Kion greift Plug Power frontal an. Ob das gut geht?

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Kion Plug power

Kion Aktie machte zuletzt wenig Freude. Extremer Kursverfall von über 94,00 EUR je Aktie bis auf 18,66 EUR im Tief Anfang Oktober. Und seitdem eine einsetzende Kurserholung bis auf aktuell 31,90 EUR (14:30 Uhr) – auf Jahressicht immer noch ein kräftiges Minus von 65,81%. Was tun? Initiative ergreifen – Themen der Zeit besetzen und neue Märkte erobern, wäre eine Möglichkeit. Genau das initiierte die Kion Group gestern: Zukunft, nachhaltig und hohe Umsätze versprechend. Dass in diese potentielle Kurs-Aufbruchstimmung heute eine Analysten-Downgrade von JP Morgan (Overweight ersetzt durch Neutral, Kursziel von 43,00 auf 40,00 EUR reduziert) platzte, macht die Aktie wohl heute zum Tagesverlierer mit Minus 5,92%. Willkommener Anlass wohl auch für Gewinnmitnahmen nach der 50% Rallye vom Tief der Aktie. Nun aber zum Thema von gestern:

Kion will selber Brennstoffzellen herstellen – Kampfansage an Plug Power?

Während Plug Power mit sogenannten „pedestal customers“ die Absatzmärkte für seine Brennstoffzellen und Wasserstofflösungen in der Lagerhaltung und Logistik ausbaut, versucht nun Kion „einen grösseren Teil des Kuchens abzubekommen. Amazon, Home Depot, freezepak, Lidl, Carrefour, Walmart, Fedex, Whole Foods – immer mehr grosse Konzerne lassen sich von Plug Power sowohl den notwendigen Wasserstoff und die Brennstoffzellen für die Lagerlogistik-Fahrzeuge „im Paket“ liefern. In diesen wachsenden Markt, der im Rahmen der CO2-Diskussion wohl auf Dauer für alle Logistiker relevant wird.

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Aber wird für Kion gelten „wer zu spät kommt…“?

Kion ist zumindest kein Neueinsteiger im Markt für Brennstoffzellen-betriebene Fahrzeuge, wie man auf den ersten Blick vermuten könnte: Die KION Tochter
Linde Material Handling GmbH beschäftigt sich bereits seit 1997 mit dieser Brennstoffzellen-Technologie und hat bereits 2010 erste Geräte in die
Serienfertigung aufgenommen. Heute verfügt Linde MH über eins der größten Angebote an Flurförderzeugen mit Brennstoffzellenantrieb im Markt. Rund 80 Prozent aller Modelle sind mit dieser zukunftsträchtigen Energievariante bestellbar. Dazu
gehören neben Niederhubwagen, Schlepper oder Schubmaststapler auch
Gegengewichtstapler.

Auch bei der KION Tochter STILL GmbH (STILL) ist die Technologie schon lange fester Bestandteil ihres Portfolios. Seit 2003 setzt STILL bei Kunden regelmäßig
Wasserstoffprojekte mit unterschiedlichen Fahrzeugtypen um. So betreibt STILL bei einem Kunden in Frankreich derzeit eine der europaweit größten Staplerflotten mit Wasserstoffantrieb. Aber jetzt will Kion „es selber machen“ – die Wertschöpfung im Hause halten.

Gelingt es Plug Power Brennstoffzellen zu verdrängen oder zumindest konkurrenzfähig zu sein?

Am 11.01.2023 heisst es selbstbewusst von Kion, dass man künftig auch eigene Brennstoffzellensysteme für seine Flurförderzeuge entwickle und produziere. Dafür plant der Konzern mehr als 11 Mio EUR zu investieren. Im Frühjahr dieses Jahres wird die KION Group ein eigenes 24-Volt-Brennstoffzellensystem für Lagertechnikgeräte auf den Markt bringen. Die Vervollständigung des Brennstoffzellenportfolios soll in den kommenden Jahren folgen. Damit könne die Kion Marken ihren Kunden künftig alles aus einer Hand anbieten: Das Fahrzeug, die Brennstoffzelle und den dazugehörigen Service.

