Scale | Small, but sexy? Teil3: Vectron. Erwachender Digital-Riese oder…

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B+S Banksysteme AG (ISIN: DE0001262152), mVISE AG (ISIN: DE0006204589), Softing AG (ISIN: DE0005178008) und Vectron Systems AG (ISIN: DE000A0KEXC7) haben teilweise eine nicht immer klare oder geradlinige Börsen- Erfolgsgeschichte hinter sich. ABER bei diesen Smallcaps oder besser gesagt MicroCaps (unter 100 Mio Börsenkapitalisierung)stehen in den nächsten Monaten aus unterschiedlichen Gründen wichtige Weichenstellungen/Entwicklungen bevor, die im Erfolgsfalle wesentliche Kursimpulse liefern könnten. Eigentlich selbstverständlich: Wichtig ist bei Kauf oder Verkauf von Aktien aus dem MicroCap-Bereich ist eine strenge Orderlimitierung wegen häufig geringer Liquidität des Handels.
Wieso?

Endlich könnte man sagen. Unternehmen, Unternehmer haben wieder die Chance sich, aber insbesondere „ihr“ Unternehmen, persönlich, face-to-face zu präsentieren und „ihre“ Visionen, Pläne, Erwartungen plastisch und emotional greifbarer zu machen – etwas was reine Zoom-Präsentationen schwerlich leisten können. Impffortschritte machen wieder Präsenzveranstaltungen mögliches möglich. So Anfang September in Potsdam:

Oft „im grossen Börsenzirkus“ vernachlässigte Smallcaps nahmen diese Chance wahr. Während manche vielleicht etwas früh in ihrer Entwicklungsphase die Aufmerksamkeit suchten, könnte bei anderen durchaus „für alle Beteiligten“ etwas Interessantes herauskommen. Und das durchaus Musik in der zweiten oder dritten Reihe spielen kann, sollte eigentlich nicht überraschen. Und es mag ein Ammenmärchen sein: Aber kräftige Kurssteigerungen, auch mal im oberen zweistelligen Prozentbereich auf Jahresbasis, sind eher bei Unternehmen mit 20,30 oder 100 Mio EUR Börsenkapitalisierung möglich oder zu erwarten, als bei den grossen„Börsentankern“. Aber natürlich ist auch das Rückschlagspotential – oft durch illiquiden Handel begünstigt – höher.

Vier MicroCaps sind uns auf der Rüttenauer IR-Fahrt besonders „ins Auge gefallen“ – Grund für eine kleine Serie.

Ins Auge gefallen, weil sich neue Perspektiven oder starke Veränderungen im Geschäftskonzept oder weil interessante „Zukunftsbeteiligungen“, bisher wenig beachtet, den ein oder anderen Nebenwert mit einer kräftigen Prise Zusatzfantasie „versehen“. Den Anfang machten wir mit

„small, but sexy“- TEIL1: B+S Banksysteme AG ist im Kerngeschäft weiterhin auf Wachstum eingestellt. Zahlen am 30.09. sollten das bestätigen. Dazu eine Beteiligung.

„small, but sexy?“-TEIL2: mVISE AG. Nichts wird bleiben wie es ist. Chance durch Reverse Takeover? und heute folgt Teil3:

Vectron.“Ewige Versprechen, nie gehalten“ – so sprechen manche über den Anbieter digitaler Kassensysteme. Und warum es diesmal anders sein könnte…

Beeindruckend wie es dem CEO der Vectron AG gelang seinen Zuhörern – ohne Manuskript – „seine“ Vision und Überzeugung vom Transformationsprozess der Vectron von einem Verkäufer von Kassensystemen hin zu einem von wiederkehrenden Erträgen aus einem ganzen Bündel von Diensten „rund um die Kasse“ lebenden Digitalunternehmen zu vermittlen. Natürlich die gleiche Botschaft hört man nun seit Jahren von Thomas Stümmler. Und die Vectron Aktie ist weit entfernt von den 18,90 EUR die sie im Januar 2020 erreichte, geschweige denn von den knapp 40,00 EUR im Sommer 2017. Und beim derzeitigen Kursniveau von „gut“ 9,00 EUR (aktuell: 9,09 EUR, 12:52 Uhr, 22.09.2021) ist es ein weiter Weg. Erstmal zum 52-Wochen Hoch bei 15,00 EUR. Neben den wenig aussagekräftigen Zahlen des ersten Halbjahres gibt es auch technische Neuerungen, die vielleicht Gamechanger werden könnten.

