Everfuel Aktie weiter angeschlagen. Freitagstermin geplatzt. Wann bekommt Nel’s Beteiligung das Grounding der Transportflotte in den Griff?

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Everfuel

Everfuel Aktie wurde als Wasserstoff-Zukunfts-Wert zuerst gehypt, dann nach einer gewissen Ernüchterung hat man eine relativ solide Kursbasis gefunden. Und es ist einiges passiert seit 2021. Damals sah sich Everfuel „in the initial stages of commercialising the green hydrogen value chain in its target markets„.

Und während die Nel Beteiligung Everfuel AS (ISIN: DK0061414711) in 2022 viele Projekte anschob, erste Umsätze erzielte, konnte man dieses Jahr durch ein 200 Mio EUR Joint Venture mit kräftig gestärkter finanziellen Basis die Pläne und gestarteten Projekte noch schneller in die Umsetzungsphase bringen. Langsam sollte man so das „homöopathische Umsatz“-Stadium hinter sich lassen können. Auch wenn die Q1-Zahlen in 2023 noch keine Umsatzexplosion zeigten, so entwickelte sich bisher eigentlich alles, wie geplant: Geld für beschleunigte Expansion durch JV-Partner, erste Förderzusagen zu geplante Grossprojekte, Planungen und „Vorbereitung“ der Investitionsentscheidungen bei mehreren Projekten auf dem Weg.

Dann startete eine schwarze Serie für Everfuel – zuerst Panne mit andauerndem Grounding der H2-Transporter-Flotte, jetzt noch Verzögerungen und Kostensteigerungen beim Hochlauf des 20 MW Elektrolyseurs in Frederica. Und dann meinte man Mitte letzter Woche das Grounding der H2-Transportfahrzeugflotte komme zum Ende. am Freitag, dem 7. Juli wollte man bereits zwei H2-Tankstellen wiedereröffnen. Denn ohne Transport-Fahrzeuge musste Everfuel seine bereits geöffneten Wasserstofftankstellen wegen fehlndem H2 schliessen.

Grounding weiter andauernd. Freitag wurde keine Tankstelle wiedereröffnet. Verschoben.

Im Update von letzetr Woche Montag fand sich zwar nicht der eigentlich versprochene dezidierte Wiederanlaufplan für die gesamte H2-Transportfahrzeuge und die entsprechenden Angaben, wann die einzelnen H2-Stationen wieder eröffnet werden können. Aber immerhin: Es gab angeblich Fortschritte. Man wurde sogar konkret:

The campaign to ensure trailer integrity have been onging throughout the weekend, and first trailers are expected to start operation within days. As it looks now, we are expecting the Heinenoord and Prags Boulevard station in Copenhagen to restart operation during Friday 7th. This plan is not including buffer, so there is a potential risk of delays if campaign and station restart takes longer than expected. Next update on restart schedule expected during Wednesday 5th of July.“ (Current status on Everfuel Hydrogen station avaibility, 3.07.2023)

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Freitag dann kommando rückwärts – keine Trailer bisher im Betrieb, Eröffnung der tankstellen verschoben.

Am Freitag dann eine wiederholte Enttäuschung. Nicht nur, dass man dne avisierten Zeitplan nicht einhalten konnte, zusätzlich bleiben weiterhin einige wichtige Fragen unbeantwortet: Welche weiteren Stationen von der Schliessung betroffen sind? Und ob die „privaten“ H2-Stationen für die einzelnen Stadtwerke betroffen sind? Unbekannt. Ob andere H2-Tankstellen betroffen sind? Unbekannt. Auf jeden Fall wurde der Current status on Everfuel station avalbility am 7. Juli aktualisiert: The campaign followed by inspections on trailers and stations continue throughout this week and into early week 28. Target start-up for hydrogen delivery is mid-late week 28. Next update expected during week 28.“

Und bis jetzt – 11. Juli, 12:00 Uhr – gab es kein weiteres Update. Also weiterhin H2-Tankstellen geschlossen – wieviel auch immer. Und die Trailer scheinen noch nicht für den Wasserstofftransport freigegeben, zumindest wurde bishe rnichts dazu gesagt. Kümmerlich eKommunikationspolitik Egal. Und so können die Aktionäre nur auf Fortschritte hoffen. Inwieweit dieser Lieferausfall und das Handling Everfuels mit dem „Problem“ dauerhaften Imageschaden verursacht hat, wird sich erst in den nächsten Monaten oder Jahren zeigen. „Lieferuasfallklauseln“ in den zukünftigen Vereinbarungen von Kunden mit Everfuel werden auf jeden Fall an Bedeutung gewinnnen.

