Steinhoff Aktie plus 12,26 %. Warum? Anleihegläubiger stimmen Konzessionen an Tekki’s zu. Und…

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steinhoff aktie

Steinhoff Aktie seit der Einigung mit den letzten Klägern gegen den Vergleicham 15.12. mit kontinuierlichen Kursgewinnen. Und heute springt Aktie von Steinhoff International Holdings NV (ISIN: NL0011375019) wiederum zweistellig „nach oben“. Warum heute so kräftig? Nachdem es Steinhoff in diskret geführten Verhandlungen gelungen war, die letzten Kläger „zu befriedigen“ – zu erträglichen Konditionen, fehlte zu den Vereinbarungen noch die Zustimmung der Anleihegläubiger, die auf einen Teil der Haftungsmasse verzichten müssen. Zum Wohle des Überlebens des Steinhoff-Konzerns und der Sicherung der eigenen Forderungen eine zu erwartende Konzession. Aber gerade bei Steinhoff musste man zu oft erleben, dass eigentlich wirtschaftlich selbstverständliche Schritte erst für „einen“ Preis dem Konzern zugestanden wurden.

Steinhoff Aktie von 0,15 EUR (Schlusskurs VOR Einigung mit „Tekki’s & Trevo“) bis heute auf 0,278 EUR

So entstand das Verschuldungsproblem und insbesondere die immer noch erdrückende Zinslast von 10,0 % auf die „alten Steinhoff“-Anleihen und Schulden, mit Zinskosten von rund einer Milliarde EUR jährlich, genau aus dieser Schwäche des Steinhoff Konzerns. Im ersten Schritt, lange vor Angehen der Lösung der nun zum Greifen nahen Klärung der Rechtsstreitigkeiten, mussten nach Bekanntwerden des Bilanzbetrugs die Fremdkapitalgeber „ruhiggestellt werden“. Und das waren grösstenteils nicht mehr die Kreditgeber, who-is-who der internationalen Grossbanken, sondern Hedgefonds, die darauf spezialisiert sind „notleidende Anleihen“ zu einem Bruchteil des Nominals aufzukaufen. Und steinhoff war notleidend – ein grossteil der Umsätze, der Bilanzaktiva waren „Fake“, die Kreditlinien wurden gekündigt und ein langer Aufklärungsprozess nahm seinen Anfang. Ein Prozess der nun im Januar zu einem Zwischenergebnis kommen kann. „Erledigung“ der existenzausschliessenden Schadensersatzforderungen durch Vergleich, dem nur noch der Highcourt der Western Cape Region formal zustimmen muss.

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Um zu Überleben einigte sich Steinhoff seinerzeit mit Gläubigern auf Zahlungsmoratorium, Laufzeitenverlängerung zu 100% des Nominalwertes plus 10% Zinsen jährlich

Und die Hedgefonds stehen nun vor der Ernte: Nach Klärung der Rechtsstreitigkeiten müssen die Manager um Louis du Preez nun die Verschuldungssituation und Zinslast angehen. Damit es soweit kommt, mussten die Anleihegläubiger den Konzessionen an die Tekki’s und Trevo vom 15.12.2021 zustimmen, was sie offensichtlich ehute signalisiert haben. Formal wird bis zum 30.12.2021 die Zustimjmung erfolgen – so Steinhoff in der heutigen Pressemitteilung. Klar das die Steinhoff Aktie daraufhin noch einen“grösseren Kursschluck“ nimmt.

Zur Klarstellung: Steinhoff Einigung mit Klägern wird Annahme des Vergleichs durch südafrikanischen Highcourt sehr wahrscheinlich machen

Seit 16.11. 2021 gab es keine Bewegung vor den südafrikanischen Gerichtshöfen. Wenn die am 15.12.2021 mitgeteilten Vereinbarungen umgesetzt werden, werden die Klagen vor dem Verfassungsgericht über Nichtzulassung und vor dem Western Cape Highcourt über den Liquidationsantrag zurückgezogen werden. Und dann entscheidet endgültig über die  Annahme des südafrikanischen Vergleichspakets eine Kammer des Western Cape Highcourt. Diese war „on-hold“ bis die Klagen von Trevo Capital und den ex-Tekkie-Eigentümern und die entsprechenden Gegenklagen entschieden worden wären. Und so verkürzt sich wesentlich die Zeit – während die Steinhoff Zinsuhr mit 10% Zinssatz auf untragbare Verbindlichkeiten unvermindert weiter tickt. GERICHTSVORGESCHICHTE BIS HEUTE – HIER.

