
Rheinmetall HENSOLDT – Toppicks im Defensebereich? Am 3. Juli fasste Morningstar-Autorin Antje Schiffler die Einschätzungen ihres Hauses zu den deutschen Aktien ein. Und vielleicht überraschend stufte man 26 von insgesamt 52 beobachteten deutschen Aktien als unterbewertet ein. Unter den acht Titeln mit dem Höchstrating von 5 Sternen fielen insbesondere die beiden Verteidigungswerte Rheinmetall und HENSOLDT auf. Während man insgesamt konstatieren kann, das Morningstar – Momentaufnahme – insgesamt relativ gut getroffen hat, haben die beiden Defensewerte, neben dem „volltreffer“ SAP bisher performt. Oder zumindest bieten sie eine interessante Perspektive.
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Verteidigungsaktien im Morningstar-Check: Wie viel Potenzial steckt in Rheinmetall und HENSOLDT?
Zuerst einmal für jeden, der sich dessen nicht bewust ist: Analystenempfehlungen und Fair-Value-Schätzungen bieten Anlegern eine Orientierung, sind jedoch keine Garantie für künftige Kursgewinne. Sie basieren auf fundamentalen Kennzahlen, Marktmodellen und Zukunftserwartungen. Verändern sich makroökonomische Rahmenbedingungen oder branchenspezifische Treiber unerwartet, können selbst fundierte Analysen schnell von der Realität eingeholt werden. Mit diesem Hintergrund: Auszug aus den Morningstar Top-Picks. Die Tabelle zeigt die Analystenschätzungen von Morningstar-Analystin Loredana Muharremi (CFA) vom 3. Juli 2026 im Vergleich zu den Xetra-Schlusskursen vom 20. August 2026 sowie das verbleibende Potenzial bis zum von ihr ermittelten Fair Value:
| Aktie (Ticker) | Analystin | Fair Value (03.07.) | Unsicherheit | Kurs 03.07. | Kurs 20.08. | Bisherige Performance | Restpotenzial bis Fair Value |
| HENSOLDT (HAG) | Loredana Muharremi, CFA | 110,00 € | Mittel | 76,96 € | 89,98 € | +16,92 % | +22,25 % |
| Rheinmetall (RHM) | Loredana Muharremi, CFA | 2.380,00 € | Mittel | 1.115,00 € | 1.162,20 € | +4,23 % | +104,78 % |
Rheinmetall und HENSOLDT – detailiert.
Beginnend mit HENSOLDT: Der Spezialist für Rüstungselektronik und Sensortechnik verdoppelte im ersten Halbjahr seinen Auftragseingang nahezu und trieb den Auftragsbestand auf über 10 Milliarden Euro. Und Loredana Muharremi taxierte den fairen Wert Anfang Juli auf 110,00 Euro. Nach einem Kursplus von 16,92 % auf 89,98 euro bietet die Aktie bis zum Morningstar-Zielwert noch ein verbleibendes Aufwärtspotenzial von +22,25 %. Das geschätzte KGV von rund 63,2 wird von Analystenseite durch die hohe operative Visibilität der gefüllten Auftragsbücher gestützt.
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Und weiter mit dem deutschen Marktführer Rheinmetall: Der integrierte Technologiekonzern wies Anfang Juli mit einem Price/Fair Value von 0,44 den prozentual größten Bewertungsabschlag im deutschen 5-Sterne-Portfolio auf. Bis zum 20. August legte der Kurs moderat um 4,23 % auf 1.162,20 Euro zu. Gemessen am Fair Value von 2.380,00 Euro errechnet sich weiterhin ein theoretisches Erholungspotenzial von +104,78 %. Neben diesen Einstufungen kommen noch aktuelle Entwicklungen, die den Aanlysteneindruck bestätigen könnten. Einmal diese Woche eine Erfolgsnews zu einem Gemeinschaftsprojekt der beiden Defensewerte. Und eine erklärung, warum Kapazitätsausbau bei beiden Unternehmen in eine dafür „gut Zeit“ fällt.
