Shelly Group-Aktie: Schneider greift nach Wachstumswert. Und was tun? Verkaufen oder halten? Squeeze Out als Hoffnungsträger?

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Shelly Group steigert im ersten Halbjahr 2025 Umsatz und Gewinn zweistellig, verdoppelt Installateurnetzwerk und bestätigt Jahresprognose. Internationales Wachstum beschleunigt sich

Shelly Group: Ein weiterer interessanter Wachstumswert könnte bald vom Parkett verschwinden – attraktiver Preis dürfte die Mehrheit der Aktionäre zur Abgabe ihrer Aktien bewegen. So wird es wohl kommen. Und wieder ein spannender Aktienwert „weg“, so wie damals RIB Software, die wahrschienlich nur noch wneige Anleger kennen,

oder viele andere Wachstumsstories, die in Konzernen „aufgegangen“ sind. Oder gescheitert. Und jetzt stehen die RIB Software Aktionäre vor der Frage, Gewinne kurzfrisitg mitnehmen? Oder Halten und abwarten? Vielleicht sogar so lange bis ein mögliche r“Squeeze Out“ erfolgt? Wie langfrisitg ist man bereit die Aktie zu halten? Zuerst einmal die Fakten: Das in Bulgarien domizilierte Unternehmen trat in den letzten Jahren selbstbewusst und professionell auf diversen Kapiatlmarktveranstaltungen auf – und konnte im Laufe der Zeit durchaus eine gewisse „Fanbase“ aufbauen. Und offensichtlich gefällt das wachstumsstarke Unternehmen vom Innovationsgrad, Wachstum und Tätigkeitsfeld auch einem der Grossen der Branche. 

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Berentzen vor Delisting. Takeover mit Charme?

Die Shelly Group SE steht vor einer möglichen Übernahme durch Schneider Electric. Der französische Gross-Konzern beabsichtigt, für jede Aktie der Shelly Group 70,00 Euro in bar zu bieten. Dies entspricht einer Unternehmensbewertung von rund 1,2 Milliarden Euro und einer Prämie von 27 Prozent auf den unbeeinflussten Referenzkurs vom 28. Juli 2026 sowie einer Prämie von 22 Prozent auf den aktuellen Referenzkurs am liquidesten Handelsplatz.

Shelly Aktie – guter Preis. Und jetzt?

Für die Aktionäre der Shelly Group ist das ein attraktiver Preis, der die Mehrheit wohl zur Annahme des Angebots veranlassen dürfte. Immerhin haben die beiden Gründungsaktionäre, die gemeinsam rund 57 Prozent des Grundkapitals halten, ihre Unterstützung für die geplante Transaktion zugesagt. Dimitar Dimitrov, Co-CEO und Inhaber von rund 29 Prozent der Aktien, will seine Anteile andienen und einen Teil des Erlöses gemeinsam mit Schneider Electric reinvestieren. Und Svetlin Todorov, Mitgründer und Inhaber von rund 28 Prozent der Aktien, hat sich verpflichtet, seine Anteile in zwei Tranchen zu veräußern – die erste Tranche umfasst 5 Prozent des Grundkapitals, die zweite Tranche rund 23 Prozent und steht unter dem Vorbehalt der fusionskontrollrechtlichen Freigabe.

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Was sagen „die Köpfe“?

Auf Seiten der Franzosen sind die bestimmenden Personen der Shelly Group. Hier Ausschnitte der Protagonisten zum Übernahmeangebot. Dimitar Dimitrov, Co-Chief Executive Officer und Mitgründer der Shelly Group, sagt: Mit unserem Börsengang an der Bulgarischen Börse im Jahr 2016 wollten wir zeigen, dass ein in Bulgarien gegründetes Technologieunternehmen Produkte entwickeln kann, die Menschen auf der ganzen Welt begeistern. Seitdem haben wir Shelly zu einer internationalen Marke entwickelt, (…)Mit Schneider Electric als langfristigem Partner können wir die Shelly-Technologie künftig in noch mehr Häuser und Gebäude weltweit bringen und zugleich den unternehmerischen Geist, den Fokus auf unsere Produkte und unsere bulgarischen Wurzeln bewahren, die unser Unternehmen seit Beginn prägen.“

