
Rheinmetall meldet einen ersten Abruf im Rahmen eines Bundeswehrprogramms, das noch viel Freude machen könnte. Nicht nur Einmalerträge, sondern berechnbare jährliche Erträge und am Ende nochmal Geld für den Rückbau. Und Dienstleistungserträge sind meist hochmargig – im Defensebereich sowieso.
Rheinmetall baut und betreibt Militärcamp an der NATO-Ostflanke – und das ist „nur“ für 2.000 Bundeswehrsoldaten. Wie lange benötigt? Wenn man davon ausgeht, das der russische Staat noch länger an seiner Doktrin festhält, sollte die Präsenz der Bundeswehr eher auf unbestimmte Zeit „notwendig“ sein. Und wenn man sich an die Auslandseinsätze der letzten Jahre erinnert – beispielsweise die bis zu 5.350 Bundeswehrsoldaten gleichzeitig in Afghanistan im Einsatzzeitraum von Dezember 2001 bis Juni/August 2021 – mit einer Gesamtzahl von rund 93.000 Einsätzen in insgesamt 76 Kontingenten.
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Rheinmetall wächst über die Rolle des klassischen Rüstungsproduzenten hinaus. Mit diesem Großauftrag der Bundeswehr im dreistelligen Millionen-EUR-Bereich übernimmt der DAX-Konzern den schlüsselfertigen Bau, das langjährige Betreibermanagement sowie den späteren Rückbau eines modularen Feldlagers in Litauen. Der Deal untermauert nicht nur die strategische Neuausrichtung hin zu hochmargigen Betreibermodellen, sondern beschert dem Konzern auch langfristig planbare Erlöse. Trotz kurzfristiger Kurskonsolidierung an der Börse blicken Analysten – auch wegen solchen Aufträgen – optimistisch auf die Perspektiven der Aktie.
Rheinmetall liefert schlüsselfertiges Camp für Litauen.
Im Rahmen des Bundeswehr-Programms G-CAP II SU lässt Rheinmetall als Generalunternehmer in Litauen ein modulares Feldlager für bis zu 2.000 Soldatinnen und Soldaten entstehen. Der Vertrag sichert den Düsseldorfern Einnahmen über den gesamten Lebenszyklus der Anlage:
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Errichtung: 250 Mio. EUR für die Fertigung, Logistik und den schlüsselfertigen Aufbau der Infrastruktur bis zur geplanten Inbetriebnahme Mitte August 2027.
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Betrieb & Service: 40 Mio. EUR jährlich ab Inbetriebnahme für das komplette Facility Management, die Verpflegung sowie den Wäschereibetrieb.
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Lebenszyklus aus einer Hand: Der G-CAP-Rahmenvertrag umfasst standardisiert die gesamte Spanne von Herstellung, Transport und Aufbau über den mehrjährigen Betrieb bis hin zum vollständigen Rückbau der Liegenschaft, sobald der Einsatz endet.
Das Konzept soll Bautempo und Versorgung optimieren: Statt die eigene Logistik der Streitkräfte zu binden, wird die Infrastruktur über die gewerbliche Wirtschaft bereitgestellt, betrieben und am Ende wieder geordnet zurückgebaut. Das bürokratische Behörden nicht die besten für solche Aufgaben sind, scheint sich sogar bis Berlin durchgesprochen zu haben.
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Perspektiven für Rheinmetall? Einige.
Oft angemahnt – Wandlung vom Hardware-Hersteller zum Systemintegrator. So will der Kapitalmarkt Rheinmetall sehen. Nicht die Panzer- und Munitionsschmiede, sondern der Systemlieferant und Dienstleister mit Drohnenkompetenz. Und Rheinmetall deckt bei Feldlagern nun die gesamte Wertschöpfungskette ab – von der Fertigung und den Transporten über den Aufbau und autarken Betrieb bis hin zum späteren Rückbau. Die Fähigkeit, schlüsselfertige Unterbringungen als geschlossene Kreislauf-Logistik aus einer Hand zu liefern, macht den Konzern zu einem unverzichtbaren Partner für die Bundeswehr. Für die Streitkräfte entfällt jeglicher organisatorischer Aufwand nach Ende der Dienstzeit in Litauen – ein starkes Argument für künftige Einsätze im Rahmen der NATO-Bündnisverteidigung.
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Berechenbare Umsätze und verlässliche Erträge.
Neben der einmaligen Bau-Summe sichert der mehrjährige Service-Vertrag stetigen, hochgradig planbaren Cashflow. Dienstleistungen und Facility Management weisen im Vergleich zu zyklischen Fertigungsaufträgen in der Regel stabilere Margen auf und glätten das operative Ergebnis langfristig ab. Und heirbei könnte es sich um eine Blaupause für weitere NATO-Einsätze handeln. So könnte der Standort in Litauen als Referenzprojekt für die gesamte NATO-Ostflanke dienen. Angesichts des anhaltenden Ausbaus von Truppenpräsenzen entlang der Außengrenzen wächst bei Partnernationen der Bedarf an schnell installierbaren Feldlagern. Als Rahmenvertragspartner sichert sich Rheinmetall eine hervorragende Ausgangslage für kommende Folgeabrufe. Oder Folgeaufträge anderer NATO-Armeen.
Entlastung des Kernbereichs der Streitkräfte – in Zeit drängenden Personalmangels bei Bundeswehr & Co. gerne gesehen – und bares Geld wert für Pistorius. Indem der Konzern die tägliche Logistik sowie den Camp-Betrieb übernimmt, hält er den Truppen den Rücken frei. Die Streitkräfte können eigene Ressourcen voll auf die militärischen Kernaufgaben konzentrieren – ein Outsourcing-Modell, das innerhalb der Bündnispartner Schule machen dürfte.
Analysten zur Rheinmetall-Aktie.
An der Börse zeigt sich die Aktie nach einer kleinen Sommer-Rally nach tiefen Sturz unter die 1.000,00 EUR Grenze und jüngsten Gewinneinbußen im August konsolidiert. Dennoch bleiben Research-Häuser und Investmentbanken für das Papier überwiegend bullisch eingestellt. Und prozentual könnte es für Anleger spannend sein zu „kaufen“, sofern die durchschnittlichen Kursziele erreicht werden könnten. Und das durchschnittliche 12-Monats-Kursziel der Analysten liegt derzeit bei rund 1.680,00 bis 1.700,00 EUR,
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Mehrheitliche Kaufempfehlungen: Der Großteil der beobachtenden Analysten (darunter Goldman Sachs, Berenberg und RBC) stuft den Titel weiterhin mit „Kaufen“ oder „Aufstocken“ ein.
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Treiber im Fokus: Als zentrale Kurstreiber gelten der Auftragsbestand der viele Jahre reichen würde alle Kapazitäten auszulasten, weitere grosse noch nicht vergebene Defenseprogramme in Abstimmung/Vergabephase, die fortschreitende Margenausweitung und der Wandel hin zu Service- und Softwarelösungen.
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Prognosen und Risiken: Vereinzelt zurückhaltendere Stimmen verweisen auf die anspruchsvolle Bewertung sowie Vorfinanzierungsbedarfe im ersten Halbjahr, sehen den Konzern fundamental aber voll auf Kurs. Mittelfristig trauen Analysten der Aktie nach der aktuellen Verschnaufpause wieder deutliche Zuwächse zu.
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