TecDAX | Nordex Aktie nach Prognoserückschlag mit Gegenmittel bei Kursschwund: Auftrag. 101 MW in Irland.

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11.11.2021 – Nordex Group (ISIN: DE000A0D6554) ist unter Druck. Zwar scheinen derzeit die Aufträge nur so zu sprudeln, aber die Aktie geht immer weiter in die Knie. Woran es liegt? Einerseits „hausgemachte“ Gründen, wie überraschende Kapitalerhöhung, Probleme mit Onshorewindanlage in Haltern mit ungewissen Auswirkungen, Analystenschelte, steigende Shortpositionen (Symptom oder Ursache?) und Erwartung einer Prognoseanpassung als Reaktion auf die anderen Branchenvertreter, die diesen Schritt bereits zuvor gehen mussten. Andererseits die Schwäche der Wettbewerber, die unter Lieferkettenproblemen leiden und insbesondere unter explodierenden Rohstoffkosten: Alte Aufträge werden so teilweise zum Kostenrisiko. Und am 08.11.2021 zog Nordex nach – erwartet und offensichtlich für die Aktionäre Zerstörung der Hoffnungen, dass es vielleicht Nordex doch nicht so schwer treffen würde, jedenfalls reagierte die Aktie am Folgetag entsprechend.

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Corestate’s Weg zur Prognoseerfüllung „ist noch ein Stück“. Q3-Zahlen passen, aber erst im Q4 zeigt es sich, ob das „neue“ Konzept greift.

Wacker Neuson erhöht die Prognose, obwohl im Q4 Produktiuonseinschränkungen durch Lieferkettenproblemen erwartet werden. Spannend.

Heute ein „Gegenmittel“ bei Kursschwund – Aufträge. In grösserer Dosis verabreicht: 101 MW

Nordex hat einen Auftrag über 22 Anlagen der Delta4000-Baureihe aus Irland erhalten. Für den Windpark „Ardderroo“ liefert die Nordex Group 15 Turbinen des Typs N149/4.X sowie weitere sieben Anlagen des Typs N149/5.X. Und der Auftrag umfasst zudem einen Premium-Service-Vertrag der Turbinen über 20 Jahre – fast noch wichtiger als der Basisauftrag. Denn mit solchen Verträgen verdient Nordex dauerhaft gutes Geld – berechenbare Einnahmen, wiederkehrend, sind gerade in der volatilen Windanlagenbranche wichtig.

Geheimnistuerei tut der guten Nachricht keinen Abbruch: Der Name des Kunden wird auf Kundenwunsch nicht bekannt gegeben. Jedenfalls entsteht das Projekt „Ardderroo“ im County Galway an der Westküste der Republik Irland. Die Errichtung und Inbetriebnahme der Anlagen erfolgt im 3. Quartal 2022.  In „Ardderroo“ kommen mit den Turbinen des Typs N149/5.X erstmals Nordex-Anlagen der 5-MW-Klasse auch in Irland zum Einsatz. Zudem feiern die N149-Anlagen Premiere auf der grünen Insel: Mit ihrem 149-Meter-Rotor und damit einer überstrichenen Fläche von 17.460 Quadratmetern werden die Turbinen die bisher grössten Rotordurchmesser von Windenergieanlagen in Irland aufweisen.

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DER PROGNOSERÜCKSCHLAG: Umsatz wird am oberen Ende der Prognose liegen, aber EBITDA „zerbröselt“ auf 1% von ursprünglich erwarteten 4 bis 5,5 %

Kostenexplosion. Wahrscheinlich auch fehlende Forwardkäufe von wichtigen Rohstoffen, die für die Produktion der Windenergieanlagen benötigt werden, lassen die Träume von Gewinnen bei hohem Auftragsbestand schwinden. Probleme die die ganze Branche treffen: Vestas, Siemens Gamesa und die anderen Produzenten leiden ebenso und haben teilweise sogar Verluste vor Augen wegen ungünstiger Verträge mit Kunden.

Windenergieanlagen werden zwingend benötigt, wenn die Energiewende funktionieren soll. Glasgow wird weitere Impulse liefern, aber…

…ohne profitable Windenergieanlagenbauer wird Innovation und Ausbauvolumen „nicht funktionieren“. Hohe Nachfrage sollte eigentlich auch zu steigenden Preisen führen – zumindest auf einem funktionierenden Markt. Überangebot? Offensichtlich finden die grossen Anlagenbauer aufgrund technologischer Vorteile gegenüber den aufkommenden neuen Massenproduzenten insbesondere in China immer noch die entsprechende Nachfrage. Also grosse Zukunft – möglicherweise auch für Nordex – und triste Gegenwart.

