Prime Standard | Corestate Capital Aktie wird noch was? Q3 passt, aber erst Q4 wird es letztendlich zeigen.

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10.11.2021 – Die CORESTATE Capital Holding S.A. (ISIN: LU1296758029) scheint sich nach den Querelen im Vorjahr und der umfassenden Neuausrichtunglangsam „zu berappeln“. Der „neue“ CEO beginnt zu liefern.Viele der Fragen, die wir noch in unserem Beitrag vom 19.07.2021 „DIV | Eyemaxx, publity und Corestate – drei Immobilienwerte mit vielen offenen Fragen.“ aufwarfen, können nun positiv beantwortet werden – bei Corestate. Seinerzeit lies ein schwacher Jahresauftakt an der Erreichbarkeit der Jahresprognose zweifeln. Und wenn man sich den Aktienkurs der Corestate anschaut, so ist dieser Zweifel am Kapitalmarkt geblieben. Die aktie dümpelt „im Tal der Tränen“. Auch wenn die heute veröffentlichten Zahlen Q3-Zahlen in die richtige Richtung weisen, wird erst im Q4 entschieden werden, ob die heute bestätigte Prognose wirklich eingehalten werden kann. Das ist aber bei Corestate „immer so gewesen“: Q4 brachte die Sahne mit grossen Einzeltransaktionen – oder eben nicht. Heute nun:

Q3: Umsatz  plus 18,9 % auf 169,6 Mio EUR, ber. EBIDTA plus 32,4 % auf 61,0 Mio EUR

Das „adjustierte“ Konzernergebnis soll sich im Berichtszeitraum auf  23,9 Mio EUR (Vorjahr: 20,8 ) belaufen. Und das von CORESTATE verwaltete Immobilienvermögen lag Ende September 2021 bei  24,0 Mrd EUR. Die gesamten Assets under Management (AuM), also inklusive der rückläufigen Nicht-Immobilien-Assets, liegen bei 27,1 Mrd EUR. Eine Basis auf der man aufbauen kann.

Segment Real Estate Equity: Steigende Erlöse vor allem aus Immobilientransaktionen kompensierten dabei sinkende Erträge im Bereich Micro Living Developments. Und die Transaktionen waren und sind offensichtlich „das Salz in der Suppe“ der Corestate GuV. Das Segment Real Estate Debt konnte seine Umsätze im aktuellen Berichtszeitraum um 37,5 % auf 91,8 Mio EUR steigern (Vorjahr: 66,8). Wesentliche Treiber waren das Mezzanine-Geschäft der CORESTATE-Tochter Helvetic Financial Services (HFS) und die seit Mai konsolidierte CORESTATE Bank. Die Nettofinanzverschuldung der Gruppe belief sich Ende September auf 564,4 Mio EUR (31.12.2020: 517,0 Mio.), die liquiden Mittel lagen bei 47,0 Mio EUR, nach 68,2 Mio EUR zum Jahresende 2020.

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Corestate Bank scheint wirklich in das gesamtkonzept zu passen

„Unsere strategische Neuausrichtung zu Beginn des Jahres mit einer voll-integrierten Plattform für Real-Estate-Equity- und Debt-Produkte zahlt sich schon jetzt aus. Unsere Kunden profitieren von einem einzigartigen Angebot entlang der gesamten Immobilienwertschöpfungskette. Wir sind für die bereits begonnene Markterholung bestens positioniert und schauen mit Optimismus auf ein dynamisches Jahresendgeschäft 2021 sowie auf das kommende Jahr 2022. Unsere Kunden wollen wieder investieren, sie sehen den Anstieg der Umsätze an den Märkten und wollen nicht im Abseits stehen“, kommentiert René Parmantier, Vorstandsvorsitzender der CORESTATE Capital Group.

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„Alle Segmente liegen mit den Neunmonatszahlen operativ im Plan. Wir haben nach dem starken zweiten Quartal auch über die Sommermonate gezeigt, dass wir auf einem sehr guten Weg sind, unsere Umsatz- und Ergebnisziele für das Gesamtjahr zu erreichen. Der wiedererstarkte Transaktionsmarkt spielt uns hier deutlich in die Karten. In den nächsten Monaten liegt unser Fokus auf der konsequenten Rückführung der Finanzverschuldung durch den Abbau nicht notwendiger bilanzieller Vermögensgegenstände. Hier arbeiten wir nach leichten Verschiebungen zwischen dem dritten und vierten Quartal weiter mit Hochdruck an der Kernaufgabe, unseren Financial Leverage zum Jahresende auf rund 3x zu reduzieren“, ergänzt Udo Giegerich, Finanzvorstand der CORESTATE Capital Group.

Prognose bestätigt:  Konzernumsatz zwischen 235 Mio und 260 Mio EUR, einem bereinigten EBITDA von 90 Mio.bis 115 Mio EUR, sowie einem bereinigten Konzernergebnis zwischen 50 Mio und 75 Mio EUR. Da das vierte Quartal gewöhnlich in „Vor-Corona-Zeiten“ die grossen Einzeltransaktionen „lieferte“ scheint die Prognose erreichbar.
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Am 08.11.2021 legte Corestate eine der notwendigen Einzeltransaktionen vor: 117 Mio EUR Objekt

„Corestate, ein führender unabhängiger Investment-Manager für Immobilien und damit verbundene Finanzierungslösungen, hat mit der Betriebszentrale der Deutsche Bahn AG in Berlin nach langjähriger Betreuung eine Top-Immobilie an die DIC Asset AG verkauft, die das Objekt in einem Spezialfonds für Dritte verwalten wird.“ Über den Verkauf/Ankauf berichteten wir: DIC Asset erwirbt zwei Objekte im Gesamtwert von 139 Mio EUR.

