Rheinmetall, RENK, HENSOLDT, TKMS – Freitag Knoten geplatzt? Alte Hochs wieder in Reichweite?

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Rheinmetall, RENK, HENSOLDT , TKMS – volle Auftragsbücher, fallende Kurse? So sah es in den letzten Monaten aus. Defense wandelte sich vom Highflyer zur lame duck in den Depots. Auch die Analysten wurden mti fallenden Kursen vorsichtiger. Freitag auf einmal alle Defensewerte mit kräftigem Plus. Vorne im jeweiligen Index.woran lag es? Kurzes Aufflackern oder mehr? Freitag gab es eine Nachrichtenlage, die wieder den Blick auf die ungebrochenen Perspektiven der gesamten Defenseindustrie lenkten. Und das waren keine Eintagsfliegen. Es ging um mehr. Und so könnte der Tag an dem die grossen Ki- und Techwerte ihre äusserst schwache Woche fortsetzten als Beginn respektive Bestätigung einer Sektorrotation, zumindest aber einer teilweisen Hinwendung zu weniger riskanten Aktien gesehen werden.

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Was Freitag in den Vordergrund trat und was vorher schieflief bei den Kursen von Rheinmetall, Renk, TKMS, Hensoldt…

Vor dem jüngsten Kurssprung lief es für Rüstungswerte wie Rheinmetall, Hensoldt, Renk und TKMS an der Börse alles andere als rund. Investoren zeigten sich zunehmend verunsichert: Zum einen zögerten staatliche Auftraggeber die Vergabe von Projekten immer wieder hinaus, zum anderen sorgten gestiegene Kosten für den Kapazitätsausbau und Diskussionen über die Profitabilität für Sorgenfalten. Hinzu kamen die immer wieder aufgekommenen Hoffnung enauf diplomatische Verhandlungen im Ukraine-Krieg, die Anleger befürchten ließen, dass die milliardenschweren Auftragsströme zur Ukraineunterstützung bald abreißen könnten.

…dann kam am Freitag Morgan Stanley und die Geopolitik.

Am Freitag kam dann jedoch eine ideale Gemengelage aus fundamentalen Impulsen und geopolitischen Dynamiken zusammen, die den gesamten Sektor wieder Leben einhauchte und den Grundstein für eine mögliche langfristige Trendwende legte. Eine Studie von Morgan Stanley lieferte wohl den entscheidenden fundamentalen Weckruf. Laut der veröffentlichten Branchenstudie wird zum Jahresende mit einem massiven Anstieg an Auftragsvergaben aus dem laufenden Bundeshaushalt gerechnet. Experten prognostizieren eine klassische „saisonale Rally“, da staatliche Budgets traditionell vor dem Jahreswechsel final vergeben werden müssen. Dies brachte wohl das Vertrauen der Investoren in die ehrgeizigen Wachstumsziele für 2027 schlagartig zurück.

Dazu die aktuelle Gemengelage aus neuen Spannungen und politische Signale aus den USA – insbesondere die anhaltende Kritik an der bisherigen Lastenverteilung bei der Ukraine-Unterstützung und der Starlink-Warnschuss. Liess europäische Verteidigungspolitiker am freitag nochmals die Erwartung bestätigen, dass europäische Staaten ihre eigenen Verteidigungsanstrengungen und -budgets noch drastischer und eigenständiger hochfahren müssen, um wegfallende US-Kapazitäten auszugleichen.

Rheinmetall und Co. im Einzelcheck. Freitag Startschuss…

Rheinmetall (DAX-Spitzenreiter): Mit einem starken Xetra-Schlusskurs von 1.090,20 Euro und einem Tagesplus von ca. 5,39 % setzte sich der Düsseldorfer Rüstungskonzern an die Spitze des DAX. Analysten werteten den Dreh als charttechnischen Befreiungsschlag, bei dem wichtige Linien durchbrochen wurden. Der Konsens zeigt zwar weiterhin ein erhebliches langfristiges Aufwärtspotenzial (mit durchschnittlichen Kurszielen im Schnitt zwischen rund 1.570 und 1.580 Euro), allerdings klafft die Spanne unter den Analysten weit auseinander: Während optimistische Institute Ziele von bis zu 1.900 Euro aufrufen, mahnen konservativere Häuser (mit Zielen um 1.020 bis 1.050 Euro) zur Vorsicht bezüglich der kurzfristigen Bewertung nach den enormen Vorjahresanstiegen. Morgen gibt’s noch einen Einzelblick auf Rheinmetall – was vom 100 Mrd Euro Sondervermögen bei den Düsseldorfern ankommt – Sonntag, 9:00 Uhr auf dem nwm!

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… und Hensoldt…

… schloss den Handelstag bei 87,86 Euro, was einem kräftigen Tagesplus von 5,96 % entspricht. Das durchschnittliche Kursziel der Analysten liegt im Bereich von rund 96,00 bis 98,00 Euro. Während einige Banken (wie Jefferies oder die Deutsche Bank) mit Kurszielen um 98,00 bis 105,00 Euro zum Kauf raten, stufen andere Adressen (wie Goldman Sachs mit einem Ziel von 85,00 Euro) den Titel neutral ein, da der hohe Auftragsbestand von über 10 Milliarden Euro im aktuellen Kurs bereits weitgehend eingepreist sei.

Der Getriebespezialist Renk legte am Freitag ebenfalls stark zu und schloss bei einem Xetra-Kurs von 37,90 Euro (ein Tagesplus von 6,72 %). Das durchschnittliche Kursziel der Analysten liegt im Mittel bei rund 61,00 Euro, was rein rechnerisch ein hohes Aufwärtspotenzial eröffnet. Dennoch zeigt sich hier eine erhebliche Diskrepanz: Während JPMorgan mit einem Ziel von 62,00 Euro weiter an der Aktie festhält, senkte beispielsweise die Bank of America ihr Votum nach kurzfristigen Ertragsrisiken und reduzierten Schätzungen das Kursziel deutlich ab.

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Die TKMS-Aktie profitierte ebenfalls spürbar und beendete den Handel bei 84,00 Euro, was einem starken Tagesplus von 4,35 % entspricht. Der Analystenkonsens sieht hier im Schnitt Kursziele um 108,00 Euro, wobei vereinzelte Ausreißer (wie mwb research) sogar Ziele von bis zu 140,00 Euro nennen. Begründet wird dies vor allem mit dem massiven Auftragsbestand aus dem Marine-Sektor, der den Konzern auf Jahre hinaus absichert.

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