Prime Standard | 269 Mio EUR mehr. Steinhoff versucht Befreiungsschlag! Reicht das? Kurssprung.

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16.07.2021 –  Es gilt: Steinhoff International Holdings NV (ISIN: NL0011375019) muss durch die beiden Schutzschirmverfahren versuchen das – noch? – alles beherrschende Problem der Rechtsstreitigkeiten im Laufe dieses Jahres abschliessend und „gerade noch tragbar“ zu lösen.

Und seit der Niederlage Steinhoffs vor dem Western Cape Highcourt läuft die Zeit gegen Steinhoff. Der Sieg der klagenden Trevo Capital und der beiden Hamilton Gesellschaften bringt das ganze „Vergleichsgebäude“ der beiden koordinierten Schutzschirmverfahren mit zwei Gläubigerversammlungen allein von der Zeitplanung her durcheinander.Daneben gibt es aber“noch“ den operativen Part. Und während gerade die  Pepco Group NV (ISIN: NL0015000AU7) beeindruckende Quartalsergebnisse lieferte, brennt es bei PepKor Holdings Ltd – derzeit rund 10 % der Geschäfte betroffen durch Unruhen, aber kein Grund für Steinhoff aufzugeben – im Gegenteil:

Steinhoff macht ein Angebot – 269 Mio EUR mehr sollen das Eis brechen. Plus 66 %  „in die Vergleichskasse“

Heute Nachmittag reagierte Steinhoff auf die neue Situation aufgrund der Gerichtsentscheidung zugunsten Trevo Capitals und der Hamilton Gesellschaften in Südafrika. Das Vergleichskonstrukt droht zusammenzufallen. Und die heutige Antwort Steinhoffs könnte den Durchbruch bringen. Auch wenn bisher „die starke Zustimmung zu dem Vergleichsvorschlag substantiell “ sei, muss Steinhoff doch einleitend konstatieren, dass erst 4 der 6 Sammelklägergruppen dem Vergleich zustimmen würden. Diese Zahl ist deshalb wichtig, weil erst bei der Zustimmung von 5 der 6 Gruppen die Zusatzzahlungen der D&O Versicherer und von DELOITTE an die Geschädigten unwiderruflich werden.

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Steinhoff’s Pepco liefert – wieder einmal – sehr gute Quartalsergebnisse. Hilft das bei den Gesprächen mit Trevo und den Hamiltons?

Jenoptik wächst kräftig, kräftiger als erwartet. Erhöht die Prognose und die Aktie feiert die zahlen mit einem Plus von derzeit 11,84 %.

Und man betont, das nur ein Vergleich im Interesse aller Stakeholder liegen könnte – Denkanstoss ist das erhöhte Angebot

Oder wie es heute heisst: „Steinhoff continues to believe that the Steinhoff global settlement proposal, including the materially increased offer described below, represents a significantly better outcome for litigants and creditors relative to the outcomes in the event of no settlement. „ Und dafür muss auf beiden Gläubigerversammlungen (NL und SA) dem Vergleichsvorschlag zugestimmt werden. Da es seit Vorlage des ursprünglichen Vergleichsangebots operativ kräftige Verbesserungen im Steinhoff Konzern gegeben hätte, sieht man sich nun in der Lage, das Vergleichsangebot kräftig aufzustocken. (Operative Erholung war zuletzt Thema im nwm am 25.06.:  „Alle Töchter schreiben schwarz – erstmals! Aber die Zinslast erdrückt auf Dauer. Highlight: Mattres Inc Recovery!“)

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Angebot für Geschädigte aus dem „market“-Erwerb von Wertpapieren (Market Purchase Claimants) – bei Steinhoff International Holding NV und Steinhoff Ltd. – und für Steinhoff International Holding NV Geschädigte aufgrund vertraglicher Vereinbarungen (Contractual Claimants ) wird von 370 Mio EUR auf 613 Mio EUR erhöht. ( Plus 243 Mio EUR/66 %).