Die Börse handelt eigentlich die Zukunft – aber 2021 wird schlecht.

Und somit die Frage, ob es Nordex gelingt die steigenden Produktionskosten vollständig an die Kunden weiterzubelasten und seine zukünftigen Verträge mit entsprechenden Preisanpassungsklauseln zu vereinbaren. Auf jeden Fall 2021 wird „nicht so gut“:

Aufgrund der hohen Nachfrage und einer starken Projektabwicklung erwartet die Gesellschaft nunmehr für das laufende Jahr 2021 einen konsolidierten Umsatz von 5,0 bis 5,2 Mrd EUR (bisher: 4,7-5,2). Unter Berücksichtigung unerwarteter Kostensteigerungen aufgrund der beispiellosen Volatilität in den Rohstoff- und Logistikmärkten wird ein operatives Ergebnis (EBITDA) von rund 1,0 Prozent erwartet (bisher: 4,0-5,5 Prozent).

Evotec’s Aktie hat die NASDAQ-Kapitalerhöhung verdaut. Und vor den Quartalszahlen Morgen meldete man heute 40 Mio USD Milestones.

SFC Energy AG auf dem Weg. Vor den endgültigen Q3 Zahlen am 15.11. erhöht man vorsorglich die Gewinnerwartungen für 2021.

Vorläufige Zahlen lassen ein schlechtes Q4 erwarten – wenn man die korrigierte Prognose ansieht

In den ersten neun Monaten 2021 erzielte die Nordex Group einen Umsatz von 4,0 Mrd EUR (9M 2020: 3,2 ). Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) belief sich auf 100,7 Mio EUR (9M 2020: 70,8 Mio. EUR), was einer EBITDA-Marge von 2,5 Prozent (9M 2020: 2,2 Prozent) entspricht. Wenn nun im Gesamtjahr nur noch 1 % EBITDA Marge erwartet wird, dann muss man kein Rechengenie sein, um bei aktuell 2,5 % Marge (für 9 Monate) die Zahlen für das Q4 zu ermitteln.

Klarer positionieren sich die Shortseller, die Schwächen eines Unternehmens schneller als andere zu erkennen meinen

Hier kommt – auch wenn aktuell keine wesentlichen Positionsänderungen erfolgten – Nordex auf ein für deutsche Aktien sehr hohes „Negativum“: Insgesamt meldepflichtig wurden Stand 08.11.2021: 8,43 % (zuletzt schauten wir am 06.10. nach und ermittelten 6,93 % )aller Nordex-Aktien leerverkauft. Wohlgemerkt: Nur meldepflichtige Positionen von mindestens 0,5 % des Gesamtaktienkapitals werden erfasst, also sollte die vollständige Leerverkaufsquote wesentlich höher sein. Und dass ist schon eine kursbeeinflussende Grössenordnung. Und bisher scheinen die „shorts“ ja auch ganz richtigzuliegen. Zwar nur in kleineren Schritten, aber aktuell steigen die Shortpositionen weiter an.

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Nordex ist ein ernstzunehmender Player auf dem Weg zur Klimaneutralität 2050 – der jetzt in noch rauere Winde geraten könnte

Die Gruppe hat über 35 GW Windenergieleistung in über 40 Märkten installiert. Und erzielte im Jahr 2020 einen Umsatz von etwa EUR 4,6 Mrd. Derzeit beschäftigt das Unternehmen über 8.500 Mitarbeiter. Und zum Fertigungsverbund gehören Werke in Deutschland. Spanien. Brasilien. USA. Indien und Mexiko. Das Produktprogramm konzentriert sich auf Onshore-Turbinen vor allem der 4- bis 6,X-MW-Klasse, die auf die Marktanforderungen von Ländern mit begrenzten Ausbauflächen und Regionen mit begrenzten Netzkapazitäten ausgelegt sind.

Aktuell (10.11.2021 / 12:42 Uhr) notieren die Aktien der Nordex SE im XETRA-Handel  mit Plus 0,36 EUR (+2,54 %) bei 14,57  Euro.


Chart: Nordex SE | Powered by GOYAX.de

 

 

 

 

 

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