Nordex sammelt weitere 175 MW ein: Aufträge aus drei europäischen Kernmärkten

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Die Auftragsserie bei Nordex setzt sich fort. Der Windkraftanlagenbauer hat neue Bestellungen aus Frankreich, Portugal und Spanien mit einem Gesamtvolumen von 175 MW erhalten. Insgesamt sollen 34 Windenergieanlagen geliefert und errichtet werden.

Neben dem eigentlichen Turbinengeschäft beinhalten die Verträge auch mehrjährige Servicevereinbarungen. Damit sichert sich Nordex über die Anlagenlieferung hinaus wiederkehrende Erlöse und baut gleichzeitig seine installierte Basis in drei wichtigen europäischen Windenergiemärkten weiter aus.

Besonders interessant: Die Bestellungen verteilen sich auf gleich fünf verschiedene Turbinentypen – von der N131/3600 bis zur neuen N175/6.X.

34 Turbinen mit insgesamt 175 MW

Insgesamt umfasst das Auftragspaket 34 Windenergieanlagen.

Bestellt wurden acht N175/6.X, vier N163/6.X, vier N149/4.X, neun N133/4800 sowie neun N131/3600.

Damit zeigt sich erneut die Breite des Nordex-Portfolios.

Je nach Windverhältnissen, Standortbedingungen und regulatorischen Vorgaben können Projektentwickler unterschiedliche Turbinengrößen und Leistungsklassen einsetzen.

Gerade in europäischen Märkten mit teilweise komplexen Genehmigungsverfahren kann diese Flexibilität ein wichtiger Wettbewerbsvorteil sein.

N175/6.X setzt sich weiter im Markt durch

Für Anleger dürfte insbesondere die erneute Bestellung der N175/6.X interessant sein.

Acht der insgesamt 34 Anlagen entfallen auf diesen Turbinentyp.

Die N175/6.X gehört zur Delta4000-Plattform und ist auf einen hohen Energieertrag insbesondere bei mittleren und niedrigeren Windgeschwindigkeiten ausgelegt.

Erst kürzlich hatte Nordex auch beim deutschen 42-MW-Windpark Lambacher Höh zwei N175/6.X verkaufen können. Parallel entwickelt das Unternehmen mit der angekündigten N193/7.X bereits die nächste größere Variante der Delta4000-Plattform, deren Serienproduktion für 2029 vorgesehen ist.

Die neuen Aufträge zeigen damit, dass Nordex einerseits seine neueren Turbinengenerationen im Markt etabliert, gleichzeitig aber weiterhin ältere und standortspezifisch passende Modelle verkauft.

Fünf Turbinentypen zeigen eine interessante Stärke

Gerade die Mischung aus fünf unterschiedlichen Anlagentypen ist bei diesem Auftragspaket bemerkenswert.

Nicht jeder Standort benötigt die größte oder leistungsstärkste verfügbare Windenergieanlage.

In Frankreich, Spanien und Portugal unterscheiden sich Windbedingungen, Flächen, Genehmigungen und Projektanforderungen teilweise erheblich.

Nordex kann deshalb aus einer relativ breiten Produktpalette auswählen und die Anlagenkonfiguration an die jeweiligen Projekte anpassen.

Die neuen Bestellungen reichen von der N131/3600 mit 3,6 MW bis zur N175/6.X aus der 6-MW-Klasse.

Für Nordex bedeutet eine solche Produktbreite allerdings auch höhere Anforderungen an Produktion, Lieferkette und Service. Entscheidend ist deshalb, die Variantenvielfalt möglichst effizient innerhalb gemeinsamer Plattformen abzubilden.

Serviceverträge erhöhen den langfristigen Wert

Wie bereits bei zahlreichen anderen Nordex-Aufträgen endet das Geschäft nicht mit der Installation.

Die neuen Verträge umfassen zusätzlich mehrjährige Servicevereinbarungen.

Diese sollen eine hohe technische Verfügbarkeit und langfristige Energieproduktion der Anlagen sicherstellen.

Für Nordex entsteht dadurch ein zusätzlicher wirtschaftlicher Effekt: Jede neu installierte und langfristig betreute Turbine erweitert die Servicebasis des Konzerns.

Das Servicegeschäft kann dadurch über viele Jahre Umsätze generieren, während das eigentliche Turbinengeschäft wesentlich stärker von einzelnen Projekt- und Auslieferungszeitpunkten abhängig ist.