Kräftige Aufstockung – ausdrücklich NICHT für Darlehensgeber oder Vertragspartner der alten Steinhoff Ltd. (South Africa)

Louis du Preez, CEO und  Management Board Member, erläutert das erneuerte Angebot: „The resilience of the Group’s performance since our settlement proposal was first announced in July 2020 allows us to materially increase the total available pot for settlement to EUR 1.2bn. The total amount of the offer for Market Purchase Claimants (SIHNV and SIHPL) and SIHNV Contractual Claimants will increase by 66 per cent. The revised proposal offers claimants a fair outcome, and the best opportunity to recover amounts in respect of any claims in the near term and with certainty. We urge all claimants to support the revised settlement proposal and work with us to conclude the approval process as soon as possible.“

Und so hofft man den 03.09.2021, wie vom Amsterdamer Bezirksgericht festgesetzt, als Tag der niederländischen Gläubigerversammlung zu halten. Eine  Entscheidung/Anhörung über den Liquidationsantrag der Ex-Eigentümer von Tekki Town vom „Western Cape Highcourt“ wird weiterhin für den 01. bis 03.09. erwartet. Sollte den Ex-Eigentümern ein vertraglicher Schaden zugestanden werden, wären sie nach Steinhoffs Vorstellungen Bestandteil des vorliegenden Vergleichsvorschlags.

In Südafrika können noch bis August Forderungen gegen Steinhoff Ltd. angemeldet werden

Da seit dem 05.05.2021 Anträge für die Forderungsanerkennung gegen Steinhoff Ltd. gestellt werden können, gilt ab diesem Tag eine 3-Monats-Frist für die Einreichung. Danach wird eine Gläubigerversammlung terminiert werden. Wenn nicht die

Revision gegen Trevo/Hamilton Gerichtssieg wäre. Nicht nur von Steinhoff, sondern auch von anderen Forderungsinhabern eingelegt.

Denn hier könnt der gesamte Prozess des Vergleichs sich um mehrere Monate oder noch länger verzögern. Gift für die weitere Entwicklung. Unsicherheit ist das, was man am wenigsten gebrauchen kann. Und zwar für ALLE Stakeholder der Steinhoff International Holding NV respektive der Steinhoff Ltd. (Seinerzeit wurden alle Steinhoff Ltd. Aktien in Steinhoff International Holding NV-Aktien getauscht. Zurück blieb eine eigentlich leere Hülle, die alle operative Einheiten übertrug. Was ja jetzt genau vor Gericht als „ungültig“ erklärt worden ist.)

Die Quote die der einzelne Forderungsinhaber erhalten wird, steht erst dann fest, wenn beide Gläubigerversammlungen gerichtlich bestätigt zusammengesetzt sind. also alle Forderungen differenziert nach berechtigt oder unberechtigt eingestuft worden sind. Insgesamt stehen folgende Beträge zur Verfügung, von denen 50 % in Form von PepKor Aktien ( bewertet zu 15,00 ZAR – aktueller Kurs lliegt an der JSE bei 19.44 ZAR) geleistet werden können. Entscheidung liegt bei den Steinhoff-Entities.

 

Revised total
settlement
amount
Original
settlement
amount
Increase in
settlement
amount
EURmZARmEURmZARmEURmZARm% Inc.
SIHNV & SIHPL Market Purchase Claimants44226717566%
SIHNV Contractual Claimants1711036866%
Hemisphere CPU66402666%
SIHPL Contractual Claimants: Titan7,9047,904
SIHPL Contractual Claimants: Other1,6531,653
EUR Total (of EUR and ZAR amounts)1,23796926928%

Dazu kämen 78,1 Mio EUR von den D&O Versicherungen und nochmals 77,49 Mio EUR von DELOITTE – abe rnur wnen der Vergleich auf beiden Versammlungen angenommen werden sollte.

