USU Software – „Keinen Bock mehr“. KI ohne Aktionäre?

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USU bleibt auf dynamischem Wachstumskurs

USU Software AG und ihre Tochtergesellschaften sind gerade in einer Übergangsphase – weg vom Einmalgeschäft zum SaaS-Modell. Gerade das Nonplusultra für alle Anbieter der Branche – mit wirtschaftlichem Sinn. Ein Transformationsprozess der an der Börse keine grosse Aufmerksamkeit findet, der die Aktie – wohl zumindest in den Augen des Managements und Hauptaktionärs – zu „nicht angemessenen“ Kursen bewertet. So könnte man zumindest aufgrund der heutigen Delisitingankündigung mutmassen. Der Nutzen einer Börsennotiz, mit der Aktie als „Übernahmewährung“ oder als Eigenkapitalquelle scheint bei USU Software nicht mehr gesehen zu werden.

Schaut man sich operative Entwicklung, Perspektiven und Bewertung an der Börse an, scheint es schade um die USU Software Aktie zu sein. Natürlich sollte jeder Aktionär, der demnächst ein Delisiting-Übernahmeangebot erhält, dieses prüfen – mit dem Gedanken im Hinterkopf, auch gedelistete Aktien sind an der Börse Hamburg weiterhin handelbar. Natürlich verliert der Aktionär „Informationen“ – nach einem Delisting berichten die Unternehmen i.d.R. nur noch die Mindestinformationen und verzichten in der Regel auf den aktuellen Stand setzende Corporate News oder Presseerklärungen und Investorenveranstaltungen.

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USU Software will weg von der Börse – und anders Werte heben. Werte auch für die Kleinaktionäre?

Auf dem eingeschlagenen operativen  Transformations-Weg gibt es weniger „sprunghafte“ Umsatzsteigerungen, eher langsame, aber relativ stetige Umstellungsergebnisse. Wobei auf die einmaligen, margenstarken Lizenzerlöse in immer grösserem Umfang zu verzichten und gleichzeitig die auf die gesamte Nutzungsdauer zwar höhermargigen, aber halt kontinuierlich über die gesamte Nutzungsdauer verteilt fliessenden SaaS zu setzen, erstmal zu Lasten der GuV geht. Idealerweise nur für die Umstellungsphase, um dann nach Umstellung auf vornehmlich SaaS-Verträge die Marge signifikant zu steigern. So weit, so gut. Bis dahin, wie gesagt, wenig Spektakuläres zu erwarten.

Zahlen treffen Prognose – Transformationsprozess auf dem Weg.

Die USU Software AG bestätigt heute die Jahresprognose und erreichte in 2023 132 Mio EUR Umsatz sowie 13,3 Mio EUR Bereinigtes EBITDA. Maßgeblicher Treiber war das Geschäft mit Software as a Service-(SaaS-)Lösungen, das um 20% auf 17,0 Mio EUR (2021: 14,2 Mio EUR) zulegte. Um den SaaS-Umstellungs-Prozess zu beschleunigen und Marktchancen besser nutzen zu können, plant das Unternehmen laut heutiger Meldung nun ein Delisting.

Niedrige Bewertung, geringe Wahrnehmung gegen hohe Kosten – USU Software wählt Delisting.

Der Vorstand der USU Software AG plane mit der Zustimmung des Aufsichtsrats ein Delisting der Aktien der USU Software AG. Die Zulassung bzw. Einbeziehung der USU Aktien an einer Börse soll nach Einschätzung des Vorstands aus strategischer und finanzieller Sicht in der Vergangenheit wenig Vorteile geboten haben, so dass die mit der zunehmende Regulatorik verbundenen erheblichen Kosten eine Börsennotierung nicht mehr gerechtfertigt erscheinen würden. Bei Abwägung der Gesamtumstände liege das Delisting im Interesse der Gesellschaft.

Delsiting-Angebot to come – wird sich wohl am gesetzlichen Mindestpreis orientieren – also wahrscheinlich kein wesentlicher Aufschlag auf den Aktienkurs zu erwarten.

Ein Delisting setzt nach § 39 BörsG ein Angebot zum Erwerb sämtlicher USU Aktien voraus. Der Vorstand der Gesellschaft hat ihren Mehrheitsgesellschafter AUSUM GmbH (AUSUM) angesprochen, ob er bereit wäre, ein solches Delisting-Angebot zu unterbreiten. Die AUSUM hat den Vorstand heute darüber informiert, dass eine Tochtergesellschaft der AUSUM derzeit eine Vereinbarung zur Finanzierung eines solchen Delistingangebots anstrebt und sich in einem fortgeschrittenen Verhandlungsstadium dazu befindet. Des Weiteren hat AUSUM dem Vorstand mitgeteilt, dass die zu zahlende Gegenleistung je USU Aktie voraussichtlich in etwa dem gesetzlichen Mindestpreis nach den anwendbaren Regelungen entsprechen soll.

USU Software will Abspalten, Kooperationen eingehen – Wert heben und Wachstum beschleunigen. Spannend auch für Kleinaktionäre.

Die USU Software AG sei im Produktbereich vor allem bei den wiederkehrenden Umsätzen in den letzten Jahren sehr stark gewachsen, insbesondere auch durch innovative Lösungen rund um Künstliche Intelligenz und FinOps. Für den weiteren Ausbau des Wachstums sollen nun zusätzliche umfangreiche Investitionen realisiert werden.
Daher plane die USU Software AG, das Produktgeschäft der Gesellschaft und ihrer Tochtergesellschaften erheblich weiter auszubauen. Um die im Zusammenhang mit dem Ausbau des Produktgeschäfts notwendigen erheblichen Investitionen zu finanzieren, sollen strategische Optionen eruiert werden und unter anderem ein externer Partner gesucht und zur Umsetzung beteiligt werden.Wobei ein externer Partner möglicherweise aus der „Private Equity“-Ecke sich anbieten würde. Und dieser wäre wahrscheinlich dann auch bereit – und wohl auch finanziell in der Lage – ein Übernahmeangebot über dem gesetzlichen Minimum zu machen. Für die Aktionäre, die dann noch „an Bord sind“.

Wird für USU kurzfristig ein Squeeze-Out erstrebenswert? Würde Flexibilität der geplanten Umbaumassnahmen erhöhen.

Auch wenn der Weg zur Squeeze-Out-Schwelle weit scheint. Und „kurzfristig“ hier in Monaten nicht Wochen zu bemessen ist. Spannend bleibt es allemal. Denn für die Wachstumspläne der USU Software soll das Produktgeschäft dafür zusammengefasst werden und rechtlich und operativ von den übrigen Unternehmensbereichen separiert werden. Die USU Software AG hat nach eigener Aussage den Prozess der Fixierung der strategischen Optionen, die Separierung des Produktgeschäfts und die Partnersuche bereits gestartet. Das Delisting unterstütze nach Einschätzung des Vorstands die Auswahl der strategischen Optionen. Könnte in den nächsten Wochen oder Monaten spannend werden. Vielleicht so spannend, dass ein Engagement in der Aktie möglicherweise nicht durch das Delistingangebot beendet werden sollte? Nachdenkenswert.

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