
thyssenKrupp Nvdia Google Siemens – eigentlich alle werden bis 2050, oder mit Ehrgeiz früher einen Trend verstärken, der bisher zwar einzelne Kursdauerläufer hervorgebracht hat, aber der auf „seine“ echten Tenbagger noch wartet. Das nwm wird in lockerer Reihe Trends versuchen zu identifizieren, die Tenbaggerpotential wecken.
Müssig zu sagen, was wäre wenn man Microsoft gekauft hätte, als es noch niemand kannte. Oder Nvdia, deren Kursverdoppler in Serie noch gar nicht so lange her sind. Trend können extreme Kursgewinne in den Portfolios der Anleger anhäufen – wenn man rechtzeitig dabei ist. Wenn man es rechtzeitig „ahnt“. Oder eben darauf hingewiesen wird und dann das Risiko eingeht – je eher man einsteigt, desto grösser die Chancen, aber natürlich auch die Risiken. Gleiches gilt für den Ausstieg – Neuer Markt machte Millionäre und auch Milliardäre in Serie, und wer bis zumEnde blieb hatte wieder alles verloren. Eine Plug Power bald auf 100,00 USD – schien gar nicht zu unrealisitisch – wenig später wieder Pennystock. Zweiter Frühling jetzt? Naja. Die Hoffnung stirbt zuletzt.
Diskutiert am Wochenende: Rheinmetall – 10 Milliarden verpuffen, Pistorius eröffnet Riesenchance? Oder…
Und vice versa – TKMS – Aktie up, Düsseldorfer down? So einfach? Nicht ganz…
Wir wollen rechtzeitig „drauf hinweisen“, möglicherweise Early Mover finden, vorstellen… Entsprechend fangen wir diese Woche mit einem bereits totgesagten oder besser totgetrumpten Thema an. Das möglicherweise erst in seinen Kinderschuhen steckt – und bereits genug Enttäuschungen und Betrüger, wie die chinesischen Potemkinschen Dörfer der CO2-Kompensationssites, bereichert hat. Wird Zeit für einen zweiten Blick.
thyssenKrupp Nvdia Google Siemens – Globale Konzerne als Treiber – warum CO₂-Zertifikate ein Massenprodukt werden.
Ob Ölkonzern, Stahlkocher, Airline oder Zementhersteller – für viele der weltweit größten Industrieunternehmen sind CO₂-Zertifikate längst ein zentraler Kostenfaktor und strategisches Thema. Im EU-Emissionshandel müssen allein rund 10.000 energieintensive Anlagenbetreiber und innereuropäische Luftverkehrsgesellschaften für jede emittierte Tonne CO₂ ein Zertifikat vorweisen. Zu den betroffenen Schwergewichten zählen etwa Shell, BP, BASF, ArcelorMittal, thyssenKrupp, Heidelberg Materials oder die Lufthansa Group. Das Volumen ist gewaltig: Die Europäische Kommission geht für das Jahr 2023 von einer Gesamtmenge an ausgegebenen EU-Emissionsrechten von knapp 1,5 Milliarden Tonnen CO₂-Äquivalent aus, bewertet mit einem durchschnittlichen Zertifikatspreis von rund 85 Euro pro Tonne summierte sich der Marktwert auf über 120 Milliarden Euro. Weltweit umfasst der regulatorische Kohlenstoffmarkt sogar ein Volumen von über 900 Milliarden US-Dollar, während der freiwillige Markt, in dem Konzerne wie Microsoft, Google, Nvdia oder Nestlé freiwillig Zertifikate für Klimaneutralitätsversprechen kaufen, noch einmal einige Milliarden US-Dollar beisteuert.
EU machts vor, andere Industriestaaten auch. Und die USA „nach Trump“ werden folgen?
Bis 2050 wird sich dieser CO2-Markt fundamental ausweiten. Die EU plant, die kostenlose Zuteilung von Zertifikaten bis 2034 vollständig auslaufen zu lassen, sodass künftig nahezu jede emittierte Tonne über Auktionen oder den Markt bezahlt werden muss. Gleichzeitig verschärft sich die jährliche Absenkung der Emissionsobergrenze, was zu einer strukturellen Verknappung führt. Analysten erwarten EUA-Preise von 150 bis über 250 Euro pro Tonne bis 2040, einige Projektionen reichen bis 2050 in noch höhere Regionen, sollte die Nachfrage nach negativen Emissionstechnologien einbezogen werden.
Wochenrückblick: Aktien KW 27 – DAX feiert Rekorde, Zinsangst schwindet – fällt 26.000er Marke Montag? News. SFC Energy. RedCare Pharmacy. PVA Tepla. Befesa. Hypoport. Gabler Group. Circus. Rheinmetall. TKMS. Nemetschek.