Und Wolfgang Kirsch, Co-Chief Executive Officer der Shelly Group, ergänzt: „In den vergangenen fünf Jahren haben wir Shelly von einem schnell wachsenden Smart-Home-Anbieter zu einem internationalen Technologie- und Plattformunternehmen weiterentwickelt. Unser Zweitlisting in Frankfurt im Jahr 2021 war ein wichtiger Schritt, (…).Mit Schneider Electric sehen wir die Chance, unsere unternehmerische Kultur, unsere offene Technologieplattform und unsere Kundennähe mit globaler Reichweite und zusätzlichen Ressourcen zu verbinden – und gleichzeitig unsere starke Verankerung in Bulgarien zu bewahren.“

Wer nicht mitmacht, kann auf einen Squeeze-out hoffen – doch das kann Jahre dauern.

Aktionäre, die das Angebot nicht annehmen, könnten auf einen sogenannten Squeeze-out spekulieren. Bei einem Squeeze-out erwirbt der Mehrheitsaktionär die verbleibenden Aktien der Minderheitsaktionäre gegen eine angemessene Barabfindung. Schneider Electric hat bereits angekündigt, nach einem erfolgreichen Angebot die erforderlichen Schritte zu unternehmen, um sämtliche verbleibenden Aktien der Shelly Group zu erwerben und ein mögliches Delisting herbeizuführen.

Allerdings: Ein Squeeze-out kann sich über viele Jahre hinziehen. Ob die dafür erforderliche Schwelle von mehr als 95 Prozent des Grundkapitals schnell erreicht wird, ist offen. Zwar liegt die Mindestannahmeschwelle des Angebots bereits bei 95 Prozent, doch ob diese tatsächlich erreicht wird, hängt von der Annahmebereitschaft der freien Aktionäre ab. Erfahrungsgemäß dauert es nach einem Übernahmeangebot oft Jahre, bis ein Squeeze-out tatsächlich durchgeführt wird – und bis dahin sind die verbleibenden Aktionäre in einer Art Wartestellung.

Nach einem Delisting bleibt die Handelbarkeit an der Hamburger Börse erhalten – wenn auch mit geringerer Liquidität.

Sollte es nach der Übernahme zu einem Delisting kommen, bedeutet das nicht, dass die Aktie überhaupt nicht mehr handelbar ist. Für delistete Aktien gilt die Hamburger Börse als „der Platz“ schlechthin. Dort können Aktionäre ihre Anteile auch weiterhin kaufen und verkaufen – allerdings mit einer deutlich geringeren Liquidität als aktuell. Wer limitierte Orders erteilt, kann durchaus Käufer oder Verkäufer finden, doch große Positionen lassen sich in der Regel nicht so schnell umschlagen wie an einem regulierten Markt.

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Für Anleger, die auf einen Squeeze-out setzen, bedeutet das: Sie müssen Geduld mitbringen und sich auf einen möglicherweise jahrelangen Prozess einstellen. Der aktuell attraktiv erscheinende  Angebotspreis von 70,00 Euro je Aktie dürfte jedoch für die meisten Aktionäre Grund genug sein, das Angebot anzunehmen – vorausgesetzt, es wird nach der erwarteten Freigabe durch die bulgarische Finanzaufsichtsbehörde FSC tatsächlich veröffentlicht. Die FSC-Freigabe wird bis Ende November oder Anfang Dezember 2026 erwartet, der Vollzug der Transaktion im ersten Quartal 2027. Bis dahin bleibt die Aktie der Shelly Group ein interessanter Wachstumswert – wie es dann weitergeht ist zeitlich ungewiss, aber da die beiden Hauptaktionäre „mitmachen“, wird es über kurz oder lang zu einem Delsiting und squeeze Out kommen. Und die FSC wird wohl aller Voraussicht zustimmen. Wobei das natürlich rein spekulativ ist. 

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