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Kosten des Ausfalls sind noch nicht beziffert worden. Und ob letztendlich der Hersteller der H2-Transportfahrzeuge oder dessen Zulieferer verantwortlich im Sinne der Kosten gemacht werden können, wird sich zeigen. Noch viele offene Fragen , die Nel’s Beteiligung Everfuel noch klären muss.

Zweiter Rückschlag für Everfuel – HySynergy läuft nicht wie geplant. Könnte weitreichender sein. Hoffentlich wird man in diesem Fall in der Kommunikation professioneller und proaktiv.

Wesentlich weitreichender und grundsätzlicher, die Meldung über Verzögerungen und Kostensteigerungen (Plus 2 Mio EUR auf 45 Mio EUR für die Phase I des Projekts) beim ersten grossprojekt HySynergy. Eigentlich wollte man während des laufenden Ausbaus die Elektrolyseurleistung sukzessive hochfahren und mit der Auslieferung von Wasserstoff beginnen. Hier muss man nun komplett umdenken und wird erst nach vollständiger Fertigstellung der Anlage die H2-Produktion starten. Erste Auslieferungen werden jetzt nicht vor Q1/2024 erwartet. Klar: Technologisches Neuland. Aber die Zweifel an der Lösungskompetenz werden bis zum Beweis des Gegenteils im Raum stehen – und die Aktie Everfuel’s ausbremsen. Also Warten bis Q1/2024?

Neuer Anlaufplan notwendig, alte Planungen erwiesen sich als nicht durchführbar.

Der ursprüngliche Plan des Everfuels soll darauf basiert haben, mit der Inbetriebnahme fertiggestellter Teile der Anlage zu beginnen und gleichzeitig mit dem Bau anderer Teile fortzufahren. Nach Abschluss der Teil-Inbetriebnahme sollte die Aufnahme der Produktion parallel zur Entwicklung von Betriebsabläufen und zur Automatisierung der Wasserstoffanlage geplant. SO GEHT ES NICHT. Der aktualisierte Plan erfordert einen sequenziellen Fortschritt, beginnend mit der mechanischen Fertigstellung, gefolgt von der Validierung, kombiniert mit dem organisatorischen Aufbau, einschließlich der Schulung der Überwachungs- und Wartungsteams vor dem schrittweisen Hochfahren der Produktion. Hiermit verzögert sich die erste Wasserstofflieferung an Crossbridge Energy voraussichtlich um fast ein Jahr auf das erste Quartal 2024.

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“Following the review process, we identified an improved path to establish our operational platform and control systems that can be applied to all the HySynergy phases and serve as a blueprint for our other hydrogen hubs. This requires an up-front investment but will create a more robust system prepared for future upgrades and integrations, as well as enable synergies over the long run as we can deploy this to our future production facilities,”  so der CEO von Everfuel. Aufgrund des erweiterten Projektumfangs und -zeitraums erwartet Everfuel eine Erhöhung des HySynergy-Phase-1-Investitionsbudgets um 2 Mio EUR auf insgesamt rund 45 Mio EUR im Vergleich zu zuvor kommunizierten 43 Mio. EUR. Die Mehrkosten sollern hauptsächlich auf interne Stunden und externe Berater zurückzuführen sein.

