CropEnergies beginnt SDAX-Mitgliedschaft mit Kursminus von knapp 10%. Warum? Energiepreise

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CropEnergies AG (ISIN DE000A0LAUP1) konnte zuletzt wenig falsch machen. So spricht auch die Kursentwicklung der letzten 12 Monate klar für die Südzucker-Tochter. Auch die politische Diskussion hatte deutlich weniger Einfluss auf die Kursentwicklung als beispielsweise beim Wettbewerber Verbio .

Und heute – eigentlich ein Tag der Bestätigung für das Management der CropEnergies durch den SDAX-Aufstieg – musste man die Erwartungen der Anleger „zurückstutzen“. Schuld daran die hohen Energiepreise, die bisher sehr profitables Geschäft zukünftig vielleicht teilweise derartig unattraktiv machen könnten, dass sogar über teilweise Anlagenstilllegungen nachgedacht werden muss. Zumindest im nächsten Jahr. Der Reihe nach:

Noch am 11.08.2022 erhöhte CropEnergies die Prognose für 2022/23 – Geschäftsjahr endend am 28.02.2023. Weniger Umsatzsteigerungen im Blick, sondern kräfitge Verbesserungen der Profitabilität: Bei einem nunmehr erwarteten  Umsatz von 1,47 bis 1,57 Mrd EUR (zuvor erwartet: 1,45 bis 1,55, Vorjahr: 1,08) wurde  ein operatives Ergebnis von 215 bis 265 Mio EUR (zuvor erwartet: 165 bis 215, Vorjahr: 127) in Aussicht gestellt. Hier ergäbe sich dann ein EBITDA von 255 bis 305 Mio EUR für 2022/23 – gegenüber 169 Mio EUR im Vorjahr. Das wurde nun zwar nicht geändert, aber:

Möglicherweise werden in 2023 „Kapazitätsanpassungen oder sogar eine vorübergehende Stilllegung einzelner Anlagen“ wegen gestiegener Erdgas- und Elektrizitätspreisen nötwendig – insbesondere am britischen Standort von CropEnergies

Angesichts der Vervielfachung der Energie- und Strompreise in Verbindung mit den anhaltend hohen Rohstoffpreisen nehme der Druck auf der Kostenseite zu. Insbesondere ab Januar 2023 werde CropEnergies nur zu einem geringeren Maße von den Absicherungspositionen profitieren können, die vor dem sprunghaften Anstieg der Energie- und Strompreise abgeschlossen wurden. Zwar konnten die gestiegenen Kosten bisher durch höhere Preise für Ethanol ausgeglichen werden. aber die Absatzpreise für Ethanol seien in letzter Zeit deutlich gesunken. Dies liege vor allem an steigenden Importen in die EU und Großbritannien, insbesondere aus Brasilien und den USA. Hersteller dort profitierten von deutlich niedrigeren Energie- und Rohstoffpreisen.

Grossbritannien potentielles Sorgenkind

Vor diesem Hintergrund werde CropEnergies weiterhin sorgfältig prüfen, ob es möglich sei, die aktuelle Kapazitätsauslastung ab Januar 2023 beizubehalten. Besonderes Augenmerk gelte dabei der Anlage von Ensus in Wilton, Großbritannien, da gestiegene Erdgas- und Strompreise großen Druck auf die Profitabilität der Anlage ausübten. Die Anlage habe eine jährliche Produktionskapazität von 400.000 Kubikmetern erneuerbarem Ethanol, 350.000 Tonnen getrocknetem Tierfutter und bis zu 250.000 Tonnen biogenem CO2.  In den nächsten Wochen werde die Unternehmensführung die Energie-, Getreide- und Ethanolmärkte genau beobachten und entscheiden, ob Kapazitätsanpassungen oder sogar eine vorübergehende Stilllegung einzelner Anlagen notwendig sei.