Steinhoff: Verfahren der Ex-Tekki’s zieht sich wegen diverser Anträge, Verfügungen und Anruf des Verfassungsgerichts. Mattres geht Richtung IPO

Mutares und Aurelius verfolgen ähnliche Geschäftsansätze. Im Vergleich ergibt sich eine Tendenz, die wegen unplanbarer Exits jedoch…

Mister Spex Aktie markiert Rekordtief. Seit dem IPO im Juli kommt die Aktie nicht in Fahrt, obwohl die Zahlen den Erwartungen entsprechen.

Verbio mit Rekordzahlen und einem Ausblick, der zumindest beim EBITDA für das laufende Geschäftsjahr die Erwartungen verfehlt.

Corona war schuld – eindeutig. Was ohne Corona passiert wäre, weiss man natürlich nicht.

Und da geht es um Glaubwürdigkeit des Vectron-Ansatzes, Logik der beschriebenen Businesscases und eine individuelle Einschätzung, für wie wahrscheinlich eine Digitalisierung der Vectron gehalten wird. Und ob die von Vectron gewählten Partner/Produkte im Bundle auch „den Gastronomen“ überzeugen können. Auf der IR Veranstaltung in Potsdam stellte Stümmler eine technische Neuerung vor, die bereits „im Verkauf“ ist. Und einige hielten das auf der Veranstaltung für einen möglichen Gamechanger:

„All-in-one-Terminal A920 Plus“ – Zeug zum Gamechanger?

Jeder „Gastronomiekunde“ kennt das: Beim Kellner bestellt, der die Bestellung entweder in einem portablen System erfasst oder „per Zettel“. später dann Rechnung bestellt, woraufhin der Kellner diese vom Kassendrucker holt, bringt. Und dann bei einer möglichen Kartenzahlung wiederum ein portables Kartenlesegerät holen muss. Zeitaufwand, der die Gastronomie viel Geld kostet. Höherer Personalbedarf plus geringere Umschlaghäufigkeit je Tisch.

In Kombination mit dem „neuen Vectron Kassensystem“ gibt es nun ein portables Gerät für alles: Der Kellner erfasst die Bestellung, druckt die Rechnung und erfasst die Kartenzahlung (derzeit EC, Kreditkarte möglich) – alles mit einem „Terminal“ . Spart einiges an Wegen und Geld. Ein weiteres Argument für den Gastronomen auf Vectron-Systeme umzustellen. Auch wenn vielleicht kein Gamechanger, aber immerhin ein weiteres Argument für einen potentiellen Erfolg Vectrons.

NACHTRAG: Am 15.10.2021 weiterer Mosaikstein: Vectron ergänzt sein „Bundle“ für Gastronomie und Bäckereien um die „Deutschlandcard“ als Loyalityprogramm. Endlich. Weiterer Schritt…

Corona reduzierte die Halbwertszeiten vieler Prognosen, erzeugte Unsicherheit bei Vectron über die weitere Entwicklung, aber letztendlich sollten die Asuwirkungen kursorisch sein

Die Vectron Systems AG –  Anbieter intelligenter, digitalisierter Kassensysteme bestehend aus Hardware, Software und Cloud-Services, mit Schwerpunkt in den Branchen Gastronomie und Bäckerei – musste wegen seiner besonders Corona-betroffenen Kunden aus der Gastronomie von seinen hochfliegenden Plänen aufgrund der EINMALIGEN CHANCEN aus der VERPFLICHTUNG zur Einführung manipulationssicherer Kassensysteme zurücktreten. Jetzt beginnt es aber langsam wieder zu zählen: Gastronomie und Hotellerie kommen – zumindest im Vectron-Zielmarkt Deutschland – langsam wieder auf „normale“ Level. Es fehlt natürlich – noch – die lukrative Klientel der Geschäftsreisenden und der ausländischen Touristen. Umsatzbringer für Gastronomie, die erstmal wegbleiben.

Im Gegensatz zu Entwicklungen der Vectron „vor Corona“ ist das Unternehmen an der Verschiebung der hochfliegenden Pläne diesmal weitgehend unschuldig. Lock-down, Umsatzeinbrüche der wichtigen Zielgruppe Gastronomie und fortbestehende Unsicherheit über weitere Corona-Folgen fuhren und fahren Vectron in die Parade.

