elumeo VIB Vermögen – „Zwei auf dem Weg der Besserung“. Trotz Branicks Group, trotz Margenproblemen.

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elumeo VIB Vermögen – zwei Smallcaps die heute Zahlen lieferten. Während elumeo seit Jahren mit dem Break-Even kämpft und seine strategie mehrfach anpassen musste, kam die VIB Vermögen eher unverschuldet durch den neuen Hauptaktionär Branicks Group, ehemals DIC Asset in Probleme. Die Frankfurter hatten die Mehrheit an der VIB in der Hochphase der Immobilienaktien zu einem sehr hohen Preis kreditfinanziert übernommen und kämpfen seitdem um eine Gesundung – auch zu Lasten der Beteiligung. Die VIB Vermögen musste dafür in den letzten Jahren einige „Käufe“ und Verkäufe tätigen und der Mutter „aushelfen“. Bei beiden scheint es sich nun aufzuhellen – elumeo setzt auf Profitabilität, VIB Vermögen kann sich imme rnoch viel günstiger refinanzieren als die Mutter und bekam Liquidität im Rahmen der anstehenden Refinanzierungsrunde der Branicks Group.

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Wie elumeo und VIB Vermögen die operative Wende vorantreiben.

Im anhaltend herausfordernden Marktumfeld der Jahre 2025 und 2026 rücken zwei deutsche Nebenwerte wieder stärker in den Fokus der Anleger: Der Berliner Schmuckhändler elumeo SE und die in Neuburg an der Donau ansässige VIB Vermögen AG. Beide Unternehmen blicken auf turbulente Zeiten zurück, in denen strategische Fehlannahmen, ein schwieriges makroökonomisches Umfeld und bilanzielle Altlasten die Kursentwicklung bremsten. Die nun vorgelegten Zahlen für das erste Halbjahr 2026 zeigen jedoch bei beiden Gesellschatten klare Signale für einen Turnaround. Durch disziplinierte Sparprogramme, die Bereinigung von Risiken und eine Neuausrichtung des Kerngeschäfts befinden sich beide Nebenwerte sichtbar auf dem Weg der Besserung.

elumeo SE: Rückkehr in die schwarzen Zahlen nach harten Sparmaßnahmen

Die elumeo SE, der führende europäische elektronische Einzelhändler für Edelsteinschmuck (bekannt vor allem durch die Marke Juwelo), hat im ersten Halbjahr 2026 ihre Rückkehr zur Profitabilität bestätigt. Hinter dem Unternehmen liegt eine langjährige Transformation: Die Wurzeln reichen bis ins Jahr 2008 zurück, als Wolfgang Boyé gemeinsam mit dem Händler Don Kogen ein Joint Venture in Berlin und im thailändischen Chanthaburi gründete. Am 1. Juni 2008 präsentierte Juwelo erstmals echten Edelsteinschmuck aus der eigenen Manufaktur in Thailand im TV und Onlineshop. Nach dem Zusammenschluss der Gesellschaften unter dem Dach der elumeo SE und dem Börsengang folgten Jahre der internationalen Expansion, aber auch Phasen, in denen das Unternehmen hinter seinen Wachstumszielen zurückblieb.

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Das im April 2025 eingeleitete umfassende Restrukturierungsprogramm zeigt nun jedoch Wirkung. Das bereinigte EBITDA verbesserte sich im ersten Halbjahr 2026 von minus 478 TEUR im Vorjahreszeitraum auf nunmehr positive 20 TEUR. Der Umsatz ging zwar erwartungsgemäß leicht um 3,8 % auf 19,5 Mio. Euro zurück, da die Gesellschaft die Ertragskraft konsequent über das reine Volumen stellt. Gleichzeitig konnte die Rohertragsmarge spürbar von 46,1 % auf 49,9 % gesteigert werden.

