BioNTech Aktie wackelt die chinesische Mauer? Expats dürfen, Hongkong erlaubt heute Omicron-angepasste Variante, Macao ist auch dabei…

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Biontech Aktie mit Perspektiven

BioNTech Aktie – Biotechnologiewert. Grosse Forschungspipeline in teilweise fortgeschrittenem Stadium durchfinanziert durch den Comirnaty-Erfolg. Seit dem 20.10.2022 bei einem Kurs von 118,00 USD ging es kontinuierlich bis auf aktuell 166,80 USD (11:12 ET) hoch.

Auf dem Weg auf dieses weider etwas höhere Kursniveau gab es in den letzten Wochen einige wichtige Etappen: Pfizer/BioNTech Kombiimpfstoffstudie, Q3-Zahlen, Fortschritte bei omicron-angepasstem Impfstoff, Kauf GMP-Produktionsanlage in Singapur von Novartis. Aber es gäbe noch eine Nachricht, die selbst bei abflauender Corona-Pandemie nochmal einen Schub geben könnte: Denn bBisher ist China ein weisser Fleck auf der Comirnaty-Karte.

Nein nicht ganz China, es gibt zwei Sonderzonen – Hongkong und Macao – die bereits auf BioNTech vertrauen. Und seit dem Scholz-Besuch dürfen auch die Ex-Pats bald … immerhin potentiell 400.000 weitere „Nutzer“… aber…

Seit langem wird darüber diskutiert, dass China auch deshalb zu der strikten Lock-Down-Politik greifen müsse, weil die in China erhältlichen „klassischen Impfstoffe“, die von chinesischen Herstellern produziert werden, nicht mal annähernd die Immunisierungswirkung hätten, wie die mRNA-Impfstoffe, wie beispielsweise das von BioNTech hergestellte Comirnaty. Bereits in unserem Beitrag am 12.07.2021 wurde diskutiert: „Bahrain setzte in seiner überaus erfolgreichen Impfkampagne auf die chinesischen Impfstoffe. Und sieht sich nun stark steigenden Ansteckungszahlen gegenüber.

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Und bereits damals schien festzustehen, dass mRNA-Impfstoffe „einfach besser wirken“: „Und konkret berichtete Reuters am 20.06.2021  davon, das mit BioNTech’s COVID-19-Wirkstoff geimpfte Menschen  „substantially higher“ Level der Antikörper aufwiesen, als diejenigen, die mit Sinovac geimpft worden sind. Diese Ergebnisse einer Hong Konger Studie mit 1.000 Probanden werden heute Morgen in der „South China Morning Post“ vorgestellt. Und die Schlussfolgerung ist, das zumindest einige der Sinovac-Geimpften eine dritte „Boost-Impfung“ empfangen sollten. So äussert sich zumindest Professor Benjamin Cowling, Epidemiologe der „University of Hong Kong“. Ähnliche Ergebnisse gab es in Indonesien – Ansteckungen trotz Sinovac-Impfung – „Anfang Juni  (2021) wurden in Indonesien  bei 350 medizinischen Mitarbeitern trotz Impfung mit Sinovac Covid-19-Infektionen festgestellt – davon Dutzende sogar mit schweren Verlauf, Und das sollte ja gerade durch Impfungen ausgeschlossen werden.“

Geht wohl um Empfindlichkeiten der Verantwortlichen – nun Risse in der Mauer?

Es war schon überraschend, dass es seit dem China-Besuch von Kanzler Scholz mit einer Wirtschfatsdelegation, zu der auch der BionTech CEO Ugur Sahin gehörte, nun zumindest für Expats Comirnaty in China zugelassen wird. Von der Umsatzwirkung bei aktuell vielleicht noch 400.000 Expats in China natürlich fast vernachlässigbar, aber möglicherweise ein Schritt der chinesischen Regierung „demnächst“ auch Comirnaty für die rund 1,4 Mrd. Chiensen „zuzulassen“.

