Encavis – reicht das immer noch nicht?

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Encavis BayWa ABO Wind PNE - Zinsopfer?

Encavis zeigt, wie man mit „Wind“ und noch mehr“Sonne“ Geld verdienen kann. Wobei zuletzt „Windenergieaktien“ oder „Erneuerbare Energien – Aktien“ an der Börse nicht mehr unbedingt die Highflyer sind, um es freundlich zu formulieren. Hier macht eine Encavis keine Ausnahme. Vielmehr sieht der chart der Encavis Aktie „grauselig“ aus – von gut 22,00 EUR (Hoch: 22,79 EUR) ist die Aktie ohne grosse Ggenebewegungen beinahe kontinuierlich im Wert gefallen. Aktiell handelt sie bei einem Kursniveau „um die 13,00 EUR. Heute sah der Markt ein 52-Wochen-Tief bei 12,91 EUR, von dem man sich gerade etwas erholt hat – 13,11 EUR um 10:07 Uhr auf XETRA.

Wie kommt’s? Hat Encavis Prognosen verfehlt? Verluste gemacht? Pläne zusammengestrichen?

Eigentlich nichts davon: Man hat ehrgeizige Ausbaupläne, bis Ende 2027 sollen rund 5,8 Gigawatt (GW) – mehr als das 2,5-fache der heutigen Erzeugungskapazität – ans Netz angeschlossenen sein. Darüber hinaus sollen dann 2,2 GW in der Errichtung sein. Auch der von vielen Anlegern als „Ordre de mufti“ aufgefasste Dividendenverzicht hat im nachhinein „nur“ den Kursverfall kurzfristig verstärkt, aber letztendlich kaum den aktuellen Tiefststand begründet. Also was macht Encavis falsch?

Allgemeines Marktumfeld hilft bestimmt nicht – Zinsangst trifft fremdkapitalgehebelte Player besonders. Dazu Kostensteigerungen, die zuletzt ein Abschreibungsbeben in Dänemark verursachten.

Und die überraschenden Abschreiber bei Ørsted haben seit letzter Woche Unruhewellen durch die Branche gejagt. Die vor einem Monat noch hochoptimistischen Skandinavier bringen nun auf einmal Lieferprobleme, Kostensteigerungen und stockende Gespräche mit US-Behörden ins Spiel. Bestätigt vielleicht den Ansatz von PNE ihr US-Projektgeschäft zu verkaufen und sollte aber die Pläne von Encavis wenig beeinflussen.

Natürlich: Im Vergleich zu den Peers war die Encavis Aktie nie die billigste, aber ein…

…Kursverfall der Encavis Aktie von aktuell 39% auf 12-Monatsbasis macht einfach keinen Spass.

Vielleicht leigt es an der Branche? Sinkende Strompreise in 2023, meteorologische Phase schlechter als 2022, steigende Gestehungskosten für EE-Anlagen, steigende Zinsen – keine gute Presse für Bestandshalter im Bereich Erneuerbare Energien. Was haben denn die anderen Bestandshalteraktien gemacht? 7C Solarparken AG (ISIN: DE000A11QW68) ist die letzten 12 Monate um 35,56 % gefallen – etwas besser gehalten als Encavis. Und Clearvise AG (ISIN: DE000A1EWXA4) immerhin „nur“ um 26,21%.

Und wie stehen die Projektierer mit Eigenbestand im Vergleich da? Profitieren von steigenden Preisen, zumindest teilweise…

Eine Energiekontor AG (ISIN: DE0005313506) – Projektentwickler und Eigenbestandshalter hat sich mit einem Jahresminus von 7,3% relativ gut gehalten, dazu eine PNE SE (ISIN: DE000A0JBPG2) mit Minus 23,92 % ( Kurspeak bei Übernahmespekulationen war unterjährig, von da aus sieht es wesentlich schlechter aus). Also zusammenfassend eine Branche unter Kursdruck, der sich jedoch besonders stark bei der Encavis ausgewirkt hat. Warum Encavis? Zuerst denkt man an die im vergleich relativ hohen Bewertungskennziffern gegenüber den Peers. Hier hat sich ein wenig zugunsten der Encavis getan, aber immer noch ist Encavis nicht „der Billigste“. Dafür gibt es eine internationale Wahrnehmung der Aktie als MDAX, was sie international investierbarer macht, eher als deutsche, deutlich kleinere Peers, die oft Anlagekriterien für Grösse, Indexzugehörigkeit u.ä. nicht erfüllen können.

