
Rheinmetall: Vom Panzerbauer zur Space-Macht, vorstellbar? So unsere Frage vor einigen Wochen. Nur mit Panzern und Munition kann man auf Dauer nicht zum „führenden“ Defnese-Konzern Europas werden. Dazu gehört auch der „Weltraum“, aber auch das „Meer“.
Hier sah sich Rheinmetall durch einen grossen Zukauf bereits als nationalen Champion. Zumindest nahe dran – Holländische Ausschreibungsgewinner hatten es verbockt, ein Riesenauftarg der Bundesregierung stand als verlockende „Neuvergabe“ bereits fest. Zumindest glaubte man das. Aber wie sich diese Woche zeigte, sit nicht alles imme rso wie man will. Klappt auch den Düsseldorfern nicht alles. Aber die Reaktion der Märkte wirkte schon extrem. Emotional. Un dwenn man sich die Zahlen anschaut – wie wir es später tun werden – dann möglicherweise so übertrieben, wie die Aktienmärkte nun mal sind.
Und jetzt? Die goldene Chance Rheinmetall Aktien unter 1.000,00 EUR zu bekommen?
Ein plötzlicher politischer Paukenschlag hat die erfolgsverwöhnte Rheinmetall-Aktie brutal auf Talfahrt geschickt. Der Grund: Das Bundesministerium der Verteidigung zieht die Reißleine und stoppt das Prestigeprojekt F126 komplett. Der Bau der insgesamt sechs geplanten Fregatten wird nicht weiterverfolgt. Oder nach dem Wording der Presseerklärung: Bundesministerium der Verteidigung teilt am 24.06.2026 lapidar mit, dass „der Bau von insgesamt sechs Fregatten des Typs F126 nicht weiterverfolgt wird„, wobei als Begründung „erhebliche Verzögerungen im Projekt, die absehbaren Kostensteigerungen und Risiken, die mit einem Generalunternehmerwechsel einhergegangen wären“ angeführt wurden. Fazit: Erhebliche Verzögerungen, absehbare Kostenexplosionen und die unkalkulierbaren Risiken eines Generalunternehmerwechsels lassen die Rheinmetall-Träume platzen. Für den Düsseldorfer Rüstungskonzern ist das ein Schuss vor den Bug– zumindest auf den ersten Blick.
Immer noch spannend INTERVIEW – Hausvorteil AG im Blick. CEO und CFO stellen sich unseren Fragen. Spannend.
Der geplatzte Traum von der eigenen Marine-Elite
Rheinmetall hatte extra in eine neue Marinetochter investiert, um als neuer Generalunternehmer für die F126-Fregatten durchzustarten, nachdem der ursprüngliche Partner Damen Schelde erkennbar gescheitert war. Weil das Ministerium ab 2025 eine engere Kooperation mit der neuen Rheinmetall-Tochter, der Werft Naval Vessels Lürssen (NVL), prüfte, wähnte sich Rheinmetall dank eigener Systemkompetenz bei Elektronik und Bewaffnung bereits auf der Siegerstraße. Doch die Realität holte die Träume ein: Der Gesamtfinanzbedarf für die F126 wäre wohl, so vermutet Berlin, auf über 18 Milliarden Euro angestiegen. Zu viel für die Berliner Haushaltsplaner.
TKMS bietet 11,6-Milliarden-Alternative: Totgesagte schlagen Newcomer Rheinmetall.
Doch während die Börse in Schockstarre Rheinemtall Aktien auf den Markt wirft, formiert sich im Hintergrund bereits der Plan B. Das Ministerium streicht die F126 nicht ersatzlos, sondern schwenkt sofort um: Angestrebt wird nun der Kauf von insgesamt acht MEKO-Fregatten, die primär für die hochaktuelle U-Boot-Jagd konzipiert sind. Und hier kommt die Wende für Rheinmetall, die der Aktienmarkt nicht sieht oder nicht sehen will – Spatz in der Hand ist wohl nicht charmant genug für die Aktionäre…
Worum gehts? Konkret. Rheinemtall ist nicht raus, nur weniger drin…
Neues Riesen-Volumen für die „Rüstungsindustrie“ freigegeben: Für die ersten vier MEKO-Schiffe fließen rund 6,3 Milliarden Euro, die Option auf vier weitere bringt nochmals 5,3 Milliarden Euro auf den Tisch. Insgesamt bewegen sich also 11,6 Milliarden Euro im Markt. Und zwar geht davon einiges an TKMS, deren Aktie entsprechend auch gefeiert wurde, aber auch an andere…
Und dazu zumindest die heimliche Mit-Hauptrolle: Zwar verliert Rheinmetall das prestigeträchtige Generalunternehmertum an TKMS (Thyssenkrupp), als unverzichtbarer Systempartner für Bewaffnung, Sensorik und Munition wird der Konzern aber auch beim MEKO-Programm massiv mitverdienen. Zumindest sollte man davon ausgehen können, oder?
