Nordex verdient richtig Geld. Vom Sorgenkind zum Primus?

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Nordex SE: Nordex Group erhält Auftrag

Nordex: Von der Krise zur Ernte – warum die Aktie jetzt liefert. Eine Erfolgsstory in der gebeutelten Windenergiebranche. Während Projektentwickler und Betreiber an der Börse reihenweise enttäuschen und deren Aktien einbrechen, kann Nordex operativ immer mehr überzeugen – und der Aktienkurs sollte so auch irgendwann Freude machen?

Jahrelanger Umbau zahlt sich aus – Hauptaktionär hält die Fäden. In der Krise konnte nordex sich auf die Hilfe des spanischen Hauptaktionärs verlassen, jetzt sollte dieser auch überproportional profitieren. Die Nordex Group hat eine bewegte Vergangenheit hinter sich. Nach Jahren mit erheblichen Herausforderungen in der Windkraftbranche – Lieferkettenproblemen, Qualitätsproblemen bei einzelnen Turbinentypen und einer angespannten Ertragslage – hat das Unternehmen unter CEO José Luis Blanco einen konsequenten Kurs der Risikoreduzierung und Margenverbesserung eingeschlagen.

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Der spanische Energiekonzern Acciona S.A. hält mittlerweile 47,1 Prozent an Nordex und ist damit der dominierende Ankeraktionär, während sich der Rest im Streubesitz befindet . Acciona hat seine Beteiligung über die Jahre durch später in Aktien umgewandelte Darlehen und Kapitalerhöhungen hinweg strategisch ausgebaut und damit ein klares Bekenntnis zum deutschen Windturbinenbauer abgelegt. Diese Konstellation gab und gibt Nordex Stabilität und Rückhalt, auch wenn die Abhängigkeit von einem Großaktionär immer wieder kritisch diskutiert wird. Oder Übernahmespekulationen nährt…

Von der Verlustzone in die Profitabilität – Nordex ist vorne.

Die jüngsten Zahlen belegen eindrucksvoll, dass Nordex die Kurve bekommen hat. Für das dritte Quartal 2026 meldet das Unternehmen ein vorläufiges EBITDA von rund 278 Millionen Euro – mehr als doppelt so viel wie im Vorjahreszeitraum (136 Millionen Euro). Die EBITDA-Marge springt von 8,0 auf 12,7 Prozent . Der Umsatz kletterte um 28 Prozent auf rund 2,19 Milliarden Euro. Der Freie Cashflow liegt bei 379 Millionen Euro und damit ebenfalls mehr als doppelt so hoch wie ein Jahr zuvor .

Diese Entwicklung kommt nicht von ungefähr. Nordex hat in den vergangenen Jahren systematisch Risiken aus den Projektverträgen entfernt, Preisanpassungsklauseln eingeführt und sich auf rentable Kernmärkte konzentriert . Die Working-Capital-Quote liegt mit unter -9 Prozent weiterhin im Zielbereich, und die Nettoliquidität ist auf komfortable 848 Millionen Euro gestiegen . Mit jeder weiteren installierten Anlage wächst zudem das Servicegeschäft, das durch langfristige Verträge mit attraktiven Margen und wiederkehrenden Cashflows geprägt ist.

„Wir heben unsere Prognose an und bleiben auf profitables Wachstum fokussiert“

Und der langjährige CEO José Luis Blanco kommentierte die Entwicklung mit klaren Worten: „Das dritte Quartal zeigt, was unsere Teams leisten können. Eine starke Projektabwicklung und eine höhere Profitabilität im Service haben uns eine sehr gute Ausgangsposition für das Schlussquartal verschafft. Wir heben unsere Prognose für die EBITDA-Marge 2026 an und bleiben auf profitables Wachstum fokussiert.”

