Prime Standard | Steinhoff schafft Tatsachen im Schattten des Tekki-Prozesses.

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14.09.2021 –  Die Aktie von Steinhoff International Holdings NV (ISIN: NL0011375019) befindet sich in einer sonderbaren Wartesituation: Die immer als grösstes, potentiell existenzvernichtendes Problem gesehenen Schadensersatzforderungen sind durch die umfassende Zustimmung auf ALLEN Gläubigerversammlungen einer Lösung so nah, wie noch nie. Nach der noch ausstehenden – rein formalen – Zustimmung des Amsterdamer District Gerichts am 16.09.2021 zum Abstimmungsergebnis der niederländischen Gläubigerversammlung sind alle Voraussetzungen erfüllt, die Zahlungen/Aktienüberträge an die Gläubiger vorzubereiten und auszuführen. In diesem Zusammenhang wurde Steinhoff nun aktiv, um das „Vergelichspaket“ zu finanzieren:

Steinhoff reduziert seine Pepkor-Beteiligung erwartungsgemäss auf 50,1 % – Aktien direkt an die Gläubiger plus 400 Mio EUR durch Platzierung bei Institutionellen

Und hier kommt Steinhoff natürlich die positive Geschäftsentwicklung der südafrikanischen Tochter mehr als entgegen: Die im Herbst letzten Jahres noch bei „nur“ 10,39 ZAR (Tiefststand) in Johannesburg gehandelte Aktie der Pepkor Holdings Ltd. machte eine Erholungsrallye bis im Hoch bei 23,33 ZAR (aktuell: 21,71 ZAR Schluss gestern). So konnte Steinhoff im beschleunigten Verfahren bei Institutionellen 370 Mio Aktien „über Nacht“ heute zu einem relativ hoch erscheinendem Discount von 9% zum Börsenkurs mit 19,75 ZAR pro Stück platzieren: Rund 400 Mio EUR für die Vergleichszahlungen gesichert.

Dazu werden rund 300 Mio Aktien der Pepkor an Gläubiger aus dem südafrikanischen „Forderunsgpool“ anstelle von Cash als Vergleichszahlung übertragen werden. Angesetzt zu einem Börsenkurs von rund 19,50 ZAR. So verbleiben nach diesen beiden Transaktionen von der Beteiligung in Höhe von 68,2 % an Pepkor bei Steinhoff

50,1 % bleiben beim Steinhoff Konzern – dauerhafte Mehrheit und Konsolidierung damit gesichert?

Klar ist, das der Vergleich finanziert werden muss und die 50,1 % verbleibende Beteiligung an Pepkor sichert auf absehbare Zeit die Kontrolle dieses wachstumsstarken Retailkonzerns im Süden Afrikas. So bekennt sich Steinhoff auch dauerhaft zu dieser Kernbeteiligung: „Steinhoff continues to view Pepkor as a strategic investment for the Group“.

Wie es weitergeht bei eventuellen Kapitalerhöhungen in Südafrika, die beim Wachstumstempo des Konzerns nicht ungewöhnlich sein werden, wird wahrscheinlich auch von der Lösung des weiterhin bestehenden Überschuldungsproblems zu Zinssätzen mit „drohendem Insolvenzaufschlag“ abhängen.

Anleger trauen dem Braten nicht. Warum? Steinhoff: Letzte Gläubigerversammlung stimmt dem Vergleich „mit überwältigender Mehrheit zu“. Kursfeuerwerk bleibt aus. Könnte zwei Gründe haben.

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Das 1,426 Mrd EUR schwere Paket würde dann Zukunftsperspektiven „für den Rest“ eröffnen.

Beim Kurs ist bis jetzt GAR NICHTS. Ist das jetzt die Reaktion, die erwartet werden konnte? Es ist doch endgültig bei allen relevanten Gläubigergruppen die jeweils notwendige Zustimmung – in den Niederlanden und in Südafrika – erreicht worden.  Also warum gibt es keine Kursexplosion? Vielleicht ist der Kurs im Vorfeld zu stark gestiegen und jetzt kommt wieder „Tagesgeschäft“ – Steinhoff bleibt nach Zahlung der Vergleiche ein überschuldeter Konzern mit zu hohen Zinslasten.

Fehlend für die Umsetzung des Vergleichsvorschlags und Auszahlung der Vergleichsbeträge wären dann nur noch zwei Dinge: Eine Formalie und ein derzeit nicht einschätzbarer Prozess in Südafrika.

16.092021, 10:00 Uhr entscheidet das District Gericht formal über die Annahme des Vergleichs in den Niederlanden. Jetzt fehlt „nur noch“ die formale Bestätigung des eindeutigen Abstimmungsergebnisses in Amsterdam durch das niederländische District Gericht. Für den 16.06.2021 um 10:00 Uhr ist diese Entscheidung angesetzt. Aber wie gesagt: Die Entscheidung ist gefallen, das Gläubigerschutzabkommen in den Niederlanden ist mit hoher Wahrscheinlichkeit positiv ausgegangen.