Prognosen perdu bei Rheinmetall?
Zudem ist der Verlust bei einem prognostizierten Konzernumsatz von über 10 Mrd EUR (2025) keineswegs existenzbedrohend – oder gewinnentscheidend. Im Gegenteil: Die Fokussierung auf den etablierten MEKO-Standard statt einer fehleranfälligen F126-Sonderentwicklung könnte die maritime Neuausrichtung mittelfristig sogar beschleunigen. Und die kräftigen Umsatzsteigerungen der nächsten Jahre, die am Markt Rheinmetall zugetraut werden, bleiben doch grösstenteils real. Natürlich wäre ein zweistelliger Milliardenumsatz – zumindest ein Grossteil davon – schön gewesen für die Lürssen-Erwerbung, aber gibt noch andere attraktive Aufträge am Markt. Auch für die Rheinmetall Tochter.
Absurde Börsenmathematik: Wenn Emotionen die Logik fressen…
Dass die Aktie nach der Nachricht regelrecht implodierte, entbehrt bei genauerem Hinsehen jeder fundamentalen Logik. An nur einem einzigen Handelstag vernichtete der Markt rund 10 Milliarden Euro an Marktkapitalisierung. Und wenn man das mit den harten Zahlen vergleicht, wird der Irrsinn deutlich. Eine Übertreibung, die Chancen schafft? Bei einem geschätzten F126-Auftragsvolumen von 12 Milliarden Euro (oder sogar den vom BMVg gefürchteten 18 Mrd) und einer operativen Marine-Marge von 10-12% hätte der zu erwartende Gesamtgewinn über die gesamte, mehrjährige Laufzeit bei gerade einmal 1,2 bis 1,5 Milliarden Euro gelegen.
Abdiskontiert auf den heutigen Wert entspricht der reale Verlust also kaum mehr als 10% der an der Börse vernichteten Summe. Der brutale Kursrutsch war schlichtweg eine emotional getriebene Panikreaktion – angefeuert von Tradern, die wahrscheinlich ohnehin nur einen Vorwand für Gewinnmitnahmen gesucht haben.
Mutares – Carve-Out Winner aus München kauft weiter zu – ein Schwergewicht mit Synergien.
Analysten sprechen andere Sprache.
Also „Kaufen, wenn die Kanonen donnern“? Mal schauen, was die sagen, die ihr Geld mit ihren einschätzungen verdienen. Für die gelassen belibenden Analysten ist das aktuelle Kursniveau deshalb wohl eher eine erstklassige Einstiegschance. Die Experten sehen durch die Bank massives Aufwärtspotenzial und lassen sich von der kurzfristigen Panik nicht anstecken:
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JPMorgan: Belässt das Kursziel ungerührt bei 1.500,00 EUR.
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MWB Research: Senkt das Ziel zwar minimal von 1.450 auf 1.400,00 EUR, bestätigt aber klipp und klar das Rating „Buy“.
Und der Experten-Konsens bleibt GRÜN, zumindest auf dem aktuellen Kursniveau: Das durchschnittliche Kursziel von insgesamt 66 Analysten liegt aktuell bei beeindruckenden 2.117,00 EUR. Das Fazit der „Profis“ ist eindeutig: Die Fundamentaldaten stimmen, die Auftragsbücher sind voll – und der Fregatten-Schock könnte sich schon bald als perfektes Sonderangebot für Anleger entpuppen.













