H2REIHE-Update | Plug Power Aktie unter Beschuss der Sammelkläger hat Chance auf 520 Mio USD Bürgschaft.

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09.04.2021 – Andy Marsh, CEO von Plug Power Inc. (ISIN: US72919P2020) ist derzeit als Krisenmanager gefordert. Seit dem Eingeständnis, dass die Bilanzen 2018,2019 und die vorläufigen Zahlen 2020 falsch sind und korrigiert werden müssen, kämpft er gegen die Zweifel an.

Und nachdem Analysten die Bilanzkorrekturen relativ entspannt sehen und letzte Woche Renault und SK Group den Rücken gestärkt hatten, kommt Plug Power Schlag auf Schlag mit dem besten gegen Zweifel: OPERATIVES! Aber bisher „verpuffen“ diese Meldungen – der Kurs scheint bis zur Lieferung der korrigierten Bilanzen „im Tal der Ränen“ – gut 50 % unter dem vor wenigen Monaten gesehenen Allzeithoch bei 75,49 USD. In die sowieso schon eingeläutete Korrektur kamen die Bilanzprobleme zur Unzeit. Und am Mittwoch reduzierte noch ein Analyst von Piper Sandler sein Kursziel für Plug Power von 48,00 auf 42,00 USD und blieb bei NEUTRAL.

Sörend auf jeden Fall die beginnenden „Einsätze“ der Sammelkläger – selbstverständlich für die Vereinigten Staaten

Hier wird auf jeden Fall einiges auf Plug Power zukommen. Beispielsweise sammelt die auf Sammelklagen wegen „Anlegerbetrugs“ spezialisierte Kanzlei Jakubowitz Law Geschädigte, die zwischem dem 09.11.2020 und dem 01.03.2021 Aktien Plug Powers gekauft haben:

Plug Power is facing a class action lawsuit alleging that the Company made materially false and/or misleading statements and/or failed to disclose that: (1) the Company would be unable to timely file its 2020 annual report due to delays related to the review of classification of certain costs and the recoverability of the right to use assets with certain leases; (2) the Company was reasonably likely to report material weaknesses in its internal control over financial reporting; and (3) as a result of the foregoing, Defendants’ positive statements about the Company’s business, operations, and prospects were materially misleading and/or lacked a reasonable basis.

If you incurred a loss on PLUG stocks purchased between November 9, 2020 and March 1, 2021, this lawsuit is on your behalf. The lawsuit was filed in the the United States District Court for the Southern District of New York, and our firm is reaching out to investors to discuss their legal rights.“

Gleiches wird von der Kanzlei Kessler Topaz Meltzer & Check, LLP mit grossem Werbeaufwand betrieben. Oder wie es in anderen Presseverlautbarungen heisst: Rosen Law Firm, a global investor rights law firm, announces the filing of a class action lawsuit on behalf of purchasers of the securities of Plug Power Inc.“  Und auch Levi & Korsinsky oder Berger Montague – die Adler kreisen und werden ihre Beute machen.

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Das wird auf jeden Fall Geld kosten – wieviel hängt auch von der zukünftigen Kursentwicklung ab – jetzt die aktuelle operative Meldung:

Zurück zu den Meldungen, die Plug Powers Position dauerhaft stärken werden. Nach Klärung der Bilanzprobleme.

Der dritte H2-Produktionsstandort im geplanten US-Infrastrukturnetzwerk festgelegt wurde – inclusive klarer Investitions- und Zeitplanung, Und dann die 200 Mio USD Beteiligung am Five T -Fonds für grüne H2-Investments in Infrastruktur gemiensam mit Chart Industries und Baker Hughes am Ostermontag. Heute nun

Plug Power kann Staatsbürgschaft über 520 Mio USD beantragen – im Rahmen der Intiative zur Förderung des grünen Wasserstoffs vom US Energiemisnisterium

Plug Power ist berechtigt eine sogenannte „Part II Application“ für eine Bürgschaft über 520 Mio USD im Rahmen des vom  U.S. Department of Energy (Energieministerium) aufgelegten „Title XVII Loan Guarantee Programs“. Und der Förderzweck ist der Ausbau der Nutzung grünen Wasserstoffs in der Industrie, Transportwesen und Mobilität in den USA. Hiermit wird ein mehrstufiger Prozess zur Erteilung dieser Bürgschaftszusage eingeleitet.

