Nel Aktie – Pennystock. Jetzt auch unter 10,00 NOK – letzte Bastion gefallen. Hat sich erledigt? Gegenargument druckfrischer IEA „Global Hydrogen Review 2023“?

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Nel hatte in der Vergangenheit öfters mit den Quartalszahlen die Erwartungen der Analysten verfehlt, aber bei Vorlage der letzten Ergebnisse – Q2 – Mitte Juli gab es aus Norwegen positive Überraschungen. Auf der ganzen Linie. Danach aber wieder einmal Nachrichtenflaute – Versprochenes wurde nicht geliefert.

Leider konnten die Norweger diese positive Grundstimmung nicht mit Leben füllen. Seit Veröffentlichung der – zugegebenermassen – guten Quartalszahlen gab es nichts mehr von den Norwegern. Die Liste der Presseerklärungen seit dem 18.07.2023 ist LEER. Und auch sonst scheint man nicht viel zu sagen zu haben. Seit längerem unter der 1,00 EUR-Grenze im deutschen Handel, jetzt auch am Heimatmarkt unter psychologisch wichtigen 10,00 NOK-Marke – aktuell 0,8609 EUR Frankfurt  – 9,61 NOK Euronext Oslo.

Die falkenhaften FED-Aussagen von Mittwoch Nacht gaben den Growth-Werten an den Börsen den Rest – Donnerstag auf sowieso schon niedrigen Niveaus wurden die

Wasserstoffpureplayer ans Ende der Kurslisten durchgereicht – Plug Power, Nel mehr als 7% Tagesminus. Der Anfang vom Ende der Hoffnungsträger?

In diese triste Stimmungslage für Verluste schreibende „Perspektivunternehmen“, die auf Kapitalzufuhr angewiesen sind bevor sie – von manchen generell in Frage gestellt – den Breakeven in 2024, 2025 oder noch später eventuell erreichen können, kommt der jährliche IEA-Bericht „Global Hydrogen Review 2023“ heraus. Und vorab: Wunder werden nicht versprochen oder für die Branche in 2023 erwartet. Aber

IEA Vergleich 2022 und 2023 bezüglich Projektvolumen und FID-Status-Anteil zeigt entstehende Dynamik, die auch Nel helfen könnte.

Auch wenn bei Salzgitter, die einen 100 MW Elektrolyseurauftrag diese Woche zur Produktion grünen Stahls vergeben haben, das Duo Andritz AG/Hydrogen pur ASA zum Zuge kam, scheint Nel bei anderen dieser „green steel“-Projekte durchaus in der engeren Wahl zu sein – erinnert an die Worte des Ovako-Managements bei Einweihung der ersten Elektrolyseuranlage für den Betrieb einer annähernd  CO2-neutralen Stahlschmelze. Es hängt an den konkreten Auftragsvergaben, die nur bei einem Bruchteil der immens zugenommenen Projekte im Rahmen des Erreichens der konkreten Umsetzungs- respektive Investitionsentscheidung zum tragen kommen. Und genau hier liegt laut IEA-Report die Crux:

IEA:  Zahl der angekündigten Projekte zur emissionsarmen Wasserstoffproduktion nimmt rasant zu.

So könnte die jährliche Produktion von emissionsarmem Wasserstoff im Jahr 2030 38 Mio. Tonnen erreichen, wenn alle angekündigten Projekte realisiert würden, jedoch 17 Mio Tonnen sind davon noch in frühen Projekt-Entwicklungsstadien. Die potenzielle Produktion bis 2030 aus bisher angekündigten Projekten ist 50 % größer als zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Global Hydrogen Review 2022 der IEA. Aber nur 4 % dieser potenziellen Produktion haben zumindest eine endgültige Investitionsentscheidung (FID) getroffen. eine Verdoppelung seit letztem Jahr in absoluten Zahlen (auf fast 2 Mio Tonnen).

Nel’s Lösungsangebot steht für das Gros der Projekte.

