Nordex meldet den nächsten Auftrag aus dem deutschen Heimatmarkt. Für die Erneuerbare-Energien-Plattform Navaris wird der Turbinenhersteller den 42-MW-Windpark Lambacher Höh in Rheinland-Pfalz ausstatten. Insgesamt werden sechs Windenergieanlagen der Delta4000-Serie geliefert und errichtet.
Interessant ist dabei nicht nur das Turbinenvolumen. Bestandteil des Auftrags ist zusätzlich ein Premium-Servicevertrag über 20 Jahre. Damit sichert sich Nordex über die Anlagenlieferung hinaus langfristig wiederkehrendes Servicegeschäft.
Zudem handelt es sich bereits um die vierte Zusammenarbeit mit dem Projektentwickler in Deutschland.
Sechs Turbinen für Rheinland-Pfalz
Der Windpark Lambacher Höh entsteht südwestlich von Bitburg in der Nähe der luxemburgischen Grenze.
Zum Einsatz kommen zwei unterschiedliche Nordex-Turbinen:
Vier Anlagen des Typs N163/6.X werden auf Hybridtürmen mit einer Nabenhöhe von 164 Metern errichtet. Hinzu kommen zwei N175/6.X mit einer Nabenhöhe von 179 Metern.
Insgesamt erreicht der Windpark eine installierte Leistung von 42 MW.
Durch die Kombination der beiden Turbinentypen kann Nordex die Anlagenkonfiguration an die jeweiligen Standortbedingungen innerhalb des Windparks anpassen.
N175/6.X gewinnt weiter an Bedeutung
Besonders interessant ist erneut der Einsatz der N175/6.X.
Die Anlage gehört zu den jüngeren Modellen innerhalb der Delta4000-Plattform und ist insbesondere auf einen hohen Energieertrag an Standorten mit niedrigeren und mittleren Windgeschwindigkeiten ausgerichtet.
Dass Navaris neben vier N163/6.X auch zwei N175/6.X bestellt, zeigt die zunehmende Differenzierung innerhalb der Nordex-Produktpalette.
Erst kürzlich hatte Nordex zudem die N193/7.X als nächste Erweiterung der Delta4000-Serie angekündigt. Deren Serienproduktion ist für 2029 vorgesehen. Damit entwickelt der Konzern seine Plattform schrittweise in Richtung größerer Rotoren und höherer Energieerträge weiter.
20 Jahre Service sorgen für langfristige Erlöse
Für Anleger sollte bei solchen Aufträgen nicht ausschließlich auf die installierte Megawattzahl geschaut werden.
Der Auftrag beinhaltet einen Premium-Servicevertrag mit einer Laufzeit von 20 Jahren.
Damit entstehen für Nordex nach der Errichtung der Anlagen langfristige Servicebeziehungen.
Das ist strategisch relevant: Mit jeder zusätzlich installierten Turbine wächst die Basis an Anlagen, für die über viele Jahre Wartungs- und Serviceleistungen erbracht werden können.
Während das Projektgeschäft naturgemäß von einzelnen Bestellungen und Auslieferungszeitpunkten geprägt ist, kann das Servicegeschäft über lange Vertragslaufzeiten für wiederkehrende Erlöse sorgen.
Installation startet Anfang 2028
Bis der Auftrag umsatzwirksam abgearbeitet wird, vergeht allerdings noch einige Zeit.
Die Installation der ersten Windenergieanlage ist für Januar 2028 vorgesehen.
Bis Juli 2028 soll der gesamte Windpark in Betrieb genommen werden.
Der neue Auftrag stärkt damit insbesondere die mittelfristige Produktions- und Auftragsplanung von Nordex.
Finanzielle Details zum Auftragswert wurden nicht genannt.
Bereits vierte Zusammenarbeit mit Navaris
Auch die Kundenbeziehung ist bemerkenswert.
Lambacher Höh ist bereits das vierte gemeinsame Projekt von Nordex und Navaris in Deutschland.