Everfuel muss jetzt unbedingt beweisen, dass man den Hochlauf der HySynergy-Phase I professionell unter der geänderten Planung umsetzen kann. Sollte es hier zu weiteren Überraschugen kommen, wäre der Schaden für Everfuel nicht abzuschätzen. Hier geht es nicht um fehlerhafte Dichtungen. Für die ein Lieferant verantwortlich ist. Oder fehelrhafte Qualitätskontrollen. Nein hier geht es um die originäre Lösungskompetenz der Everfuel Ingenieure. Es geht um die Kernkompetenz der Dänen.
Für die norwegische Nel geht es um bis zu 1 GW Elektrolyseurkapazität – finanziert durch Everfuel/Hy24-JV.

Denn Everfuel ist es im Februar gelungen mit Hy24, die den weltweit größten Infrastrukturfonds für sauberen Wasserstoff verwalten, die Gründung eines Joint Ventures (JV) „durchzuziehen“, um 200 Mio EUR Eigenkapital in die Entwicklung von Elektrolyseurkapazitäten in Dänemark, Norwegen, Schweden und Finnland zu investieren. Dies wird es dem Joint Venture voraussichtlich ermöglichen, bis zu 1 GW an grünen Wasserstoffprojekten zu finanzieren, zu bauen, zu besitzen und zu betreiben.  Geht natürlich nur, weil zu den 200 Mio EUR diverse Subventionszahlungen aus dem REPowerEU-Plan und vergünstigte, unbesicherte Darlehen der EIB kommen werden. Und bisher hat Everfuel alle Elektrolyseure von Nel bezogen – so auch den 20 MW Elektrolyseur in Frederica, der jetzt als erstes Asset in das Joint Venture eingebracht werden soll.

Everfuel behält das Sagen im Jount Venture. Und wie gesagt setzte bisher ausschliesslich auf die Technik von Aktionär Nel.

Denn Everfuel wird nach seiner vollständigen Gründung 51 % des Joint Ventures besitzen. Und der 20-MW-Elektrolyseur HySynergy Phase 1 ist der erste Vermögenswert, der vom JV gehalten werden soll. Im Rahmen der Vereinbarung wird das JV Everfuel durch Gebühren während der Projektentwicklungs-, Bau- und Betriebsphase Einnahmen und Cashflow liefern. Everfuel hat außerdem Anspruch auf definierte Entwicklungsgebühren vom JV für Projekte, die FID (Investitionsentscheidungsfähigkeit) erreichen, basierend auf dem Renditeprofil jedes einzelnen Projekts. Hier nun die Q1-Berichterstattung und Ausblick:

Everfuel könnte sich Ende des Jahres langsam vom Early Stage Stadium emanzipieren.

Als klares Schlüsselereigniss für die Firmenentwicklung wird natürlich das Joint Venture mit Hy24 mit einer Investitionssumme von 200 Mio EUR zur beschleunigten Entwicklung einer Infrastruktur für grünen Wasserstoff in den nordischen Ländern gesehen. Dass in Verbindung mit dem erfolgreich durchgeführten 25 Mio EUR Private Placement. Dazu kommt die erwartete Fertigstellung der Phase 1 von HySynergy zum Ende des zweiten Quartals 2023 inclusive Hochlauf der kommerziellen Produktion. Weiterhin wichtig der Vertrag für den First Everfiller-Pilot (mobile Wasserstofftankanlage), der Erhalt eines Folgeauftrags für die geplante Hochleistungs-Wasserstofftankstelle in Wuppertal und die komfortable Cash-Situation von 38,1 Mio EUR per Ende März 2023

We continue to execute our strategy for making green hydrogen commercially available to decarbonise industry and mobility. The joint venture with Hy24 marks a significant milestone in our commitment to scale the hydrogen value chain. Combined with the capital raised in March, we are now positioned to accelerate deployment of hydrogen production capacity in the Nordics and provide sustainable solutions to support energy transition in our key markets. Our near-term focus is on completing the commissioning at HySynergy and to start ramp-up of production of commercial volumes. This will be another major step towards realising the potential of green hydrogen as a key component of the clean energy mix,“, sagte Jacob Krogsgaard, Gründer und CEO von Everfuel. 

Chart Everfuel Aktie sieht derzeit nicht wirklich gut aus. Bodenbildung zeichnete sich ab. Aber aktuell kämpft die Aktie darum nicht zum Pennystock zu werden.

<Chartbild Everfuel Aktie.
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