VOR Corona wagte sich Vectron am 25.11.2019 einen optimistischen Ausblick auf die „neue, digitale Vectron mit wiederkehrenden Umsätzen aus einem Dienstleistungspaket um ein Kassensystem“:

Ziel: 50 Mio EUR Umsatz in 2020, in 2022 bereits 100 Mio EUR Umsatz aus steigendem Anteil wiederkehrender Umsätze. „Im Geschäftsjahr 2020 erwartet Vectron, auch aufgrund des jetzt endgültig feststehenden Zeitrahmens der gesetzlichen Umstellung von Kassensystemen, einen Umsatz von mindestens EUR 50 Mio. bei einer EBIT-Marge im niedrigen zweistelligen Prozentbereich. Aufgrund von positiven Ergebnissen im bisher noch begrenzten Vertrieb der neuen digitalen Lösungen ist Vectron optimistisch, in den nächsten Jahren auch in diesem Bereich erheblich wachsen zu können. Durch den Aufbau des Digitalgeschäfts sollen die monatlich wiederkehrenden Umsätze zunehmend an Bedeutung gewinnen. Ab dem Jahr 2022 sollen die wiederkehrenden Umsätze erstmals auf Gesamtjahresbasis höher liegen als die des klassischen Vectron-Kassengeschäfts. Demzufolge hält es die Gesellschaft für möglich, im Geschäftsjahr 2022 Umsatzerlöse von mehr als EUR 100 Mio. bei einer EBIT-Marge im mittleren zweistelligen Prozentbereich zu erreichen. „

„Defensive Aktien“.  TEIL 1:  DEFAMA, Deutsche Konsum REIT und Noratis. Drei Immobilienwerte, die auch bei Börsenturbulenzen Kurs halten sollten.
„Defensive Aktien“. TEIL 2: Encavis, PNE und BayWa. Drei ESG-Werte mit kontinuierlich wachsenden stillen Reserven. Gut gerüstet für volatilere Börsenzeiten.
Dann Corona, erster Lock-Down ganz frisch am 17.03.2020:

Prognose aufgehoben. Keine neue Prognsoe möglich wegen Unsicherheit:Die Vectron-Zielbranche Gastronomie muss nun erhebliche Einschränkungen bis hin zu vorübergehenden Schließungen hinnehmen. Zwar lag der Absatz bei Vectron bis Anfang März noch deutlich über den Vorjahreswerten, aber die Gesellschaft geht davon aus, dass die anstehenden Maßnahmen der Regierung vorübergehend auch den Absatz von Investitionsgütern wie Kassensystemen stark beeinträchtigen werden. Wie lange die Beeinträchtigung anhalten wird, kann aktuell nicht sicher beurteilt werden. Daher sind aktuell auch keine seriösen Voraussagen über den Geschäftsverlauf des Jahres 2020 möglich.

Aufgrund dieser nicht vorhersehbaren Sondersituation zieht das Management die Planung aus dem November 2019, im laufenden Geschäftsjahr 2020 einen Umsatz von mindestens EUR 50 Mio. bei einer EBIT-Marge im niedrigen zweistelligen Prozentbereich zu erwirtschaften, zurück.“

Etwas klarer meint man dann am 12.08.2020 zu sehen:

Ziel für 2020 nun Umsatz 25-29 Mio EUR, 2021 rund 50 Mio Umsatz mit 20 % EBITDA-Marge und für 2022 sollen es jetzt rund 65 Mio EUR Umsatz werden. „Auf dieser Basis hat die Gesellschaft nun eine überarbeitete Mittefristplanung erstellt, in der die Auswirkungen der Corona-Pandemie berücksichtigt werden. Nach der neuen Planung geht das Management für das Geschäftsjahr 2020 nun von einem Umsatz in einem Bereich zwischen EUR 25 bis EUR 29 Mio. aus. Daraus ergibt sich ein EBITDA im Bereich zwischen EUR -2,0 Mio. bis EUR 0,25 Mio. Aufgrund der großen Unsicherheit, wie in den kommenden Monaten mit der Pandemie weiter verfahren wird, muss das Management mit einer solch großen Bandbreite planen.

Im Geschäftsjahr 2021 wird die gesetzliche Regelung zur Einführung manipulationssicherer Kassen nun überall in Kraft treten. Dies sollte zu einem erheblichen Nachfrageschub führen. Daher plant die Gesellschaft für das kommende Geschäftsjahr 2021 mit einem Umsatz von rund EUR 50 Mio. bei einer EBITDA-Marge von ca. 20 Prozent. Die Geschäftsjahresplanung 2022 steht weiterhin im Zeichen der gesetzlichen Umstellung, weist aber einen deutlich steigenden Einfluss der digitalen Geschäftsmodelle aus. Der Umsatz soll 2022 im Bereich von rund EUR 65 Mio. bei einer EBITDA-Marge von ca. 25 Prozent liegen.“