Phase I des Plug Power Ausbauplans zur Schaffung einer US-weiten H2-Infrastruktur soll so finanziert werden

Und für die Startinvestitionen in Plug Power’s 500-Tonnen grünen H2- Netzwerks bis 2025 soll die Bürgschaft zur Absicherung dienen. Nach Gewährung der Bürgschaft wird ihre Elektrolyse,- Gasverflüssigungs- und Verteilungslösungen einsetzen für den Aufbau einer täglich 180 Tonnen grünen Wasserstoffs Produktion.  Und die jeweiligen Produktionsanlagen werdne in der Nähe von Wind-,  Solar- oder Wasserkraft-anlagen errichtet werden.

“At Plug Power, we’ve prided ourselves on leading the charge for the green hydrogen economy in the United States and working closely with government partners along the way. We’ve proven the viability of our 10 year roadmap to be cost competitive with natural gas-derived “gray” hydrogen,” sagt Andy Marsh, CEO von Plug Power. “The first phase of the project attached to this loan guarantee will be anchored by existing customer agreements. Today, Plug Power customers are the largest consumers of hydrogen in the United States.”

Bürgschaft wird Beschleuniger sein! Alles im Sinne der neuen Regierungspolitik Joe Bidens.

So sieht es zumindest U.S. Senator Charles E. Schumer: “Securing this federal loan guarantee will be a win-win to supercharge Plug Power to new heights by making its planned 68-job hydrogen fuel production facility at the WNY STAMP site in Genesee County a reality while also creating the nation’s first U.S.-wide network of green hydrogen production facilities to produce carbon-free fuel-cell power. I’m glad the DOE has now given Plug Power the green light to pursue a federal loan guarantee.”

Und Congresswoman Cathy McMorris Rodgers fügt hinzu: “This project could enable Plug Power to meet its mission to contribute to cleaner transportation and logistics industries, as well as facilitate the anticipated rapid growth of the hydrogen economy in the United States. It would strengthen our country’s economic, environmental, and renewable zero carbon energy.”

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Politische Unterstützung ist Plug Power sicher. Der Wind hat gedreht – zu Gunsten der „Wasserstoffs“

Und dementsprechend sagt Congressman Paul Tonko: “Investing in clean hydrogen will be an essential component of building America’s clean next-generation economy. Projects like this one bring that future closer than ever, not just because they pave the way for cleaner, more efficient transportation systems but because they show what we can achieve when we put the resources of the U.S. Department of Energy into the hands of America’s greatest clean energy innovators and entrepreneurs—creating good jobs and building a cleaner, more competitive economy for all. I congratulate Plug Power on this important milestone and look forward to this project moving through the DOE process.”

“I have long extolled the benefits and potential of hydrogen power and am excited that Plug Power is leading the way in harnessing this innovative technology,” sagt Congressman Joe Morelle. By leveraging their assets and expertise, we can not only achieve our goal of shrinking our carbon footprint, but we can also create high-quality jobs and strengthen our local economy. I’ve been proud to work alongside them and know that this investment would help pave the way for a cleaner, more sustainable future.

Nochmal zur Erinnerung: Kein zweites NIKOLA mit Fakenews und falschen Zahlen und Aufträgen – bei Plug Power geht es – bisher ? – um eine nicht US-GAAP-konforme Verbuchung von realen Geschäftsvorfällen

So zumindest der Stand bisher. Und der Stand, dem der Wirtschaftsprüfer, der den Korrekturbedarf feststellte, nicht widersprochen hat. Abgesehen davon, das solche Fehler in einem Unternehmen mit dem Anspruch einer Plug Power nicht vorkommen dürfen und definitiv Organisationsmängel vorliegen, scheint der Markt sich mit der Vorstellung anzufreunden: 1. Der wichtige Bilanzposten Cash ist nicht von der Korrektur betroffen. 2. Bestehende Geschäftsvorfälle und vertragliche Vereinbarungen sind nicht durch die Korrekturen in ihrer Wirtschaftlichkeit betroffen. Und 3. Alle Prognosen über die zukünftige Umsatzentwicklung seien durch die Korrekturen der Bilanzen nicht betroffen und werden aufrechterhalten.

Was muss geändert werden?