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Anhörungen angesetzt für den 09./14. und 15.09 vor dem Highcourt mit anschliessendem Urteil über den Liquidationsantrag der Ex-Tekki Town Eigentümer. Am Montag hatte der Highcourt der Western Cape Region noch einen Antrag auf Abweisung der Klage der Ex-Tekki Town Eigentümer auf Liquidation der Steinhoff International Holding NV abgelehnt.Auch wenn der Gerichtshof noch nicht in der Sache entschieden hat – hierzu sind Anhörungen am 09./14./15. 09. vom Highcourt angesetzt, so ist der Entscheid gegen die Einflussnahme der niederländischen Sachwalter der Steinhoff im Rahmen des niederländischen Gläubigerschutzverfahrens definitiv ein kräftiger Schuss vor den Bug. Und zeigte nochmals die Unberechenbarkeit des noch laufenden Verfahrens. Eine Liquidationsanordnung würde – selbst wenn gegen sie Revision eingelegt werden kann – erstmal die Steinhoffsituation ins Ungewisse stürzen. Auch wenn alle relevanten Gläubigerversammlungen zustimmen sollten.

Am 13.09.2021 fasste Steinhoff in einer Unternehmensmeldung den Stand des Verfahrens zusammen

Als Eckpunkte kann man dieser Meldung viel Unsicherheit über die Intentionen des Highcourt der Western Cape Region entnehmen. Zwar wurden bisher „in der Sache“ (Antrag auf Liquidation des Steinhoff Konzerns) keine Entscheidungen getroffen, aber die Ablehnung der niederländischen Vertreter Anträge auf Nichtzuständigkeit des Gerichts für eine  niederländische Gesellschaft wurden abgelehnt. Wäre der einfachste Ausweg gewesen. Dagegen wurde Widerspruch eingelegt, der zuerst einmal abgewiesen wurde, aber weiter verfolgt wird. Aber erstmal geht es vor dem Hghcourt weiter. Ausgang offen.

Antrag auf Verschieben der Anhörungen könnte auf Gespräche im Hintergrund hindeuten

Am 13.09. beantragten die Steinhoff Vertreter eine vertagung der angesetzten Anhörungen in der Hauptsache. Vielleicht oder sogar wahrscheinlich laufen Vergeleichsgespräche mit den Klägern, um eine aussergerichtliche Klärung zu erreichen. wäre ein „übliches“ Vorgehen der steinhoff Vertreter:

„In addition, both SIHNV and the Financial Creditors have today brought applications to the High Court to postpone the hearing of the liquidation application.“

AUSFÜHRLICH HABEN WIR DIE AKTUELLE OPERATIVE STÄRKE DES RETAILKONZERNS ZUM 30.06.2021 UND DIE PERSPEKTIVEN AUS EINEM BÖRSENGANG DER 50% BETEILIGUNG MATTRES FIRM – DIE VON WERTLOS ZUM MILLIARDENKONZERN IN RASENDER GESCHWINDIGKEIT VORANKAM – IN UNSEREM LETZTEN BEITRAG DARGESTELLT:

Operativ unterlegt könnte der Konzern mit Zustimmung der Gläubiger ab dem 16.09. einen neuen Anfang wagen, oder ab dem Tag an dem der Highcourt zugunsten Steinhoffs gegen die Ex-Tekkis entscheidet- wenn auch mit dauerhaft nicht tragbaren über 11 Mrd EUR Schulden

Alle Töchter wachsen kräftig, arbeiten operativ profitabel und bieten so derm Konzern eine gute Basis für ein Leben nach den Schadensersatzforderungen. Denn diese könnten durch die beiden Schutzschirmverfahren erledigt sein. Am 03.09 resp. 06.09. entscheiden die jeweiligen  Gläubiger-Versammlungen über die Annahme des Vergleichspakets.Das in den letzten Wochen noch zweimal nachgebesserte Angebot des Steinhoff-Konzerns bedeutet letztendlich eine Zahlung des Konzerns über insgesamt rund 1,426 Mrd EUR. Könnte die Lösung sein – vorerst.

Neben den namhaften Zusatzzahlungen von DELOITTE Niederlande und Südafrika, den D&O Versicherungen des Managements (ausser für die Haupttäter) und Zahlungen des nicht strafrechtlich verfolgten Managements erklärt sich der Steinhoff Konzern bereit folgende Zahlungen zu leisten, Stand 16.07.2021:

Original
settlement
amount (July 2020)
Revised total
settlement
amount (inc. 16 July 2021 & 11 August 2021 offers)
Total increase in settlement amount since July 2020
EURmZARmEURmZARmEURmZARm% Inc.
SIHNV & SIHPL Market Purchase Claimants26744217566%
SIHNV Contractual Claimants1031716866%
Hemisphere CPU40662666%
SIHPL Contractual Claimants: Titan7,9047,904
SIHPL Contractual Claimants: Other1,6531,653
SIHPL Market Purchase Claimants (current increase)3,2143,214n.m.
EUR Total (of EUR and ZAR amounts)9691,42645747%
AUSFÜHRLICH HABEN WIR DIE AKTUELLE OPERATIVE STÄRKE DES RETAILKONZERNS ZUM 30.06.2021 UND DIE PERSPEKTIVEN AUS EINEM BÖRSENGANG DER 50% BETEILIGUNG MATTRES FIRM – DIE VON WERTLOS ZUM MILLIARDENKONZERN IN RASENDER GESCHWINDIGKEIT VORANKAM – IN UNSEREM LETZTEN BEITRAG DARGESTELLT:
SDAX | PATRIZIA: Nachhaltiger, internationaler wird’s. Übernahme.
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