Am 08.02.2021 meldet man für 2020 Planerfüllung beim Umsatz:

Erwartet 25-29 Mio EUR Umsatz in 2020, erreicht 28,0 Mio EUR – passt. Aber für 2021 wird es schwierig, denn: „Mit einem Umsatz von rund EUR 2,4 Mio. konnte die Gesellschaft den Januar-Umsatz 2020 nach vorläufigen Berechnungen sogar leicht übertreffen (Jan. 2020 rund EUR 2,3 Mio.). Der weitere Verlauf des Geschäftsjahres 2021 hängt vor allem von der zeitlichen Länge des Lockdowns ab. Das Management geht davon aus, dass es mit dem Ende des Lockdowns zu einer starken Nachfrage nach Kassensystemen kommen wird, da die Mehrheit der Betriebe die gesetzlich vorgeschriebene technische Sicherheitseinrichtung (TSE) noch nicht einsetzt und somit dringend handeln muss.“

Und auch beim EBITDA trifft man fast die Prognose. Wie am 09.04.2021 präzisiert erreicht man in 2020 Minus 2,2 Mio EUR – Prognose Minus 2 Mio EUR bis Plus 0,25 Mio EUR.

Bereits am 10.02.2021 streicht man die Prognose ersatzlos:

Wie bereits zwei tage vorher zwischen den Zeilen zu lesen, dann die Gewissheit: Keine Prognose mehr möglich. Da die Politik heute den Lockdown wiederum verlängert hat und keine klaren Aussagen zur endgültigen Beendigung der aktuellen Lockdown-Maßnahmen machen konnte, ist die ursprüngliche Planung für das Jahr 2021 zunehmend mit Unsicherheiten behaftet. Aus diesem Grund hält es die Gesellschaft jetzt für geboten, diese jetzt schon vorsichtshalber zurückzuziehen.“

Am 20.07.2021 deuten die Halbjahreszahlen auf eine Erholung hin:

Auslaufen des Lock-Downs hilft natürlich bei der Erholung, aber die für möglich gehaltenen 50 Mio Umsatz in 2020 (Prognose in 2019) oder in 2021 (Prognose August 2020) erscheinen für das aktuelle Jahr sehr herausfordernd. „Im Vergleich zu den ersten sechs Monaten 2020 stieg der Umsatz im ersten Halbjahr 2021 von EUR 12,6 Mio. um 66 Prozent auf EUR 20,9 Mio. Das EBITDA verbesserte sich von EUR – 1,3 Mio. im Vorjahreszeitraum auf EUR 3,9 Mio. (+388%).“

Folglich neue Prognose – zurückhaltender als noch im August letzten Jahres:

Ziele für 2021 nun 40,9 bis 42,4 Mio EUR mit EBITDA 4,5 bis 5,5 Mio EUR. Bescheidener als erwartet, aber die Historie der Prognoseverfehlungen wollte man wohl nicht fortsetzen. Hilft der Glaubwürdigkeit. Aber der echte Proff of concept wird erst möglich sein, wenn sich die Märkte der Vectron-Kunden wieder auf Vor-Corona-Niveau bewegen. Zweifel an der Steigerung der variablen Umsätze können erst dann ausgeräumt werden – oder eben nicht.

„Umsatz zwischen 40,9 und 42,4 Mio. EUR bei einem EBITDA zwischen 4,5 und 5,5 Mio. EUR. Die vorgenannten Zahlen berücksichtigen die angestrebte Verschmelzung der 100%-Tochter bonVito GmbH, die zu den Planzahlen knapp Mio. EUR 3,0 des Umsatzes und ca. Mio. EUR 0,5 des EBITDA beiträgt.“

„small, but sexy“- TEIL1: B+S Banksysteme AG ist im Kerngeschäft weiterhin auf Wachstum eingestellt. Zahlen am 30.09. sollten das bestätigen. Dazu eine Beteiligung.

„small, but sexy?“-TEIL2: mVISE AG. Nichts wird bleiben wie es ist. Chance durch Reverse Takeover?

Aber wenn Vectron irgendwann dieser Digitalkonzern sein sollte – ob nun 2023/2024 oder …. Wenn dieses dem CEO, Hauptaktionär und Mitgründer der Vectron thomas Stümmler mit „dem Team“ gelingen sollte, dann stünde Vectron’s Aktie vor einer Neubewertung. Die Frage ist: Wann wird das ein? Wann ist die wahrscheinlichkeit für eine „Kaufentscheidung“ hinreichend? Wie risikobereit ist der Einzelne?

 

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