Auf den letzten Metern: Steinhoff Einigung. Steinhoff Aktie beflügelt.

Nachdem das Amsterdamer Distriktsgericht den niederländischen Arm des Vergleichs bereits im November durchgewunken hatte, werden nun auch die südafrikanische Vereinbarung durchgewunken, ohne die Klagen der beiden letzten wesentlichen Widersacher gegen die Umsetzung des §155 Verfahrens in Südafrika wahrscheinlich.

Für die Steinhoff Konzern und somit für die Steinhoff Aktie spricht: Alle Töchter der Steinhoff Holding wachsen kräftig, arbeiten operativ profitabel. Und bieten so dem Konzern eine gute Basis für ein Leben nach den Schadensersatzforderungen. Denn diese könnten jetzt sehr kurzfristig durch die beiden Schutzschirmverfahren erledigt sein. Über die Rechtsgültigkeit des Vergleichs und den Start der Vergleichszahlungen entscheidet jetzt nur noch – und endgültig – der Highcourt in Western Cape. Dann müssen die hohen Zinsen auf die das erträgliche Mass übersteigenden 10 Mrd EUR Schulden schnellstmöglich reduziert werden. Und es knnte eine kleinere, profitable Steinhoff 2.0 durchstarten.

Was kostet Steinhoff die Einigung – das GANZE trägt ein Preisschild.

Die gestrigen Vergleiche kommen zu den bereits zugesagten 1,426 Mrd EUR hinzu – zuletzt hatte man zweimal das Vergleichs-Angebot des Steinhoff-Konzerns nachgebessert. Und dazu kommen jetzt die Zusagen an die ex-Tekki-Town-Eigentümer, die federführend in den Klagen auf Liquidation des Steinhoff Konzerns und gegen Annahme des nach §155 angenommen Vergleichsvorschlags – so kann man jetzt wohl sagen – waren. Dazu noch eine günstigere Vereinbarung m,it Trevo Capital, die sich den Klagen angeschlossen hatten.

Ex-Tekki Eigentümer erzielen Steinhoff Einigung für rund 28 Mio EUR plus 29,5 Mio Pepkor Aktien (ca. 1,20 EUR/Aktie)

Die Exeigentümer von Tekki Town hatten kurz vor Bekanntwerden des Bilanzbetrugs „ihre“ Kette von Schuhgeschäften in Südafrika an Steinhoff International Holdings NV verkauft – eingegliedert wurden die Stores dann in deren Tochter Pepkor. Wo sie übrigens äusserst erfolgreich weiter wuchsen und wachsen und hohe Erträge erwirtschaften. Die Kläger erhielten seinerzeit einen Grossteil des Kaufpreises in Aktien der niederländischen Steinhoff Holding, börsennotiert in Frankfurt durch die seinerzeit gefälschten Bilanzzahlen „falsch bepreist“. Konkret haben die derzeitigen Kläger 59 % der Tekki Town zu 1,8 Mrd ZAR in Aktien der Steinhoff verkauft – in 2017 kurz vor Bekanntwerden des Bilanzskandals. Seinerzeit waren die 1,8 Mrd ZAR zum Wechselkurs vom 30.12.2017 gut 100 Mio EUR wert.