Timing der Gläubigerversammlungen gestört – in Südafrika sollte es zumindest zu einer Verschiebung kommen, wenn nicht schnellstmöglich ein „Sondervergleich“ mit Hamilton/Trevo Capital geschlossen werden kann – oder das heutige Angebot „reicht“

Und nur wenn BEIDE Schutzschirmverfahren endgültig mit einem positiven Gläubigervotum abgeschlossen werden können, greift das gesamte Vergleichspaket. Ohne Südfrika keine Zahlungen für die Gläubiger im Amsterdamer Verfahren – so klar sind  die Vergleichsvorgaben: Nur wenn beide Verfahren positiv entschieden werden, greifen die Zusagen, übrigens gilt dieses auch für die Zusatzzahlungen DELOITTE’s und der D&O-Versicherungen, die ja insgesamt im dreistelligen Millionenbereich „zulegen wollten“. ES BLEIBT NUR EINE FRAGE:

REICHT DAS HEUTIGE ANGEBOT? Zumindest hat man allen „market“-Geschädigten  das Gleiche geboten und so keine neuen Begehrlichkeiten bei den „market“-Geschädigten geweckt. Also keine Sondervereinbarung für Trevo oder die Hamiltons, sondern für „deren Gruppe“ mehr. Möglicherwiese der richtige Ansatz das Problem zu lösen.

SNP, Nagarro und MBB. Lukas Spang bleibt dabei: Spannende Aktien. Warum? Im Gastbeitrag mehr dazu…
Auf einmal arbeitet die Zeit jetzt gegen Steinhoff

Jetzt muss schnell Klarheit her: Welche Auswirkungen hat das Urteil konkret für die südafrikanische Entity, für den Gesamtkonzern und für den Ablauf des südafrikanischen Schutzschirmverfahrens. Vermutlich wird man seitens Steinhoff versuchen die verbleibende Zeit für eine Einigung mit den wenigen, aber jetzt gestärkten, verbliebenen Opponenten zu lösen:

Neben den in Südafrika klagenden Ex-Eigentümern von Tekki Town wären das in erster Linie Trevo Capital und die beiden Hamilton Entities, die u.a. in Amsterdam noch eine Revision laufen haben, und auch beispielsweise die mit Seifert laufenden Verhandlungen zur Beilegung der Conforama-Streitigkeiten stehen noch im Raum. Diese hofft Steinhoff laut Quartalsbericht mit weiteren 100 Mio EUR beilegen zu können – übrigens ausserhalb der „Vergleichspakets“, welches durch den Gerichtsentscheid von Freitag auf einmal ins Wackeln geraten ist ( Zuvor wurde bereits in 2016 ein Betrag von 147 Mio EUR an Seifert gezahlt). Aber es bleibt dabei: Basis für Lösungen dieser existentiellen Probleme sind operativ „laufende“ Geschäfte/Töchter. Und das ist im Moment das einzig unbestritten positive:

Mattres Inc. und Greenlit Brands werden zu Gewinnmaschinen – beiden gelingt überzeugender Turn-Around!

Und dazu liegt seit dem 25.06.2021 der Halbjahresbericht zum 31.03.2021, ungeprüft, der Steinhoff International Holdings NV vor. Eins der positiven Highlights ist der extreme Ergebnisswing , der ehemals im Chapter 11 verfahren gerade noch mal geretteten Mattres Inc, an der Steinhoff immerhin noch rund 50 % hält. Den Rest musste man an Gläubiger abtreten, um das Unternehmen zu retten. Umstrukturiert, unter neuer, alter Vor-Steinhoff, Führung macht man so wieder kräftig Gewinne. Und auch Greenlit Brands gelang ein überzeugender Turn Around! SEHR GUTE ZAHLEN AUSFÜHRLICH ZUM 31.03.2021.

 

Chart: Steinhoff International Holding NV | powered by GOYAX.de

 

 

 

 

Prime Standard | Steinhoff Aktie: Jetzt kommt’s knüppeldick – knapp 10 % der Pepkor Stores geplündert und beschädigt.
KW 28/2021 | Zwei Rekorde, am Ende der Woche rot. Dazu Steinhoff, Nordex, Jenoptik, Hugo Boss, Nel, Aurelius u.a. mit News.

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