SAP Zahlen ab 22:05 Uhr – Erwartungen. Im Schatten des IBM-Desasters muss Walldorf liefern.

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SAP vor den Quartalszahlen: Die Erwartungen im Detail. Und dabei treffen diese Zahlen auf einen hypernervösen Markt, der bereits die IBM-Aktie zuletzt in den Orkus schickte, obwohl man nur „knapp“ danebenlag. Hohe Verantwortung – KI-Zweifel. Dazu die Angst, das „klassische Softwarefirmen“ durch KI obsolet werden.

Und in einem sich hochschaukelnden Iran-US-Konflikt öffnet nun SAP heute – am Donnerstagabend – um 22:05 Uhr MESZ die Bücher für das zweite Quartal 2026 – ein Termin, der angesichts der jüngsten Tech-Turbulenzen für immense Spannung an den Märkten sorgt. Die Analystenerwartungen (Non-IFRS) sind ambitioniert: Beim Gesamtumsatz wird mit rund 9,85 Mrd. Euro gerechnet, was einem satten Wachstum von etwa 9 bis 11 Prozent gegenüber 8,29 Mrd. Euro im Vorjahr entspräche. Der alles entscheidende Cloud-Umsatz soll dabei auf 6,26 Mrd. Euro klettern, was einem Wachstum von 22 Prozent gleichkäme. Beim bereinigten Betriebsergebnis rechnet der Konsens mit 2,88 Mrd. Euro (+12 Prozent) bei einer operativen Marge von 29,4 Prozent, während das bereinigte Ergebnis je Aktie von 1,46 auf rund 1,75 Euro steigen soll.

SAP – Knackpunkte für Anleger. Selbst wenn alles erfüllt wird, könnte „zwischen den Zeilen“…

… etwas den „Zorn“ der Analysten erwecken. Und so könnten selbst bei Erfüllung der Erwartungen „Ideen“ des Marktes trotzdem zu einem Kurssturz führen. Spannend wird es also Morgen früh bei Eröffnung der Märkte. Denn die Märkte werden nicht nur auf die nackten Zahlen schauen, sondern vor allem auf drei wesentliche Faktoren: Erstens das Cloud-Wachstum und der Current Cloud Backlog – hier wollen Anleger sehen, ob die S/4HANA-Migrationen und die ERP-Clouds auf hohem Niveau an Fahrt gewinnen. Zweitens die KI-Monetarisierung: Die Marktteilnehmer fordern handfeste Belege dafür, dass die neuen „Business AI“-Angebote bereits signifikant zum Umsatz beitragen. Drittens die Bestätigung der Jahresprognose – hier hoffen viele auf eine Anhebung, zumindest aber auf eine vollumfängliche Bestätigung der ambitionierten Ziele für Cloud-Umsatz und operatives Ergebnis.

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Worst-Case: Was passiert, wenn SAP enttäuscht?

Die Parallelen zum IBM-Desaster der vergangenen Woche könnten kaum bedrohlicher sein. Erinnern Sie sich: IBM verfehlte die Erwartungen beim Umsatz nur um rund 4 % und beim Gewinn um 3 % – die Aktie brach daraufhin um über 25 % ein (der schlimmste Tag seit 1987), vernichtete fast 70 Milliarden Dollar an Marktkapitalisierung und riss die gesamte IT- und Software-Branche mit in den Keller. SAP selbst verlor damals bereits 4,4 %, obwohl es noch gar keine eigenen Zahlen vorgelegt hatte – einzig aufgrund des Ansteckungseffekts.

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Sollte SAP nun ebenfalls enttäuschen – etwa weil auch hier die Kundenbudgets kurzfristig auf KI-Hardware umgeschichtet wurden (wie von IBM-Chef Krishna eingeräumt), weil die Cloud-Migrationen stocken oder weil die Jahresprognose gesenkt werden muss –, dann dürfte die Auswirkung auf den gesamten Markt morgen (Freitag) um ein Vielfaches heftiger ausfallen als beim IBM-Flash-Crash. Denn SAP gilt als der unangefochtene Leitkonzern für die europäische Enterprise-Software und als Gradmesser für die globale Konjunktur der Geschäftssoftware.

Ein verfehltes Cloud-Wachstum oder eine gekappte Jahresprognose bei SAP würde nicht nur den eigenen Aktienkurs einbrechen lassen – manche unken bereits von geschätzten 20 bis 30 Prozent Kurseinbruch. Auch wenn es so schlimm nicht kommen sollte – ein schwaches Abschneiden könnte als Branchen-Alarmsignal gewertet werden, dass der KI-Hype bei den etablierten Software-Riesen langsamer greift als erhofft. Dann droht eine Verkaufswelle, die – ähnlich wie bei IBM – auf die gesamte Branche übergreifen dürfte: Oracle, Microsoft, ServiceNow und die gesamte europäische Tech-Landschaft wären morgen mit hoher Wahrscheinlichkeit massiv unter Druck.

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