Auf der Kostenseite schlagen die Einsparungen deutlich zu Buche: Die Vertriebs- und Verwaltungskosten sanken um 4,8 % auf 10,2 Mio. Euro, während die Personalaufwendungen um 13,1 % auf 3,4 Mio. Euro reduziert wurden. Gegenüber dem ersten Halbjahr 2024 beträgt der Rückgang der Personalkosten sogar 28,4 %. Und Florian Spatz, Chief Executive Officer der elumeo SE, zeigte sich mit der operativen Entwicklung zufrieden: „Die Restrukturierung und die Kostensenkungsprogramme zeigen eindrucksvoll die erwartete Wirkung. Sie stärken unsere Wettbewerbsfähigkeit und schaffen eine gute Basis für die weitere Entwicklung der Gesellschaft.“ Das Management bekräftigt, dass der Fokus auch künftig strikt auf Profitabilität und Skalierbarkeit liegen wird.

elumeo-Stellschrauben: Einspeisegebühren-Klage und Prüfstand für das Börsensegment

Neben dem operativen Kerngeschäft beschäftigen zwei wesentliche Sonderfaktoren das Unternehmen: Zum einen geht elumeo gerichtlich gegen Belastungen in der Kostenstruktur vor. Die Tochtergesellschaft Juwelo Deutschland GmbH hat gemeinsam mit drei weiteren Klägern Schadensersatzklage gegen zwei Gesellschaften des Vodafone-Konzerns eingereicht. Gegenstand der Forderung sind nach Einschätzung des Unternehmens über einen Zeitraum von vierzehn Jahren überhöht gezahlte Einspeiseentgelte für die Verbreitung des TV-Programms. Der insgesamt geltend gemachte Schaden beläuft sich auf einen niedrigen dreistelligen Millionenbetrag, wobei elumeo den eigenen potenziellen Anspruch auf einen zweistelligen Millionenbetrag beziffert. Die hohen Gebühren belasten das Ergebnis weiterhin – zusätzlich zum im vergangenen Jahr weggefallenen Nebenkostenprivileg.

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Zum anderen sucht das Management nach weiteren Wegen zur Aufwandsreduzierung. Da die Notierung im Prime Standard der Frankfurter Wertpapierbörse im Verhältnis zur Unternehmensgröße mit erheblichen regulatorischen und finanziellen Verpflichtungen verbunden ist, prüft elumeo derzeit den Wechsel in ein alternatives, kostengünstigeres Börsensegment.

Für das Gesamtjahr 2026 bestätigt der Vorstand seine Prognose: Er rechnet mit einer Umsatzveränderung zwischen -7 % und +10 %, einer Rohertragsmarge zwischen 47 % und 49 % sowie einem bereinigten EBITDA zwischen -0,5 Mio. und 1,5 Mio. Euro. Das 2023 gestartete Langfrist-Programm „#Juwelo100“, das den Einsatz von KI und internationale Skalierung vorsieht, bleibt die Richtschnur für das angestrebte Wachstum.

VIB Vermögen AG: Solides Halbjahr und mittlerweile 2 Standbeine – analog Branicks Group.

Einen ähnlichen Prozess der Konsolidierung und Neuausrichtung durchläuft die VIB Vermögen AG. Der Spezialist für Logistik- und Gewerbeimmobilien hat das erste Halbjahr 2026 voll im Rahmen der eigenen Erwartungen abgeschlossen und meldet Fortschritte bei der Umsetzung seiner Strategie. Die Bruttomieteinnahmen lagen im Berichtszeitraum aufgrund der gezielten Immobilienverkäufe in den Jahren 2025 und 2026 mit 46,8 Mio. Euro planmäßig unter dem Vorjahreswert von 50,2 Mio. Euro. Die Nettomieteinnahmen erreichten 40,9 Mio. Euro nach 44,5 Mio. Euro im ersten Halbjahr 2025.

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Auch die Funds from Operations (FFO) gingen auf 24,1 Mio. Euro zurück (Vorjahr: 47,8 Mio. Euro). Dieser Rückgang ist im Wesentlichen auf den Wegfall von Zinserträgen aus einem Darlehen zurückzuführen, das der Muttergesellschaft Branicks Group AG gewährt worden war. Umso dynamischer entwickelte sich hingegen das Segment Institutional Business: Die Erträge aus der Immobilienverwaltung für Dritte stiegen spürbar von 3,3 Mio. Euro auf 19,1 Mio. Euro an.