Technologischer Meilenstein? Zuviel gesagt, oder…
Wie eng die Wachstumsgeschichten beider Konzerne miteinander verflochten sind, unterstreicht eine gemeinsame Pressemitteilung vom 19. August 2026. Im Rahmen der NATO-Übung Timber Express 2026 der Deutschen Luftwaffe gelang die erfolgreiche Einbindung des Passivradars Twinvis von HENSOLDT in das Skymaster-Führungs- und Waffeneinsatzsystem von Rheinmetall. Während der Übung führte das Skymaster-System eine Skynex-Flugabwehrbatterie. Durch das Zusammenspiel der emissionsfreien HENSOLDT-Passivsensorik mit der Rheinmetall-Führungssoftware wurde unter realitätsnahen NATO-Vernetzungsbedingungen (Link-16) ein hochpräzises Luftlagebild erzeugt. Scheint sich selbst dem technisch wenig Begabten gut anzuhören – konkurrenzfähiges Produkt für die Zeitenwende-Nachfrage.
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Rheinmetall HENSOLDT könnten hier…
Diese Demonstration technologischer Leistungsfähigkeit verdeutlicht das wirtschaftliche Potenzial der Kooperation beider Unternehmen:
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Stärkung der Systemhaus-Kompetenz: Die Kombination von Rheinmetalls Effektoren (wie Skynex oder Skyranger) mit HENSOLDTs High-End-Sensoren (Twinvis) schafft ein integriertes Komplettangebot für die Nah- und Nächstbereichsschutz-Luftverteidigung (NNbS).
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Vorteile bei internationalen Großausschreibungen: Die nachgewiesene Interoperabilität im NATO-Verbund verbessert die Exportchancen bei europäischen Partnerstaaten, die im Zuge der European Sky Shield Initiative (ESSI) ihre Luftverteidigung aufrüsten.
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Resilienz durch Passivradar-Technologie: Da das HENSOLDT-Radar ohne Eigensignatur arbeitet (Emissions-Control-Strategie), erhöht sich die Überlebensfähigkeit der Rheinmetall-Geschützsysteme im Einsatz erheblich – ein zentrales Verkaufsargument in modernen Konfliktszenarien.
Rheinmetall HENSOLDT brauchen Kapazitäten, da passt es gut…
Neben technologischen Kooperationen treiben beide Konzerne die Lösung des branchenweiten Nadelöhrs im Bereich Fachkräftemangel voran – und profitieren dabei vom tiefgreifenden Strukturwandel der deutschen Automobilindustrie. Dabei setzt HENSOLDT unter anderem auf eine Allianz mit Bosch: Um die enorme Nachfrage zu bedienen – nach 1.200 Einstellungen im Jahr 2025 sind für 2026 rund 1.600 Neueinstellungen geplant –, baut HENSOLDT ein neues Kompetenzzentrum für Software-Defined Defence in Leinfelden bei Stuttgart auf. Durch eine Kooperationsvereinbarung mit Bosch bezieht HENSOLDT Flächen auf dem Bosch-Areal und ermöglicht qualifizierten Arbeitskräften aus den Bereichen System- und Softwareentwicklung sowie Elektrotechnik den nahtlosen Übergang in die Verteidigungstechnologie. Entwickelt werden dort u. a. softwarebasierte Multi-Domain-Fähigkeiten für die Plattform MDOcore. So Anfang August veröffentlicht.
Und die ehemals grosse Automotivesparte der Düsseldorfer bietet sogar hausinterne Chancen: Rheinmetalls Konversion und Standort-Transformation. Auch Rheinmetall nutzt die Neuaufstellung im Automobilsektor konsequent als Chance. Nach dem verkündeten Komplettausstieg aus dem klassischen zivilen Kolben- und Zuliefergeschäft (Power Systems) stellt der Konzern gezielt operative Ressourcen um. Durch die direkte Konversion ehemaliger Automotive-Standorte (wie Neuss) auf militärische Fertigung oder die Nutzung bestehender Kapazitäten werden erfahrene Arbeitskräfte aus der Produktion und Mechatronik direkt in den Hochlauf der Rüstungssparte übernommen.
Der Verteidigungssektor profitiert somit nicht nur von langfristig garantierten Staatsetats und hohen Eintrittsbarrieren, sondern sichert sich durch den Technologietransfer aus der Automotive-Sparte wertvolles Know-how für die hochvernetzte Kriegsführung der Zukunft. Obwohl hohe Bewertungskennzahlen kurzfristig Raum für Volatilität lassen, unterstreichen operative Meilensteine wie die Timber Express-Integration und der gezielte Ausbau der Entwicklungskapazitäten den fundamentalen Unterbau der Morningstar-Bewertungen.
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