H2 | Wasserstoffaktien: Nel und Plug Power oder doch lieber Linde und Siemens Energy?

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2020 konnten Anleger nichts falsch machen, sofern sie Aktien mit dem Etikett „Wasserstoff“ kauften. Eine ganze Branche im Höhenrausch – eine NEL Asa (ISIN: NO0010081235) oder eine Plug Power Inc. (ISIN: US72919P2020) ernteten die Kursfrüchte ihrer in Jahren, Jahrzehnten erworbenen Expertise in Wasserstofftechnologien (Elektrolyse, Brennstoffzelle). Dass beide Unternehmen noch nie in ihrer Historie Gewinne erzielt haben, störte weniger. Hauptsache Wasserstoff. Und so erreichten die Werte des Sektors Anfang 2021 schwindelerregende Höhen und Bewertungsrelationen, die irreal erschienen: Multimilliardenbewertungen für Unternehmen mit Umsätzen im zwei- oder dreistelligen Millionenbereich – mit Verlusten in Grössenordnungen nicht weit entfernt von den erzielten Umsätzen. Und das waren noch die „Guten“. Manche Unternehmen erzielten/erzielen 0,00 EUR/USD Umsätze oder Umsätze in homöopathischen Dosen und waren auf einmal Milliarden wert.

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Von den Hochs sind die Wasserstoffwerte zurückgekommen – und die Analysten haben nachgezogen mit reduzierten Kurszielen. Wohlgemerkt NACHGEZOGEN

So handelte Plug Power noch am 27.01.2021 bei 75,49 USD (NASDAQ) und aktuell bei 27,15 USD (Schluss Donnerstag) – immer noch 15,46 Mrd USD Marketcap. Und was steht dem gegenüber? Erstmal rund 5 Mrd USD an Liquidität – fest verplant für die grossen Zukunftsprojekte Plug Powers: Kooperation mit Renault für die Produktion diverser Transporter/Kleinbusmodelle mit Brennstoffzellentechnologie. Die ersten Modelle sollen bereits Ende 2021 angeboten werden. Mit dem erklärten Ziel Marktführer in Europa mit dieser Initiative in 2030 in diesem Segment zu werden. Wären Milliardenumsätze.

Ein weiteres Zukunftsprojekt Plug Powers mit Perspektive auf Milliardenumsätze ist die Kooperation mit der SK Group zur Eroberung des asiatischen Wasserstoffmarktes. SK Group beteiligte sich auch mit 1,5 Milliarden USD an Plug Power. Dazu die Acciona-Kooperation – auch ein potentieller Milliardenmarkt auf dem die Partner gemeinsam 2 Milliarden EUR investieren wollen – und der Aufbau der „eigenen Wasserstoffinfrastruktur“ in Nordamerika, mit 5 geplanten Produktionsstätten landesweit strategisch verteilt mit insgesamt Investitionen im Milliardenbereich nimmt auch Gestalt an.

Inwieweit diese potentiellen „Umsätze“ in den Planzahlen der Plug Power enthalten sind, lässt sich schwer einschätzen. Auf jeden Fall hat Plug Power mehr zu bieten, als nur Pläne und Absichtserklärungen. Ob das reicht für die derzeitige Bewertung? Aktuelle Bilanzzahlen rechtfertigen diese bestimmt nicht, zukünftige Erträge/Umsätze könnten es, sofern die hochfliegenden Pläne umgesetzt werden können. Aber letztendlich wird man hier erst ab 2025 ode rspäter die Früchte einschätzen können… Viel Zukunftsfantasie zu einem hohen – zu hohen? – Preis.

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Nel hatte zuletzt im August einen Auftrag von 1,2 MW Elektrolyseur-Leistung und kurz danach eine Wasserstofftankstelle als Erfolg verbuchen können,

währenddessen holen sich die Gross-Konzerne, als  Spät- oder Quereinsteiger die 80 MW und 300 MW Aufträge am, laufenden Band. Und so ist auch der Kurs der Nel Aktie weit vom Hoch, welches am 14.01.201 die Marke von 3,40 EUR (Frankfurt) erreichte. Aktuell steht der Kurs bei 1,47 EUR (03.09.2021, 12:28 Uhr, Frankfurt). Der Marktkapitalisierung von 2,1 Mrd EUR stehen Umsätze von rund 16 Mio EUR im Q2/21 und ein Quartalsverlust (EBITDA) von rund 12 Mio EUR bei rund 300 Mio EUR Liquidität gegenüber. Ambitioniert. Immer noch. Pfunde die Nel zu Buche schlagen: Demnächst Serienfertigung der Elektrolyseure mit entsprechenden Kostenvorteilen,(kolportierter) technologischer Vorsprung, Einsatz von Nel Produkten in diversen Pilotprojekten, Leuchtturmprojekten oder „Testeinsätzen“ mit der Perspektive später auch zum Zuge zu kommen bei Folgeaufträgen. Wie beispielsweise Nel’s Technologiebeitrag für CO2-freie Stahlerzeugung, die gerade den Schritt zum grosstechnischen Einsatz machen könnte/sollte.

