Encavis – Analystenzweifel im Doppelpack lassen Aktie einbrechen. Offene Fragen! Chance oder fallendes Messer?

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Encavis Aktie unter Druck.

Encavis – „Windenergieaktie“ oder besser „Erneuerbare Energien – Aktie“ mit Nachhaltigkeitsbonus. Aktuell wohl vollkommen uninteressant: Minus 9,1% auf aktuell 16,29 EUR (12:25 Uhr) je Aktie sprechen im sowieso schon schwachen Gesamtmarkt eine klare Sprache. Etwas stimmt nicht. Unternehmensmeldung? Fehlanzeige.

Nein, es geht um Analystenmeinungen. Eigentlich direkt um zwei Meinungen: Am Mittwoch ging es mit den Kursverlusten los. ein Analyst von Barclays hatte die Aktie von „Gleichgewichten“ auf „Untergewichten“ abgestuft. Mit einem neuen Kursziel von17,00 EUR, nach zuvor 19,00 EUR. Gründe für den Barclays Analysten: Während er allgemein für erneuerbare Energien positiv gestimmt war, sieht er andere Favoriten, wie RWE, und stufte gleichzeitig wegen zu hoher Bewertungskennziffern Encavis herunter (neben Orstedt übrigens).

Haier Smart Home D Aktie mit spannenden Bewertungsdifferenzen, die neben starken Kennziffern zum „KAUFEN“ von Aktien Spezialwerte führen.

Auf diesen Schlag legte heute ein Analyst von Stifel nach: Kursziel der Encavis Aktie von 28,60 EUR auf 17,60 EUR zusammengestrichen. Aus BUY wurde HOLD.

Und wie begründet der Analyst seine Einschätzung? Eine aktuelle Präsentation von Encavis hab enach ansicht des Aanlysten eine Reduktion der Pipeline um rund 30% und Projektverschiebungen von bis zu 18 Monaten offengelegt.Sonderbar, dass solche wesentlichen Veränderungen nicht von der Encavis selber gemeldet worden sind. Man darf gespannt sein, wie die Gesellschaft auf diese Aussagen reagiert – der Markt hat seine Schlüsse auf jeden Fall sehr schnell gezogen und verkauft die Encavis Aktie…

Wie es 2023 weitergeht, ist natürlich die grosse Frage. Steht die Branche der Erzeuger erneuerbarer Energien vor einer Sonderkonjunktur für mehrere Jahre? EU-Milliarden-EUR-Förderprogramme zur Decarbonisierung, erhöhter Elektrizitätsbedarf aus erneuerbaren Quellen für die immer grössere Marktanteile gewinnende E-Mobilität und der gewaltige Ausbau der „green hydrogen“-Erzeugung durch Elektrolyse – in Europa und „für Europa“, wie im REPowerEU-Programm definiert. Das steht auf der einen Seite. Auf der anderen Seite Lieferschwierigkeiten, steigende Preise für erneuerbare Energienanlagen, steigende Zinsen und verstärkter Preiskampf um „gute Projekte“. Ob Encavis hier wirklich so betroffen ist, wie der Stifel Analyst heute meldete, ist die spannende Frage.

Eigentlich ist die Newslage bei Encavis „nicht so schlecht“ – bisher. Natürlich die Bewertung der Encavis Aktie enthielt immer Zukunftsprämien, aber diese werden gerade am Aktienmarkt kräftig abgeschmolzen…

ENCAVIS AG (ISIN: DE0006095003 ) – reiner Bestandshalter von erneuerbaren Energieanlagen – europaweit.  Bei ihm beträgt die Gesamterzeugungskapazität aus erneuerbaren Energien rund 3,4 GW, davon im Eigenbestand rund 1,58 GW Solar (in Betrieb) plus 266 MW in Bau/Entwicklung und 481 MW Wind (in Betrieb) plus GW Eigenbestand, der Rest „under Management“. Davon entfallen beim EIGENBESTAND 229,25 MW auf „deutsche“ Windenergieanlagen (mehrheitlich ab 2015 in Betrieb gegangen-Einzelaufstellung Encavis Homepage), 287,46 auf „deutsche“ Solaranlagen (mehrheitlich ab 2010 in Betrieb gegangen – Einzelaufstellung Encavis Homepage). Was immerhin gut 16 % der Gesamtkapazität für deutsche Solar-und Windanlagen bedeutet und beim EIGENBESTAND ist der Anteil sogar noch wesentlich höher: Rund 24% .

Neben der Encavis AG erzielt man durch die Encavis Asset Management AG steigende Erträge. Dabei handelt es sich um einen  kräftig wachsende „Manager“ für Erneuerbare Energien Fonds, der durch die Auswahl, den Betrieb und die wirtschaftliche Steuerung der Energieanlagen der Fonds laufende und einmalige Gebühren/Fee’s erzielt. Zuletzt meldete man die Ausplatzierung des 1,13 Mrd Encavis Infrastrucutr Fonds II.

Bei Encavis sind die Perspektiven eigentlcih vielversprechend – es sei denn der Stifle Analyst behält mit seinen Aussagen zu Pipeline und Baufortschritten recht.

