Aurelius Aufstand der Aktionäre? Chancen? Nach „aussagelosen“ Halbjahreszahlen könnte es auf der Hauptversammlung spannend werden.

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Aurelius Aktie „broke“ – während der Carve Out Spezialist aus München ein „gigantisches Aktienrückkaufprogramm auflegen will, was möglicherweise das nahende Ende für die freien Aurelius Aktionäre einleuten könnte, trommelt die SdK zum Aktionärsaufstand. Ob’s was bringt?Während die Halbjahreszahlen bei Aurelius ohne die in den Vorjahren so wichtigen interessanten Zusatzinformationen einen nur eingeschränkten Informationsgehalt besitzen, ist die Kursentwicklung der Aurelius Aktie enttäuschend. Zwar handelt die Aktie nicht in dem schon „zum Greifen nahen“ einstelligen EURO-Bereich, aber die aktuell aufgerufenen 13,32 EUR sind weit von den früher gesehen Kursniveaus entfernt. Und man könnte sagen, dem Management von Aurelius ist das egal oder sogar willkommen? Könnte man denken, wenn man sich das vorgesehne „gigantische“ Rückkaufprogramm ansieht, das auf der am 20. September anstehenden Hauptversammlung abgesegnet werden soll. Und während normalerweise eine Hauptversammlung wenig Überraschungen „liefert“, könnte das dieses Jahr bei Aurelius anders sein.

Aurelius Hauptversammlung mit High Noon? SdK versucht’s…

Und natürlich kann man sich fragen, warum es so weit kommen muss, dass sich eine „Schutzgemeinschaft“ berufen fühlt, die Rechte der Aktionäre gegen die durch  die aktionärsfeindlcihe  KGaA-Konstruktion bestimmenden Aurelius-Partner zu Gehör bringen will. Oder muss? Zur Erinnerung: Die Verantwortlichen von AURELIUS Equity Opportunities SE & Co. KGaA (ISIN: DE000A0JK2A8) hatten relativ einsam und zum Ärger der Finanz-Community entschieden, dass „man“ aus Kostengründen den m:access verlassen will und in den einfachen Freiverkehr  wechseln wolle. Hierbei begründete man diesen Schritt mit „erheblichen Kosten- und Zeitersparnissen“. Anders gesagt, an Deutlichkeit kaum zu überbieten: Aktionäre für die Gruppe nicht mehr nötig – genug Geld über andere Quellen. Und die Kommanditgesellschaft gibt den Aurelius Partnern alle Macht. Zwei Aurelius-Meldungen in letzter Zeit bestätgien die Sinnhaftigkeit, wenn nicht sogar Notwendigkeit einer Interessensbündelung gegen die „Aurelius-Macher“:

Und die Halbjahreszahlen als saldierte Ziffern  ohne Erläuterungen sagen wenig bis gar nichts über die Erfolge/Misserfolge des Carve Out – Spezialisten Aurelius aus.

Während die Halbjahreszahlen 2022 der AURELIUS Equity Opportunities SE & Co. KGaA (ISIN: DE000A0JK2A8) in einem Bericht von 81 Seiten anlegergerecht präsentiert worden sind, reicht es nach dem Austritt aus dem m:access nur noch für eine lapidare Unternehmensmeldung, hier vollständig wiedergegeben:

AURELIUS Equity Opportunities SE & Co. KGaA (AURELIUS; ISIN DE000A0JK2A8) veröffentlicht den Konzernzwischenabschluss zum ersten Halbjahr 2023. AURELIUS erzielte einen Konzerngesamtumsatz von 1.498,9 Mio. EUR (H1 2022: 1.591,9 Mio. EUR). Der annualisierte Konzernumsatz aus fortgeführten Geschäftsbereichen betrug 2.504,1 Mio. EUR (H1 2022: 2.784,8 Mio. EUR).

Das operative EBITDA im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2023 blieb mit 135,0 Mio. EUR nahezu konstant (H1 2022: 127,6 Mio. EUR). Der nicht operative Bestandteil wurde beeinflusst durch einen geringeren Effekt aus der Entkonsolidierung von veräußerten sowie angepassten Bewertungen von übrigen Vermögenswerten und belief sich auf den Wert von 89,7 Mio. EUR (H1 2022: 13,7 Mio. EUR). Dies resultiert folglich in einem EBITDA des Gesamtkonzerns von 224,7 Mio. EUR (H1 2022: 141,3 Mio. EUR). Die liquiden Mittel des Konzerns blieben zum Ende des abgelaufenen Halbjahres mit 324,0 Mio. EUR nahezu unverändert (31. Dezember 2022: 331,5 Mio. EUR).