Wobei die Sonderzonen Hongkong und Macao schon seit längerem auf BioNTech’s Comirnaty setzen – also für rund 8,5 Mio Festland Chinesen bereits verfügbar.

Auf der offiziellen Seite der Hongkonger Regierung findet sich die Meldung vom 5.03.2022: „The Government announced today (March 5) that about 3.8 million extra doses of the Comirnaty vaccine has been purchased to cope with the recent demand for COVID-19 vaccination. Together with the earlier batches, more than 12.3 million doses of the Comirnaty vaccine have been purchased in total.“ (THE GOVERMENT OF HONGKONG OFFICIAL PRESS RELEASES, 5.03.2022). Und auf welchem Impfstoff die Priorität liegt wird durch einen Nebensatz deutlich: „To ease the gradually increasing public demand, about 3.8 million extra doses of Comirnaty was purchased. The Government also purchased about 1 million extra doses of the CoronaVac vaccine earlier.“ Also im Verhältnis von ca. 4:1 liegt der chinesische Impfstoff „hinter“.

…. und die omicronangepasste Variante von Comirnaty ist in Hongkong bereits zugelassen: „The Government announced today (November 18) that the Secretary for Health has authorised the Comirnaty Original/Omicron BA.4-5 bivalent vaccine (i.e. Comirnaty Original/Omicron BA.4-5 (15/15 micrograms)/dose Dispersion for Injection COVID-19 mRNA Vaccine (nucleoside modified)) by Fosun Pharma/BioNTech for emergency use in Hong Kong in accordance with the Prevention and Control of Disease (Use of Vaccines) Regulation (Cap. 599K).“ (THE GOVERMENT OF HONGKONG OFFICIAL PRESS RELEASES, 18.11.2022)

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…. und Macao stellt direkt auf der Regierungsseite klar, wo die grössere Effizienz liegt:

What types of vaccines are available in Macao?

Production technologyPrevention efficacy*
Inactivated vaccinesIn use for decades. This technology has been applied to influenza vaccines and several widely-used vaccines.Around 80%
mRNA vaccinesThis technology has been applied to the production of immuno-oncology drugs in the past.Over 90%

*Interim results of clinical trials“ (Darstellung aus www.ssm-gov.mo, Serviceseite der Regierung der Sonderzone Macao)

Und in Macao ist der von BioNTech mit dem chinesichen Kooperationspartner Fosun Pharma der zugelassene mRNA-Impfstoff. Und jetzt kann man sich fragen, ob die Zentralregierung nicht auch…

Neben der China-Chance die anderen Entwicklungen, die dem Aktienkurs der BioNTech in letzter Zeit gut getan haben…

Hierbei markierten die Quartalszahlen einen wichtigen Zwischenschritt (7.11.2022)  – nach anfänglicher Kursirritation nahmen die Märkte die Zahlen, wie sie sind. Erwartungsgemäss schwächere Umsätze im dritten  Quartal, spätestens nach den einige Tage vorher veröffentlichten Pfizer Q3-Zahlen nicht anders möglich. Aber gleichzeitig im Hinterkopf die Ankündigung eines sehr starken Q4 – was Pfizer sogar zuvor seine Comirnaty Umsatzprognsoe für 2022 um 2 Mrd USD erhöhen liess.

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Zuvor Kombiimpfstoff der Punktsieg gegenüber moderna bedeuten könnte, Studienergebnisse zu angepasstem Covid-Impfstoff

Und das Biontech zwischenzeitlich im Vorfeld der Quartalszahlen (03.11.2022) eine Phase I Studie für ein Impfstoffkombipräparat (Covid/Grippe) gemeinsam mit Pfizer startete, am 4.11.2022 eine Veröffentlichung neuer klinischer Daten zum an Omikron BA.4/BA.5 angepassten Auffrischungsimpfstoff mit deutlich stärkeren Immunantworten in Erwachsenen im Vergleich zum ursprünglichen COVID-19-Impfstoff melden konnte, waren bestimmt kursstützend.

