Steyr Motors vor Übernahme? BCA liegt vor – 3 Jahre Standortgarantie scheint eher „ausbaufähig“.

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Steyr Motors handelt gestern bei 35,60 Euro zum XETRA-Schluss. Warum nicht näher an den 39,00 Euro Übernahmeangebot? Red Cat legte ein Barangebot von 39,00 Euro je Aktie vor und der Hauptaktionär, wenn auch nur mit rund 15%, hat bereits zugesagt.

Die Steyr Motors AG steht möglicherweise vor einem Eigentümerwechsel, der aktuelle Kurs zeigt jedoch ein gewisses Zweifeln des Kapitalmarktes. Und gestern gab es dann von der „Übernahmefront“ etwas Neues – BCA oder Business Combination Agreement. Und das ist nach Ansicht einiger durchaus schwach – wenn sich die Standortgarantie gerade mal auf 3 Jahre festlegt, der Kündigungsschutz auf 2 Jahre begrenzt wird. Hört sich eher danach an, das ein amerikanischer Konzern eine Motorenabteilung sichern will, keine eigenständige Tochter. Das mag überzogen formuleirt sein, aber es scheinen durchaus noch Fragen offen. 

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Steyr Motors: US-Übernahme mit 3-jähriger-Standortgarantie – Management verkauft BCA mit netten Worten.

Am 21. Oktober 2026 hat die Steyr Motors AG das Business Combination Agreement (BCA) mit der US-amerikanischen Red Cat Holdings, Inc. und deren Wiener Bieterin SMOT Acquisition GmbH unterzeichnet. Das freiwillige Übernahmeangebot von 39,00 Euro je Aktie steht – die Annahmefrist soll am 18. Dezember 2026 enden, die Veröffentlichung vor dem 15. November 2026 erfolgen. Der Vollzug setzt FDI-Freigaben in Österreich, Australien, Italien und dem Vereinigten Königreich bis zum 30. Juni 2027 sowie eine Mindestannahmeschwelle von 50 % plus einer Aktie voraus. Die B&C Holding Österreich GmbH hat sich für ihre rund 15 % bereits zur Annahme verpflichtet.

Was im BCA steht – und was es kosten könnte…

Der österreichische Standort Steyr ist für drei Jahre ab Abwicklung gegen Verlegung von Sitz, Fertigung sowie Forschung und Entwicklung geschützt. Für zwei Jahre verpflichtet sich Red Cat, keine betriebsbedingten Kündigungen von Arbeitern zu veranlassen und auch nicht auf sonstige betriebsbedingte Kündigungen der Arbeitnehmer hinzuwirken. Betriebsvereinbarungen und Kollektivvertragsregelungen bleiben gewahrt. Red Cat beabsichtigt keine Veränderungen im Vorstand und strebt eine beteiligungsadäquate Vertretung im Aufsichtsrat an; dessen Größe soll unverändert bleiben. Strukturelle Maßnahmen wie Delisting, Squeeze-out oder Integration lässt das BCA ausdrücklich zu – die Standort- und Personalzusagen bleiben davon unberührt. Das ist der entscheidende Satz: Die Garantien schützen für drei bzw. zwei Jahre, danach ist der Weg frei.

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Aussagen des Managements – „zeitlich klar definierte Zusagen„, „wichtige Interessen unseres Standorts und unserer Belegschaft … berücksichtigt.“

Und wie man von einem Aufsichtsratsvorsitzenden erwarten draf, sagte Dr. Rolf Wirtz: „Wir freuen uns, dass wir im Rahmen des Business Combination Agreements konkrete und zeitlich klar definierte Zusagen für unseren Standort in Steyr und unsere Mitarbeiter erreichen konnten. Der dreijährige Standortschutz und die Beschäftigungsschutzregelungen sind wichtige Ergebnisse der Verhandlungen. Sie unterstreichen, dass es bei der geplanten Transaktion nicht allein um den Angebotspreis geht, sondern auch um die industrielle Zukunft von Steyr Motors in Österreich. Gleichzeitig schaffen wir eine Grundlage, um die Entwicklung unseres Unternehmens mit einem international starken Partner fortzusetzen.“

Und CEO Julian Cassutti erklärte: „Der Abschluss des Business Combination Agreements ist ein wichtiger Meilenstein. Wir haben mit Red Cat nicht nur die Grundlagen für einen strategischen Zusammenschluss vereinbart, sondern zugleich wichtige Interessen unseres Standorts und unserer Belegschaft vertraglich berücksichtigt. Die Vereinbarung schafft Klarheit für die nächsten Schritte und eröffnet zusätzliche Chancen, unsere Technologien weiterzuentwickeln und neue internationale Märkte zu erschließen.“

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Branicks Group erstmal gerettet. Den Preis kennt man nicht – lässt Fragen offen. 

Der Preis ist der Preis. Zukunft ist offen. 

Die Botschaft des Managements ist klar: Man habe „nicht allein“ über den Angebotspreis gesprochen, sondern über die „industrielle Zukunft“. Doch die Vertragslaufzeiten entlarven die Intention. Drei Jahre Standortschutz, zwei Jahre Beschäftigungsschutz – das ist keine industrielle Zukunft, das ist eine Übergangsfrist. Red Cat entwickelt Steyr zum „Entwicklungs- und Produktionszentrum“ weiter, heißt es. Was nach Ablauf der Fristen passiert, regelt das BCA nicht. Die ausdrückliche Zulässigkeit von Delisting, Squeeze-out und Integration zeigt, wohin die Reise gehen kann: Steyr Motors wird Teil eines US-Konzerns, der am NASDAQ notiert und dessen strategisches Interesse laut Pressemitteilung in der Kombination mit „autonomen Luft-, Land- und Seesystemen“ liegt – insbesondere bei unbemannten Wasserfahrzeugen (USV). Die österreichische Motorenkompetenz ist dann vielleicht nur ein Baustein im US-Defense-Portfolio, kein eigenständiges Unternehmen mit einem fördernden Hauptaktionär mehr.

Für Aktionäre ist 39 Euro ein attraktiver Preis – die B&C Holding hat für ihre 15 % zugestimmt. Für den Standort ist es ein Aufschub, keine Garantie. Und für die Belegschaft gilt: Zwei Jahre Kündigungsschutz sind besser als keiner, aber sie sind kein Versprechen auf eine dauerhafte Perspektive. Das Management hat das Beste aus der Verhandlungssituation gemacht – die Aussagen von Wirtz und Cassutti sind ehrlich in ihrer Betonung auf „zeitlich klar definierte Zusagen“. Nur sollte niemand die definierte Zeit mit Ewigkeit verwechseln.
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