Kennzahlen

 (in Mio. EUR) 1.1. – 30.06.2022 1.1. – 30.06.2023
Konzern-Gesamtumsatz 1.591,9 1.498,9
Konzernumsatz (annualisiert) 1,2 2.784,8 2.504,1
EBITDA Konzern gesamt 141,3 224,7
davon nicht operative Bestandteile des EBITDA -13,7 -89,7
EBITDA Konzern operativ 127,6 135,0
Konzernergebnis 1 55,7 144,3
31.12.2022 30.06.2023
Vermögenswerte 2.185,8 2.275,1
 davon liquide Mittel 331,5 324,0
Verbindlichkeiten 1.611,2 1.570,7
 davon Finanzverbindlichkeiten 442,2 395,4
Anzahl Mitarbeiter zum Stichtag 10.144 10.100

1) Die Konzern-Gesamtergebnisrechnung und Konzern-Kapitalflussrechnung des Vorjahres wurden entsprechend den Bestimmungen des IFRS 5 zu Vergleichszwecken angepasst.
2) Aus fortgeführten Geschäftsbereichen.“ (Unternehmensmeldung Aurelius, 10.08.2023)

GASTBEITRAG. Hensoldt Aktien.  Platow Brief sieht klaren KAUF. Denn: Hensoldt erhöhe Marge. Und steigere die nächsten Jahre ihre EPS durchschnittlich um 19%. Deshalb: KAUFEN.
Dürr. Und dann gab es Anfang August von Aurelius noch….

Riesenrückkauf vorgeschlagen – neben den üblichen Programmen. Was steckt dahinter? Gibt exakt 27.269.944 Stück nennwertlose Inhaberaktien der Aurelius Equity Opportunites (Stand Homepage Aurelius, 9.08.2023) und im derzeit laufenden Aktienrückkaufprogramm sind seit dem 30. Januar 2023 bis einschließlich 30. Juni 2023 insgesamt 698.300 Stück Aktien von Aurelius erworben worden. Im Rahmen des Aktienrückkaufprogramms 2023 sollen im Zeitraum vom 30. Januar 2023 bis zum 29. Januar 2024 insgesamt bis zu 1.500.000 eigene Aktien der Gesellschaft zurückgekauft werden. Für bis zu 30 Mio EUR. Bedeutet aktuell: 27.269.944 Aktien, davon 698.300 im Besitz der Aurelius, d.h. handelbar sind 26.771.644 Stück Aktien.

Und jetzt will man weitere bis zu 6.600.000 Stückaktien zurückkaufen, für bis zu 80 Mio EUR – würden“nur“ 20.771.644 Stück übrigbleiben. Und danach? Sollen dann weitere Aktien eingezogen werden? Will man irgendwann alle Aktien vom Markt nehmen? Gebraucht werden die Aktionäre ja nicht mehr…

Und in den Worten der Aurelius hört sich da sso an: Die AURELIUS Management SE, die persönlich haftende Gesellschafterin der AURELIUS Equity Opportunities SE & Co KGaA (ISIN DE000A0JK2A8) („Gesellschaft“), der Gesellschafterausschuss und der Aufsichtsrat der Gesellschaft haben heute beschlossen, der am 20. September 2023 stattfindenden Hauptversammlung der Gesellschaft („Hauptversammlung“) den Rückerwerb von bis zu 6.600.000 Stückaktien gemäß § 71 Abs. 1 Nr. 6 AktG und die anschließende Einziehung der Aktien nach Erwerb durch die Gesellschaft im vereinfachten Verfahren ohne Kapitalherabsetzung gemäß § 237 Abs. 3 Nr. 3 AktG zur Beschlussfassung vorzuschlagen.

Der Aktienrückkauf soll entweder außerhalb der Börse im Rahmen eines oder mehrerer öffentlicher Erwerbsangebote oder über die Börse erfolgen. Das Kaufpreisvolumen hierfür soll insgesamt bis zu EUR 80 Mio. betragen. Bei jedem öffentlichen Erwerbsangebot stehen den Aktionären der Gesellschaft entsprechende Andienungsrechte zu, wobei jeweils eine Aktie der Gesellschaft, mit Ausnahme der von der Gesellschaft gehaltenen eigenen Aktien, ein Andienungsrecht vermittelt. Der Aktienrückkauf und die Einziehung können vorbehaltlich einer Beschlussfassung der Hauptversammlung von der Gesellschaft bis zum 20. Dezember 2024 durchgeführt werden und sollen zu Lasten der frei verfügbaren Rücklagen und im Übrigen zu Lasten des Bilanzgewinns erfolgen.“ (Ad hoc Aurelius Equ. Opp., 8. August 2023)

Ad-hoc Meldung der Aurelius? Was haben wir verpasst?