Und dann nach den Quartalszahlen ein weiterer Baustein für BioNTech’s weltweites mRNA-Produktionsnetzwerk „gekauft“ – volle Kassen machen es leicht

BioNTech Pharmaceuticals Asia Pacific Pte. Ltd., 100% Tochter der BioNTech SE, erwirbt von Novartis Singapore Pharmaceutical Manufacturing Pte. Ltd. eine GMP-zertifizierte Produktionsanlage in Singapur. Die Übernahme ist Teil von BioNTechs Expansionsstrategie zur Stärkung seiner globalen Präsenz in Asien. Unterstützt durch das Singapore Economic Development Board („EDB“), wird die Anlage als regionaler Hauptsitz von BioNTech dienen und die erste mRNA-Produktionsstätte des Unternehmens in Singapur werden.

„Wir freuen uns über diesen nächsten Schritt bei der Ausweitung unseres globalen Produktionsnetzwerks nach Singapur, mit dem Ziel, die Produktion von mRNA-basierten Impfstoffen und Therapeutika im asiatisch-pazifischen Raum zu unterstützen. Die Übernahme ermöglicht es uns, den Aufbau einer hochmodernen mRNA-Produktionsstätte zu beschleunigen und so schneller Kapazitäten für potenzielle klinische Studien und die kommerzielle Bereitstellung unserer mRNA-Impfstoffe und -Therapeutika in der Region zu schaffen“, sagte Dr. Sierk Poetting, Chief Operating Officer von BioNTech. In den kommenden Monaten werde wir eng mit allen beteiligten Parteien zusammenarbeiten, um eine reibungslose Übergabe der Anlage zu gewährleisten und uns auf den Produktionsbeginn vorbereiten.“

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„Wir sind erfreut, dass BioNTech Singapur als Standort für seinen regionalen Hauptsitz und die erste mRNA-Produktionsstätte in der asiatisch-pazifischen Region gewählt hat. Die Investition des Unternehmens unterstreicht das Vertrauen in die exzellenten Kompetenzen unserer Fachkräfte und die umfassenden Produktionsfähigkeiten unseres biopharmazeutischen Ökosystems. Die Präsenz von BioNTech wird die Expertise im Bereich der mRNA-Technologie in Singapur vorantreiben und uns in die Lage versetzen, die Pandemievorsorge in der gesamten Region zu stärken“, sagte Goh Wan Yee, Senior Vice President und Head of Healthcare des EDB.

BioNTech setzt auf Unabhängigkeit von externen Produktionsstätten – wird zukünftig Deals wie die Ertragsteilung mit Pfizer nicht mehr nötig machen…

BioNTechs mRNA-Produktionsstätte in Singapur soll im asiatisch-pazifischen Raum regionale Herstellungskapazitäten im klinischen und kommerziellen Maßstab für BioNTechs wachsende Pipeline mRNA-basierter Impfstoffe und Therapeutika schaffen. Es besteht die Möglichkeit, die Produktion auch auf andere Wirkstoffklassen wie Zelltherapien auszuweiten. Die Produktionsstätte wird initial für die Herstellung einer Reihe mRNA-basierter Produktkandidaten sowie bereits zugelassener Impfstoffe und Therapien gegen Infektionskrankheiten ausgerüstet sein. Dies könnte der COVID-19-Impfstoff des Unternehmens sein, oder onkologische Produktkandidaten, sollten diese erfolgreich entwickelt und durch die zuständigen Behörden genehmigt oder zugelassen werden.

Die Anlage wird eine voll integrierte mRNA-Produktionsstätte sein, die den Wirkstoff mRNA wie auch abfüllfertige Chargen des formulierten Impfstoffs herstellen können wird. Nach vollständigem Aufbau wird die Anlage eine…

… jährliche Produktionskapazität von bis zu mehreren hundert Millionen Dosen mRNA-basierter Impfstoffe haben.