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Fährt natürlich den hochgesteckten Erwartungen an CropEnergies „in die Parade“. Insbesondere in den letzten Wochen machte die Südzucker-Beteilgung mit „zukunftsträchtigen“ Beteiligungserwerben von sich reden. Volle Kassen aus den erfolgreichen Geschäften mit Bioethanol ermöglichten den Einstieg bei zwei erfolgversprechenden Start-ups „aus derselben Ecke“:

Syclus BV, Maastricht, 50% Anteil für 1,8 Mio EUR

Das niederländischen Start-up-Unternehmen beschäftigt sich mit biobasierten Chemikalien .Ziel ist der Bau einer großtechnischen Anlage zur Herstellung von erneuerbarem Ethylen aus erneuerbarem Ethanol. Ethylen ist eine Grundchemikalie, die in der Regel aus fossilem Öl und Gas hergestellt wird und in der chemischen Industrie, insbesondere für Kunststoffe und Polymere, die in Alltagsprodukten verwendet werden, weit verbreitet ist. In der Vergangenheit lag die europäische Nachfrage nach Ethylen bei etwa 20 Millionen Tonnen pro Jahr.

Die Anfangsinvestition soll in die Entwicklung der künftigen Anlage fließen. Denn Syclus plant die technische und wirtschaftliche Tragfähigkeit der Produktion von erneuerbarem Ethylen im Industriepark Chemelot, Geleen, Niederlande, auszuarbeiten. Bei einem positiven Ergebnis ist der Beginn des Basic Engineering für Ende 2023 geplant. Syclus plant den Bau einer Anlage mit einer jährlichen Produktionskapazität in der Größenordnung von 100.000 Tonnen, die 2026 in Betrieb genommen werden soll. Dies würde eine Investition von 85 bis 100 Mio EUR erfordern- bestimmt mit einem weiteren Kapitalanteil der CropEnergy.

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Und mit 25% beteiligt man sich an zukünftigem deutschem Solar-Strom-Erzeuger

Zum 1. September 2022 erwirbt CropEnergies 25 Prozent des Stammkapitals des deutschen Renewable-Energy-Startup sEast Energy GmbH, Rostock und wird neben Bareinlagen Gesellschafterdarlehen zur Verfügung stellen. Insgesamt plant CropEnergies zur Anlauffinanzierung in diesem ersten Schritt bis zu 8 Mio EUR  zu investieren. Dieser Betrag kann im Rahmen der weiteren Projektentwicklung noch erheblich anwachsen.

Die East Energy-Gruppe plant, unter der Marke „Sun2Grid“ förderfreie Freiflächen-Photovoltaikanlagen in Nordostdeutschland zu bauen und zu betreiben. Der erzeugte grüne Strom ermögliche es, an geeigneten Standorten mit Kraftwerken unter der Marke „Sun2Gas“ grünen Wasserstoff, erneuerbare Kraftstoffe und Wärme zu erzeugen. Die Nutzung der Abwärme aus der Methanolisierung sei auch für die kommunale Wärmeversorgung an den Standorten von Interesse.

Beteiligung an East Energy für CropEnergies ein weiterer Schritt zur Umsetzung der im Jahr 2021 gestarteten strategischen Neuausrichtung des Unternehmens

Bisher stellt CropEnergies vor allem erneuerbares Ethanol als klimaschonenden, heimischen Kraftstoffersatz sowie Lebens- und Futtermittel her. Im Rahmen der Diversifikationsstrategie rücken in Zukunft neben dem Megatrend einer weitgehenden Defossilisierung der Mobilität auch die Defossilisierung anderer Wirtschaftsbereiche in den Vordergrund. Dr. Stephan Meeder, CEO der CropEnergies AG: „Der Zugang zu klimaneutraler Energie ist für CropEnergies von großer strategischer Bedeutung. Mit East Energy haben wir einen Partner gefunden, der langjährige Erfahrung im Photovoltaikbereich besitzt. Die umfassende Expertise und das Knowhow ist vor allem für die schnelle Umsetzung und den Bau mehrerer großer Photovoltaikparks ein entscheidender Vorteil. Mit dem gemeinsamen Bau von Photovoltaik- und Methanolkapazitäten können wir einen wichtigen Beitrag zur Unabhängigkeit der Energieversorgung in Deutschland leisten.“