„Die KION Group wird, Stand heute, der einzige Flurförderzeughersteller auf dem europäischen Markt mit einer eigenen Brennstoffzellen-Fertigung sein – ein absolutes Alleinstellungsmerkmal“, sagt Rob Smith, Vorstandsvorsitzender der KION GROUP AG. „Die Nachfrage unserer Kunden ist groß, und wir wollen mit dieser Technik den steigenden Anforderungen nach einer ressourcenschonenden und nachhaltigen Intralogistik in Verbindung mit schneller Betankung gerecht werden.“ Und ehrgeizig plant der Konzern , die ersten Fahrzeuge mit eigenen Brennstoffzellensystemen in diesem Jahr an Kunden auszuliefern.

Mehr Wertschöpfung für Kion – aber ist Plug Power nicht viel zu weit?

Wie aus den seit Jahren verlauteten Aussagen Plug Powers kopiert, werden von Kion die Vorteile der Brennstoffzellentechnologie aufgezählt. So erzeuge das Energiesystem im Betrieb keinerlei Emissionen – und sei damit prädestiniert für den Einsatz in geschlossenen Lagerhallen. Komme der Wasserstoff zudem aus regenerativen Quellen, z.B. Biogas oder Elektrolyse durch Sonnen- oder Windenergie, sei der Einsatz zudem klimaneutral.

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Bei den Stopps an der Wasserstofftankstelle offenbare sich eine weitere Stärke des Energiesystems: Ein kompletter Tankvorgang nehme gerade einmal ein bis drei Minuten in Anspruch. Damit würden Einsatzunterbrechungen minimiert und die Verfügbarkeit der Fahrzeuge gesteigert –große Vorteile im Mehrschichtbetrieb und bei großen Flotten. Dass keine giftigen Säuren oder andere Schadstoffe enthalten sind, sei ein weiteres Plus – nicht nur beim Thema Recycling, sondern auch in der täglichen Praxis: So ist der Brennstoffzellenantrieb etwa in hygienekritischen Branchen wie der Pharma- und Lebensmittelindustrie eine attraktive Alternative zur Blei-Säure-Batterie.

Im eigenen Werk macht man es vor! Wasserstofferzeugung zur CO 2-Reduktion am Standort Aschaffenburg.

Parallel zur Entwicklung und Produktion der Brennstoffzellensysteme errichtet der Konzern auch eine eigene Wasserstofferzeugung am Standort Aschaffenburg. Die Arbeiten für eine staatlich geförderte Wasserstofftankstelle inklusive Elektrolyseur sind bereits so gut wie abgeschlossen. Nach Fertigstellung der Wasserstoffinfrastruktur sollen dort 21 Stapler mit Brennstoffzellenhybrid-System eingesetzt werden und einen Großteil der Stapler mit Verbrennungsmotor ersetzen, die derzeit dort im Einsatz sind.

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Kion – Zug der Zeit erkannt. Ob rechtzeitig oder ob es nicht besser wäre zu kooperieren wird die technische Umsetzung zeigen. Plug Power bekommt Konkurrenz in seiner Domäne. Zeigt gleichzeitig die Attraktivität des Sektors für Wasserstofflösungen – und die entsprechenden Umsatzperspektiven. Und wenn man die Bewertungskennziffern was reinen Wasserstoffplayern wie der Plug Power Aktie mit denen der Kion Aktie vergleicht, würde das die Kursziele der Kion wahrscheinlich positiv befeuern. Fragt sich, ob Kion sich als Brennstoffzellenhersteller durchsetzen kann. Konkurrenz ist stark. Und hat einige Jahre Forschung- und Entwicklung voraus.
Kion Aktie Chartbild.
Chart: Kion Group AG | Powered by GOYAX.de
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