Es wird erwartet, dass bis 2024 mehr als 100 Arbeitsplätze in verschiedenen Bereichen wie Betrieb, Technik, Qualitätskontrolle, Finanzen, Personalwesen und Lieferkettenmanagement in Singapur geschaffen werden, wobei die ersten Stellen sofort besetzt werden können. Das Werk wird Teil der BioNTech-Tochtergesellschaft BioNTech Pharmaceuticals Asia Pacific Pte. Ltd. sein und vollständig in das globale Produktionsnetzwerk des Unternehmens integriert werden.

BioNTech Zahlen gegenüber Erwartungen – KLARER Punktsieg für die Mainzer

für das Q3 wurde von den covernden Analysten durchschnittlich ein Umsatz von 1,9 Mrd EUR erwartet, mit einem EBITDA von 1,184 Mrd EUR und ein EBT von 1,436 Mrd EUR. Netto blieben nach Steuern 930 Mio EUR „übrig“. Was ein EPS von 4,36 EUR für das dritte Quartal ergäbe.

UND DANN DIE ZAHLEN: 3,462 Mrd EUR Umsatz – eine faustdicke Überraschung, wesentlcih höher als erwartet. Und damit auch der Nettogewinn, der mit 1,78 Mrd EUR weit über den erwarteten 930 Mio EUR liegt.

Finanzergebnisse des dritten Quartals sowie der ersten neun Monate 2022

In Millionen, außer Angaben pro AktieQ3 2022Q3 20219M 20229M 2021
Umsatzerlöse13.461,2 €6.087,3 €13.032,3 €13.444,2 €
Nettogewinn1.784,9 €3.211,0 €7.155,7 €7.126,3 €
Verwässertes Ergebnis pro Aktie6,98 €12,35 €27,70 €27,46 €
Dazu Umsatz-Prognose für 2022 „am oberen Rand“ gefixt bei 16 bis 17 Mrd EUR- was nach Pfizers Prognoseerhöhung aber schon fast selbstverständlich erscheint. Und Wikstoffpipeline scheint auf gutem Weg laut CEO

„Ich möchte unserem wachsenden BioNTech-Team für seine hervorragenden Leistungen in den ersten neun Monaten des Jahres 2022 danken. Unsere Kolleginnen und Kollegen haben es möglich gemacht, dass wir als erste und in einer beispiellosen Geschwindigkeit einen an die Omikron-Sublinien BA.4 und BA.5 angepassten bivalenten Impfstoff zur Zulassung bringen konnten. Die gewonnenen Erkenntnisse bei der Entwicklung von an Omikron angepassten Impfstoffen wollen wir nutzen und das Gelernte auf andere Krankheitsbereiche sowie Produktkandidaten übertragen“, sagte Prof. Dr. Ugur Sahin, CEO und Mitgründer von BioNTech. „Das nächste Kapitel von BioNTechs Entwicklung rückt in greifbare Nähe. Wir bauen unser COVID-19- sowie Impfstoffportfolio im Bereich Infektionskrankheiten weiter aus und erweitern unsere Onkologie-Pipeline. Wir sind weiterhin entschlossen, die Gesundheit von Menschen weltweit zu verbessern, indem wir Immuntherapien entwickeln, die das volle Potenzial des Immunsystems nutzen, um Krebs, Infektionskrankheiten und andere schwere Erkrankungen zu bekämpfen.“

Bevor wir zu der Entwicklung der umfangreichen Wirkstoffpipeline BioNTech’s kommen geht es um einen potentiellen, kurzfristigeren „Umsatzboost“: Eine neue Phase 1 Studie könnte für Pfizer/BioNTech einen klaren Wettbewerbsvorteil gegenüber Moderna’s Impfstoff gegen Covid-19 schaffen? Hat man wohl übersehen. Denn ab 2023 wird Wettbewerb das Covid-19-Impfstoffgeschäft prägen. Vom Anbieter- zum Nachfragermarkt!
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Neue Wirkstoffkooperation mit Pfizer startet mit Phase 1 Studien und erhöht neben den für 2023 geplanten kräftigen Preiserhöhungen die Umsatzperspektiven – Gründe die für BioNTech sprechen.

