Nikola Aktie im Vorhandel plus 16,67%, Gestern plus 60,87%. Wegen 50 Brennstoffzellen LKW-Vertrag? Auch, aber…

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Nikola hat turbulente Zeiten hinter sich. Und seit man die Europa-Pläne aufgegeben hat, ist NIKOLA klar fokussiert auf den nordamerikanischen Markt. Kurz vor dem Start der Serienproduktion der ersten Brennstoffzellen-LKW’s in Coolidge, wo man gerade die Produktionslinien von Elektro auf Brennstoffzelle umstellt.

Zuletzt ging es bei den Amerikanern um einen eleganten Ausweg aus der 50% Zustimmungsquote für neues genehmigtes Kapital ab Anfang August, Subventionen für 6 Wasserstofftankstellen in Kalifornien über 41,9 Mio USD und die aktuellen Auslieferunsgzahlen – bisher nur Batterie-betriebene Tre BEV, denn die Umstellung der Serienfertigung auf die Brennstoffzellen Tre FCEV läuft gerade in Coolidge. Und sollte bald abgeschlossen sein.

Gestern begann der Tag für die Nikola Aktie mit einer Presseerklärung der Bosch GmbH über den Start der Serienfertigung der Brennstoffzellen-Antriebssysteme mit Nikola als herausgestellten „Pilotkunden“ – erinnert nur an die über 200 Mitarbeiter von Bosch, die seit mehr als drei Jahren nur mit der Entwicklungsarbeit der brennstoffzellenbetriebenen Nikola FCEV-Modelle befasst waren. Natürlich gemeinsam mit den Technikern von Nikola (interessanter Artikel über die Entwicklungsphase auf der Homepage von Bosch:„Truck Yeah“ )

Interessanter Fortschritt für Nikola, kann aber allein bestimmt nicht die Kursexplosion der Nikola Aktie am Donnerstag erklären.

Schon eher geeignet, eine Kurssteigerung von am Abend 60,87% auf 2,22 USD zu erklären, wäre vielleicht der in Amerika am frühen Morgen gemeldete Auftrag über bis zu 50 FCEV Tre. Nikola konnte mit und BayoTech, Inc., spezilaisiert auf Wasserstoffproduktions-, Transport- und Speicherlösungen, eine Vereinbarung zur „Förderung einer zuverlässigen Wasserstoffversorgung“ für emissionsfreie kommerzielle Brennstoffzellen-Elektrofahrzeugflotten treffen.

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Geben und Nehmen – mit Nikola „auf der besseren Seite“

Die strategische Liefervereinbarung umfasst Wasserstoff-Brennstoffzellen-Elektro-Lkw der Klasse 8 von Nikola, BayoTech HyFill™-Transportanhänger für Massenwasserstoff und Wasserstoff, der im verteilten Hub-Netzwerk von BayoTech produziert wird. Als Ankerkunde für die Wasserstoffabnahme geht Nikola davon aus, von BayoTech produzierten kohlenstoffarmen Wasserstoff ab diesem Jahr in Missouri und ab 2024 in Kalifornien beziehen zu können.

Nikola plant die Anschaffung von bis zu 10 BayoTech HyFill™-Transportanhängern für die Distribution von Wasserstoff zu dem im Aufbau befindlichen H2-Tankstellennetz – zuletzt 41,9 Mio USD Förderung für Nikola für 6 kalifornische Wasserstofftankstellen. „Nikola und BayoTech verbindet das gemeinsame Ziel, in den gesamten Vereinigten Staaten einen zuverlässigen Zugang zu Wasserstoff zu ermöglichen“, sagte Michael Lohscheller, Präsident und CEO der Nikola Corporation.Weiter: „BayoTechs kohlenstoffarmer Wasserstoffkraftstoff und seine Transportausrüstung werden eine wichtige Rolle bei der Einführung der emissionsfreien Brennstoffzellen-Elektro-Lkw der Klasse 8 von Nikola spielen.“

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BayoTech wird in den nächsten fünf Jahren bis zu 50 Nikola-Brennstoffzellen-Elektrofahrzeuge der Klasse 8 kaufen, wobei die ersten zwölf Lkw in den Jahren 2023 und 2024 ausgeliefert werden. Die Nikola-Lkw werden mit den HyFill™-Transportanhängern für Massenwasserstoff von BayoTech kombiniert, um kohlenstoffarme Lieferungen von Wasserstoff von den Wasserstoffproduktionszentren von BayoTech aus.

Aber neben den operativ durchaus beachtlichen Fortschritten, sollte man einen weiteren wichtigen Kursfaktor nicht vergessen:

Nikola ist ein potentieller Shortsqueeze-Kandidat. Seit Wochen diskutiert, scheint nun der Kaufdruck für die Shortseller sehr hoch zu sein…

Dazu zitieren wir die sich offensichtlich zu bewahrheitende Erwartungshaltung von Ihor Dusaniwsky von S3 Partners, die seit Jahren als anerkannter Spezialist Statistiken über Shortpositionen amerikanischer Aktien führen und auswerten. Herr Dusaniwsky meldete sich bereits Ende Juni zu Wort. Vorab zum Hintergrund: „S3 Partners ist die Instanz für die Beobachtung und Auswertung von Shortselling in den USA – neben den kostenpflichtigen Services berichtet der Managing Director Ihor Dusaniwsky auf seinem Twitteraccount (Ihor Dusaniwsky@ihors3) und in diversen Interviews, Expertenbefragungen über interessante Entwicklungen im Shortselling. Auffällige Entwicklungen, interessante Konstellationen oder auffällig lange Fristen zum Covern der gesamten Shortpositionen – halt das, was die Aufmerksamkeit auf die „Produkte“ der S3 Partners lenkt

