Prime Standard | Steinhoff Aktie bricht ein: Nachmittags Terminierung auf den 24.-28.01.22 mitgeteilt – Zeit die Steinhoff eigentlich nicht hat!

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14.10.2021 –  Die Aktie von Steinhoff International Holdings NV (ISIN: NL0011375019) befindet sich in einer sonderbaren Wartesituation: Heute Morgen kam die börsennotierte Tochter Pepco mit einer – positiven – Ablenkung: Zahlen zum Geschäftsjahresende 30.09.2021 überzeugen.Pepco’s Zahlen werden zu mehr als nur einer Ablenkung, falls das „Hauptproblem“ gelöst werden kann: Die immer als grösstes, potentiell existenzvernichtendes Problem gesehenen Schadensersatzforderungen sind durch die umfassende Zustimmung auf ALLEN Gläubigerversammlungen einer Lösung so nah, wie noch nie. In den Niederlanden sind bereits alle Widerspruchsfristen abgelaufen, so dass hier der Vergleich vollzogen werden könnte, wenn – zwingende Voraussetzung – auch die im südafrikanischen Verfahren behandelten Forderungen gegen die „alte Steinhoff Ltd“ in einem zweiten Vergleich „erledigt werden“ dürfen. Und hier warten alle auf die Entscheidungen des südafrikanischen Verfassungsgerichts und gegebenenfalls, bei Scheitern Steinhoffs vor dem Verfassungsgericht, auf eine Entscheidung des Western Cape Highcourt im letzten offenen Verfahren, dass einen Vergleich noch verhindern könnte. EINZELHEITEN DAZU HIER.

Und dazu gibt es noch etwas, was die Steinhoff Aktie nachmittags einbrechen liess

Eine Kammer des Western Cape Highcourt muss über die Rechtsgültigkeit/den Vollzug des Vergleichs entscheiden – analog zu den Niederlanden, wo „diese Sache“ bereits positiv erledigt werden konnte. Neben dem Entscheid über den Liquidationsantrag der Ex-Tekki-Town-Eigentümer, der zeitnah durch den Verfassungsgerichtshof erledigt sein könnte, die – so dachte man bisher – „kleinere Klippe“, aber

Kammer des Western Cape Highcourt, zuständig für die Vergleichsannahme, setzt Anhörungstermine an. Erst im Januar!

Wir erwarteten bereits vor dem 30.09.: „…es wird eine Freigabe des südafrikanischen Vergleichs/Abstimmungsergebnisses zum Vergleichsvorschlag wahrscheinlich erst dann von der zuständigen Kammer desselben Gerichtshofs freigegeben werden, wenn die „andere Sache“ entschieden ist. So zumindest die laufenden Anträge vor dem Highcourt.“

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Und so überrascht die Zahl der Widersprüche und „aus welcher Ecke“ kaum

Steinhoff International Holdings N.V. informierte dann am 30.09.2021 darüber, dass die „Freigabe“ des Vergleichs betreffend die Steinhoff International Holdings Limited’s im Rahmen des Section 155 Verfahrens des südafrikanischen Companies Act 2008 verschoben wird. Eigentlich für den 30.09.2021 angesetzt wurde sie “ to a date still to be confirmed by the Western Cape High Court (the „Court„) as a result of recent filings of certain intervention and opposition applications.“ verschoben.

Trotz der überwältigenden Zustimmung auf den Gläubigerversammlungen am 6. und 10.09., auf denen mehr als 8.500 Forderungsinhaber ohne Gegenstimmen dem Vergleichsvorschlag zustimmten, wurde die von Steinhoff gewünschte schnelle Entscheidung abgelehnt. Schade, so muss weiter gewartet werden, dass die über 90 Mrd ZAR Forderunsgvolumen „wegverglichen“ werden können.

Anhörungen für den 24. bis zum 28.Januar 2022 angesetzt! Zeit ist das, was Steinhoff eigentlich NICHT hat.

So entschied heute der zuständige Richter des Highcourt: „The Company has today been notified by the Court that the sanction application has been set down for a hearing on 24 to 28 January 2022. The parties are required to agree a timetable for the filing of further papers, prior to the hearing.“ – verlängert die Unsicherheit und den Schwebezustand in dem sich der Konzern befindet „UNGEBÜHRLICH“.  UND BIS DAHIN WIRD DER KONZERN AUCH KEINE CHANCE HABEN DIE ZINSLASTEN ZU REDUZIEREN ODER DIE SCHULDENLAST ERTRÄGLICHER ZU STRUKTURIEREN.

Widersprüche zum Vollzug des Vergleichs kamen von

(1) eine Forderungsgruppe, deren Ansprüche Steinhoff bestreitet und vor Gericht weiterhin bekämpft: Trevo Capital Limited, eine Mauritius Gesellschaft die verbunden ist mit dem früheren CEO der Pepkor Holdings Limited, Erasmus; unterstützt von 6 weiteren Personen: Morris, Potter, Berry, Botha, Malan und  Steyn. Auch deren behauptete Forderungen werden von Steinhoff bestritten. – Gemeinsma mit dne ex-Tekki Town Eigentümern Klagepartei im „anderen Verfahren“

(2) Die Gruppe der klagenden Ex-Tekki-Town Eigentümer unter Führung von Lamprecht – wenig überraschend und bereits thematisiert.