Pfizer und BioNTech haben eine Phase-1-Studie zur Untersuchung eines kombinierten mRNA-Impfstoffkandidaten gegen Influenza und COVID-19 begonnen. Dieser Ansatz ziele darauf ab, zwei schwere Atemwegserkrankungen mit nur einem Impfstoff zu adressieren. Im Rahmen der Phase-1-Studie zur Untersuchung der Sicherheit, Verträglichkeit und Immunogenität des Kombinationsimpfstoffansatzes auf Basis von nukleosid-modifizierter RNA (modRNA) wurde der erste Teilnehmer bereits behandelt. UND HIERMIT KÖNNTE MAN NATÜRLICH GEGENÜBER MODERNAS IMPFSTOFF-KANDIDATEN GEGEN COVID-19 KLARE WETTBEWERBSVORTEILE ERRINGEN AB 2023 – wer sich einmal direkt gegen zwei Krankheiten impfen lassen kann, wird das zwei getrennten, zeitlich möglicherweise verzögerten Impfungen gegenüber vorziehen. Insbesondere da ähnlich eRisikogruppen adresseirt werden durch die beiden „Zielkrankheiten“.

BioNTech’s CEO brachte es auf den Punkt: „effiziente Möglichkeit“ sich direkt gegen zwei Atemwegserkrankungen zu schützen – WETTBEWERBSVORTEIL

„Durch die Kombination beider Indikationen in einem Impfstoffansatz wollen wir den Menschen eine effiziente Möglichkeit bieten, sich gegen zwei schwere Atemwegserkrankungen zu immunisieren, die durch sich ständig weiterentwickelnden Viren ausgelöst werden und für die fortlaufend angepasste Impfstoffe benötigt werden“, sagte Prof. Dr. Ugur Sahin, CEO und Mitgründer von BioNTech. „Die erhobenen Daten werden uns weitere Einblicke in das Potenzial von mRNA-Impfstoffen ermöglichen, mehr als einen Erreger zu adressieren. Dies wird uns dabei helfen, unsere Pipeline für Infektionskrankheiten weiterzuentwickeln, um Ansätze für Impfstoffe zu entwickeln, die an den Bedürfnissen von Patientinnen und Patienten ausgerichtet sind.“

Und so könnten Wettbewerbsvorteile durch Effizienz die indikativen Preisvorstellungen Pfizers stützen und leichter durchsetzbar machen

Denn normalerweise erwartet man nach den nationalen Staatskäufen ab Anfang 2023 ein kräftiges Umsatzminus bei den mRNA-Covid-19-Impfstoffen, da die Nachfrage dann durch normale Beschaffungswege, teilweise krankenkassenfinanziert oder nutzerfinanziert und durch Ärzte bestimmt werden sollte. Hierzu gab Pfizer vor einiger Zeit „Entwarnung“ – Pfizer plant Preise von 110 bis 130 USD je Boosterimpfung aufzurufen, was die Umsätze auf einem hohen Niveau bei wesentlich geringeren Absatzmengen halten könnte,Und dazu  gab es – wieder von Pfizer – im Rahmen der Q3-Zahlen des US-Pharmagiganten eindeutige Hinweise, was die Anleger von den BioNTech-Zahlen zum Q3 erwarten können. Und was nicht!

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Und wichtiger – zumindest mittel- und langfristig – Neues zum Stand der umfangreichen Forschungspipeline von BioNTech. Aber hier scheint wenig , vielleicht sogar zu wenig (?), Interesse zu bestehen.