Wie lange die Serviceverträge bei den aktuellen Projekten konkret laufen, nennt Nordex allerdings nicht.

Frankreich, Spanien und Portugal stärken europäische Basis

Die geografische Verteilung ist ebenfalls interessant.

Nordex gewinnt die Aufträge gleichzeitig in Frankreich, Portugal und Spanien und baut damit seine Position in mehreren europäischen Märkten aus.

Dadurch ist das Auftragspaket weniger von einem einzelnen nationalen Markt abhängig.

Die Namen der Kunden und der konkreten Windparks werden nicht veröffentlicht. Auch eine Aufteilung der 175 MW auf die drei Länder nennt Nordex nicht.

Damit lässt sich nicht beurteilen, welcher Markt den größten Anteil am neuen Auftragseingang liefert.

Aufträge reichen bereits bis 2028

Für die Produktionsplanung ist insbesondere der zeitliche Horizont interessant.

Alle Projekte sollen zwischen 2027 und 2028 installiert und in Betrieb genommen werden.

Damit sichert sich Nordex bereits heute zusätzliche Auslastung für die kommenden beiden Jahre.

Das reiht sich in die jüngsten Auftragseingänge ein: Beim Windpark Lambacher Höh in Rheinland-Pfalz beginnt die Installation beispielsweise ebenfalls erst Anfang 2028.

Für Anleger ist deshalb zunehmend interessant, wie weit die Produktionskapazitäten des Konzerns bereits durch bestehende Aufträge ausgelastet sind.

Kein einzelner Megaauftrag – aber breite Nachfrage

175 MW sind für Nordex kein Auftrag, der die Geschäftsentwicklung allein fundamental verändert.

Interessant ist vielmehr die Zusammensetzung.

Drei Länder, 34 Anlagen, fünf Turbinentypen und zusätzliche Serviceverträge sprechen für eine breit gefächerte Nachfrage.

Das reduziert zumindest bei diesem Auftragspaket die Abhängigkeit von einem einzelnen Projekt oder einer einzigen Turbinenplattform.

Gleichzeitig zeigen die Bestellungen, dass Nordex nicht ausschließlich über immer größere Turbinen wächst. Auch etablierte Modelle wie N131, N133 und N149 finden weiterhin Abnehmer, wenn sie zu den jeweiligen Projektanforderungen passen.

Entscheidend bleibt die Profitabilität

Für Anleger reicht ein hoher Auftragseingang allein allerdings nicht aus.

Bei einem Anlagenbauer wie Nordex kommt es darauf an, die Bestellungen zu attraktiven Margen abzuarbeiten.

Materialkosten, Logistik, Produktionsauslastung und Projektabwicklung entscheiden letztlich darüber, wie viel vom Umsatz als operativer Gewinn übrig bleibt.

Der neue Auftrag liefert hierzu keine Angaben.

Auch Auftragswert, Kunden, einzelne Projektgrößen und finanzielle Konditionen bleiben vertraulich.

Entsprechend lässt sich aus den 175 MW allein kein belastbarer zukünftiger Ergebnisbeitrag ableiten.

Fazit: Nordex füllt die Bücher für 2027 und 2028 weiter

Die neuen Bestellungen aus Frankreich, Portugal und Spanien liefern einen weiteren Baustein für die mittelfristige Auslastung von Nordex.

175 MW, 34 Windenergieanlagen, fünf unterschiedliche Turbinentypen und mehrjährige Serviceverträge zeigen eine breite Nachfrage nach dem bestehenden Produktportfolio.

Besonders die acht bestellten N175/6.X sind interessant, weil sich damit die neuere Delta4000-Generation weiter im europäischen Markt etabliert.

Gleichzeitig reichen die Projekte bereits bis ins Jahr 2028.

Damit setzt sich ein Muster fort: Nordex gewinnt heute Aufträge, die Produktionskapazitäten über mehrere Jahre binden und gleichzeitig über Serviceverträge langfristige Kundenbeziehungen schaffen.

Für Anleger verschiebt sich die entscheidende Frage deshalb zunehmend von der reinen Auftragsmenge zur Qualität der Umsetzung: Wie profitabel kann Nordex den wachsenden Auftragsbestand abarbeiten – und wie stark wächst parallel das margenrelevante langfristige Servicegeschäft?

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