Von daher zieht Vorstandssprecher Dirk Oehme eine positive Zwischenbilanz: „Trotz der fortwährenden Unsicherheiten im Markt, andauernder geopolitischer Spannungen und volatiler Zinsen liegen wir mit dem Verlauf des ersten Halbjahres voll auf Kurs. Die aktuelle Transaktionspipeline wird für weitere Erträge im Jahresverlauf sorgen. Dies und unser vor kurzem abgeschlossenes Joint Venture im Projektentwicklungsgeschäft sind weitere Meilensteine, die in den kommenden Jahren eine vielversprechende Entwicklung des VIB-Konzerns erwarten lassen.“

Entlastung bei Branicks-Verflechtung und Fokus auf Dienstleistungsgeschäft.

Ein zentraler Befreiungsschlag für die VIB betrifft die Finanzierungsstruktur und die Verflechtungen mit der Großaktionärin Branicks Group AG. Die Abhängigkeiten und gegenseitigen Finanzierungsbeziehungen hatten in der Vergangenheit für Verunsicherung am Kapitalmarkt gesorgt. Hier schuf das Unternehmen nun Fakten: Die Refinanzierung der im September 2026 und März 2027 fälligen Schuldscheindarlehen im Volumen von 58 Mio. Euro ist durch die Unterzeichnung einer gemeinsamen Lock-up-Vereinbarung mit der Branicks Group AG vollumfänglich sichergestellt. Dies schafft für die VIB erhebliche Planungssicherheit. Zudem sank der Gesamt-Verschuldungsgrad (LTV) zum 30. Juni 2026 von 43,0 % auf 41,2 %, während der durchschnittliche Finanzierungszins bei günstigen 2,5 % p.a. stabil gehalten werden konnte.

Inhaltlich richtet sich die VIB neu aus: Der Schwerpunkt verschiebt sich schrittweise von der reinen Bestandshaltung hin zur Skalierung von Dienstleistungen für institutionelle Investoren sowie zur rentablen Projektentwicklung. Um diesem Wandel Ausdruck zu verleihen, wurde Christian Fritzsche als neuer Vorstand für den Bereich Institutional Business berufen. Für das zweite Halbjahr 2026 rechnet die Gesellschaft mit weiteren Transaktionsgebühren, sodass die Einnahmen aus diesem Segment im Gesamtjahr zwischen 53 Mio. und 63 Mio. Euro liegen sollen.

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Parallel dazu nutzt die VIB ihre Expertise in der Logistikprojektentwicklung. Ein im ersten Halbjahr geschlossenes Joint Venture mit dem Partner Tristan Capital führt die Entwicklungs-Kompetenz der VIB mit der Kapitalstärke des Investors zusammen. Zugleich meldet der Konzern operative Fortschritte bei Eigenprojekten wie dem GreenBiz-Park Erding, wo die Vorvermietung auf 96 % gesteigert werden konnte. Der Vorstand bestätigt folgerichtig die FFO-Prognose für das Gesamtjahr 2026 in der Bandbreite von 60 Mio. bis 70 Mio. Euro.

elumeo und VIB Vermögen gewinnen aln Charme.

Sowohl elumeo als auch VIB Vermögen demonstrieren im ersten Halbjahr 2026, dass sich konsequente Umbauarbeiten auszahlen. Bei elumeo führt die disziplinierte Senkung der Personalkosten und die Fokussierung auf die Rohertragsmarge zurück in die operative Gewinnzone, während rechtliche Schritte und der geplante Börsensegmentwechsel weitere Erleichterungen versprechen. Die VIB Vermögen AG wiederum klärt zentrale Refinanzierungsfragen mit ihrer Großaktionärin Branicks, reduziert ihre Verschuldung und baut mit dem Institutional Business sowie starken Joint Ventures ein zweites Ertragsstandbein auf. Beide Unternehmen haben den Weg der Wende erfolgreich eingeschlagen und liefern ihren Aktionären damit wieder eine fundierte Basis für Vertrauen.

 

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