Schaut man sich die News der letzten zwei Monate  aus Mainz an und deren geringe Resonanz in der Finanzpresse, könnte zumindest der Eindruck entstehen. Während bei anderen BioTech’s jeder Artikel in irgendeiner Fachzeitschrift „gefeiert“ wird oder jeder Impfstoffwert, der auf den bereits gut besetzten Covid-Impfstoffmarkt drängt, waren die Reaktionen auf Genmab-BioNTech kaum hörbar. Und auch die am 09.09.2022 gemeldeten ermutigenden Daten zu Studienergebnissenn des Wirkstoffs BNT211 (gegen Tumore, mehr zum Wirkstoff in der „Pipeline“) wurden kaum erwähnt. Deshalb hier nochmals Einzelheiten zur Genmab/BioNTech Kooperation bevor es mit der Pipeline weitergeht:

BioNTech und Genmab erweitern Zusammenarbeit – Immuntherapien für die Behandlung von Krebspatienten

Am 05.08.2022 teilte man mit, dass im Rahmen dieser „Ausweitung“ BioNTech und Genmab gemeinsam an der Erforschung, Entwicklung und Vermarktung neuartiger „monospezifischer Antikörperkandidaten für verschiedene Krebserkrankungen“ arbeiten. Was die seit 2015 bestehende Zusammenarbeit auf diesem Gebiet auf ein neues Level heben könnte.

„Durch die Erweiterung unserer Kollaboration mit Genmab können wir unser Antikörper-Portfolio und damit auch unsere Onkologie-Pipeline in Indikationsbereichen mit hohem medizinischem Bedarf weiter ausbauen“, sagte Prof. Ugur Sahin, CEO und Mitbegründer von BioNTech. „Gemeinsam mit unseren Kollegen bei Genmab möchten wir neue Behandlungen für Menschen mit Krebs entwickeln.“ 

„Wir freuen uns sehr, unsere Zusammenarbeit mit BioNTech auf weitere neuartige Antikörpertherapien auszuweiten, um sie Patienten zur Verfügung stellen zu können, die innovative therapeutische Optionen benötigen“, sagte Dr. Jan van de Winkel, CEO von Genmab. „Strategische Partnerschaften, wie unsere Zusammenarbeit mit BioNTech, sind entscheidend für die Entwicklung differenzierter Antikörpermedikamente mit dem Ziel, das Leben von Krebspatienten zu verbessern.“

Natürlich wird auch mit Genmab ein Milliardenmarkt adressiert – BioNTech beyond Comirnaty

Kosten- und somit auch Ertragsteilung für einen „Kandidaten“ vereinbart, was für BionTech nur durch die Gewinne aus Comirnaty möglich ist: Ein sog. monospezifischer Antikörperkandidat, GEN1053/BNT313, soll bis Ende 2022 in die klinische Erprobung gehen – als erster im Rahmen der erweiterten Vereinbarung.  Und dazu kommen die bereits jetzt in klinischen Studien befindlichen „Wirkstoffe“.

Die BioNTech und Genmab haben derzeit zwei gemeinsam entwickelte Produktkandidaten in klinischen Studien, die seit 2019 getestet werden. Die beiden Kandidaten verbinden die firmeneigenen immunmodulatorischen Antikörper von BioNTech mit der DuoBody®-Technologieplattform von Genmab. Der Produktkandidat GEN1046/BNT311 wird in zwei klinischen Phase-1/2-Studien zur Behandlung von fortgeschrittenen soliden Tumoren, sowie in einer Phase-2-Studie bei Patienten mit nicht-kleinzelligem Lungenkrebs untersucht. Zudem wird der Produktkandidat GEN1042/BNT312 in einer Phase-1/2-Studie zur Behandlung von metastasierten oder lokal fortgeschrittenen soliden Tumoren untersucht. Also beide schon relativ weit fortgeschritten auf dem Weg von einer Wirkstoffidentifikation hin zu einer zugelassenen „Behandlung“.

Zukunftsprojekte

Derzeit liege BioNTech im Plan, um in der zweiten Hälfte des Jahres 2022 zwei klinische Studien in weiteren Infektionskrankheiten zu beginnen – so zuletzt bei Bekanntgabe der Q2-Ergebnisse. Diese umfassen mRNA-basierte Produktkandidaten gegen Gürtelrose (in Zusammenarbeit mit Pfizer), sowie den Herpex-Simplex-Virus 2 (HSV 2; BNT163). Und die ersten klinischen Studien für Produktkandidaten gegen Tuberkulose (BNT164) und Malaria (BNT165) werden voraussichtlich in der zweiten Hälfte des Jahres 2022 oder Anfang 2023 beginnen.

