NanoRepro übernimmt die Kontrolle bei newkee: Kerber tauscht Anteile gegen Aktien – Umsatz soll bis 2030 auf 40 Millionen Euro steigen

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NanoRepro treibt den Umbau vom Diagnostikunternehmen zur integrierten Gesundheits- und Hautpflegeplattform weiter voran. Der Konzern erhöht seinen verfügbaren Stimmrechtsanteil an der Deutsche Kosmetikwerke AG (DKW AG) mit der Marke newkee von bislang 43,72 auf 50,24 Prozent.

Damit wird eine entscheidende Schwelle überschritten: Die DKW AG soll künftig vollkonsolidiert werden können. Besonders interessant ist die Konstruktion der Transaktion. Mitgründerin und Markenbotschafterin Angelique Kerber sowie ein weiterer Aktionär geben ihre DKW-Anteile ab und erhalten dafür überwiegend NanoRepro-Aktien. Eine Kapitalerhöhung ist dafür nicht erforderlich.

Für NanoRepro ist der Schritt Teil eines größeren Plans: Der Konzernumsatz soll von rund 18 Millionen Euro 2026 auf rund 40 Millionen Euro im Jahr 2030 steigen.

Von 43,72 auf 50,24 Prozent

Bislang kann NanoRepro über die eigene Beteiligung und die Beteiligung der Tochtergesellschaft Paedi Protect auf 43,72 Prozent der Stimmrechte an der DKW AG zugreifen.

Nun kommen weitere rund 6,5 Prozentpunkte hinzu.

Davon stammen etwa 5,7 Prozent des DKW-Grundkapitals von Angelique Kerber und weitere rund 0,8 Prozent von einem weiteren Aktionär.

Damit steigt der verfügbare Stimmrechtsanteil auf 50,24 Prozent.

Für NanoRepro ist das weit mehr als eine gewöhnliche Beteiligungsaufstockung: Durch das Überschreiten der Kontrollschwelle kann die DKW AG in den Konzernabschluss einbezogen werden.

newkee wird damit zum echten Konzernbaustein

Genau das ist der strategische Kern der Transaktion.

NanoRepro will nicht länger lediglich verschiedene Beteiligungen nebeneinander halten. Aus den einzelnen Unternehmen soll zunehmend eine integrierte Plattform entstehen.

Neben NanoRepro selbst spielt dabei insbesondere Paedi Protect eine zentrale Rolle.

Bereits zuvor hatte NanoRepro angekündigt, Produktions- und Einkaufsstrukturen im Hautpflegegeschäft bei Paedi Protect zu bündeln. newkee soll nun stärker auf diese Infrastruktur zugreifen.

Hinzu kommen gemeinsame Strukturen bei Vertrieb, stationärem Handelszugang, Marketing, Einkauf, Produktentwicklung, Regulatorik und Qualitätsmanagement.

Damit soll newkee schneller wachsen können, als dies als eigenständiges Unternehmen möglich wäre.

Umsatz soll sich bis 2030 mehr als verdoppeln

Für Anleger ist die Beteiligungsaufstockung auch deshalb relevant, weil NanoRepro erst Anfang September konkrete mittelfristige Umsatzziele genannt hat.

Für 2026 rechnet die Gruppe mit rund 18 Millionen Euro Konzernumsatz.

Bis 2028 sollen daraus rund 28 Millionen Euro werden.

Für 2030 stehen bereits rund 40 Millionen Euro im Plan.

Sollte dieses Ziel erreicht werden, würde der Umsatz gegenüber 2026 um rund 122 Prozent steigen und sich damit mehr als verdoppeln.

Das entspricht über den Zeitraum von vier Jahren rechnerisch einem durchschnittlichen jährlichen Umsatzwachstum von rund 22 Prozent.

Dieses Wachstum soll aus einer Kombination von organischer Expansion und gezielten Akquisitionen entstehen.

Die Vollkonsolidierung von newkee bezeichnet NanoRepro ausdrücklich als entscheidenden Baustein auf diesem Weg.

Transaktion bewertet DKW mit rund 12 Millionen Euro

Interessant ist auch die Bewertung, die der Transaktion zugrunde liegt.

