HomeToGo SE liefert zum Jahresstart 2026 genau die Zahlen, auf die der Markt nach der milliardenschweren Interhome-Übernahme gewartet hat: deutlich steigende Profitabilität, massive Effizienzgewinne und ein rasant wachsendes B2B-Geschäft.
Besonders auffällig: Während viele Tech-Unternehmen im Reisebereich weiterhin aggressiv auf Umsatzwachstum setzen, priorisiert HomeToGo inzwischen klar Profitabilität und operative Effizienz – offenbar mit Erfolg.
Für Anleger könnte genau dieser Strategiewechsel jetzt zum entscheidenden Kurstreiber werden.
Interhome wird zum neuen Herzstück des Konzerns
Die wichtigste Entwicklung spielt sich im Segment HomeToGo_PRO ab.
Seit der Integration von Interhome hat sich das Kräfteverhältnis innerhalb des Konzerns grundlegend verändert: Das B2B-Geschäft steuert inzwischen 66 % des gesamten Gruppenumsatzes bei.
Die Zahlen zeigen, warum das so wichtig ist:
- IFRS-Umsätze im Segment steigen um 304 %
- Bereinigtes EBITDA verbessert sich auf vergleichbarer Basis um 40 %
- HomeToGo_PRO entwickelt sich zum zentralen Gewinnmotor
Damit transformiert sich HomeToGo zunehmend von einer klassischen Reiseplattform hin zu einem technologiegetriebenen Ferienhaus-Ökosystem mit starkem Fokus auf wiederkehrende B2B-Erlöse.
Genau diese Entwicklung dürfte an der Börse langfristig deutlich höher bewertet werden als das bisherige, stärker marketingabhängige Plattformmodell.
Marktplatz schrumpft bewusst – und wird profitabler
Auf den ersten Blick wirken die Rückgänge im klassischen Marktplatzgeschäft zunächst negativ.
Die Umsätze sanken dort um 19 % auf 20,7 Mio. Euro. Doch dahinter steckt kein operatives Problem, sondern eine bewusste strategische Entscheidung.
HomeToGo fährt die Werbeausgaben massiv zurück und konzentriert sich stattdessen auf profitablere Onsite-Buchungserlöse.
Das Ergebnis:
- Marketingkosten sinken um 20 %
- EBITDA verbessert sich um 12 %
- Buchungsbestand erreicht Rekordniveau
Besonders bemerkenswert: Der Auftragsbestand der Buchungserlöse erreichte mit 75,4 Mio. Euro den höchsten Wert, den HomeToGo jemals in einem ersten Quartal erzielt hat.
Das signalisiert eine deutlich höhere Marketingeffizienz.
Profitabilität verbessert sich deutlich
Auch auf Gruppenebene zeigt sich die neue Strategie klar in den Zahlen.
Das Bereinigte EBITDA verbesserte sich auf vergleichbarer Basis um starke 21 %. Gleichzeitig blieben die Umsätze bereinigt stabil – trotz des bewusst gebremsten Marktplatzgeschäfts.
Treiber der Verbesserung:
- höhere Marketingeffizienz
- strikte Kostendisziplin
- erste Interhome-Synergien
- wachsender Anteil profitabler B2B-Umsätze
Damit gelingt HomeToGo etwas, woran viele Plattformunternehmen derzeit scheitern: Wachstum und steigende Profitabilität gleichzeitig.
Buy-and-Build-Offensive läuft bereits
Spannend für Investoren ist auch die nächste Wachstumsphase.
HomeToGo hat bereits erste kleinere Übernahmen in Spanien, Italien und der Schweiz abgeschlossen. Insgesamt wurden rund 200 Verwaltungseinheiten übernommen und direkt auf die Interhome-Plattform migriert.
Besonders auffällig: Laut Unternehmen wurden die Zukäufe zu einem EBITDA-Multiple von nur rund 1x abgeschlossen.
Das deutet auf potenziell sehr attraktive Synergie- und Skaleneffekte hin.
Die Gesellschaft kündigt bereits weitere Akquisitionen im europäischen Ferienhausmarkt an. Damit baut HomeToGo sein vertikal integriertes Modell konsequent weiter aus.
AI-Fokus könnte zum zusätzlichen Bewertungshebel werden
Neben Profitabilität und M&A setzt HomeToGo weiterhin stark auf künstliche Intelligenz.
Das Unternehmen will seine technologische Führungsrolle im Bereich AI weiter ausbauen und sieht darin einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil.
Gerade im Online-Reisemarkt könnte AI künftig enorme Auswirkungen auf:
- Suchfunktionen
- Preisgestaltung
- Personalisierung
- Buchungskonversionen
- Kundenbindung
haben.
Sollte HomeToGo hier tatsächlich technologisch vorne bleiben, könnte dies langfristig zu einem zusätzlichen Bewertungsaufschlag führen.
Prognose bestätigt – Anleger schauen jetzt auf den nächsten Schritt
Für 2026 bestätigt HomeToGo seine Prognose:
- Umsatz zwischen 400 Mio. und 410 Mio. Euro
- Bereinigtes EBITDA zwischen 45 Mio. und 47 Mio. Euro
Die entscheidende Frage für Investoren lautet nun: Wie schnell kann das Unternehmen die Interhome-Synergien vollständig heben und das margenstärkere B2B-Modell weiter skalieren?
Die ersten Zahlen deuten jedenfalls darauf hin, dass die strategische Neuausrichtung schneller greift als viele Marktteilnehmer erwartet hatten.
Damit könnte HomeToGo zu einem der spannendsten europäischen Travel-Tech-Werte der kommenden Jahre werden.