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Blanco hatte bereits in früheren Jahren die strategische Ausrichtung beispielsweise auf seiner Hauptversammlungsrede 2024 vorgezeichnet: „Ein wichtiges Maßnahmenpaket für uns war die systematische Reduzierung von Risiken, da diese immer wieder unsere Geschäftsentwicklung und vor allem unsere Profitabilität beeinträchtigt hatten. […] Diese Maßnahmen werden nun schrittweise sichtbar – die Projekte mit Ausführungsrekord und zugrunde liegender Profitabilität verbessern sich systematisch und strukturell.“ Und mit Blick auf das Servicegeschäft betonte er bereits seinerzeit: „Unser Servicegeschäft folgt den neuen Turbineninstallationen mit einer zeitlichen Verzögerung von etwa einem Jahr. […] Dieser Bereich unserer Tätigkeit ist durch kontinuierliche Cashflows mit attraktiven Margen gekennzeichnet.“

Servicegeschäft als stabilisierender Anker.

Der Servicebereich entwickelt sich zum eigentlichen Juwel des Konzerns. Allein im ersten Quartal 2026 wuchs das EBIT im Service um 26 Prozent bei einer Marge von 19,2 Prozent . Die Serviceverträge laufen langfristig – in einigen Fällen bis zu 35 Jahre – und sorgen für planbare, wiederkehrende Einnahmen. Ende 2023 betreute Nordex rund 11.400 Windturbinen mit einer Leistung von über 35 Gigawatt . Mit jeder neu installierten Anlage wächst dieser Bestand potentiell, fast automatisch, weiter.

Für die Bilanz bedeutet das: Jeder zusätzliche Servicevertrag erhöht den Anteil sicherer, wiederkehrender Umsätze und macht das Unternehmen widerstandsfähiger gegen die nächste Krise. Die langfristigen Vertragsverbindlichkeiten aus Serviceverträgen stiegen zuletzt um 15,2 Prozent auf 178 Millionen Euro – ein klares Zeichen für das wachsende Auftragsvolumen in diesem Segment.

Analysten reagieren – Kursziel angehoben

Die Analysten haben auf die starken Zahlen umgehend reagiert. Jefferies hob das Kursziel von 60 auf 63 Euro an und beließ die Einstufung auf „Buy“. Analyst Constantin Hesse schrieb, Nordex habe „beim Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen selbst die optimistischsten Erwartungen noch überboten“ und „insgesamt einen weiteren Volltreffer gelandet“ . Die Aktie legte nach Bekanntgabe der Zahlen heute im Hoch bis zu 15 Prozent zu . 

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Berenberg hatte bereits im März 2026 das Kursziel von 32 auf 50 Euro angehoben und verwies auf den Auftragsbestand auf Rekordniveau . Der Gesamtauftragsbestand liegt bei 18,4 Milliarden Euro (Stand: 30. Juni 2026), davon 11,6 Milliarden Euro im Projektgeschäft und 6,8 Milliarden Euro im Service . Das ist ein Plus von 14,2 Prozent gegenüber dem Jahresende 2025. Es gibt jedoch auch kritische Stimmen: RBC belässt die Einstufung auf „Underperform“ mit einem Kursziel von 36 Euro und verweist auf mittelfristige Risiken im deutschen Markt sowie auf Herausforderungen für Projektentwickler .

Nordex: Erntezeit angesagt. Nordex hat die schweren Jahre hinter sich gelassen. Die Kosten scheinen im Griff, die Projektabwicklung liefert verlässlich Margen, und jede weitere Anlage verbessert die Ertragsbasis. Das Servicegeschäft wächst beständig und sorgt für planbare Umsätze. Mit Acciona als starkem Ankeraktionär, einer soliden Bilanz und einem Auftragsbestand auf Rekordhöhe ist Nordex heute deutlich widerstandsfähiger aufgestellt als in früheren Krisenzeiten. Die Anhebung der EBITDA-Prognose auf 11,5 bis 12,5 Prozent für 2026 ist ein klares Signal: Die Erntezeit hat begonnen.

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