Von dem Gesamt-Potential für 2030  basieren 27 Mio Tonnen auf Elektrolyse und emissionsarmer Elektrizität und 10 Mio Tonnen auf fossilen Brennstoffen mit Kohlenstoffabscheidung, -nutzung und -speicherung. Laut IEA Studie leiden die geplanten Projekte und deren Startschüsse unter den inflationsbedingt angeheizten Preisentwicklungen – „several projects have revised their initial cost estimates upwards by up to 50%“ (IEA, Global Hydrogen Review 2023).

Unsicherheit bremst Ausbau der Elektrolyseur-Kapazitäten – IEA Report enthält aber auch Hoffnung. Auch für Nel, die von der fehlenden Umsetzung von Projekten besonders betroffen scheinen.

Nordamerika und Europa, die Kernzielmärkte Nel’s, sollen laut IEA bei der Umsetzung von Initiativen zur Förderung einer emissionsarmen Wasserstoffproduktion eine Vorreiterrolle übernommen haben. Umfangreiche staatliche Fördermittel würden durch Programme wie die Steuergutschrift für die Wasserstoffproduktion in den USA, die EU Important Projects of Common European Interest und das UK Low Carbon Hydrogen Business Model bereitgestellt. Allerdings verzögere die lange Zeitspanne zwischen der Bekanntgabe der Pläne und dem Zeitpunkt, an dem den Projektentwicklern Mittel zur Verfügung gestellt werden, die Projektdurchführung und gefährde sogar Projekte. Verschärft würde dies durch die mangelnde Klarheit über die Regulierung, die in einigen Rechtsordnungen erst vor Kurzem gelöst werden konnten.

So hätten zwar diverse Elektrolyseur-Hersteller, beispielsweise Nel in Detroit, ehrgeizige Expansionspläne angekündigt, aber…

Diverse Hersteller hätten klargestellt, dass bereits heute insgesamt rund 14 GW Produktionskapazität zur Verfügung stehen würden, die Hälfte davon in China. Die Elektrolyseurproduktion im Jahr 2022 wird auf knapp über 1 GW geschätzt. Die Hersteller hättten Pläne für eine weitere Expansion angekündigt, mit dem Ziel, bis 2030 eine Produktionskapazität von 155 GW/Jahr zu erreichen, aber nur 8 % dieser Kapazität haben zumindest FID erreicht. Die Verwirklichung der ehrgeizigen Pläne der Hersteller hängt von einer soliden Nachfrage nach Elektrolyseuren ab, die derzeit höchst unsicher ist. Diese Unsicherheit führt bereits zu Verzögerungen bei diesen Expansionsplänen, von denen einige auf Eis gelegt seien.

Hoffnungsträger: EU legt Bedingungen der ersten H2-Versteigerung fest – bis zu 4,50 EUR je KG grünen Wasserstoffs für 10 Jahre möglich. Auch Nel’s Gesprächspartner sollten mitbieten.

Allein die bis zu 4,50 EUR je KG grünem Wasserstoff, die 10 Jahre ab Produktionsbeginn gezahlt werden könnten, sollten das Interesse an der anstehenden Versteigerung wecken. Und danach gäbe es wieder Projekte, die finanziert wären inclusive Auftragsvergabe an entsprechende Elektrolyseurproduzenten. Und bei der Auktion über die erste Tranche – 800 Mio EUR – im November werden mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit auch Unternehmen zum Zuge kommen, die mit Nel im Gespräch sind. Unternehmen, die erst dann ihr eInvestitionsentscheidung treffen, wenn die Subventionen gesichert sind.

Nel muss Geduld beweisen – und auch die Aktionäre. Nur der Kapitalmarkt ist ungeduldig.

Zumindest stehen die Regeln der ersten Versteigerung – „Innovation Fund Auction – Terms and conditions“. Die Auktion, die aus dem Innovationsfonds unter dem Dach der EU-Wasserstoffbank finanziert wird, soll am 23. November 2023 eröffnet werden. Nach Konsultationen der Interessenträger, die seit März 2023 laufen, gibt die Veröffentlichung von Mittwoch potenziellen Bietern Vorabinformationen über die endgültige wirtschaftliche Gestaltung der Auktion und hilft ihnen, mit der Erstellung ihrer Angebote zu beginnen.