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East Energy hat sich zum Ziel gesetzt, bis Ende 2024 Photovoltaik-Anlagen mit einer Gesamtkapazität von einem Gigawatt aufzubauen. Dies entspricht knapp zwei Prozent der aktuell in Deutschland installierten Photovoltaik-Kapazität. Dirk Petschick, Geschäftsführer East Energy: „Mit CropEnergies haben wir einen starken Partner gefunden, der unseren ganzheitlichen Unternehmensansatz von der Erzeugung grünen Stroms bis hin zur Produktion von grünem Wasserstoff und grünem Methanol sowie grüner Wärmeversorgung teilt und der die nötige, langfristige Expertise im Bau und dem Betrieb von großen Industrieanlagen mitbringt. Als Europas größter Ethanolhersteller verfügt CropEnergies außerdem über die finanzielle Stärke, unsere ambitionierten Investitionsvorhaben zu begleiten. Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit einem agilen, fortschrittlichen Partner mit einem sehr erfahrenen und partnerschaftlichen Team.“

CropEnergies plant, die Beteiligung an East Energy schrittweise und projektabhängig zu erhöhen. Neben der Planung und Einrichtung von Photovoltaikparks arbeitet East Energy bereits heute an Konzepten zur wirtschaftlichen Herstellung von grünem Wasserstoff aus selbst erzeugtem Strom und der anschließenden Veredelung zu synthetischen Kraftstoffen (efuels), wie beispielsweise Methanol, u. a. als Kraftstoff für Schiff- und Luftfahrt. Für die aktuell von East Energy geplanten Photovoltaik-Parks mit einem Gigawatt Leistung ist ein Investitionsvolumen von mindestens 600 Mio EUR vorgesehen.

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CropEnergies? Was machen die eigentlich?

Mit einer Produktionskapazität von 1,3 Mio. m3 Ethanol pro Jahr erzeugt CropEnergies an Standorten in Deutschland, Belgien, Großbritannien und Frankreich Neutralalkohol sowie technischen Alkohol (Ethanol) für eine breite Palette von Anwendungen: Nachhaltig produziertes Ethanol als Benzinersatz ist eine Antwort auf die zukünftigen Herausforderungen der klimafreundlichen Energieversorgung im Transportsektor. Dank hocheffizienter Produktionsanlagen reduziert unser Ethanol den CO2-Ausstoß über die gesamte Wertschöpfungskette um durchschnittlich über 70 Prozent im Vergleich zu fossilem Kraftstoff. Unser qualitativ hochwertiger Alkohol wird auch verwendet in der Getränkeherstellung, Kosmetika, pharmazeutischen Anwendungen, beispielsweise als Grundlage für Desinfektionsmittel, oder als Ausgangsstoff innovativer Biochemikalien.  

Ebenso wichtig sind die entstehenden eiweißhaltigen Lebens- und Futtermittel als nachhaltige regionale Alternative zu emissionsintensiven Proteinimporten aus Übersee sowie biogenes Kohlendioxid. Dies wird unter anderem in der Getränkeherstellung genutzt und wird zukünftig ein wertvoller Ausgangsstoff für vielfältige Anwendungen im Verkehr und in der Industrie sein. So werden in unserer Kreislaufwirtschaft alle Rohstoffbestandteile verwertet.  (CropEnergies, 19.09.2022)

Saubere Mobilität – heute und in Zukunft – so wird das Geschäft von CropEnergies umschrieben. Im Jahr 2006 in Mannheim gegründet, ist das Mitglied der Südzucker-Gruppe der führende europäische Hersteller von nachhaltig erzeugtem Ethanol. Und trotz politischer Diskussionen scheint derzeit keine konkrete Einschränkung des Bio-Ethanol-Einsatzes geplant zu sein.

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