Die DKW-Anteile werden auf Basis einer Unternehmensbewertung von rund 12 Millionen Euro getauscht.

Angelique Kerber und der weitere Aktionär erhalten als Gegenleistung überwiegend Aktien der NanoRepro AG.

NanoRepro greift dafür auf eigene Aktien zurück, die bereits im Rahmen eines früheren Aktienrückkaufprogramms erworben wurden.

Von insgesamt 290.497 eigenen Aktien sollen rund 263.000 Aktien für die Transaktion eingesetzt werden.

Damit werden rund 91 Prozent des vorhandenen Bestands eigener Aktien verwendet.

Keine Kapitalerhöhung – keine neuen Aktien

Für bestehende NanoRepro-Aktionäre ist die Struktur interessant.

Das Unternehmen muss für die Übernahme keine Kapitalerhöhung durchführen und keine neuen Aktien ausgeben.

Stattdessen werden bereits vorhandene eigene Aktien übertragen.

Dadurch erhöht sich zwar die Zahl der wieder im Umlauf befindlichen NanoRepro-Aktien, es entstehen jedoch keine zusätzlichen Aktien durch eine Kapitalerhöhung.

Das Unternehmen selbst bezeichnet die Transaktion entsprechend als nicht verwässernd für die bestehenden Aktionäre.

Gleichzeitig werden die bisherigen DKW-Anteilseigner zu Aktionären von NanoRepro – ihre wirtschaftlichen Interessen werden damit stärker mit der Entwicklung des Gesamtkonzerns verknüpft.

Angelique Kerber bleibt bis 2028 an Bord

Auch marketingseitig verliert NanoRepro mit der Transaktion nicht einen der wichtigsten Namen hinter newkee.

Angelique Kerber bleibt der Marke bis einschließlich 2028 als aktive Markenbotschafterin verbunden.

Sie soll insbesondere über Social Media und Content-Formate dazu beitragen, die Markenbekanntheit weiter auszubauen.

Das ist für eine junge Kosmetikmarke nicht unerheblich.

newkee wurde gemeinsam von Angelique Kerber, Manuel Neuer und Paedi Protect gegründet. Der Markenname leitet sich bis heute aus den Namen der beiden prominenten Mitgründer ab.

Damit kann NanoRepro die gesellschaftsrechtliche Integration vorantreiben, ohne auf Kerbers Reichweite und Markenwirkung verzichten zu müssen.

Prominente Gründer allein reichen allerdings nicht

Für Anleger wird jetzt entscheidend, ob sich diese Markenbekanntheit auch in steigende Umsätze übersetzen lässt.

Genau hier setzt die Plattformstrategie an.

Statt newkee ausschließlich über seine prominenten Markenbotschafter aufzubauen, soll die Marke künftig stärker von der bereits vorhandenen Infrastruktur der Gruppe profitieren.

Besonders der Zugang zum stationären Handel könnte dabei eine wichtige Rolle spielen.

NanoRepro bezeichnet newkee bereits als zentralen Wachstumstreiber innerhalb der Gruppenplattform.

Damit steigen allerdings auch die Erwartungen an die operative Entwicklung der Marke.

Vollkonsolidierung verändert künftig auch die Konzernzahlen

Die Überschreitung der Konsolidierungsschwelle hat zudem einen wichtigen bilanziellen Effekt.

Nach erfolgreicher Umsetzung soll DKW nicht mehr lediglich als Beteiligung betrachtet werden, sondern vollständig in die Konzernrechnung einfließen.

Damit werden künftig grundsätzlich auch die entsprechenden Umsätze und Aufwendungen der DKW in den Konzernzahlen von NanoRepro berücksichtigt.

Das ist bei der Interpretation des geplanten Umsatzwachstums wichtig.

Denn ein Teil des zukünftigen Konzernwachstums kann durch Konsolidierungseffekte entstehen, während ein anderer Teil aus tatsächlichem organischem Wachstum der einzelnen Marken resultieren soll.

Für Anleger wird es deshalb interessant sein, wenn NanoRepro künftig genauer aufschlüsselt, welchen Umsatz- und Ergebnisbeitrag newkee liefert.

