IVU oder OHB? Technologiewerte made in Germany. Aktienalternativen zu SpaceX, Tyler, Trimble oder Tesla?

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IVU Traffic Technologies, oder kurz IVU, und OHB, Weltraumkonzern aus Bremen, stehen für technologische Excellenz und spannende Wachstumsstories. Und das am deutschen Parkett beheimatet. Beide leiferten diese Woche Meldungen, die den Blick auf diese Technologiewerte verstärken sollten.

Parallel zu den Kursgewinnen bei Halbleitern und den neuen Zwischen-Höchstständen von SAP meldeten sich diese Woche auch zwei weitere deutsche Technologie- und Softwareunternehmen mit operativen Fortschritten: Die IVU Traffic Technologies AG und die OHB SE. Während IVU das Betriebsergebnis steigert und die Prognose anhebt, schließt OHB ein wichtiges europäisches Raumfahrtprojekt ab.

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IVU Traffic Technologies: Höheres EBIT und angehobene Jahresprognose.

Die IVU Traffic Technologies AG, ein Spezialist für IT-Lösungen im öffentlichen Nahverkehr, legte ihren Halbjahresbericht 2026 vor. Der Umsatz stieg im ersten Halbjahr um 12,7 Prozent auf 72,1 Mio Euro (H1 2025: 64,0 Mio Euro), das Rohergebnis verbesserte sich um 14,7 Prozent auf 59,2 Mio. Euro. Das Betriebsergebnis (EBIT) kletterte von 1,0 Mio. Euro auf 3,3 Mio Euro. Und die Wachstumstreiber waren steigende wiederkehrende Erlöse aus Hosting- und Wartungsverträgen sowie Effizienzmaßnahmen beim Personalaufbau. Die Nachfrage nach den Softwarelösungen der IVU.suite sowie der neuen Produktgeneration neo blieb stabil.

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Das reichte den Verantwortlichen für eine Prognoseanhebung: Aufgrund des ersten Halbjahres hob der Vorstand die EBIT-Prognose für das Gesamtjahr 2026 von zuvor rund 20 Mio. Euro auf rund 22 Mio. Euro an (2025: 18,6 Mio.Euro). Die Umsatzprognose (über 160 Mio. Euro) und das Rohergebnis-Ziel (rund 130 Mio. Euro) bleiben unverändert. Montega bestätigt sein Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 27,00 Euro (Schätzung: 161,1 Mio. Euro Umsatz / 21,3 Mio. Euro EBIT).

IVU Aktie und der Kapitalmarkt.

Die Aktie notiert im Bereich von 23,60 bis 24,60 Euro nahe Jahreshoch. Im Februar 2026 startete das Unternehmen ein Rückkaufprogramm über bis zu 100.000 Aktien (maximal 2,0 Mio. Euro). Ab dem dritten Quartal 2026 zieht der Vorstand die Berichtstermine vor und führt englischsprachige Analysten-Calls ein – soll der wichtige US-Absatzmarkt auch für Käufer der Aktie „bearbeitet werden“. Auf dem richtigen Weg scheint die CFO Petra Meiser: Sie kündigte eine stärkere Konsistenz und Transparenz in der Kapitalmarktkommunikation an. Es hilft wenig gute Zahlen und Perspektiven zu liefern, wenn es niemand oder zu wenige hören. gilt gerade für deutsche Small- und MidCaps. Jetzt zu einer anderen Grössenordnung:

OHB SE: Wettersatellit MTG-I2 im Orbit – Aktie nach Re-Placement neu sortiert.

Der Bremer Raumfahrtkonzern OHB SE meldet heute den erfolgreichen Start des Wettersatelliten MTG-Imager 2 (MTG-I2) an Bord einer Ariane-6-Rakete vom Weltraumbahnhof Kourou. Der Satellit erreichte 36 Minuten nach dem Start seine geostationäre Transferbahn. Damit sei die Meteosat Third Generation (MTG)-Konstellation im Orbit komplett. Wichtig für die „Zahlen“: OHB fertigte die sechs Satellitenplattformen, lieferte vier „Telescope-Assembly“-Einheiten für den Flexible Combined Imager (FCI) sowie die Infrarot-Sounder-Instrumente (IRS). Für die beiden MTG-S-Satelliten fungierte OHB als Hauptauftragnehmer.

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Zufrieden kommentierte CEO Marco Fuchs den Start: „Der erfolgreiche Start von MTG-I2 erfüllt mich mit großem Stolz. Die nun vollständige MTG-Konstellation beweist erneut unsere Rolle als verlässlicher Partner für anspruchsvolle europäische Satellitenkonstellationen.“ Technologisch scheint es spannend: Die neuen Satelliten erfassen die gesamte Erdscheibe im Zehn-Minuten-Takt und liefern für Europa alle 2,5 Minuten Bilddaten. Und auch bei der Aktie gab es in den letzten Jahren eingies zu bemerken – ungewöhnliches verbunden mit einer extremen Steigerung der MarketCap – bestimmt auch durch den SpaceX-Hype beschleunigt.

OHB – die Aktie.

Nach einer Phase reduzierten Handelsvolumens im Zuge des Einstiegs von KKR führte OHB dieses Jahr eine umfangreiche Eigenkapitalmaßnahme durch. Im Zuge dieser Kapitalerhöhung und Teil-Replatzierung zur Ausweitung des Streubesitzes wurden neue Aktien zu einem Ausgabepreis von 300,00 Euro emittiert, was dem Unternehmen brutto rund 484 Mio. Euro frisches Kapital einbrachte.

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Nach einem Hoch im Umfeld der Kapitalmassnahmen bei einem „eher marginalen“ Freefloat (Höchststand im rahmen der SpaceX-Euphorie bis 685 Euro) gab das Papier im Zuge des Verwässerungseffekts und des erhöhten Freefloats nach und notiert aktuell im Bereich von 188 bis 196 Euro. Dennoch liegt der Kurs auf Jahressicht – und zum damaligen Übernahmepreis – noch immer weit im Plus. Die Familie Fuchs hält mit KKR weiterhin die Mehrheit, der Freefloat bleibt vergleichsweise gering. Analysten bleiben optimistisch: Oddo BHF führt die Aktie mit „Outperform“ (Kursziel: 290 Euro), Jefferies belässt die Einstufung auf „Buy“ (Kursziel: 280 Euro).

Beide Mitteilungen unterstreichen unterschiedliche Schwerpunkte des deutschen Technologiesektors: IVU punktet mit planbaren wiederkehrenden Software-Erlösen und steigenden Margen, während OHB nach der finanziellen Neuausrichtung seine Position bei europäischen Raumfahrtinfrastrukturen festigt.
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