Navaris firmiert erst seit dem 17. September 2026 unter diesem Namen und ist die deutsche Erneuerbare-Energien-Plattform der spanischen Qualitas Energy Gruppe.
Qualitas Energy ist international im Investment- und Asset-Management für erneuerbare Energien und nachhaltige Infrastruktur tätig.
Erst im März 2026 hatte Nordex einen weiteren Auftrag über 56 MW von der Unternehmensgruppe aus Hessen erhalten.
Die erneute Bestellung deutet damit auf eine gefestigte Kundenbeziehung hin.
Wiederholungsaufträge sind für Nordex besonders wertvoll
Gerade im Projektgeschäft sind Folgeaufträge ein wichtiger Indikator.
Ein Projektentwickler, der nach bereits realisierten Projekten erneut Anlagen desselben Herstellers bestellt, sorgt nicht nur für neues Auftragsvolumen. Bestehende Erfahrungen bei Projektierung, Installation und Service können auch die weitere Zusammenarbeit erleichtern.
Nordex bezeichnet Navaris entsprechend als Stammkunden.
Vice President Europe Karsten Brüggemann verweist ausdrücklich auf das erneute Vertrauen in die Turbinentechnologie und die langjährige Partnerschaft.
Deutschland bleibt wichtiger Absatzmarkt
Der Auftrag unterstreicht gleichzeitig die Bedeutung des deutschen Marktes für Nordex.
Hohe Nabenhöhen von 164 beziehungsweise 179 Metern und leistungsstarke Turbinen ermöglichen die wirtschaftliche Nutzung von Standorten, die andere Windbedingungen aufweisen als klassische Küstenregionen.
Genau hier liegt ein wesentlicher Ansatz der aktuellen Produktstrategie.
Mit verschiedenen Rotorgrößen, Leistungsvarianten und Turmhöhen kann Nordex seine Delta4000-Plattform an unterschiedliche Projektbedingungen anpassen.
Beim Windpark Lambacher Höh kommen diese Möglichkeiten unmittelbar zum Einsatz.
Für Anleger kein Megaauftrag – aber strategisch interessant
Mit 42 MW gehört Lambacher Höh nicht zu den riesigen internationalen Nordex-Projekten.
Die Bedeutung der Bestellung liegt deshalb weniger in ihrer absoluten Größenordnung als in der Kombination mehrerer Faktoren.
Nordex gewinnt einen weiteren Auftrag im deutschen Kernmarkt, verkauft gleich zwei Turbinentypen, vertieft die Beziehung zu einem wiederkehrenden Kunden und sichert sich zusätzlich einen 20-jährigen Servicevertrag.
Hinzu kommt der zeitliche Aspekt: Die Installation beginnt erst 2028. Der Auftrag trägt damit zur mittelfristigen Auslastung bei.
Fazit: Nordex füllt die Auftragsbücher auch für 2028
Der neue Auftrag von Navaris ist kein Großauftrag, der die Größenordnung des Nordex-Konzerns grundlegend verändert. Er passt jedoch gut in die operative Entwicklung des Unternehmens.
42 MW, sechs Delta4000-Turbinen, ein 20-jähriger Premium-Servicevertrag und die inzwischen vierte Zusammenarbeit mit Navaris sprechen für eine langfristig angelegte Kundenbeziehung.
Besonders interessant ist die zeitliche Perspektive: Die ersten Anlagen werden erst im Januar 2028 installiert, die vollständige Inbetriebnahme ist für Juli vorgesehen.
Damit gewinnt Nordex schon heute Auftragsvolumen für 2028 und verbindet die Anlagenlieferung gleichzeitig mit langfristigem Servicegeschäft.
Für Anleger bleibt bei weiteren Auftragseingängen deshalb neben der reinen Megawattzahl vor allem interessant, wie weit die Auftragsabdeckung inzwischen in die kommenden Jahre reicht und welcher Anteil der installierten Turbinen mit langfristigen Serviceverträgen verbunden wird.