Mit der Auktion werden bis zu 800 Mio EUR an Produzenten erneuerbarer Wasserstoff im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) vergeben. Die Förderung erfolgt in Form einer festen Prämie in Höhe von EUR/kg erneuerbarem Wasserstoff, der über zehn Betriebsjahre erzeugt wird, und zielt daher auf die Kluft zwischen den Produktionskosten und der Zahlungsbereitschaft der Nachfrage ab.

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Starkes Q2 ist ohne entsprechende Nachrichtenlage zu wenig für die Anleger – wo bleiben die Grossaufträge für Nel, die „so kurz vor der Entscheidung“ stehen sollen?

Wenn man sich den Chart der Nel Aktie fällt auf: Seit den guten Quartalszahlen ging es beinahe kontinuierlich bergab – auf dem Weg zum Pennystock. Vorgezeichnet? Oder sollte man jetzt darüber nachdenken, einzusteigen? Antworten auf diese Frage gibt es viele. Widersprüchliche. Den Anfang machen die Analysten, denen man ja eigentlich einen Erfahrungsvorsprung unterstellt. Und es war auch ein Analyst, der der Nel Aktie einen weiteren Schlag versetzte. Und am Mittwoch war es die FED, die nicht nur die Wasserstoffbranche, sondern auch die Vertreter des Biotechsektors an der Börse zum abstürzen brachte. Quais alle Unternehmen, die noch Geld verbrennen, weitere Geldzuflüsse benötigen und „auf die Zukunft“ setzen. Gut für die Nel-Aktionäre: Es traf eine ganze Branche und Nel als exponiertes Unternehmen unter den Wasserstoffs besonders…

Nel Plug Power ITM Power Elringklinger PNE - Chartbild Nel.
Chart: NEL Aktie | Powered by GOYAX.de

Analysten bleiben mehrheitlich positiv für Nel. Aber war schon mal positiver…

Von 23 covernden Analysten sagen 8 KAUFEN, 1 ÜBERGEWICHTEN, 7 meinen HALTEN, 1 UNTERGEWICHTEN und 6 VERKAUFEN. Ein eingetrübtes Bild bei den Analysten. Aber das mittlere Kursziel von 13,94 NOK liegt immerhin noch weit über dem aktuellen Kursniveau, auch wenn es sich gegenüber dem Vormonat um rund 2,00 NOK reduziert hat. War schon mal wesentlich mehr „Potential“ zwischen Nel-Kurs und Analysten-Erwartungen, aber immerhin.

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Und Shortseller? Bewegungen?

Auch wenn die Zahl der meldepflichtig (mindestens 0,5% je Position) gehaltenen Shortpositionen sich seit den Tiefstständen von für Nel sehr niedrigen 3,41% bis zum 22.06. (bei einem Kurs von 12,90 NOK) bereits auf 4,95% bei einem Kurs von 11,51 NOK erhöht hatte, ist das Niveau der Shortpositionenseitdem nur unwesentlich weiter gestiegen auf aktuell 5,06% (22.09.2023). Insgesamt ein nicht unwesentliches Volumen, dass in beide Kursrichtungen zusätzlichen Druck erzeugen könnte.

FAZIT: Kommen die angekündigten Grossaufträge für die Nel nach eigenen Worten hohe Investitionen in die Angebotserstellung (FEED-Studien) fliessen lassen  muss. Und wenn diese dann wirklich die wesentlich höheren Margen erzielen, als die alten Aufträge, deren Abarbeiten die hohen laufenden Verluste erklären soll, dann könnte noch was aus der Nel Aktie werden – spannend. Kaufkurse? Charttechniker würden sagen: Finger weg. Mutige: So günstig wird’s nicht wieder. Vorsichtige: Wird auch noch billiger…

 

 

 

 

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