Aroundtown steigt bei LEG immobilien ein – besser als jeder Direktimmobilienerwerb. Wecksignal?

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Aroundtown steigt über die Tochter Grand City Properties groß bei LEG Immobilien ein. 20% Beteiligung am Markt zusammengekauft – bereit bis auf 29,9% aufzustocken oder Gewinne mitzunehmen. Und die Begründung ist spannend: LEG Immobilien Aktien sind günstiger als jeder direkte Immobilienerwerb.

Klar hätte man auch drauf kommen können – wenn Aktien zu einem Bruchteil ihres Immobilienvermögens handeln, dann ist das eine Gelegenheit. Solange man davon ausgeht, das die Bewertung des Immobilienvermögens Bestand hat respektive nach den Abschreibungen der letzten Jahre „fair“ ist. Und solange man davon ausgeht, das die Immobilein so finanziert sind, das auch bei steigenden Zinsen die Einnahmen reichen, um die Zinsen zu tragen. Bei LEG Immobilien, deren Aktie zuletzt stark unter Druck stand, wie eigentlich fast alle Immobilienaktien, scheint man in Luxemburg diese Fragen positiv beantwortet zu haben.

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Paukenschlag! Aroundtown sieht Chancen, wo andere der Angst gehorchen.

Die Immobilienbranche sorgt für einen Paukenschlag: Über ihre Tochtergesellschaft Grand City Properties S.A. (GCP) hat die Aroundtown SA ein massives Engagement bei der LEG Immobilien SE aufgebaut. Mit dem Erwerb eines Pakets hält GCP nun eine Beteiligung von 20,04 % an einem der größten deutschen Wohnungsunternehmen. Die Transaktion markiert einen strategischen Schwenk hin zu börsennotierten Beteiligungen, da diese im Vergleich zu klassischen Direktinvestments in physische Immobilien derzeit deutlich attraktiver bewertet sind., so begründen zumindest die Luxemburger ihren Schritt.

Aroundtown: Warum LEG zu billig war!

Aus Sicht von Aroundtown bot sich eine historische Chance, da die LEG-Aktien derzeit mit einem substanziellen Abschlag auf den Buchwert gehandelt werden. Der von LEG ausgewiesene Buchwert des Eigenkapitals für das erworbene Paket beläuft sich auf rund 1,8 Milliarden Euro (Stand: Juni 2026). Unter bestimmten IFRS-Bedingungen kann Aroundtown folglich einen erheblichen Einmalgewinn (Non-Cash-Profit) verbuchen.

Finanziell rechnet sich der Einstieg sofort: Die LEG-Aktien rentieren aktuell bei einer FFO-I-Rendite (Funds from Operations) von über 13 %. Für Aroundtown bedeutet dies eine pro-rata-Akkretion des FFO I von rund 15 %, während GCP sogar von einem FFO-I-Schub von rund 30 % auf pro-rata-Basis profitiert. Das Management bewertet diesen Schritt als deutlich vorteilhafter als den direkten Erwerb von Immobilienportfolios am Markt. Die Transaktion erfolgt im Rahmen der bestehenden Bilanzvorgaben und Kredit-Ratings, wobei Aroundtown sich die Option offen hält, den Stake opportunistisch auf bis zu 29,9 % aufzustocken oder flexibel zu reduzieren.

Details zur Transaktion und die Aussagen des Managements.

GCP hat die Anteile über Finanzintermediäre erworben, um das eigene Wohnungsportfolio zu stärken und den Cashflow-Anteil weiter auszubauen. Das LEG-Portfolio konzentriert sich vor allem auf das bevölkerungsreichste Bundesland Nordrhein-Westfalen und zeichnet sich durch niedrige Leerstände und stabile Mieteinnahmen aus. Bis zur Freigabe durch das Bundeskartellamt werden die Stimmrechte allerdings nicht ausgeübt.

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Die Vorstände beider Unternehmen hoben die strategische und ökonomische Attraktivität des Deals hervor. Kamaldeep Manaktala, Deputy CEO von Aroundtown:„Wir sehen das Investment in LEG Immobilien als transformative, da es unsere jüngsten Aktionen zur Erhöhung des Wohnsegments unseres Portfolios ergänzt, in dem wir unseren Anteil an GCP erhöht, Gewerbeimmobilien in Serviced Apartments umgewandelt und in unser Hotelportfolio investiert haben.“  (Original: “We see the investment in LEG Immobilien as transformative, as it complements our recent actions taken to increase the living segment of our portfolio, where we increased our stake in GCP, converting office space into serviced apartments, and investing into our hotel portfolio.”

Und Refael Zamir, CEO von Grand City Properties: „Wir nutzen eine einmalige Investitionschance in ein Unternehmen mit einem hochqualitativen Portfolio und einer stabilen Dividendenpolitik. Dieses Investment stellt eine bessere Gelegenheit zu stärkeren wirtschaftlichen Konditionen dar als aktuelle vergleichbare direkte Immobilienakquisitionen.“ (Original: “We are taking advantage of a unique investment opportunity in a company with a high-quality portfolio and a stable dividend policy. This investment represents a better opportunity at stronger economics to current comparable direct property acquisitions.”)

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Weiter führt Michael Bar Yosef, Chief Capital Markets Officer von GCP aus: „Wir sind von den langfristigen Mietwachstumsaussichten des LEG-Portfolios überzeugt, das sich in unseren Kernmärkten befindet. Der Anteil an LEG Immobilien verschafft dem Unternehmen Zugang zu einem großskaligen Portfolio deutscher Wohnimmobilien, das gut zu unserer Investitionsstrategie passt.“ (Original: “We are convinced of the long-term rental growth prospects of LEG Immobilien’s portfolio, which is located in our core markets. The stake in LEG Immobilien provides the Company with exposure to a large-scale portfolio of German residential assets well aligned with our investment strategy.”)

LEG Immobilien. Stark. Und wie sieht es bei Vonovia aus? Werden jetzt auch andere Immobilienaktien interessant?

Der Einstieg von Großkonzernen wie Aroundtown und GCP über die Börse wirft eine drängende Frage auf: Sind auch andere deutsche Immobilienaktien nach dem jahrelangen Zins- und Bewertungsdruck mittlerweile so günstig, dass sie als substanzstarke Wertanlagen in den Fokus rücken? Tatsächlich notieren viele etablierte Immobilienwerte weiterhin mit zum Teil massiven Abschlägen auf ihren inneren Wert (NAV). Während institutionelle Direktkäufe auf dem physischen Immobilienmarkt durch die veränderten Zinsbedingungen oft schleppend verlaufen, bietet die Börse Liquidität und Bewertungsabschläge, die Direktinvestments in den Schatten stellen. Sollten sich die Zinsmärkte weiter stabilisieren, könnten weitere Akteure dem Beispiel von Aroundtown folgen und versuchen, sich über den Kapitalmarkt günstig in wertvolle, renditestarke Portfolios einzukaufen – ganz nach dem Motto: Aktien sind aktuell oft der günstigste Weg, Immobilien zu erwerben.

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