Zusätzlich wurde ein Antrag zugunsten der Vergleichsvereinbarung von Deloitte SA eingereicht.

Wenigstens Katastrophe abgewendet. Conservatorium und Christo Wiese akzeptieren verlängerte Wartezeit auf Vergleichsvollzug

Im Schatten der unerwartet späten Ansetzung der Anhörungen konnte Steinhoff zumindest weiteren Schaden abwenden. Die „Sondervereinbarungen“ mit Christo Wieses Vehikeln und Conservatorium Holdings – eigentlich befristet bis zum 30.09.2021 – konnte Steinhoff kurzfristig verlängern. Im Januar gelang Steinhoff einer – von mehreren Durchbrüchen, um widerstreitende Parteien auf Vergleichskurs zu bringen. Und Christo Weise war/ist der grösste Geschädigte ohne den ein Vergleich unmöglich gewesen wäre.

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Pepco weiter auf Erfolgsspur – könnte einem Steinhoff-Konzern „nach Vergleich“ bei der Lösung der Verschuldungsproblematik entscheidend helfen.

HEUTE MORGEN STRATETE DER TAG FÜR STEINHOFF EIGENTLICH PERFEKT: Seit dem erfolgreichen Börsengang der Steinhoff-Tochter PEPCO GROUP N.V.(ISIN: NL0015000AU7) in Warschau am 26.05.2021 kann sich die Performance der Aktie – und damit die Wertentwicklung der Steinhoff-Beteiligung sehen lassen: Zuteilungspreis der Aktie war seinerzeit 40,00 PLN, erster Kurs 42,00 PLN und die Aktie handelt aktuell bei 48,12 PLN (Warschauer Börse, Handelsschluss Gestern). Im Hoch sah die Aktie bereits Kurse von 57,44 PLN. Und heute bestätigen die vorläufigen Zahlen zum Geschäftsjahr 2020721 zum 30.09. die hohen Erwartungen:

Und die Umsätze sind für einen Retail-Konzern im Lockdown-geprägten Europa positiv zu werten. Wären sogar in „normalen Zeiten“ positiv. Zum 30.09.2021 beendet Pepco das Schluss-Quartal des Geschäftsjahres 2020/2021 mit einem Jahres-Umsatz von 4,112 Mrd EUR – PLUS 19,4 % – mit dem Hauptwachstumsträger „Pepco“-Stores mit Plus 29,2 %. Neben der Flächen-/Storeexpansion wuchsen auch die Umsätze „like-for-like“(bei gleicher Fläche) um beachtliche 6,4 %.

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LEG Immobilien erwirbt (voraussichtlich) Immobilien der sich“unter Beschuss befindenden“ Adler. Für Platow bestätigt das: KAUFEN.

Nettoverschuldung kräftig reduziert und trotzdem starke Expansion!

Während die Nettoverschuldung des Konzerns auf Jahresbasis um rund 220 Mio EUR auf „nur noch“ 102 Mio EUR reduziert werden konnte, wird ein EBITDA in einer Bandbreite von 640 bis 655 Mio EUR erwartet. Am oberen Ende der Erwartungen. Und noch wichtiger für den aufstrebenden Retail-Konzern Pepco: Die Expansion ging ungebremst weiter mit weiterhin hohen Margen. Andere wachsen zu Lasten der Marge, Pepco gelingt es beides im Gleichschritt zu halten:

424 neue Geschäfte eröffnet- 954 Stores umgebaut

Inclusive der Fulton-Übernahme betreibt Pepco Group jetzt sogar 483 Stores mehr zum Stichtag. Im Einzelnen: Die Marke „Pepco“ eröffnete 364 neue Stores (+17,3 %). Davon waren 33 Eröffnungen in Westeuropa, erstmals auch in Österreich vertreten. Unter der Marke „Poundland“/“Dealz“ gibt es netto 60 Geschäfte mehr (119 inclusive der Fulton-Übernahme). Von den Auffrischunsginvestitionen profitierten 827 Pepco und 127 Poundland Stores.

CEO sieht weiteres Wachstum durch Stärkung der Preisführerschaft mit Kostendisziplin

Andy Bond, CEO Pepco Group mit klaren Visionen und Realismus: In order to further drive our significant growth plans and recognising the financial strength of the Group alongside the price sensitive nature of our core customer, we intend to invest into our price proposition to maintain our price advantage. We have developed clear plans to reduce our operating cost base through leveraging our increased scale and capability to maintain the continued delivery of our profit growth. While the backdrop against which we operate will remain challenging for some time, we remain confident in the significant growth opportunity we have, our plans to achieve them, and meeting future market expectations.”

Vielleicht sollten sich die Steinhoff-Aktionäre auch mal die beiden erfolgreichen börsennotierten Töchter der Steinhoff Holding ansehen – diese wären nur bedingt durch ein Scheitern der Vergleichsverhandlungen betroffen, da sie operativ und finanziell selbstständig von der Mutter agieren.