Global streben über 140 Länder Netto-Null-Ziele bis Mitte des Jahrhunderts an, was die Nachfrage nach Emissionsrechten und hochwertigen Klimaschutzgutschriften – ob regulatorisch oder freiwillig – auf Jahrzehnte zu einem Wachstumsmarkt macht. Allerdings gibt es auch Risiken: Sollten politische Kehrtwenden, wie unter Trump bereits erlebt, Konjunktureinbrüche oder technologische Quantensprünge die Emissionen schneller senken als erwartet, könnten die Preise einbrechen. In der aktuellen Regulierungsdynamik jedoch überwiegt der strukturelle Nachfrageimpuls, der eine ganze Wertschöpfungskette befeuert: Prüfdienstleister/Zertifizierungsstellen, Börsen, Projektentwickler/CO2-„Einsparer“ mit kompensationscharakter und Banken. Dazu Instrumente eigens für die Börsen geschaffen, die reale CO2-Instrumente abbilden.
Prüfdienstleister – stabile Profiteure der Zertifizierung.
Bevor ein Klimaschutzprojekt zertifizierte CO₂-Zertifikate ausstellen darf, muss ein unabhängiger Dritter es validieren und verifizieren. Von dieser unverzichtbaren Kontrollfunktion profitieren global aufgestellte Prüf- und Zertifizierungskonzerne. Bureau Veritas etwa ist ein weltweit tätiger Inspektions- und Zertifizierungsdienstleister, der unter anderem Treibhausgasinventare prüft, Klimaschutzprojekte validiert und CO₂-Fußabdruck-Zertifizierungen durchführt. Das Unternehmen wächst mit den stetig steigenden regulatorischen und freiwilligen Anforderungen an die Emissionsberichterstattung.
Ebenfalls breit aufgestellt ist die schweizerische SGS, Marktführerin im Bereich Testing, Inspection, Certification. Sie zertifiziert CO₂-Reduktionsprojekte, validiert Emissionsberichte und bietet umfangreiche Dienstleistungen zur Erreichung von Klimaneutralität an, wobei das ESG-Verifizierungsgeschäft kontinuierlich an Bedeutung gewinnt. Ergänzt wird dieses Feld durch die britische Intertek Group, die Assurance-Dienstleistungen für Kohlenstofffußabdruck, Nachhaltigkeitsberichte und CO₂-Zertifizierung erbringt und dabei prüft, ob Projekte den Kriterien anerkannter Standards wie dem Verified Carbon Standard genügen. Allen drei Unternehmen ist gemeinsam, dass sie ein vergleichsweise stabiles, diversifiziertes Geschäftsmodell mit einem wachsenden Nachhaltigkeitsanteil verbinden. Und in den nächsten Jahren sind hier durchaus weitere Player zu erwarten. Notwendig. Vielleicht Pure Player, die noch mehr den Hebel CO2-Zertifizierung in den Depots der Anleger spielen können.
CO₂-Zertifikate – Handel und Projekte als direkter Hebel
Deutlich enger mit dem Preis der CO₂-Zertifikate selbst verknüpft sind Börsenbetreiber und spezialisierte Projektfinanzierer. Die Deutsche Börse AG etwa profitiert über ihre Tochtergesellschaft European Energy Exchange (EEX), die führende Handelsplattform für EU-Emissionsrechte (EUA). Und die EEX hat zudem den Handel mit freiwilligen Carbon Credits gestartet; steigende CO₂-Preise und wachsende Handelsvolumina spülen unmittelbar höhere Gebühreneinnahmen in den Konzern.
Wochenrückblick: Aktien KW 27 – DAX feiert Rekorde, Zinsangst schwindet – fällt 26.000er Marke Montag? News. SFC Energy. RedCare Pharmacy. PVA Tepla. Befesa. Hypoport. Gabler Group. Circus. Rheinmetall. TKMS. Nemetschek.
Auf globaler Ebene betreibt die Intercontinental Exchange (ICE) die weltweit wichtigste Börse für CO₂-Emissionsrechte-Futures und bietet daneben Futures auf freiwillige Carbon Credits an. Ein expandierender Kohlenstoffmarkt stärkt damit direkt das Geschäftsmodell. Ein gänzlich anderes, hochspekulatives Konzept verfolgt Carbon Streaming Corp.: Das Unternehmen stellt Projektentwicklern Kapital zur Verfügung und erhält im Gegenzug einen Anteil an den künftig generierten, zertifizierten CO₂-Zertifikaten – ein sogenanntes Streaming-Modell, dessen Erträge rein von Menge und Preis der gelieferten Credits abhängen. Ähnlich arbeitet Base Carbon Inc., das unter anderem Aufforstungs- und Kochofenprojekte finanziert und an den daraus resultierenden Zertifikaten partizipiert. Beide Werte sind extreme Wetten auf einen funktionierenden und preislich intakten freiwilligen Kohlenstoffmarkt. Und was wäre wenn neben den Staaten die den Pariser Klimazielen treu bleiben, die grossen hinzukämen? Eine USA, die derzeit unter Trump alles macht, nur nicht CO2-Einsparen. Oder etwa China? Russland, vielleicht als Weidereintrittskarte „nach einem Ukrainefrieden“ in die Weltwirtschaft?
