Mensch und Maschine mit Licht und Schatten – Q4 wird Lackmustest.

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Mensch und Maschine Software SE Mensch und Maschine Software SE stellt Geschäftsbericht 2022 vor

Mensch und Maschine Software SE– KI ist kein Gegner, sondern bereits integriert, so könnte man den Titel auf dem Q3-Bericht deuten: „Dank KI: Datenbankabfrage in natürlicher Sprache statt per SQL“. Die Aktie litt dieses Jahr – bisher? – unter dem behaupteten Kannibalismuseffekt von KI gegenüber klasssichen Software-Anbietern.

Hier scheint man sich bei MuM gut aufgestellt zu fühlen. Und die Zahlen? Licht und Schatten, wie man einräumt. Vorab die Zusammenfassung: Beim Gewinn musste MuM wegen der bereits öfters diskutierten Autodesk-Bremseffekte einen kleinen Rücksetzer hinnehmen, den man abe rim Q4 mehr als aufholen will, um das ambitionierte Jahresziel zu erreichen. Bei Kosten, Umsatz, Cash-Flow konnten gute Ergebnisse erzielt werden.

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Mensch und Maschien muss und kann laut Management in Q4 aufholen.

Für das Gesamtjahr 2026 strebt MuM weiterhin ein Ergebniswachstum von 11–19 % an, was einem EPS von 211–226 Cent und einem EBIT von 54,5–58,5 Mio EUR entsprechen soll. Selbstbewust betonen Adi Drotleff und CFO Markus Pech die Ambitioniertheit dieses Korridors: „Auch wenn der Zielkorridor für das 2026-Ergebnis von +11-19% auf Basis der 9M-Zahlen ambitioniert erscheint, sehen wir weiterhin die Chance, mit einem starken Q4 die untere Hälfte der Spanne zu erreichen. Und da wir ab 2027 keine Bremseffekte mehr erwarten, sowie angesichts der gesenkten Kostenbasis, halten wir am Ziel der EPS-Verdoppelung in den fünf Jahren ab 2025 auf mehr als 380 Cent im Jahr 2030 unverändert fest.„

Was für das Erreichen der Prognose fehlt, ist einerseits ein kräftiges Schlussquartal im Softwaregeschäft, das die 9M-Lücke auffängt, und andererseits die vollständige Neutralisierung der Autodesk-Bremseffekte, die laut Management ab 2027 gänzlich wegfallen sollen. Die gesenkte Kostenbasis ist bereits erreicht und wirkt als Puffer; der entscheidende Unsicherheitsfaktor bleibt die Frage, ob das Q4 die erhoffte Dynamik entfaltet. Aber die Lücke ist beachtlich: Nach neun Monaten liegt das EPS bei 142 Cent, der Nettogewinn 3,7 % unter Vorjahr. Um die untere Hälfte der Spanne (rund 211 Cent) zu erreichen, muss das Q4 etwa 69 Cent beisteuern – das erfordert eine deutliche Beschleunigung im Softwaregeschäft und ein weitgehendes Abklingen der Autodesk-Belastung. Dafür spricht, das es Adi Drotleff in den letzten Jahren immer wieder gelungen ist, seine Prognosen und „Ansagen“ einzuhalten. In drei Monaten wissen wir mehr. 

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Das Mittelfristziel (EPS über 380 Cent bis 2030) steht und fällt mit der Erwartung, dass ab 2027 keinerlei Autodesk-Bremseffekte mehr wirken – bei einem KGV von 17,66 böte der Verdopplungspfad dann durchaus Bewertungsspielraum.

Mensch und Maschine Zahlen – im einzelnen.

In den ersten neun Monaten 2026 stieg der MuM-Konzernumsatz auf 189,34 Mio EUR (Vorjahr 177,10 Mio, +6,9 %), davon MuM-Software 93,44 Mio EUR (+8,7 %) und Digitalisierung 95,90 Mio EUR (+5,3 %). Der MuM-Software-Rohertrag wuchs um 8,5 % auf 84,10 Mio EUR, der Digitalisierungs-Rohertrag ging durch den Autodesk-Gegenwind um 12,5 % auf 50,89 Mio EUR zurück, sodass der Konzernrohertrag leicht um 0,5 % auf 134,99 Mio EUR sank. Dank der durch organisatorische Verschlankung gesenkten Kosten stieg das EBITDA um 3,3 % auf 46,51 Mio EUR; das EBIT sank due to höherer Abschreibungen um 0,7 % auf 36,93 MioEUR. Der Nettogewinn lag bei 23,38 Mio EUR (−3,7 %), das EPS bei 142 Cent (−2,2 %).

Und die Aktie?

Eher Quelle der Unzufriedenheit bei Management und Anlegern. Die MuM-Aktie notiert aktuell bei 34,85 EUR, ein Minus von 0,80 EUR (rund −2,2 %) gegenüber dem Vortag. Seit Jahresbeginn summiert sich der Abschlag auf −20,80 % bzw. −9,15 EUR. Das 52-Wochen-Hoch liegt bei 48,65 EUR, das 52-Wochen-Tief bei 33,05 EUR; der aktuelle Kurs liegt rund 28 % unter dem Hoch und nur etwa 5 % über dem Tief. Die Marktkapitalisierung beträgt aktuell 597,64 Mio. EUR, das KGV 17,66, die Dividendenrendite 5,74 % . Die hohe Dividendenrendite bildet einen gewissen Kurs-Puffer; der Jahresverlauf spiegelt jedoch die vom Management als „temporär“ bezeichnete Autodesk-Ertragsdelle und die allgemeine Zurückhaltung gegenüber Softwarewerten wider – der Markt preist die Q4-Erholung bislang noch nicht oder wenn, dann nur zögerlich ein.

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Mensch und Maschine – und KI?

Klares und doch subtiles Statement des Managements zur allgemeinen Diskussion, das KI die klassischen Softwarefirmen „überflüssig“ mache. Das Titelthema auf dem Umschlag des Q3-Berichts 2026 lautet „Dank KI: Datenbankabfrage in natürlicher Sprache statt per SQL“. Hört sich erstmal zusammenhangslos an, aber schaut man auf die Homepage des Unternehmens, wird der Titel zur Botschaft. Man bezieht sich auf eine neue Funktion von MuM MapEdit Desktop 26.1: Anwender stellen ihre Fragen in natürlicher Sprache, die KI übersetzt sie automatisch in SQL-Abfragen und führt sie in der Datenbank aus. Der Kernnutzen liegt in der niedrigeren Zugangsschwelle – Anwender benötigen keine SQL-Kenntnisse, sondern beschreiben ihr Anliegen alltagssprachlich (etwa „Zeige Strom-Hausanschlüsse, die mehr als 1000 m vom nächsten Kabelverteiler entfernt sind“), und das System erzeugt eine prüfbare SQL-Anweisung und liefert das Ergebnis als Kartenmarkierung zurück.

Und wichitg in der aktuellen Diskussion: Datensouveränität sei dabei gewahrt: Übertragen werden nur die Nutzereingabe und Datenbank-Metadaten, keine eigentlichen Dateninhalte – konform mit DSGVO und EU-AI-Act. Dieses Cover-Thema steht in direktem Bezug zum MuM-Softwaregeschäft und dokumentiert den AI-Fortschritt der Produktlinie, ist aber von den im Zahlenwerk diskutierten Autodesk-Belastungen, Kosteneinsparungen und Ergebniszielen zu trennen.

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