Nel Aktie – Pennystock? Lieber erstmal Finger weg? Oder gerade jetzt?

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Nel hatte in der Vergangenheit öfters mit den Quartalszahlen die Erwartungen der Analysten verfehlt, aber bei Vorlage der letzten Ergebnisse – Q2 – mitte Juli gab es aus Norwegen positive Überraschungen. Auf der ganzen Linie. Danach aber wieder einmal Nachrichtenflaute – Versprochenes wurde nicht geliefert.

Leider konnten die Norweger diese positive Grundstimmung nicht mit Leben füllen. Der letzte von Nel gemeldete Auftrag wurde am 17.07. – vor den Quartalszahlen – veröffentlicht: Auftrag über Equipment für alkalische Elektrolyseure – Auftragsvolumen rund 11 Mio EUR. Auftrag wurde erteilt vom portugiesischem Chemiekonzern Bondalti. Von Håkon Volldal, CEO von Nel, zufrieden kommentiert:„Wir erleben weiterhin eine gute Dynamik für unsere Elektrolyseure und freuen uns über die Partnerschaft mit einem Qualitätsunternehmen wie Bondalti, einem spannenden Kunden, der sich für die Dekarbonisierung einsetzt“. Positiv an diesem Auftrag:Hier konnte Nel von der Kooperation mit Wood, einem weltweit tätigen Ingenieur- und Consultingfirma, mit der Nel seit 2021 zusammenarbeitet, profitieren. 

Starkes Q2 ist auf Dauer zu wenig für die Anleger – wo bleiben die Grossaufträge für Nel, die „so kurz vor der Entscheidung“ stehen sollen?

Wenn man sich den Chart der Nel Aktie fällt auf: Seit den guten Quartalszahlen ging es beinahe kontinuierlich bergab – auf dem Weg zum Pennystock. Vorgezeichnet? Oder sollte man jetzt darüber nachdenken, einzusteigen? Antworten auf diese Frage gibt es viele. Widersprüchliche. Den Anfang machen die Analysten, denen man ja eigentlich einen Erfahrungsvorsprung unterstellt. Und es war auch ein Analyst, der in den letzten Tagen der Nel Aktie einen weiteren Schlag versetzte.

Nel Plug Power ITM Power Elringklinger PNE - Chartbild Nel.
Chart: NEL Aktie | Powered by GOYAX.de

CS Analyst senkte am Donnerstag den Daumen für die Nel Aktie – noch? – relativ alleine.

Am Donnerstag senkte Credit Suisse das Kursziel für Nel von 10,00 auf 8,00 NOK (von ca. 0,86 auf 0,69 EUR gesenkt) und blieb folglich bei der Einstufung auf „Underperform“. Analyst Christopher Leonard kürzte seine Electrolyser-Schätzungen für 2024 bis 2025, weil der Auftragseingang in der ersten Jahreshälfte 2023 schwächer als erwartet gewesen sei. Und der Analyst kommt so zur Befürchtung, dass eine Kapitalerhöhung bei Nel bis zum Break-Even nötig werden könnte. Es dreht sich im Kreis: Seit vielen Monaten spricht Nel von einer riesigen potenziellen Auftragspipeline n , aber die grossen Aufträge lassen bis auf zu wenige Ausnahmen auf sich warten.

Restliche Analysten bleiben mehrheitlich positiv für Nel.

Von 22 covernden Analysten sagen 6 KAUFEN, 5 kommen zu AUFSTOCKEN, 7 meinen HALTEN, einer spricht von REDUZIEREN und 4 VERKAUFEN. Auch wenn das Bild schlechter aussieht als aktuell bei dem anderen populären Wasserstoffplayer – Plug Power – ist ein mittleres Kursziel von 15,45 NOK immerhin noch rund 20% über dem aktuellen Kursniveau. War schon mal wesentlich mehr „Potential“ zwischen Nel-Kurs und Analysten-Erwartungen, aber immerhin.

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Und Shortseller? Bewegungen?

Auch wenn die Zahl der meldepflichtig (mindestens 0,5% je Position) gehaltenen Shortpositionen sich seit den Tiefstständen von für Nel sehr niedrigen 3,41% bis zum 22.06. (bei einem Kurs von 12,90 NOK) auf aktuell 4,86% erhöht hat, ist das Niveau der Shortpositionen kein sodnerlich klarer Ausdruck für die Erwartung weiter fallender Kurse. Insgesamt eher neutral zu sehen mit Tendenz zu negativen Aussichten. Und operativ?

Ordereingang im Q2 –und das  ohne Grossaufträge ausser in der Fueling-Sparte – „nicht übel“

Denn der Ordereingang im Q2/23 erreichte 428 Mio NOK (54% Anteil Elektrolyseuranteil), ein Plus von 81 % gegenüber dem Vorjahresquartal. Und das Orderbacklog erreichte zum 30.06.2023 rekordmässige 2.964 Mio NOK (83% Elektrolyseuranteil), ein Plus von 106% gegenüber dem Vorjahresquartal. Der „Aufholer“ durch den Grossauftrag aus Amerika bringt die Fueling-Sparte voran. Insgesamt: Wieder gelungen das Orderbacklog gegenüber Vorquartal zu steigern, Dynamik liess nach. Wobei die beiden zuletzt – nach Quartalsende – gemeldeten Orders über 20 bzw, 40 MW hier wieder Schub bringen sollten.

Passt in eine positive Entwicklung, die bereits im Vorquartal startete: Ordereingang im Q1/23 erreichte 580 Mio NOK (96% Anteil Elektrolyseuranteil), ein Plus von 105 % gegenüber dem Vorjahresquartal. Und das Orderbacklog erreichte zum 31.03.2023 rekordmässige 2.913 Mio NOK (88% Elektrolyseuranteil), ein Plus von 126% gegenüber dem Vorjahresquartal, plus 12% gegenüber dem Q4/22. Spannend ist die Entwicklung. Insbesondere ob durch viele kleine nicht gemeldete Elektrolyseur-Aufträge das Orderbuch weiter gestärkt werden konnte.

Geld müsste reichen – oder hat der CS Analyst recht?

Mit einer Cashbalance von 4.122 Mio NOK zum 30.06.2023 sollten die Norweger ein gesundes Niveau erreichen, das erstmal keine weiteren Kapitalmassnahmen erforderlich machen sollte. Gegenüber dem Vorquartal „verbrannten“ die Norweger knapp 500 Mio NOK.

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FAZIT: Kommen die angekündigten Grossaufträge für die Nel nach eigenen Worten hohe Investitionen in die Angebotserstellung (FEED-Studien) fliessen lassen  muss. Und wenn diese dann wirklich die wesentlich höheren Margen erzielen, als die alten Aufträge, deren Abarbeiten die hohen laufenden Verluste erklären soll, dann könnte noch was aus der Nel Aktie werden – spannend. Kaufkurse? Charttechniker würden sagen: Finger weg. Mutige: So günstig wird’s nicht wieder. Vorsichtige: Wird auch noch billiger…

 

 

 

 

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