Risiken und grundsätzliche Einordnung – wachsende Umsatzanteile, wenig reine Player.
Die aufgeführten Aktien decken zwei sehr unterschiedliche Risikoprofile ab. Bureau Veritas, SGS und Intertek verdienen an der Prüftätigkeit selbst und verfügen über ein breiteres Fundament, das sie weniger abhängig vom Zertifikatspreis macht. Die Deutsche Börse und ICE koppeln einen Teil ihrer Einnahmen direkt an die Preisentwicklung und Handelsaktivität, stehen aber auf dem soliden Fundament einer Börseninfrastruktur. Carbon Streaming und Base Carbon hingegen sind reine Vehikel auf den Preis freiwilliger CO₂-Zertifikate und stark volatil. Zusätzlich treibt die EU die Verschärfung des Emissionshandels voran, was europäische CO₂-Preise strukturell stützt, während der freiwillige Markt unter immer wieder aufflammender Qualitätskritik leidet – wovon interessanterweise gerade die Prüfdienstleister profitieren können.
CO₂-Zertifikate von Banken am Beispiel UBS – Performance der letzten Jahre hat Sonne und Schatten…
Neben Aktien bieten zahlreiche Banken auch strukturierte Produkte an, mit denen Anleger direkt an der Preisentwicklung von CO₂-Zertifikaten teilhaben können. Ein prominentes Beispiel sind die Open-End-Indexzertifikate von UBS. Die Palette umfasst unter anderem ein Zertifikat auf den ICE EUA Carbon Futures Excess Return Index (oft unter Kürzeln wie „UBS EUA“ oder WKN UBS1EU zu finden), das die Wertentwicklung eines Futures-Rollmechanismus auf europäische Emissionsrechte nachbildet. Ein weiteres Produkt bezieht sich auf den Solactive Carbon Credit EUR Price Index (etwa „UBS Carbon Credit“) und bildet die Preise standardisierter freiwilliger CO₂-Zertifikate ab. Daneben gibt es auch ETFs auf andere CO₂-Märkte.
Immer noch spannend INTERVIEW – Hausvorteil AG im Blick. CEO und CFO stellen sich unseren Fragen. Spannend.
Und MHP Hotel CEO gibt Einblick. „Europa ist der große Gewinner und wir sind mittendrin“!
Die Performance dieser Produkte hängt entscheidend vom jeweiligen Marktsegment ab. Der Kurs der EU-Emissionsrechte (EUA) ist von rund 25 Euro Anfang 2020 über ein Niveau von knapp 100 Euro im Jahr 2023 auf zuletzt etwa 70 bis 80 Euro gestiegen. Ein entsprechendes UBS-Zertifikat auf den ICE EUA-Index verzeichnete in diesem Zeitraum daher eine Vervielfachung des Wertes, wenn auch mit zwischenzeitlich heftigen Rücksetzern – seit dem Höchststand 2023 gab es einen spürbaren Rückgang, doch über die gesamte Periode blieb ein sehr hoher Gewinn. Völlig anders sieht es im freiwilligen Markt aus.
Weniger stark die „freiwilligen“ Lösungen – logisch oder?
Indizes wie der IHS Markit Global Carbon Index oder der Solactive Carbon Credit Index, die naturbasierte oder technische Gutschriften aus dem freiwilligen Markt bündeln, erlebten seit 2022 einen dramatischen Absturz. Getrieben von Überangebot, Qualitätszweifeln und regulatorischer Unsicherheit fielen die Preise vieler Vertreter um über 90 Prozent; ein UBS-Zertifikat auf diesen Index hat daher in den letzten Jahren massiv an Wert verloren. Diese gegensätzlichen Entwicklungen zeigen, dass ein Engagement in CO₂-Zertifikate unbedingt eine genaue Unterscheidung zwischen regulatorischem Emissionshandel und freiwilligen Gutschriften voraussetzt und dass selbst bei Bankenprodukten mit Totalverlustrisiken zu rechnen ist.















