
Mutares-Tochter Nord Gas Solutions profitiert von boomendem Gasmarkt – strategische Exit-Optionen in Prüfung, so könnte man die heutige Meldung aus München zusammenfassen. Und wieder scheint Mutares ein „glückliches Händchen“ beim Einstieg bewiesen zu haben. ein klassisches Crave-Out Geschäft, das bereits nach einem knappen Jahr vor einem Teilexit stehen könnte.
Sowohl bei Steyr Motors, wo man vor dem großen Defense-Hype günstig eingestiegen war, so scheint man auch das andere große Thema aktuell getroffen zu haben. Ähnlich wie beim erfolgreichen Exit von STEYR Motors profitiert das Portfoliounternehmen von strukturellen Megatrends. Geopolitische Spannungen und der weltweit steigende Bedarf an liquiden Energieträgern (LNG) treiben die Nachfrage nach Marinetransport- und Regasifizierungssystemen massiv an.
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Geprüft werde nun ein Börsengang in den skandinavischen Ländern – ein Ansatz, den Mutares in der Vergangenheit bereits erfolgreich bei Portfoliounternehmen wie der STS Group oder über die Börsennotierung von STEYR Motors angewandt hat. Bisher erfolgreiches Drehbuch: Börsengang, Teilplatzierung und dann im Laufe der Zeit sukzessive Abbau der Beteiligung auf Null. Bei sTEYR gelang das zu immer höheren Kursen. Ein solcher Schritt im Rahmen eines Dual-Track-Prozesses dient nicht zuletzt auch dazu, das maximale Potenzial für einen potenziellen strategischen Käufer auszuloten.
Mutares kann punkten – Rekord-Auftragsbestand und starkes Wachstum
Die Mutares SE & Co. KGaA (ISIN: DE000A2NB650) gab heute, am 14. Oktober 2026, bekannt, dass ihr Portfoliounternehmen Nord Gas Solutions („NGS“), ein führender unabhängiger Spezialist für Gashandling, Kraftstoffversorgung, Regasifizierung und Verflüssigungssysteme, seit der Übernahme durch Mutares eine stark steigende Nachfrage nach seinen Gaslösungen verzeichne. Das Unternehmen beschäftigt rund 500 Mitarbeitende an neun Standorten weltweit, mit Hauptsitz in Asker, Norwegen, und wichtigen operativen Standorten in Norwegen, Schweden und Polen.
Der fest beauftragte Auftragsbestand belief sich zum 30. September 2026 auf einen Rekordwert von 880 Mio Euro, hinzu kommt eine Pipeline potenzieller Projekte in Höhe von 1,8 Mrd Euro. Für das Gesamtjahr 2026 erwartet das Management einen Umsatz von über 575 Mio Euro bei einem bereinigten EBITDA von rund 50 Mio Euro. In den ersten neun Monaten 2026 erzielte NGS bereits einen Umsatz von rund 459 Mio Euro (Vorjahr: 283 Mio Euro) und ein bereinigtes EBITDA von 43 Mio Euro (Vorjahr: 20 Mio). Und Peter Wagner, CEO von NGS, kommentiert: „Seit wir als eigenständiges Unternehmen agieren, haben wir unseren Auftragsbestand deutlich gesteigert. Er beläuft sich inzwischen auf EUR 880 Mio. Unsere Kunden investieren in neue Gasinfrastruktur, und wir sind gut aufgestellt, um unsere Ziele für 2026 und 2027 zu erreichen.“
Drei Megatrends treiben das Geschäft
Das Wachstum von NGS wird von drei zusammenwirkenden Megatrends getragen: Der weltweite Energiebedarf steigt stark, unter anderem durch den Ausbau von KI- und Rechenzentrumskapazitäten. Gleichzeitig haben zunehmende geopolitische Spannungen den Fokus auf die Sicherung einer zuverlässigen und diversifizierten Energieversorgung verstärkt. Darüber hinaus schafft die anhaltende Ausrichtung auf langfristige Dekarbonisierung, Energiewende und Effizienz Nachfrage nach emissionsärmeren Gaslösungen.
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Der europäische Erdgaspreis hat am 12. Oktober 2026 mit 87,20 Euro je Megawattstunde den höchsten Stand seit Ende 2022 erreicht. Als Preistreiber gelten Angriffe auf Handelsschiffe in der Straße von Hormus sowie das verstärkte Auffüllen der Gasspeicher vor dem Winter. Und Katar, der größte LNG-Exporteur der Region, kommt derzeit nur auf Exporte von 20 bis 30 Prozent seiner Exportkapazität.
Starke Nachfrage in allen Geschäftsbereichen.
Im Marinebereich erhielt NGS im August 2026 einen Auftrag zur Lieferung von Cargo-Handling- und LPG-Brennstoffversorgungssystemen für acht neue Flüssiggastanker von BW LPG mit einer Kapazität von jeweils 90.000 m³. Die Schiffe werden bei HD Hyundai gebaut. Ein weiterer Auftrag umfasst entsprechende Systeme für zwei Flüssiggastanker für Byzantine Maritime mit einer Kapazität von jeweils 40.000 m³.
Die Midstream-Infrastruktur ist ein wesentlicher Wachstumstreiber für NGS. Das Unternehmen liefert das Regasifizierungsmodul für den Umbau des LNG-Tankers „Methane Patricia Camila“ durch Excelerate Energy zu einer FSRU (schwimmende Speicher- und Regasifizierungseinheit). Die Lieferung ist für das erste Halbjahr 2028 geplant. Für das Gesamtjahr 2027 ist das Management von NGS zuversichtlich, ein prozentual zweistelliges Umsatzwachstum sowie eine zweistellige bereinigte EBITDA-Marge zu erreichen. Zum 30. September 2026 waren bereits rund 92 % des für 2027 geplanten Umsatzes durch den fest beauftragten Auftragsbestand abgedeckt.
Mutares prüft „Strategische Exit-Optionen“ – da ist man Profi.
Mutares prüfe nun gemeinsam mit seinen Finanzberatern mögliche strategische Exit-Optionen für NGS, darunter einen möglichen Börsengang in den Nordics in den kommenden Monaten. Es sei noch keine endgültige Entscheidung getroffen worden, und es bestehe keine Gewissheit darüber, ob oder wann eine Transaktion stattfinden werde. Mutares sei von den Perspektiven von NGS überzeugt und gehe davon aus, im Falle eines möglichen Börsengangs vorbehaltlich marktüblicher Lock-up-Vereinbarungen ein bedeutender Aktionär zu bleiben. Würde auf jeden Fall den Gewinnzielen der Carve-Out Spezialisten guttun.
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