DEUTZ: Investitionsoffensive – statt Brennstoffzelle setzt man auf H2-Verbrennungsmotor. „Grüner werden“, will man weiter vorne mitspielen.

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DEUTZ AG
DEUTZ (ISIN: DE0006305006) setzt sich neue Ziele. Damit die zuletzt gemeldeten Fortschritte bei den Neunmonatszahlen mit kräftigen Zuwächsen bei Umsatz von 16% und auch bei der EBIT-Rendite, die sich von 2,1% immerhin auf 4,7% erhöht hatte, keine Eintagsfliegen bleiben, muss Deutz „was tun“.Die im letzten Jahr erzielten Fortschritte beim Wasserstoffverbrennungsmotor sind nur ein Aspekt der zukünftigen Ausrichtung des Kölner Motorenherstellers, der sich zukünftig unter den ersten drei der unabhängigen Motorenhersteller weltweit behaupten will. Dafür braucht es Investitionen, Erweiterung der Wertschöpfungskette in den Servicebereich und langfristig CO2-neutrale Lösungen.

„Powering Progress“ – so nennt man bei Deutz die jetzt definierte Mittelfristplanung.

Für weiteres Wachstum und eine höhere Profitabilität setzt DEUTZ auf eine sogenannte  „Dual+“-Strategie, die neben dem bisherigen Kerngeschäft mit optimierten Verbrennungsmotoren (Deutz Classic)  auch ein neues, emissionsfreies Produktökosystem(Deutz green) beinhalten soll. Unterstützt werden beide Segmente durch den weltweiten Ausbau des margenstarken Servicegeschäfts – endlich auch in Köln erkannt.

Dr. Sebastian C. Schulte: „Unser Anspruch ist es, dass unsere Motoren auch künftig die Welt bewegen. Die Branchen, die wir beliefern, stecken mitten in einer grundlegenden Transformation hin zu mehr Klimaneutralität. Diese Umgestaltung der Mobilität ist eine enorme Aufgabe und gleichzeitig eine wirtschaftliche Chance für uns. Mit unserem Strategieprogramm ‚Powering Progress‘ wollen wir die Chancen dieser Transformation nutzen, weiter profitabel wachsen und bis 2050 über die gesamte Prozesskette klimaneutral wirtschaften.“

DEUTZ CLASSIC – Verbrennungsmotoren sollen erstmal gestärkt, optimiert und durch Zukäufe erweitert werden.

Das sogennante  „Classic“-Geschäft von DEUTZ werde erstmal in den kommenden Jahren die Basis des Unternehemns bilden. Mit deutlichen Performancesteigerungen, etwa bei der Auslastung bestehender Kapazitäten und einem optimierten Produktportfolio, sollen sowohl die Motorenproduktion auf mehr als 200.000 Einheiten pro Jahr als auch die Erträge signifikant erhöht werden. Dazu setze DEUTZ auch auf zielgerichtete Zukäufe und Übernahmen in einem sich konsolidierenden Markt – was die Einstiege günstig machen sollte.

DEUTZ GREEN – Technologieoffenheit mit letztendlich 100% Umsatz-Anteil in 2050 als Zielvorgabe. Sollte auch eher kommen können…oder müssen…

DEUTZ-Motoren treiben Maschinen an, die aktuell noch erhebliche CO2-Emissionen verursachen. Dieses Potenzial möchte das Unternehmen auf dem Weg zu einem klimaneutralen Produktportfolio nutzen und setzt im Segment „Green“ vor allem auf seine Innovationskraft und Erfahrung aus fast 160 Jahren Motorenentwicklung – mit einem grundsätzlich technologieoffenen Ansatz. Dazu gehört die klimaneutrale Weiterentwicklung des Verbrennungsmotors, etwa durch den Einsatz von Wasserstoff oder synthetischen Kraftstoffen, ebenso wie die Entwicklung alternativer Antriebsformen, wie zum Beispiel elektrifizierte Antriebsstränge – die dann wiederum Elektrizität über Akku*s oder eben die Brennstoffzelle erhalten können.

Nicht die Brennstoffzelle, sondern Wasserstoffverbrennungsmotor als Ansatz – könnte spannend werden.

Um den veränderten Anforderungen an die Infrastruktur, die einen Motor am Laufen halten, Rechnung zu tragen, will DEUTZ die Angebotspalette auf das gesamte Produktökosystem erweitern. Neue Wertschöpfungsketten, etwa beim Laden von elektrischen Maschinen oder dem Befüllen von Wasserstoffmotoren, sollen erschlossen werden. Dafür plant DEUTZ, in den kommenden drei Jahren deutlich mehr als 100 Mio EUR in das Zukunftssegment „Green“ zu investieren.

Ausbau des Servicegeschäfts – das Plus der „Dual+“-Strategie. Besser späte Erkenntnis, als nie…

DEUTZ-Motoren sind im Schnitt rund zehn Jahre, zum Teil unter härtesten Bedingungen, überall auf der Welt im Einsatz. Die daraus resultierenden Potenziale im Service und Aftersales sollen künftig besser genutzt werden. Hierfür flankiert DEUTZ die Segmente „Classic“ und „Green“ durch einen weltweiten Ausbau des profitablen Servicegeschäfts. Dieser Ausbau beinhaltet eine Erweiterung der regionalen Standorte, die Wartung von Fremdmotoren und eine Verbreiterung des Servicegeschäfts durch Zukäufe und strategische Partnerschaften. Ziel der Serviceoffensive ist es, den Umsatzanteil in den kommenden Jahren auf über 500 Mio EUR bei gleichbleibender Profitabilität zu steigern.

Was von den 2022er Zahlen zu erwarten ist – nochmals die aktuelle Deutz-Gesamtjahresprognose 2022.

Aufgrund der hohen geopolitischen Unsicherheiten hatte DEUTZ seine im Geschäftsbericht 2021 veröffentlichte Prognose für 2022 unter Vorbehalt gestellt. Auf Basis der Geschäftsentwicklung im ersten bis dritten Quartal prognostiziert DEUTZ für das Gesamtjahr nunmehr einen Absatz zwischen 175.000 und 185.000 DEUTZ-Motoren, der zu einem Umsatzzuwachs auf 1,75 bis 1,85 Mrd EUR führen soll. Die bereinigte EBIT-Rendite soll sich dabei in einer Bandbreite von 4,5 bis 5,0 % bewegen. Trotz der positiven Ergebnisprognose ist davon auszugehen, dass sich der Free Cashflow auf einen niedrigen bis mittleren zweistelligen negativen Millionen-Euro-Betrag belaufen wird. Ursächlich dafür sind insbesondere eine hohe Bevorratung zur Absicherung der Produktion sowie Verzögerungen in der Lieferkette.

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Deutz Aktie derzeit bewertet als Automotive, nicht als Wasserstoffwert oder E-Mobility-Aktie. – könnte Chancen bieten, falls die Transformation zu DEUTZ green schneller gelingen sollte, als man den derzeitigen allgemeinen Aussagen entnehmen kann. Auf jeden Fall tut sich was am Rhein, ob man schnell genug die Zeichen der Zeit erkannt hat, oder zum genau richtigen Zeitpunkt umschwenkt „in die gerade erst entstehenden Märkte hinein“ ohne das derzeitige Hauptgeschäft abzuwürgen, wird sich erst in den nächsten Jahren zeigen… Auf jeden Fall eine Aktie, die man im Blick behalten sollte…


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