Durch Kapazitätsausbau, Effizienzsteigerung bestehender Anlagen und Freisetzung frischer Liquidität für zusätzliche Investments durch „clevere“ Refinanzierungen, zuletzt zweimal mit Rabobank, lassen optimistisch in 2023 und die folgenden Jahre blicken. Dabei  nicht zu vergessen das stetig wachsendes Fonds-Portfolio, das durch die Encavis Asset Management verwaltet wird. Passend zu den Wachstumsplänen der Encavis AG zuletzt kräftig zugekauft: Meldung über den Erwerb eines Windparks in Litauen – 69,3 MW. Und Erwerb spanischer Solarpark. Dazu vor kurzem die Ausplatzierung des Encavis Infrastructure Fund II (EIF II) durch Encavis Management.Passend dazu die Meldung „kurz vor Weihnachten“:

Letzte Meldung, 20.12.2022: Weg frei für Encavis – Baureife ihres bisher größten dänischen Solarparks von rund 140 Megawatt Erzeugungskapazität

Encavis erlanget beim rund 140 MW großen Solarpark in Brønderslev (Nordjütland) die Baureife. Es ist das zweite erfolgreiche Projekt aus der mehr als 500 MW starken strategischen Entwicklungspartnerschaft an Solarprojekten mit GreenGo Energy in Dänemark. Die Erzeugung von Solarstrom in Dänemark ist besonders attraktiv, da in windarmen Zeiten von den höheren Preisen für Solarstrom profitiert werden kann.

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Dank dieses Großprojekts kommen wir unserem Ziel von 500 MW zusätzlicher Erzeugungskapazität in diesem Jahr auf aktuell rund 376 MW einen großen Schritt näher“, begrüßt Mario Schirru, Chief Investment Officer/Chief Operations Officer (CIO/COO) der Encavis AG, die Baureife des Projekts und ergänzt: “Unser dänisches Solarpark-Portfolio umfasst dann rund 260 MW und gehört mit den Niederlanden (rund 230 MW) und Deutschland (rund 300 MW) nach Spanien (500 MW) mit zu unseren größten Solarpark-Portfolien in Europa und trägt erfolgreich zur Diversifizierung bei.

„Wir sind zufrieden, dass wir den Meilenstein der Baureife (RTB) dieses ambitionierten 280+ Hektar großen 140 MW Solarparks in Brønderslev, als einer der größten Solarparks in Dänemark erreicht haben.  Dieses Leuchtturm-Projekt wird wegweisend aufzeigen, wie neueste PV-Solartechnologie und die Verbesserung der Biodiversität Hand in Hand gehen. Das Projekt verdeutlicht ebenso die Stärke unserer Plattform und des 360° Geschäftsmodells, wie wir größere Projektportfolien kompetenter Partner wie der Encavis AG noch erfolgreicher voranbringen können“, unterstrich Karsten Nielsen, CEO der GreenGo Energy Group a/s, die Erreichung der Baureife dieses Großprojekts für die Encavis AG.

Aktuell bestätigte Prognose – passt erkennbar

Als Reaktion auf die guten – wenn auch vom Markt abgestraften – Q3-Zahlen bestätigte Encavis zuletzt Mitte November seine Prognose: „Unter Berücksichtigung der erhöhten Umsatz- und Ergebnisgrößen in den ersten sieben Monaten dieses Jahres, hat der Vorstand der Encavis AG entschieden den Ausblick 2022 auf die operativen Key-Performance-Indikatoren für das Gesamtjahr 2022 anzupassen. Dabei werden aufgrund der sehr hohen Volatilität der Strompreise weiterhin die bisherigen Planannahmen aus der Ursprungsplanung für die verbleibenden fünf Monate des Geschäftsjahres 2022 angesetzt:

Erwartet wird eine Steigerung des Umsatzes auf > 420 Mio. EUR (zuvor > 380 Mio. EUR),

eine Steigerung des operativen EBITDA auf > 310 Mio. EUR (zuvor > 285 Mio. EUR),

eine Steigerung des operativen EBIT auf > 185 Mio. EUR (zuvor > 166 Mio. EUR),

eine Steigerung des operativen Ergebnisses je Aktie (EPS) von 0,51 EUR auf 0,55 EUR sowie

eine Steigerung des operativen Cashflows auf > 280 Mio. EUR (zuvor > 260 Mio. EUR).“ (Unternehmensmeldung 3.08.2022)

Aktienkurs aktuell: 16,29 EUR (12:25 XETRA, 19.01.2023)
Marktkapitalisierung: 2,63 Mrd EUR
52-Wochen Hoch/Tief: 24,78 EUR/11,82 EUR
Fazit: Aktuell handelt die Aktie weit entfernt vom 52-Wochen Hoch, Prognose 2021 (über-) erfüllt, Prognose 2022 bestätigt. „Meteorologische Auswirkungen“und hohe Spotpreise könnten im vierten Quartal zu einer weiteren Prognose-„Übererfüllung“ führen. Vielleicht bietet die aktuelle Aufregung Einstiegschancen. Wobei man erstmal die Encavis-Stellungnahme zu den Stifel-Aussagen abwarten sollte. Ein Drittel verringerte Pipeline wäre sehr nachdenklich stimmend – insbesondere wenn stillschweigend in eine Präsentation eingearbeitet und nicht klar vom Unternehmen kommuniziert…

Chart - Windenergie Aktien Encavis PNE Energiekontor Nordex ABO Wind oder Clearvise
Chart: Encavis AG | Powered by GOYAX.de

 

 

 

 

DEUTZ: Investitionsoffensive – statt Brennstoffzelle setzt man auf H2-Verbrennungsmotor. „Grüner werden“, will man weiter vorne mitspielen.
Drägerwerk Aktie – Platow Brief wartet noch ab bei der „schlafenden Qualität“.

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