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Letzte Meldung zum Stand der Rechtsstreitigkeiten in Südafrika betrifft einen „Nebenkriegsschauplatz“ – Lancaster klagte wohl zu Unrecht gegen Steinhoff

Zumindest sieht dass der Western Cape Highcourt so: In einer Entscheidung vom 09.10. wird die Klage der Lancaster 101 gegen Steinhoff abgewiesen. Der CEO der Lancaster 101, die im Eigentum südafrikanischer Pensionskassen steht, habe ohne Berechtigung eine Klage gegen Steinhoff wegen Rückabwicklung einer 4,5 Mrd ZAR Kapitalerhöhung eingereicht. Wegen bestehender Interessenskonflikte des Lancaster CEO’s – er hat über eigene Firmen „Provisionen“ für die damalige Kapitalerhöhung „kassiert“ – hätte eine Boardsitzung Lancasters nach Kenntnis der Interessenskonflikte die Klage veranlassen müssen. Da dies nicht passierte, ist die gesamte Klage – die bereits seit Jahren ihren Instanzenweg geht – abzuweisen. Lancaster könnte eine neue Klage einreichen. Ob das sinnvoll wäre? Wenn der Steinhoff-Vergleich durch die Tekki Town Klage scheitern sollte, wird ein solcher Prozess und sein Ausgang wichtig. Kommt der Vergleich zustande wäre Lancaster „mit im Boot“ und würde seine Klage sowieso zurückziehen müssen.

„Defensive Aktien“.  TEIL 1:  DEFAMA, Deutsche Konsum REIT und Noratis. Drei Immobilienwerte, die auch bei Börsenturbulenzen Kurs halten sollten.

„Defensive Aktien“. TEIL 2: Encavis, PNE und BayWa. Drei ESG-Werte mit kontinuierlich wachsenden stillen Reserven. Gut gerüstet für volatilere Börsenzeiten.

Operativ unterlegt könnte der Konzern mit Zustimmung der Gläubiger  einen neuen Anfang wagen –  ab dem Tag an dem der Highcourt zugunsten Steinhoffs gegen die Ex-Tekkis entscheidet, die Klage zurückgezogen oder abgewiesen würde – wenn auch mit dauerhaft nicht tragbaren über 11 Mrd EUR Schulden

Alle Töchter wachsen kräftig, arbeiten operativ profitabel. Und bieten so dem Konzern eine gute Basis für ein Leben nach den Schadensersatzforderungen. Denn diese könnten durch die beiden Schutzschirmverfahren erledigt sein. Über die Rechtsgültigkeit des Vergleichs und den Start der Vergleichszahlungen entscheidet wohl der Highcourt in Western Cape oder der Verfassungsgerichtshof in Johannesburg. Das zuletzt noch zweimal nachgebesserte Angebot des Steinhoff-Konzerns bedeutet letztendlich eine Zahlung des Konzerns über insgesamt rund 1,426 Mrd EUR. Könnte die Lösung sein – vorerst.

„Small, but sexy“- TEIL1: B+S Banksysteme AG ist im Kerngeschäft weiterhin auf Wachstum eingestellt. Zahlen am 30.09. sollten das bestätigen. Dazu eine Beteiligung.

„Small, but sexy?“-TEIL2: mVISE AG. Nichts wird bleiben wie es ist. Chance durch Reverse Takeover?

„Small, but sexy?“-TEIL3: Vectron transformiert sich zu einem margenstarken Digitalkonzern. CEO ist überzeugt, Aktie schwach – noch?

Neben den namhaften Zusatzzahlungen von DELOITTE Niederlande und Südafrika, den D&O Versicherungen des Managements (ausser für die Haupttäter) und Zahlungen des nicht strafrechtlich verfolgten Managements erklärt sich der Steinhoff Konzern bereit folgende Zahlungen zu leisten, Stand 29.09.2021:

Original
settlement
amount (July 2020)
Revised total
settlement
amount (inc. 16 July 2021 & 11 August 2021 offers)
Total increase in settlement amount since July 2020
EURmZARmEURmZARmEURmZARm% Inc.
SIHNV & SIHPL Market Purchase Claimants26744217566%
SIHNV Contractual Claimants1031716866%
Hemisphere CPU40662666%
SIHPL Contractual Claimants: Titan7,9047,904
SIHPL Contractual Claimants: Other1,6531,653
SIHPL Market Purchase Claimants (current increase)3,2143,214n.m.
EUR Total (of EUR and ZAR amounts)9691,42645747%
AUSFÜHRLICH HABEN WIR DIE AKTUELLE OPERATIVE STÄRKE DES RETAILKONZERNS ZUM 30.06.2021 UND DIE PERSPEKTIVEN AUS EINEM BÖRSENGANG DER 50% BETEILIGUNG MATTRES FIRM. UND DIE VON WERTLOS ZUM MILLIARDENKONZERN IN RASENDER GESCHWINDIGKEIT VORANKAM – IN UNSEREM LETZTEN BEITRAG DARGESTELLT

 

 

Chart: Steinhoff International Holding NV | powered by GOYAX.de

 

 

 

 

 

 

 

 

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