Plattformstrategie wird erstmals greifbarer

Strategisch wird damit zugleich deutlicher, was NanoRepro unter seiner Plattform verstehen will.

Im Zentrum steht offenbar die Idee, verschiedene Marken und Unternehmen über gemeinsame Infrastruktur miteinander zu verbinden.

Produktion und Einkauf können gebündelt, regulatorische Kompetenzen gemeinsam genutzt und Vertriebsstrukturen mehreren Marken zur Verfügung gestellt werden.

Das kann Skaleneffekte erzeugen.

Statt jede Beteiligung mit einer vollständigen eigenen Infrastruktur auszustatten, sollen bestimmte Funktionen zentral organisiert werden.

Ob daraus tatsächlich höhere Margen entstehen, muss sich allerdings erst in den kommenden Jahren zeigen.

40 Millionen Euro Umsatz werden jetzt zur Messlatte

Mit der Veröffentlichung konkreter Umsatzziele erhöht NanoRepro gleichzeitig die eigene Messbarkeit.

Von rund 18 Millionen Euro 2026 über 28 Millionen Euro 2028 auf 40 Millionen Euro 2030 ist der Wachstumspfad ambitioniert.

Allein zwischen 2028 und 2030 müsste der Umsatz noch einmal um rund 43 Prozent steigen.

Entscheidend wird deshalb nicht allein die Konsolidierung von DKW sein.

NanoRepro muss gleichzeitig organisches Wachstum erzielen, die vorhandenen Marken skalieren und – wie angekündigt – gegebenenfalls weitere gezielte Akquisitionen durchführen.

Einordnung für Anleger: Der Umbau bekommt eine klarere Struktur

Die Beteiligungsaufstockung ist deshalb weniger wegen ihrer absoluten Größe interessant als aufgrund ihrer strategischen Wirkung.

NanoRepro erhält die Kontrolle über einen wichtigen Bestandteil der eigenen Plattform und kann newkee stärker in die bestehenden Strukturen integrieren.

Gleichzeitig wird die Transaktion überwiegend mit bereits vorhandenen eigenen Aktien finanziert.

Die entscheidende Frage verschiebt sich damit von der gesellschaftsrechtlichen Struktur zur operativen Umsetzung.

Kann NanoRepro tatsächlich Synergien zwischen NanoRepro, Paedi Protect und newkee realisieren? Kann die Gruppe ihre Handels- und Vertriebsstrukturen nutzen, um newkee schneller zu skalieren? Und führt die Integration nicht nur zu höheren Konzernumsätzen, sondern perspektivisch auch zu steigenden Ergebnissen und Cashflows?

Gerade letzterer Punkt wird entscheidend sein.

Fazit: NanoRepro baut aus Beteiligungen einen Konzern

Mit dem Sprung von 43,72 auf 50,24 Prozent bei der DKW AG erreicht NanoRepro einen wichtigen Meilenstein seiner neuen Strategie.

newkee wird damit von einer Beteiligung zunehmend zu einem integralen Bestandteil des Konzerns.

Die Transaktion besitzt gleich mehrere interessante Komponenten: keine Kapitalerhöhung, rund 12 Millionen Euro zugrunde liegende DKW-Bewertung, Vollkonsolidierung, Angelique Kerber als neue NanoRepro-Aktionärin und gleichzeitig Markenbotschafterin bis 2028.

Vor allem aber wird die langfristige Wachstumsstrategie konkreter.

Aus rund 18 Millionen Euro Konzernumsatz 2026 sollen 28 Millionen Euro 2028 und rund 40 Millionen Euro 2030 werden.

Damit ist die Messlatte gesetzt.

Nach der gesellschaftsrechtlichen Integration muss NanoRepro nun zeigen, dass aus gemeinsamen Einkaufs-, Produktions-, Marketing- und Vertriebsstrukturen tatsächlich operatives Wachstum entsteht.

Gelingt das, könnte die Vollkonsolidierung von newkee tatsächlich der Punkt sein, an dem aus einem Portfolio einzelner Beteiligungen eine skalierbare Unternehmensgruppe wird.

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