Und die Liste der zu korrigierenden Bilanzposten scheint lang – und wird vom Management grösstenteils mit der „Ungewöhnlichkeit“ und „Neuen Formen der Geschäftsvorfälle“ bei dem Wasserstoffwert erklärt. So seien falsche Einschätzungen vorgenommen worden, die US-GAAP widersprächen. Konkrete Änderungen seien nötig bei:

  • Buchwerten von genutzten Rechten/Lizenzen und den damit verbundenen finanziellen Verpflichtungen – könnte auf die GuV-Rechnung durchschlagen und möglicherweise die Verluste erhöhen. Liquiditätswirksam sollten diese Verluste nicht sein von der Natur der Sache her.
  • aufgelaufene Verluste für einige Service Verträge – auch hier GuV-Wirkung und möglicherweise zukünftig auch liquiditätswirksam, falls zukünftige Verpflichtungen als zu gering eingestuft worden sind
  • Abschreibungen für langlebige Wirtschaftsgüter – würde zu einer anderen Zuordnung von Aufwendungen auf die Perioden der Nutzung führen. In Summe blieben die Aufwendungen gleich, aber einzelne Jahre könnten abweichende Gewinne / Verluste aufweisen.
  • Einstufung diverser Kostengruppen, die zu abnehmenden Forschungs- und Entwicklungskosten und ansteigenden umsatzverbundenen Kosten führen – für die Statistik und Kennzahlen relevant, aber weder liquiditätswirksam noch relevant für die Verlusthöhe in den fraglichen Bilanzen

Und so scheint die Korrektur der Bilanzen, wenn auch rechtlich notwendig, so doch von relativ geringer Auswirkung auf die operative Entwicklung oder die Liquiditätslage der Gesellschaft oder die EBIT-Ergebnisse. Wobei wahrscheinlich die grössten Auswirkungen bei den nicht-liquiditätswirksamen Aufwendungen liegen sollten und somit die Verluste in 2018,2019 und 2020 tendenziell etwas höher angesetzt werden sollten.

Vertrauensverlust wiegt am schwersten – Jetzt muss unter Hochdruck geliefert werden, um Vertrauen zurückzugewinnen!

Noch im Rahmen der Bilanzerstellung und anschliessenden Prüfung gab es selbst am 24.02.2021, als das Management von Plug Power und das  Audit Committee die vorläufigen Zahlen mit  KPMG finalisierten, noch keine Feststellungen. Erst nach Veröffentlichung der vorläufigen Zahlen für das Q4 und das Jahr 2020 wurde im Rahmen der Prüfungshandlungen der oben beschriebene Korrekturbedarf festgestellt. Und danach musste Plug Power auch den daraus resultierenden Korrekturbedarf für die Vorjahre konstatieren.

Hierbei betont Plug Powers Management, dass der Korrekturbedarf nicht in einem Kontrollversagen oder Fehlverhalten begründet sei. Und dieses auch von KPMG nicht berichtet worden sei.

Die Fristen der NASDAQ laufen

Erstmal gilt eine Nachbesserungsfrist von 60 Tagen, also bis zum 17.05.2021, das 10-K Formular mit den Zahlen für 2020 an die SEC zu liefern. Falls Plug Power nicht in der Lage zu sein sollte, diese Frist einzuhalten – und das scheint wohl möglicherwiese der Fall zu sein – gibt es nur eine Alternative. Plug Power muss dann  bis zu diesem Stichtag einen konkreten Zeitplan vorlegen, innerhalb welcher Fristen eine Übereinstimmung mit den Regeln für Plug erreichbar sein könnte.

Nur falls die NASDAQ einverstanden wäre, könnte sich die Frist um maximal weitere 120 Tage auf höchstens 180 Tage verlängern

Was als äussersten Termin zur Rückerlangung des regelkonformen Zustands den 13.09.2021 festlegt. Bis zu diesem Tag könnte von der NASDAQ. eine fristverlängerung maximal gewährt werden. Wenn bis dahin oder einem früheren von der NASDAQ festgelegten Termin keine regelkonforme Meldung der 2020er Bilanz erfolgen sollte, wäre das Listing gefährdet. So weit darf es Andy Marsh nicht kommen lassen.

Eine Menge Arbeit liegt vor der Buchhaltung und den Wirtschfatsprüfern: Zuerst muss 2018 korrigiert werden, um dann mit dne neuen Eröffnungssalden 2019 neu aufstellen zu können. Und erst danach kann mit den korrigierten Eröffnungssalden die 2020er Bilanz zum Abschluss gebracht werden. Kompliziert und mit Null-Fehler-Toleranz im Land der Sammelklagen.

Derzeit scheint alles möglich. Und Plug Power wäre gut beraten schnellstmöglich die Korrekturen zu liefern. Weiterhin sollte man zeitnah klarzustellen welche Zahlen definitiv stimmen. Und welche Verträge möglicherweise bei einem derartigen Bilanzfehler stornierbar oder widerrufbar wären. Und hier gilt ganz klar der Satz: ZEIT IST GELD. Je länger die Unsicherheit andauert, desto anfälliger der Kurs der Aktie für weitere Rückschläge – oder wie bei NIKOLA für immer weitere Hiobsbotschaften und aufgehobene Verträge und Kooperationen…

 


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