Bloomberg liess Ihor Dusaniwsky zu Wort kommen. Denn Ende Juni ging es bereits um einen beginnenden Short Squeeze. Zumindest um dessen Wahrscheinlichkeit…

Nach Handelsschluss und nach der Meldung über die anstehenden Personaleinsparungen sprang die Aktie Nikola’s am 16. Juni nachbörslich bis zu 8% in die Höhe. Was damals Fragen anch dem warum aufwarf. Und in diesem Zusammenhang zitierte Bloomberg Ihor Dusaniwsky, Managing Director von S3 Partners: “We are seeing the start of a short covering squeeze and expect more shorts to trim their short exposure in NKLA and realize some of the profits they earned earlier in the year.” Laut S3 Partners Scoring-System erreiche Nikola am Donnerstag – 15. Juni – den höchstmöglichen Short Squeeze Score von 100. Mehr geht nicht – nach der S3 Partners Systematik.

Allein in der KW 24 hatten die Shortseller 80 Mio USD „unrealiiserter Gewinne“ verloren – steigerte die Argumente Shortpositionen zu reduzieren und die übrig gebliebenen Gewinne zu realisieren (für 2023 seien noch rund 55 Mio USD Gewinne „übrig“.). Erschwerend für Shortseller sind die kräftig gestiegenen Kosten der Aktienleihe. Laut Bloomberg habe die Zahl zur Leihe zur Verfügung stehender Aktien kräftig abgenommen, was die Leihgebühren weiter in die Höhe getrieben hat und wohl immer noch treibt.

Wenn S3 Partners Recht behalten sollte, dann sollte in den nächsten Wochen weitere Nachfrage von der Shortseite an den Aktienmärkten der Nikola Aktie weiter Rückenwind geben. Losgelöst von operativen Gründen. So sahen wir es zuletzt am 6. Juli und es scheint sich zu bewahrheiten. Wie weit diese zusätzliche Nachfrage die Aktie noch trägt, bevor man „Luft holen muss“? Kann niemand sagen. Nur wird die Luft derzeit definitiv auf der kurzfristigne seite dünner…

Und wo steht Nikola? Welche Ziele will man 2023 erreichen?

NIKOLA Management definierte bei Vorlage der 2022er Zahlen  die Ziele für 2023, die man erreichen will. Vorgaben an denen sich dann das Unternehmen auch messen lassen muss:

  • Fertigstellung von 10 gamma FCEV’s im Q2 2023 – Vorserienmodelle des Brennstoffzellen-Modells. – BISHER ZWEI FERTIGGESTELLT,  ACHT WEITERE BIS ENDE JUNI „As of today, we have completed the first two of 10 gamma hydrogen fuel cell trucks. The remaining eight trucks are scheduled to be complete by the end of June. Gamma trucks will be used for customer pilots and to finalize vehicle validation. Pilot fleets include Biagi Bros, Walmart, Linde, and AJR Trucking, a leading carrier for the United States Postal Service.“
  • Rund 105,000 USD Kostenersparniss je Batteriemodul für den Tre BEV bis zum Q4 2023. U.a. durch den Aufbau der Batterieserienproduktion in Coolidge mit dem Know-How der neuen Tochter Romeo Power („amerikanische Akasol“ – letztes Jahr in einem Share-Deal von NIKOLA übernommen.)
  • Endgültige Investitionsentscheidung für den „Phoenix Hydrogen Hub“ bis zum Q3 2023. In Phoenix will NIKOLA mit Fortescue Futures den Startpunkt des breiter angelegten Joint Ventures setzen.
  • Zwei neue Tankstellenstandorte bis Juni 2023 zu benennen. ob da die im Februar gemeldete neue Station in West Sacramento hinzugezählt wird, lässt sich nicht sagen. DURCH DIE VOLTERA VERIENBARUNG SOLLTEN HIER WESENTLCIH MEHR STANDORTE IN KURZER ABFOLGE BEANNTE WERDEN KÖNNEN.
  • Auslieferung von 250 – 350 Tre BEVs an Händler in 2023. Scheint nicht übermässig ambitioniert. BISHER 31 AUSGELIEFERT, INSGESAMT 63 PRODUZIERT IN COOLIDGE. „During the first quarter, we produced 63 Tre battery electric trucks and delivered 31 to dealers. We are beginning to see an uptick in retail sales, achieving 33 in the quarter, a significant increase from 2022.
  • Auslieferung von 125 – 150 Tre FCEVs im Q4 2023. BISHER 174 FESTBESTELLUNGEN (Stand 16.06.2023)
DAZU KOMMT, am 16.06.2023 im Rahmen der Personalmassnahmen in Worte gefasst, die bisherigen Vorgaben ergänzend:
  • Rationalisierung  und Kostenersparnisse bei der Unternehmensstruktur in allen Kostenstellen.
  • Konzentration auf den nordamerikanischen Markt, Abgabe des IVECO-Joint Ventures.
  • Kostenersparnis durch Aufbau einer Fertigungslinie für die Bosch Brennstoffzellen in Coolidge.
  • weitere Restrukturierungsmassnahmen der Tochter Romeo Power – neben der Produktionsstättenverlagerung nach Coolidge.
Auf Dauer zählt es erstmal die Ziele für 2023 zu schaffen, ein eventueller Short Squeeze kann nur temporär Aktienkurse beeinflussen, wenn auch extrem. Am Ende zählt nur eines: Gelingt es die Auslieferungszahlen zu schaffen? Insbesondere die geplanten FCEV-Zahlen, die erst im Q4/23 starten sollen? Kann man den Kapitlamarkt davon überzeugen, dass man – irgendwann – profitabel werden kann? Man wird sehen…
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Chart: NIKOLA Corp. | Powered by GOYAX.de

 

 

 

 

 

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