einspiele.
Fragerunde: Rechtsstreit mit der DAB BNP Paribas im Blick.
In der anschließenden Fragerunde wurde Kolbinger unter anderem auf den Stand des juristischen Verfahrens mit der vormaligen Partnerbank DAB (Direktanlagebank / BNP Paribas) angesprochen. Kolbinger stellte klar, dass das Verfahren weiterhin anhängig sei. Der zuständige Richter habe den Parteien zwar bereits einen Vergleich empfohlen, ein erstes Abfindungsangebot der DAB sei aus Sicht von Smartbroker jedoch unzureichend gewesen. Der CEO rechnet daher mit einer Verfahrensdauer von mindestens einem weiteren Jahr. Für Anleger wichtig: Kolbinger betonte explizit, dass es im Rahmen des Rechtsstreits ausschließlich um Geldzahlungen an Smartbroker geht und keinesfalls um umgekehrte Forderungen. Negative finanzielle Auswirkungen oder bilanzielle Risiken für die Smartbroker Holding seien somit nicht zu befürchten.
Unternehmensprofil: Die Smartbroker Gruppe auf einen Blick
Die Smartbroker Holding AG (ISIN: DE000A2GS609) kombiniert Mediengeschäft und Next-Generation-Brokerage:
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Kernprodukt Smartbroker+: Vollwertiger Online-Broker mit Zugang zu allen deutschen und zahlreichen internationalen Handelsplätzen, Sparplänen sowie einem breiten Spektrum an handelbaren Wertpapieren (Aktien, ETFs, Derivate, Anleihen).
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Medien-Segment: Mit Reichweiten-Portalen wie wallstreet-online.de, boersennews.de, FinanzNachrichten.de und ARIVA.de betreibt die Gruppe die größte verlagsunabhängige Finanz-Community im deutschsprachigen Raum. Dies ermöglicht dem Konzern eine direkte Ansprache kapitalmarktinteressierter Zielgruppen und Synergien bei den Kundenakquisitionskosten.

Chart: Smartbroker Holding AG | Powered by GOYAX.de