Deutsche Beteiligungs AG – „Weniger erratisch werden…“ so der CEO Alzin heute auf der Herbstkonferenz. Aussichten, Erwartungen…

Heute meldet Encavis wieder operativen Erfolg – aber das gab es zuletzt in Serie, ohne grossen Kurseinfluss…

In den letzten 8 Tagen gab es bereits eine Flut von Meldungen – in Anbetracht des langfristig angelegten Geschäftsmodells der Encavis zumindest: Encavis meldete vom Aktienmarkt kaum eskomptiert, ein  erstes Batterieprojekt, Dazu kam eine weitere Kooperation, um Wachstum auch in geänderten Refinanzierungs- und Eigenkapitalbeschaffungswelten zu beschleunigen: „ENCAVIS und Innovar Solar unterzeichnen Rahmenvertrag für Solarprojekte mit einem Gesamtvolumen von 160 Megawatt„, fasst diese Kooperation gut zusammen. Dann ein weiterer Mosaikstein: Projektzwischenfinanzierung. Und heute:

Encavis kann grössten dänischen Solarpark auf die Strasse bringen …

erreicht für sein 132 Megawatt (MW) Solarpark-Projekt in Ringkøbing an der westlichen Nordseeküste Dänemarks nun die Baureife an einem äußerst attraktiven Standort. Es ist bereits das dritte Projekt aus einer insgesamt rund 600 MW umfassenden Strategischen Entwicklungs-Partnerschaft mit GreenGo Energy in Dänemark. Photovoltaik-Standorte in Dänemark sind besonders interessant, weil die Erzeugung von Solarstrom in windarmen Zeiten von deutlich höheren Preisen profitiert.

„In rund zweieinhalb Jahren sind damit mehr als 280 MW Erzeugungskapazität aus Photovoltaik-Projekten unseres Strategischen Entwicklungspartners GreenGo Energy in Dänemark realisiert oder im Bau„, begrüßt Mario Schirru, Chief Investment Officer/Chief Operating Officer (CIO/COO) der Encavis AG, die Baureife des Projekts und ergänzt: “Unser dänisches Solarpark-Portfolio umfasst dann knapp 400 MW und gehört mit Deutschland (gut 400 MW) nach Spanien (583 MW) zu unseren größten Solarpark-Portfolien in Europa. Das Engagement von Encavis in Dänemark ist damit zugleich ein Beitrag zur weiteren Diversifizierung unserer Aktivitäten im Wachstumsmarkt subventionsfreier Solarenergie.

Inbetriebnahme für das 1. Quartal 2026 erwartet.

Es ist geplant, ein über 10 Jahre laufendes pay-as-produced Power Purchase Agreement (PPA) abzuschließen.

„Das ist ein Meilenstein. Für uns, für unsere Partnerschaft mit Encavis und für die grüne Energiewende in Dänemark. Wir haben nun die Baureife des mehr als 270 Hektar großen Solarparks in Ringkøbing erreicht. Mit einer Leistung von 132 MW ist er einer der größten Solarparks Dänemarks. Das Projekt stellt eine zweite und größere Phase des M01-Projekts dar, welches wir Anfang des Jahres gemeinsam mit Encavis in Auftrag gegeben haben. Darüber hinaus ist es ein Beweis für unsere skalierbare Plattform und wie wir große Projektportfolios mit wiederkehrenden Partnern wie der Encavis AG effizient vorantreiben“, sagt Karsten Nielsen, CEO von GreenGo Energy.