Eigentlich unterliegt der Ad-hoc Pflicht ein illustrer Kreis von auf Kpaitlamarkttransparenz ausgerichteten Aktiengesellschaften: „Die Ad-hoc-Publizitätspflicht trifft dabei alle Emittenten, die für ihre Finanzinstrumente eine Zulassung zum Handel an einem geregelten Markt oder einem multilateralen Handelssystem ( MTF ) in einem Mitgliedstaat beantragt oder erhalten haben.“ Und wo ist das bei Aurelius der Fall? Ad hoc Meldung? Egal…

Aurelius wieder da? Oder bald weg? Das grosse Aktienrückkaufprogramm, das nach der Hauptversammlung wahrscheinlich startet könnte der Anfang sein, auf lange Sicht die Aktien der Aurelius Equity Opportunities einzuziehen und aus der Aurelius Group einen closed shop zu machen. Und das bezahlt mit den Gewinnen des operativen Geschäfts – mit Verzicht oder stark reduzierten Dividendenzahlungen, denn diese gehen ja auch zum Freefloat, der rund 80% erreicht. Spricht also einiges für die

Und jetzt? Initiative der Sdk „SdK ruft Aktionäre der Aurelius Equity Opportunities SE & Co. KGaA zur Interessensbündelung auf!“

So heisst es heute in einer Pressemeldung der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger e.V. :  „Teilnahme an der am 20. September 2023 stattfindenden Hauptversammlung von hoher Bedeutung

In den vergangenen acht Monaten hat das Management der Aurelius Equity Opportunities SE & Co. KGaA nach Einschätzung der SdK am Kapitalmarkt massiv an Vertrauen verspielt. Anstatt wie lange von der SdK gefordert ein Uplisting in den geregelten Markt durchzuführen, wurde – auch widersprüchlich zur Kommunikation des Managements selbst aus dem Jahr 2022 – nun Anfang des Jahres ein Delisting der Aktie (WKN: A0JK2A / ISIN: DE000A0JK2A8) aus dem qualifizierten Freiverkehr angekündigt und zum 30. Juni 2023 durchgeführt. Die Konsequenz war ein starker Kursverfall, welcher den Aktionären erhebliche Buchverluste beschert hat.

Mit Blick auf die anstehende Hauptversammlung am 23. September 2023 vertritt die SdK Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger e.V. bereits zahlreiche Aktionäre und ruft hiermit alle Aktionäre auf, sich ihr anzuschließen. Unter anderem wird die SdK auf der kommenden Hauptversammlung die Ausschüttung einer angemessenen Dividende fordern. Mehr Informationen zur genauen Vorgehensweise und den Forderungen der SdK finden Sie auf dem YouTube-Kanal „SdK – Die Anlegergemeinschaft“ im Video „Die Akte Aurelius: Warum sich JETZT etwas ändern muss!“.

Informationen zur Stimmrechtsübertragung finden Sie unter https://sdk.org/leistungen/stimmrechtsvertretung/

Für Rückfragen steht die Ihren Mitgliedern gerne per E-Mail unter info@sdk.org oder telefonisch unter 089 / 20208460-0 zur Verfügung.

München, den 21. August 2023
SdK Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger e.V.

Hinweis: Die SdK hält Aktien der Aurelius Equity Opportunities SE & Co. KGaA!

(SdK, 21.08.2023)
Dem ist eigentlich nichts mehr hinzuzufügen. Die grosse Frage ist, ob es gelingt genug Aktionäre zu motivieren? Oder ob die Anleger lieber einfach ihre Aktien verkaufen und damit möglicherweise die von einigen vermuteten Pläne des Aurelius Managements unterstützen?
Es spräche ja eigentlich auch einiges für die Aktie: Das bereits jetzt laufende Aktienrückkaufprogramm als „Kursstütze“. Dazu endlich   ein nennenswerter Exit im laufenden Jahr. Und die Perspektiven der wirtschaftlichen Situation der in den letzten Jahren in den Fokus gerückten „Grossinvestments“ im Rahmen des Coinvestmentstruktur mit dem neuen Aurelius-Fonds. Dagegen steht die undurchschaubare Struktur der Aurelius-Gruppe, der Transparenzverlust durch Börsensegmentdowngrade und die verhaltene Prognose für 2023. Und dann auch noch eine EBITDA-Erhöhung, die einer Erläuterung bedarf, die man auch am 10. August bei Vorlage der Halbjahreszahlen nicht erhalten hat. Ohne XETRA-Handel und mit einer Kommunikation, die kein Interesse mehr an den Aktionären des börsennotierten Teils der Aurelius GROUP erkennen lässt. Einem Teil der erklärtermassen nicht mehr wichtig für die Finanzierungsstruktur der Aurelius GROUP sei. Dazu kommt die kapitalmarktfeindliche KGaA-Struktur, die letztendlich alle Entscheidungen beim Komplementär lässt – ob die SdK wenigstens bei der Dividende etwas ändern kann?
Und aktuelle Aktienkurse finden sich auf auf Lange&Schwarz, Freiverkehr Hamburg und Freiverkehr München.
Sonst noch aktuell  im nwm:
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