Und es scheint sich zu lohnen – und dann wohl nicht nur für die Anleger, sondern auch …. Sebastian Hartrott, Geschäftsführer der Hannover Leasing, Tochter der Corestate kommentierte: „Wir wollen unseren Kunden wertschöpfende Investments bieten und durch konstante Performance überzeugen. Unser ausgezeichneter Marktzugang, eine sehr selektive Auswahl passender Objekte und ein hervorragendes Asset Management machen das möglich und deshalb partizipieren die Anleger auch bei dieser Transaktion in hohem Maße vom Verkaufserfolg.“

Und wie soll oder wird es erreicht werden? Neue Strategie unter dem CEO Parmantier

Seit Anfang des Jahres  wurde man bereits mutiger und der neue Vorstand setzte erste Duftmarken durch die 113 Mio EUR-Übernahme einer Finanzierungsplattform. Auch wenn die Übernahme, die verkündet worden ist, sehr wahrscheinlich noch vom alten CEO, der jetzt wieder als  CFO fungiert, vorbereitet wurde. Und langsam kommen wieder Transaktionen. Vor wenigen Tagen eine 70 Mio Transaktion „zum Jahreswechsel„. Also bilanzwirksam in 2020 oder 2021? Und Ende Januar ein 80 Mio EUR Verkauf in Augsburg und 60 Mio EUR für einen Fonds, der von der Tochter STAM betreut wird. Langsam stimmt die Dealfrequenz wieder und nimmt Fahrt auf.

„Manager der gesamten Wertschöpfungskette Will man werden

Genau so äußerte sich im März  René Parmantier, CEO von Corestate: „Wir müssen jede Stufe verstehen und auf Top-Niveau managen können. Dazu werden wir gezielt Kräfte bündeln oder uns auch, wo es sinnvoll passt, verstärken,.“

Und „Wir haben in dem für unseren Erfolg zentralen Private-Debt-Segment mit dem Kauf von Aggregate Financial Services (AFS) genau zum richtigen Zeitpunkt einen wichtigen Pflock eingeschlagen. Mit der Kompetenz der AFS verstärken wir deutlich unseren wichtigen Dienstleistungszweig Debt-Advisory entlang des gesamten Lebenszyklus der Immobilie. Gleichzeitig sichern und erweitern wir das Bank-Geschäft der AFS und werden mit ihrer Hilfe unsere Stellung als Marktführer für Mezzanine-Finanzierungen im deutschsprachigen Raum ausbauen. Nicht zuletzt erschließen uns die zusätzlichen Lizenzen weitere Ertragsquellen; beispielhaft durch die Verbriefung und den Handel von Debt-Instrumenten“

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Northern Data mit insgesamt über 90 Mio EUR Verlust in 2020. Hätte vielleicht etwas deutlicher in der Unternehmensmeldung stehen können.

Viel Aufbruchstimmung – aber jetzt weiss man zumindest wo es hingehen soll

Eigentlich nicht wesentlich anders, als vorher. Mehr in Richtung Institutionelle, mehr Finanzierung, weniger Leverage, leicht verschobene Schwerpunkte der Objekte und immer noch Transaktionsgebundene „Sahne“ in der Bilanz angestrebt. Aber diese Einzeltransaktionen sollen mehr in den Kontext der Unternehmenstätigkeit gesetzt werden und

Und so mit Perspektive Ende Februar Parmantier, der seit Dezember das Unternehmen führt: „Ich habe die Zeit seit meinem Amtsantritt genutzt und die Weiterentwicklung der Strategie mit Hochdruck vorangetrieben. In der Vergangenheit waren wir zu stark von anorganischem Wachstum abhängig. Das muss und das wird sich ändern. Wir müssen hier aktiver werden, denn gerade Zeiten des Umbruchs und der Krise, wie wir sie momentan erleben, sind Zeiten, in denen Marktanteile neu verteilt werden. Hier wollen und werden wir zu den Gewinnern gehören. Deshalb haben wir die Komplexität massiv gesenkt und werden das Markenuniversum unter dem Dach von Corestate in den kommenden Monaten vereinfachen. Letztlich sind wir trotz aller Spezialisierung entlang der Wertschöpfungskette ein Unternehmen. Das soll künftig unser Handeln noch stärker prägen.“

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Northern Data mit insgesamt über 90 Mio EUR Verlust in 2020. Hätte vielleicht etwas deutlicher in der Unternehmensmeldung stehen können.

Q3 bestätigt seinerzeit verbreitete Aufbruchstimmung – der Aktienkurs weniger

Jedenfalls ergänzte im März  Parmantier: „Corestate hat mit seinem umfangreichen Produktportfolio und der breiten geographischen Aufstellung in Europa enormes Potenzial, das wir nun heben wollen, indem wir schlummernde Kräfte im bevorstehenden Aufschwung freisetzen wollen. Dabei werden wir uns auf die stark unternehmerische DNA des Unternehmens besinnen. Das geht nicht von heute auf morgen, aber wir haben dafür das richtige Team an Bord. Ich für meinen Teil bin jedenfalls zu Corestate gegangen, um zu bleiben und das Unternehmen nachhaltig nach vorne zu bringen. 2021 wird deshalb in doppelter Hinsicht für Corestate ein Jahr des Aufbruchs!“

Aktuell (10.11.2021 / 08:02 Uhr) notierten die Aktien der Corestate Capital Holding S.A. im Frankfurter-Handel  leicht im Plus bei 10,30 EUR.

Chart: CORESTATE Capital Holding S.A. | Powered by GOYAX.de

 

 

 

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