Kurstief der Encavis Aktie irgendwann erreicht ? Zahlen des Q2 entsprachen den Erwartungen.

Wie man bei den kräftig gestiegenen Zinsen das Wachstumstempo aufrechterhalten kann, ist eine Frage, die den Kursen der Bestandshalter nicht gut tut. Und da hilft es auch nichts, wenn der Vorstand der Encavis betont, dass mein kein Zinsrisiko habe, da Finanzierungen zu festen Zinsen für Laufzeiten von 13 Jahren je EE-Anlage abgeschlossen würden. Wichtiger zu wissen wäre es, wie man beim Ausbau mit dem erhöhten Zinsniveau umgeht. So wie es Zinssätze von vielleicht 1% bis 2% oder teilweise weniger ermöglichten, erneuerbare Energien Anlagen aufgrund ihres Risikoprofils mit bis zu 90 % Finanzierungsanteil beinahe „kostenlos“ zu errichten, so stehen jetzt bei einem EZB-Zinssatz von 4,25% ganz andere Finanzierungskosten und auch Kapitalerfordernisse im Raum.

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Dazu kommt noch die Kostenexplosion bei den Dienstleistern – so wie beispielsweise Nordex Anfang des Jahres den durchschnittlichen Verkaufspreis in Euro je Megawatt Leistung (ASP) auf 0,90 Mio EUR/MW erhöhen konnte – deutlich über den 0,78 Mio EUR/MW im Q1/2022. Aber im ersten Halbjahr half der Bestandsausbau und die Konsolidierung der Stern Energy die negative Strom-Preis Entwicklung und meteorologische Einflüsse bei Encavis zu kompensieren.

Erstes Halbjahr im Rahmen.

Das Produktionsvolumen übertraf nach sechs Monaten, trotz des meteorologisch schwächeren ersten Halbjahres 2023, das des vergleichbaren Vorjahreszeitraums (1.696 Gigawattstunden) mit rund 1.734 GWh im ersten Halbjahr 2023. Und sinkende Strompreise hatten nur auf einen geringen Teil der Produktionsmenge Einfluss, da ein Grossteil der Produktion langfristig zu festen Preisen „verkauft“ ist. Mit Umsatzerlösen auf Vorjahresniveau in Höhe von 226,3 Mio EUR (Vorjahr: 226,4 Mio) konnte ein um rund 11 % geringeres operatives EBITDA in Höhe von 151,6 Mio EUR (Vorjahr: 170,6 Mio) erzielt werden – Marge der Stern Energy als Dienstleister ist deutlich geringer als bei reiner Stromproduktion.

Stabile Erträge – aber immer noch sportliche Bewertung der Encavis.

Erneut hat unser Geschäftsmodell seine Widerstandsfähigkeit auch in diesen turbulenten und schwer planbaren Zeiten bewiesen. Stabile Umsätze und ebenso stabile Ergebnisse je Aktie verdanken wir unserem konsequenten Wachstumspfad, ohne dabei den Fokus auf zukünftige Renditen zu verlieren. Trotz ungünstigerer Wetterbedingungen, leicht gesunkener Strompreise und weiterhin existierender Umsatzabschöpfungen schauen wir auf ein erfolgreiches erstes Halbjahr 2023“, kommentiert Dr. Christoph Husmann, Sprecher des Vorstands und CFO der Encavis AG, das erste Halbjahr 2023.

„Angesichts der zahlreich im Markt verfügbaren Wind- und Solarparkprojekte sowie der weiterhin gut gefüllten Projektpipeline unserer Strategischen Entwicklungspartner, schauen wir voller Zuversicht auf die kommenden Jahre des ansteigenden Wachstums“, ergänzt Mario Schirru, CIO und COO der Encavis AG.

Zukunft ist unstrittig – passt der Preis der Encavis Aktie dazu?

