HomeToGo Aktie weiter im Tal der Tränen? Oder überzeugen die Zahlen?

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HomeToGo SE: HomeToGo beginnt 2023 mit einem Rekordauftragsbestand der Buchungserlöse und ist sehr zuversichtlich, in 2023 den bereinigten EBITDA Break-even zu erreichen

HomeToGo mit deutlich höherem Halbjahresumsatz 2026 – müsste doch für einen Kurssprung reichen? Glaubt man den Analysten hat die Aktie definitv Verdopplungspotential. Nur bisher macht der Aktienkurs einfach keinen Spass.

Wird sich das nun ändern? Die HomeToGo SE hat ihre Finanzzahlen für das erste Halbjahr 2026 vorgelegt. Und „Europas Ferienhausgruppe“ erzielte dabei ein Umsatzplus bei den IFRS-Umsatzerlösen und verbesserte die operative Profitabilität. Die Aktie des Unternehmens notiert aktuell bei rund 0,96 Euro, nachdem sie im 52-Wochen-Hoch bei 1,94 Euro lag und ihr Tief dieses Jahr bei 0,87 Euro markierte. Passt irgendwie nicht zu den Erwartungen, die das Unternehmen wecken will. Man liefert KI, Skaleneffekte und Wachstum, aber irgendetwas scheint die Anleger zurückzuhalten. Wieso?

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HomeToGo – B2B-Geschäft steigt um rund 72 Prozent.

Die IFRS-Umsatzerlöse kletterten im ersten Halbjahr 2026 um 71,8 Prozent auf 160,1 Mio. Euro (Vorjahr: 93,2 Mio. Euro). Haupttreiber dieser Entwicklung war das B2B-Segment HomeToGo_PRO: Die Erlöse in diesem Bereich stiegen um 150,5 Prozent auf 105,2 Mio. Euro (Vorjahr: 42,0 Mio. Euro) und machen nun knapp 66 Prozent des gesamten Konzernumsatzes aus. Wesentlich verantwortlich für diesen Anstieg ist die Erstkonsolidierung der übernommenen Marke Interhome.

Das B2C-Marktplatz-Segment verzeichnete hingegen einen leichten Rückgang der IFRS-Umsatzerlöse auf 58,8 Mio. Euro (Vorjahr: 65,5 Mio. Euro). Das Unternehmen führt dies auf die Neuausrichtung zurück, bei der margenstärkere Buchungen gegenüber reinem Volumenwachstum bevorzugt werden. Das bereinigte EBITDA des Segments verbesserte sich um 16,0 Prozent, während der Auftragsbestand der Buchungserlöse auf 71,9 Mio. Euro stieg.

Free Cash stimmt.

Auf Konzernebene verbesserte sich das bereinigte EBITDA im ersten Halbjahr 2026 um 26,6 Prozent auf -15,1 Mio. Euro. Im zweiten Quartal lag der Zuwachs bei 58,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Die EBITDA-Marge stieg um 12,6 Prozentpunkte auf -9,4 Prozent. Und der Free Cash Flow stieg von -5,0 Mio. Euro im ersten Halbjahr 2025 auf +48,2 Mio. Euro im ersten Halbjahr 2026. Neben der Übernahme von Interhome trugen saisonale Effekte beim Working Capital zu diesem Anstieg bei. Die flüssigen Mittel betrugen zum Stichtag 134,7 Mio. Euro, was einem Zuwachs von 46,9 Mio. Euro gegenüber dem ersten Quartal 2026 entspricht.

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Dachmarke HomeToGo Originals eingeführt plus KI – wird’s klappen?

Im Zuge der Neuausrichtung fasst HomeToGo die Property-Management-Einheiten Interhome und Kraushaar unter der neuen Dachmarke HomeToGo Originals zusammen. Ziel ist die Verbindung lokaler Vor-Ort-Services mit der zentralen Buchungstechnologie der Gruppe. Zudem soll die Marke als Plattform für weitere Zukäufe dienen. Und dazu noch Einsatz künstlicher Intelligenz im Betrieb: Das Unternehmen setzt im operativen Betrieb verstärkt auf KI-Tools, zu denen alle Mitarbeitenden Zugang haben. KI-gestützte Automatisierungen führten laut Unternehmensangaben zu schnelleren Reaktionszeiten im Kundenservice per E-Mail und senkten die Weiterleitung von Kunden-Chats an Support-Mitarbeitende um 85 Prozent. Im Marketing führten Tests zu Effizienzsteigerungen von über 40 Prozent.

Jahresprognose bestätigt – Minimalziel erreicht.

Aufgrund der Entwicklung im ersten Halbjahr behält der Konzern seine Ziele für das Gesamtjahr 2026 bei:

  • IFRS-Umsatzerlöse: 400 bis 410 Mio. Euro

  • Bereinigtes EBITDA: 45 bis 47 Mio. Euro

Analystenstimmen und Marktbild zur HomeToGo.

Branchenanalysten bewerten die Entwicklung überwiegend positiv. Das durchschnittliche Konsens-Rating von vier Marktbeobachtern steht auf „Kaufen“. Die 12-Monats-Kursziele bewegen sich zwischen 2,50 Euro und 3,20 Euro, was beim aktuellen Kursniveau theoretischen Spielraum nach oben signalisiert.

Institut Kursziel Votum Analyst
Montega AG 3,20 € Kaufen Tim Kruse
Cantor Fitzgerald 3,20 € Kaufen Bharath Nagaraj
Pareto Securities 2,50 € Kaufen Knud Hinkel
Deutsche Bank 2,50 € Kaufen Silvia Cuneo
Baader Bank 2,50 € Kaufen Volker Bosse

Während das Analysehaus Montega das Jahr 2026 als Übergangsphase mit Fokus auf das B2B-Segment einstuft, verweist Simply Wall St auf einen Abschlag gegenüber dem rechnerisch ermittelten fairen Wert der Aktie.

Diskrepanz zwischen operativer Entwicklung und Börsenkurs?

Die Halbjahreszahlen belegen Fortschritte bei der operativen Umstrukturierung, der Expansion des B2B-Geschäfts und der Generierung liquider Mittel. Dennoch spiegelt sich dies bislang nicht im Börsenkurs wider: Mit einer Spanne von 0,90 Euro bis 1,94 Euro im vergangenen Jahr notiert die Aktie weiterhin deutlich unter ihren früheren Höchstständen. Ob sich die Differenz zwischen der fundamentalen Entwicklung und der Bewertung am Aktienmarkt schließt, bleibt abzuwarten.

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