Plus Grippeimpfstoff – Studie III gestartet!

In Zusammenarbeit mit Pfizer entwickelt BioNTech einen Grippeimpfstoff, der auf BioNTechs mRNA-Plattformen basiert. Kurzgefasst: Sieht sehr gut aus. Ausführlich:

  • Im Juli 2022 wurden positive Daten aus der erweiterten Phase-2-Studie mit BNT161 bekanntgegeben.
  • Im September 2022 gab Pfizer bekannt, dass die ersten Teilnehmerinnen und Teilnehmer in einer zulassungsrelevanten klinischen Phase-3-Studie behandelt wurden. Die Studie evaluiert die Wirksamkeit, Sicherheit, Verträglichkeit und Immunogenität eines quadrivalenten Grippeimpfstoffkandidaten auf Basis von modRNA und soll rund 25.000 gesunde Erwachsene in den Vereinigten Staaten umfassen. Im Falle einer potenziellen Zulassung und Vermarktung stehen BioNTech Meilensteinzahlungen sowie eine Umsatzbeteiligung an den weltweiten Verkaufserlösen von Pfizer zu.
Schnäppchenaktien? Teil1-Immobilienunternehmen: DEFAMA TAG Immobilien. Noratis. Deutsche Wohnen. Deutsche Konsum REIT.
Schnäppchenaktien? Teil2-Zykliker mit Pepp. Unternehmen mit „was Hinsehenswertem“ – ThyssenKrupp. Klöckner Salzgitter. Siltronic.
Schnäppchenaktien? Teil3: BioTechs mit mehr als „einer Chance“. Gesehen bei Evotec. BB Biotech. MorphoSys. BioNTech.
Gürtelroseimpfstoff-Programm – geht voran

BioNTech arbeitet mit Pfizer an der Entwicklung des ersten mRNA-basierten Impfstoffkandidaten gegen Gürtelrose. Eine erste klinische Studie für den Produktkandidaten soll im vierten Quartal 2022 beginnen.

Weitere Programme für Infektionskrankheiten

BioNTech nutzt seine validierte mRNA-Impfstoffplattform, um verschiedene Infektionskrankheiten mit hohem medizinischen Bedarf zu adressieren. BioNTech geht weiterhin davon aus, im vierten Quartal 2022 planmäßig eine klinische Studie des mRNA-basierten Produktkandidaten BNT163 gegen das Herpes-Simplex-Virus 2 (HSV 2) zu beginnen. Eine erste klinische Studie für einen Produktkandidaten gegen Malaria (BNT165) soll voraussichtlich im vierten Quartal 2022 oder Anfang des Jahres 2023 beginnen. Die erste klinische Studie für einen Produktkandidaten gegen Tuberkulose (BNT164) soll voraussichtlich Anfang des Jahres 2023 beginnen. BioNTech rechnet im Jahr 2023 mit dem Start von bis zu fünf klinischen Studien für Impfstoffkandidaten gegen Infektionskrankheiten.

Onkologie: 19 Kandidaten – einer mehr als im Q2/22, 24 laufende klinische Studien – eien mehr als im Q2/22, weitere Kandidaten bis Ende des Jahres erwartet

BioNTechs Strategie im Bereich der Immuno-Onkologie basiert auf wegweisenden Ansätzen, die sich die Immunantwort zur Behandlung von Krebs zunutze machen. Das Unternehmen treibt mehrere klinische Entwicklungsprogramme in verschiedenen therapeutischen Wirkstoffklassen voran, die das Potenzial haben, Tumore mittels komplementärer Behandlungsstrategien zu bekämpfen. Dafür sollen sie entweder Tumorzellen direkt angreifen oder die Immunantwort gegen den Tumor modulieren. Diese Wirkstoffklassen umfassen mRNA-basierte therapeutische Impfstoffe, Zelltherapien (CAR-, TCR- sowie Neoantigen-spezifische T-Zell-basierte Immuntherapien), mRNA-basierte Effektormoleküle (RiboMabs und RiboCytokines), Immun-Checkpoint-Inhibitoren und -Agonisten der nächsten Generation, gegen den Tumor gerichtete Antikörper sowie immunmodulatorische niedermolekulare Moleküle (Small Molecules). Viele Produktkandidaten haben das Potenzial, mit anderen Kandidaten aus unserer Pipeline oder bereits zugelassenen Therapien kombiniert zu werden.

