
Deutsche Rohstoff AG – ein Rohstoffunternehmen aus Deutschland? Bohrungen, Öl- und Gasförderung in den USA, Beteiligung an einer Rohstoffmine? So was findet sich eher am kanadischen, australischen oder amerikanischen Börsenmarkt – was die Deutsche Rohstoff AG zum Exoten macht. Zum Exoten, der eine extreme Kurssteigerung verzeichnen konnte.
Nicht als Hype auf zukünftige Gewinne, sondern durch reale, erzielet Gewinne, die trotz Vervielfachung des Kurses ein KGV von lediglich 4 zur Folge hat. Also klarer Kauf? Solange Trump den Ton angibt, spricht einiges für das Umfeld in dem das Unternehmen tätig ist. So verzeichnete die Deutsche Rohstoff AG im ersten Halbjahr 2026 eine sehr positive Ertragsentwicklung. Der durchschnittlich realisierte Ölpreis stieg um 18 Prozent auf 78,40 USD je Barrel. Der Anteil von Rohöl an der Gesamtförderung erhöhte sich im selben Zeitraum von 64 Prozent auf 66 Prozent. Und dann gab es noch „Sondererträge“ – Ergebnis voraussschauender Beteiligungspolitik.
Deutsche Rohstoff AG in Zahlen.
Der Umsatzerlös kletterte im ersten Halbjahr 2026 um 7,5 Prozent auf 110,0 Mio. Euro (Vorjahr: 102,3 Mio. Euro). Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) belief sich auf 205,2 Mio. Euro nach 70,5 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Der Konzernüberschuss lag bei 134,7 Mio. Euro (Vorjahr: 15,5 Mio. Euro), was einem Ergebnis von 28,42 Euro je Aktie entspricht. Wobei zu beachten: Das EBITDA beinhaltet erhebliche Einmaleffekte. Ohne den Ertrag aus den Veräußerungen von Anteilen sowie unter Berücksichtigung außerplanmäßiger Abschreibungen auf Bestandsbohrungen in Colorado in Höhe von rund 15 Mio. Euro lag das operative Ergebnis aus dem Segment Öl und Gas bei 23,2 Mio. Euro.
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Almonty Industries – Deutsche Rohstoff AG hat es geahnt…
Einen wesentlichen Beitrag zum Halbjahresergebnis leistete der Teilverkauf der Beteiligung an dem Bergbauunternehmen Almonty Industries. Die Deutsche Rohstoff AG war historisch mit rund 10 bis 14 Prozent der größte Einzelaktionär. Der Anteil stand vor den jüngsten Verkäufen mit einem Buchwert von rund 31 Mio. Euro in den Bilanzen. Bis zum 30. Juni 2026 veräußerte der Konzern im Zuge der Kurssteigerungen vor dem Produktionsstart der Wolframmine in Südkorea insgesamt 11,6 Millionen Almonty-Aktien. Aus dieser Teilveräußerung erzielte das Unternehmen einen Gewinn vor Steuern von rund 128 Mio. Euro. Auch nach dem Verkauf verbleiben substanzielle Restbestände der Beteiligung im Portfolio der Deutschen Rohstoff AG.
Tagesgeschäft…
Die US-Tochtergesellschaften erreichten im ersten Halbjahr eine durchschnittliche Tagesförderung von 13.501 BOEPD (Vorjahr: 13.659 BOEPD). Während die Produktion im ersten Quartal bei 12.322 BOEPD lag, stieg sie im zweiten Quartal auf 14.803 BOEPD an. Und die Anbindungen auf dem Dillon/Billings-Areal trugen zu dieser Entwicklung bei: Die ersten vier Niobrara-Bohrungen lieferten drei Wochen nach Förderbeginn ein Fördervolumen von insgesamt rund 6.000 Barrel Öl pro Tag. Für das zweite Halbjahr prognostiziert der Vorstand eine durchschnittliche Förderung von 24.000 bis 26.000 BOEPD. Damit es weitergeht: Die Sachinvestitionen in Bohrungen und Infrastruktur beliefen sich in den ersten sechs Monaten auf 126 Mio. Euro; für den Erwerb von Flächen wurden 17 Mio. Euro aufgewendet.
Deutsche Rohstoff AG Prognose
Infolge der erhöhten Fördermengen passte der Vorstand das Bohrprogramm im August um sechs auf insgesamt 32 Bruttobohrungen an. Für das Gesamtjahr 2026 gelten folgende Zielwerte:
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IFRS-Umsatzerlöse: 300 bis 320 Mio. Euro
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Bereinigtes EBITDA: 380 bis 400 Mio. Euro
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Durchschnittliche Jahresproduktion: 18.500 bis 20.000 BOEPD
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Investitionsvolumen: 310 bis 330 Mio. Euro
Für das zweite Halbjahr geht die Unternehmensführung bei einem kalkulatorischen Ölpreis von 75 USD je Barrel von einem Umsatz zwischen 190 und 210 Mio. Euro aus. Dazu kommen umfangreiche Sicherungsgeschäfte, Fluch und Segen zugleich. Per 31. Juli 2026 bestanden Preisabsicherungen für rund 1,9 Millionen Barrel Öl zu einem Mindestpreis von 72,30 USD je Barrel sowie für 1,4 Millionen MMBtu Erdgas zu einem Preis von 3,80 USD je MMBtu.
Das Halbjahresergebnis der Deutschen Rohstoff AG ist geprägt durch den Einmalertrag aus der Beteiligung an Almonty Industries sowie durch den Hochlauf der Fördermengen in den USA. Die Erhöhung des Jahresausblicks stützt sich im zweiten Halbjahr maßgeblich auf die geplante Ausweitung der Produktion auf bis zu 26.000 BOEPD. Dazu kommen immer noch moderate Bewertunsgkennziffern – hinschauen kann nicht schaden.
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