EU-Milliarden-EUR-Förderprogramme zur Decarbonisierung, erhöhter Elektrizitätsbedarf aus erneuerbaren Quellen für die immer grössere Marktanteile gewinnende E-Mobilität und der gewaltige Ausbau der „green hydrogen“-Erzeugung durch Elektrolyse – in Europa und „fürEuropa“, wie im REPowerEU-Programm definiert. Die Zukunft, die Nachfrage und dazu der politische Rückenwind, der sich bereits in steigenden Genehmigungszahlen in Deutschland widerspiegelt, sollte doch eigentlich die Bestandshalter- und Projektierer-Aktien beflügeln. Wären da nicht die wesentlich teurere Refinanzierung der Wachstumspläne.

Prognose steht – Encavis steht vor einem „normalen“ Jahr. Reicht für Kurssteigerungen?

Der Vorstand geht weiterhin für das Geschäftsjahr 2023 von einer leicht rückläufigen Entwicklung der Umsatzerlöse auf etwas mehr als 460 Mio EUR aus, das sind 440 Mio EUR nach Abzug der Strompreisbremsen (2022: 487,3 Mio EUR respektive 462,5 Mio EUR nach Abzug der Strompreisbremsen). Das operative EBITDA wird voraussichtlich mehr als 310 Mio EUR betragen (2022: 350,0 Mio). Der Konzern rechnet mit einem operativen EBIT von mehr als 185 Mio EUR (2022:  198,3 Mio). Und das operative Ergebnis je Aktie soll mehr als 0,60 EURbetragen und damit den Vorjahreswert leicht übertreffen (2022: 0,60 EUR). Insgesamt sieht sich der Konzern damit weiterhin „voll“ auf seinem eingeschlagenen Wachstumspfad.

SCOPE Rating mit „BBB-“ hilft. Langfristige Finanzierungen sollen Änderungsrisiken minimieren.

Die Liquiditätsquoten der Encavis dürften laut SCOPE in absehbarer Zeit komfortabel bei über 110 % liegen, unterstützt durch ein großes uneingeschränktes Liquiditätspolster in Höhe von 408 Mio EUR Ende März 2023 und zugesagten langfristigen Kreditlinien in Höhe von 146 Mio EUR. SCOPE gehe davon aus, dass Tilgungsdarlehen auf Projektebene (120 Mio. -130 Mio EUR jährlich) durch den operativen Cashflow der Projektgesellschaften ausreichend gedeckt werden könnten.

Mutares Aktie wird von M.M. Warburg auf die Conviction List für September gesetzt. Eine „money making idea“? Und die Gründe dafür liefern die Analysten.
INTERVIEW.  MetalCorp, PREOS, ERWE, Euroboden, Steinhoff, Wirecard, Eyemaxx und andere. Darüber spricht der SdK Vorsitzende D. Bauer –  aktuelle Problemfälle.
Ehrgeizige 8 GW Kapazität will Encavis bis 2027 erreichen.Und das Wachstum der vergangenen Jahre soll deutlich beschleunigt werden. Mit rund 5,8 Gigawatt (GW) sollen bis Ende 2027 mehr als das 2,5-fache der heutigen Erzeugungskapazität ans Netz angeschlossenen sein. Darüber hinaus sollen dann 2,2 GW in der Errichtung sein. Und die Mittel gegen Zinserhöhungen? Eigenkapitalanteile Dritter aktivieren. Langfristig finanzieren. Und Ausschüttungen begrenzen, resp. stoppen. ANTWORT des Kapitalmarktes – skeptisch. Aktie handelt wieder an den TIEFS. Und die Quartalszahlen waren erwartungsgemäss – mehr konnte und sollte man aber von einem Bestandshalter auch nicht erwarten. Und Sprünge in der Entwicklung passen nicht zum langfristigen Ansatz – das muss Anlegern klar sein.
Vielleicht ala Kostolany? Kaufen und in 5 Jahren wieder anssehen? Denn die Strategie passt zum langfristig angestrebten Bestandsaufbau. Ob Encvais oder ein anderer Bestandshalter? Ansichtssache…
CHART. Encavis.
Chart - Windenergie Aktien Encavis PNE Energiekontor Nordex ABO Wind oder Clearvise
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