Branicks Group AG stand am Abgrund, nachdem die Aktionäre mehrheitlich nicht bereit waren ein Vergütungspaket für zwei zuvor neugewählte Aufsichtsräte zu billigen. Damit konnte das sanierungspaket erstmal nicht umgesetzt werden. Letzte Nacht gab es um 2:44 Uhr die erlösende ad-hoc-Meldung.
Nach der Ad-hoc-Mitteilung der Branicks Group AG von letzter Nacht um 2:44 Uhr wurden die beiden größten Hindernisse für das Sanierungskonzept beseitigt: Die Einigung mit den wesentlichen Gläubigern und die Annahme der Aufsichtsratsmandate durch Dr. Danne und Dr. Conradi. Damit rückt eine Frage in den Fokus, die in der Mitteilung selbst nicht beantwortet wird: Was wird aus dem Vergütungspaket, das ursprünglich für die beiden neuen Aufsichtsratsmitglieder vorgesehen war?
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Branicks Stolperstein.
Auf der außerordentlichen Hauptversammlung am 9. Oktober 2026 lehnten die Aktionäre den Beschlussvorschlag zu Tagesordnungspunkt 4 ab. Dabei ging es um die Zustimmung zu Beraterverträgen mit zwei Gesellschaften, die den zwei neuen Aufsichtsräten zuzurechnen sind: BLACKLAKE Management Partners GmbH und der MDC Matthias Danne Consulting GmbH. Die Ablehnung dieses Punktes war keine Formalität – sie wurde von der Gesellschaft für die Gläubigergruppen als ausdrücklich „wesentliche Vollzugsbedingung“ für das Sanierungskonzept bezeichnet.
Aufsichtsrat plus Beratung, hatte wohl ein Geschmäckle…
Aus der Einberufung zur Hauptversammlung wird das zugrundeliegende Modell deutlich. Dr. Matthias Danne sollte nicht nur den Aufsichtsratsvorsitz übernehmen, sondern parallel über seine eigene Beratungsgesellschaft MDC Matthias Danne Consulting GmbH umfangreiche Restrukturierungsdienstleistungen für Branicks erbringen. Der Vertragsentwurf beschreibt diese Leistungen als „operative, kommerzielle, finanzielle und transaktionsbezogene“ Tätigkeiten, die den Vorstand bei der Umsetzung des Sanierungsplans unterstützen sollten – ausdrücklich außerhalb der Aufsichtsratstätigkeit. Die Vergütung war erheblich: ein monatlicher Retainer von 42.000 Euro (entsprechend etwa sechs Arbeitstagen bei einem Tagessatz von 7.000 Euro) plus erfolgsabhängige Komponenten für Meilensteine von jeweils maximal 1,225 Mio EUR plus jeweils mehr als 300.000 EUR Pauschale. Hätten bis zu 3,7 Mio Euro mal zwei werden können.
Nach heute Nacht bleibt offen…
Die Ad-hoc-Mitteilung von heute Nacht sagt zu diesem Tagesordnungspunkt 4 nichts. Sie stellt nur fest, dass die Einigung mit den Gläubigern erzielt wurde und beide Kandidaten ihre Wahl angenommen haben. Ob die Beraterverträge in modifizierter Form doch noch zustande kommen, ob die Vergütung reduziert wurde, ob die Beratung ganz entfällt oder ob die Gläubiger die Kosten tragen – all das bleibt offen.
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Aus der Logik der Ereignisse ergeben sich drei Szenarien: Entweder wurden die Verträge außerhalb der Hauptversammlungszuständigkeit neu aufgesetzt, etwa durch direkte Vereinbarungen mit den Gläubigern. Oder die beiden Aufsichtsräte verzichten auf die Beratungsmandate und beschränken sich auf ihr Kontrollmandat – was die Vergütung auf die reguläre Aufsichtsratsvergütung reduzieren würde. Oder es wurde eine modifizierte Version vereinbart, die den Aktionärsprotest aufgreift.
Die heute Nacht verkündete Einigung lässt diese Governance-Frage unbeantwortet. Klar ist nur: Die beiden Aufsichtsräte sind im Amt, das Sanierungskonzept kann weiterlaufen. Wie die Beratungsleistung und ihre Vergütung nun geregelt sind, wird die Gesellschaft zu gegebener Zeit offenlegen müssen – oder auch nicht.
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