Die klinische Onkologie-Pipeline von BioNTech umfasst insgesamt 19 Produktkandidaten in 24 laufenden klinischen Studien, einschließlich fünf randomisierter klinischer Phase-2-Studien: zwei FixVac-Programme (BNT111 und BNT113), zwei Indikationen für den iNeST-Produktkandidaten Autogene Cevumeran (BNT122/RO7198457) und den bispezifischen Antikörper-Immuncheckpoint-Modulator BNT311 (GEN1046).

Im dritten Quartal 2022 hat BioNTech drei klinische Studien für folgende Programme begonnen

BNT116, einem FixVac-Programm für nicht-kleinzelligen Lungenkrebs (non small cell lung cancer, „NSCLC“); BNT142, einem bispezifischen RiboMab-Produktkandidaten, der CD3 auf der Oberfläche von T-Zellen und Claudin-6 (CLDN6) in soliden Tumoren adressiert; sowie vor Kurzem für BNT313, einem HexaBody zur Behandlung solider Tumore, der CD27 adressiert. BNT313 ist ein neuer Produktkandidat aus BioNTechs Kollaboration mit Genmab A/S („Genmab“).

BioNTech erwartet für den Rest des Jahres 2022 weitere Fortschritte und Erweiterungen der Pipeline sowie aktualisierte Daten aus einer laufenden Studie. Im Jahr 2023 erwartet BioNTech Updates aus bis zu zehn klinischen Studien im Bereich Onkologie geben zu können.

Wo gibt es dann schon? BioNTech Aktie mit Potential…

ein Forschungsunternehmen mit teilweise weit fortgeschrittenen Programmen, einem „Blockbuster“ bereits in der Umsatzphase und einer wohl durchfinanzierten Forschungspipeline auf Jahre. Keine „teuren Kapitalerhöhungen“, um die weitere Entwicklung zu ermöglichen. Starke Kooperationspartner, ein neuartiger Ansatz (mRNA) der sich bereits in der Praxis in einer Anwendung als überlegen erwiesen hat.

Gefahren? Sorgloser Umgang „mit dem Geld“. Überschätzen der eigenen Fähigkeiten. Verrennen in „Liebhabereien“, weil das Geld da ist. Zwei laufende Patentstreitigkeiten – mit Moderna und mit Curevac, deren Ausgang sich nicht einmal ungefähr einschätzen lässt. Natürlich einige Risiken vorhanden. Aber insgesamt scheint die BionTech-Aktie, wenn man an die mRNA-Methode als erfolgversprechenden Ansatz zum Einsatz in diversen Anwendungsbereichen glauben will, nicht zu teuer. Die letzte Quartalsberichterstattung hatte nicht die Erwartungen getroffen. Sollte jedoch, wie „gemutmasst“,  im Q3 respektive Q4 wieder ein Nachfrageschub die Umsätze nach oben schieben, wäre die Delle im Q2 schnell vergessen. Was uns im Q2-Bericht fehlte, war ein klarerer Hinweis zur Entwicklung in der Auseinandersetzung mit CureVac um angebliche Patentverletzungen. Und in den Q3 Ergebnissen findet sich kein Hinweis auf die laufenden Patentstreitigkeiten. Dafür aber ein Blick auf die nennenswerten Pipelinefortschritte…
Chartvergleich Evotec BB Biotech MorphoSys BioNTech

BioNTech Aktie  Chart – Powered by GOYAX.de

 

 

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