Grossaufträge fehlen

Selbstverständlich ist der am 11.08. von Nel gemeldete Elektrolyseur-Auftrag erfreulich, aber zu wenig für die in Heroya im Aufbau befindliche bis zu 1 GW Produktionskapazität für Elektrolyseure. Und auch der Auftrag für eine Wasserstofftankstelle in Aarhus, den die Beteiligung Everfuel am 17.08.2021 offiziell Nel erteilte, ist „nur“ ein weiterer Auftrag im einstelligen Millionenbereich. ABER: Das Massengeschäft muss kommen. Und hier bietet sich in Zukunft bestimmt Perspektive durch die Kooperation mit SFC Energy – ein anderer kleiner Player mit ausgeprägter Brennstoffzellenkompetenz im stationären Betrieb – mit verkaufsfähigen Produkten ab 2022. Dazu gibt es natürlich diverse weitere Kooperationen. Und die Beteiligungen NIKOLA und Everfuel sollen natürlich zukünftig ihre „Infrastrukturtechnologie“ von Nel beziehen. Was beide bisher auch brav tun. Dass allein reicht natürlich nicht. Hierbei ist die Schwäche und der Skandal um NIKOLA natürlich auch nicht hilfreich gewesen.

Insgesamt scheint die Zukunft Nel’s von grösseren Unsicherheiten als die von Plug Power geprägt zu sein. Eine Wette auf die Norweger, sich gegen die zunehmende Konkurrenz in einem auf viele Jahre kräftig wachsenden Markt durchzusetzen, ist hochriskant. Bietet aber möglicherweise eine dem Totalverlust-Risiko entsprechende Chance. Nur was für starke Nerven und langfristig orientierte Anleger. Und die investierten Mittel sollten für hochspekulative Anlagen „reserviert“ sein.

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Wasserstoff ist EIN Zukunftsmarkt und es gibt natürlich Aktien, die davon profitieren sollten, ohne eine reine Wette ausschliesslich auf Wasserstoff zu sein

Und natürlich fallen einem dazu einige „alte Bekannte“ ein: Siemens Energy AG (ISIN: DE000ENER6Y0) sieht laut seinem CEO Potential für zukünftige Milliardenumsätze mit Wasserstoff. Und hat auf „seinem“ Hydrogen-Day Mitte März die Fronten geklärt. Seitdem ist einiges passiert: Warmer Regen der Wasserstoffprogramme der EU/Deutschlands traf einige Siemens Energy Projekte, Und Grossprojekte mit Air Liquide oder BASF nehmen immer mehr Gestalt an. Und das schwächelnde On-shore Geschäft der Mehrheitsbeteiligung Siemens Gamesa – aufgrund technischer Probleme einer neuen Windanlagengeneration – sollte lösbar sein. Derzeit ist die Siemens Energy durch die Windenergietochter und die Ausrichtung auf Wasserstoff als ein erklärtes Zukunftsfeld ein teilweiser Nachhaltigkeitswert im Transformationsmodus. Weniger spekulativ als die Pure Player, aber mit einem starken Footprint im aufstrebenden Wasserstoffmarkt.

Evotec’s Plattformansatz erhält von Bristol Myers Squibb Bestätigung, die erstmal 20 Mio EUR bringt, aber zukünftig noch mehr möglich macht.

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DIC Asset arbeitet ab: Logistikneuvermietungen passen ins Bild

Bitcoin Group gibt’s derzeit für den „Kassenbestand“ an Kryptowährungen plus Liquidität. Über eine Million Kunden gratis „obendrauf“?

SFC Energy AG wächst kräftig, erhält Rückenwind durch einen Auftrag der Schweizer Armee. Könnte ein Türöffner sein.

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Oder die „alten“ Gasekonzerne wie Air Liquide oder Linde – beide machen bereits Milliardenumsätze im Wasserstoffbereich und versuchen auch den „grünen Wasserstoffmarkt“ für sich zu besetzen. Erfahrungen im grossindustriellen Massstab mit dem Energieträger/Reaktionsstoff H2 bringen sie mit. Über viele Jahrzehnte erworben – einsetzbar auch in der „schönen neuen Wasserstoffwelt“. Aus blauem Wasserstoff wird grüner  – und wie Gewinne mit H2 erzielt werden können, wissen beide Konzerne ebenfalls seit Jahrzehnten. Auch Wetten auf die Zukunft des Wasserstoffs als CO2-freier Energieträger, aber mit einem gesunden Risikomix aus alten Geschäftsfeldern, die dauerhaft hohe Margen gebracht haben, bringen und voraussichtlich auch bringen werden. Und dazu die Phantasie aus dem sich vervierfachendem Markt für „grünen“ Wasserstoff.

Also für jeden was dabei. Wer an die Zukunft des „grünen Wasserstoffs“ glaubt, findet verschiedene Investitioonsmöglcihkeiten mit unterschiedlichsten Chance-Risiko-Verhältnissen. Und nicht zu vergessen die breiter angelegten Wasserstoffindizes, die man mit Zertifikaten nachbilden kann. Hier ist es wichtig die Zusammensetzung, regionale Ausrichtung und Austauschkriterien zu kennen und entsprechend der eigenen „Meinung“ auszuwählen.

 

 

 

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