Und für die Steinhoff Eingung erzielt man nun rund 500 Mio ZAR plus 29,5 Mio Aktien der Pepkor Holding, die derzeit an der Johannesburger Börse zu 21,50 ZAR handelt. Zu derzeitigen Wechselkursen rund 63,4 Mio EUR. Ein gutes Ergebnis für die „Tekkis“. Und zeigt deren Verhandlungsmacht und den Zeitdruck des Steinhoff Managements. (EINZELHEITEN ZUR TEKKI-FORDERUNG)

Trevo Capital erzielt Steinhoff Einigung gegen „aus dem Geld liegende“ Optionen auf 120 Mio Pepkor Holdings Aktien zu einem Bezugspreis von 24,951 ZAR (rund 1,38 EUR) mit 3 Jahren Laufzeit

Trevo Capital – eine Interessensgruppe rund um ehemalige Pepkor Manager, deren Forderungen Steinhoff immer vehement abgelehnt hatte und ganz bewust nicht in seinen Vergleichsvorschlag eingeschlossen hatte – erhält als „Non-Qualifying Claimant“. Also als „unberechtigt Forderungen Erhebender“ erhält man zumindest Bezugsoptionen für Pepkor Aktien im nicht unbeträchtlichen Umfang. Das kostet den Steinhoff Konzern erstmal nichts ausser den Verzicht auf potentielle  Kurssteigerungen der Pepkor Aktie über dne Bezugspreis von 24,951 ZAR hinaus.

Am 24.12.2021 rief sich Nel Asa direkt mit zwei Orders nochmal in Erinnerung. Tankstellenmodule für die USA, Elektrolyseur für Europa.
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Schaut man sich die operative Performance der Pepkor Holdings an und dazu den rasanten Kursverlauf in diesem Jahr – in die Regionen des Bezugspreises der Trevo Capital – dann steht zu befürchten, dass diese Optionen den Steinhoff Konzern voraussichtlich die Mehrheit an dem prosperierenden Retailkonzern kosten werden: Nach Vergleichsleistungen wäre man vor den heutigen Einigungen genau bei 50,1 % der Aktien gelandet. Davon gehen nun 29,5 Mio Aktien definitiv an die Ex-Tekki’s und möglicherweise weitere 120 Mio Aktien zu 1,38 EUR/Aktie an Trevo Capital.

Die ursprüngliche Steinhoff Einigung: Vergleich in Zahlen

Neben den namhaften Zusatzzahlungen von DELOITTE Niederlande und Südafrika, den D&O Versicherungen des Managements (ausser für die Haupttäter) und Zahlungen des nicht strafrechtlich verfolgten Managements erklärt sich der Steinhoff Konzern bereit folgende Zahlungen zu leisten, Stand 29.09.2021:

Original
settlement
amount (July 2020)
Revised total
settlement
amount (inc. 16 July 2021 & 11 August 2021 offers)
Total increase in settlement amount since July 2020
EURmZARmEURmZARmEURmZARm% Inc.
SIHNV & SIHPL Market Purchase Claimants26744217566%
SIHNV Contractual Claimants1031716866%
Hemisphere CPU40662666%
SIHPL Contractual Claimants: Titan7,9047,904
SIHPL Contractual Claimants: Other1,6531,653
SIHPL Market Purchase Claimants (current increase)3,2143,214n.m.
EUR Total (of EUR and ZAR amounts)9691,42645747%
AUSFÜHRLICH HABEN WIR DIE AKTUELLE OPERATIVE STÄRKE DES RETAILKONZERNS ZUM 30.06.2021 UND DIE PERSPEKTIVEN AUS EINEM BÖRSENGANG DER 50% BETEILIGUNG MATTRES FIRM. UND DIE VON WERTLOS ZUM MILLIARDENKONZERN IN RASENDER GESCHWINDIGKEIT VORANKAM – IN UNSEREM LETZTEN BEITRAG DARGESTELLT

FAZIT: Es gab für die  Steinhoff Einigung keine Alternative. Der Gerichtsweg kostete einfach Zeit, die Steinhoff nicht hat. Jetzt kommt direkt – nach formaler Zustimmung des Western Cape Highcourt – die Abwicklung des Vergleichs und vor allen Dingen die Bewältigung der Zins- und Verschuldungsproblematik! Am Ziel ist man noch nicht, aber einen wichtigen Schritt weiter

 

 

Chart: Steinhoff International Holding NV | powered by GOYAX.de

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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